Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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22. November 2018


Mit der Schweiz steigt nun das nächste Land aus dem "Global Compact for Migration" aus. Allmählich ist die Theorie nur noch schwer zu halten, bei den Spiel-ohne-Grenzen-Verderbern handle es sich um lauter Rechtspopulisten und Ostblock-Regierungen (Polen, Ungarn, Österreich, Bulgarien, Tschechien). Die Dänen machen nicht mit, Belgien schwankt, die Italiener werden kurz vor dem Marrakesch-Treffen wie nebenbei erklären, dass sie übrigens nicht dort auftauchen, Estland, der erste baltische Neinsager, wird nicht allein bleiben, die Schweden reden sich damit heraus, derzeit keine Regierung zu haben. Ich wette, wir erleben auch hier noch einen Brexit. Israel hat sich den USA und Australien angeschlossen.

Angeblich strebt die Bundeskanzlerin mit ihrer Politik stets nach einer "europäischen Lösung", wenn gerade keine planetarische greifbar ist. In Marrakesch wird sie mit Frankreich, Spanien und Portugal ziemlich einsam sein. Mit ihrer Migrationspolitik hat sie Europa gespalten. Aber dann ist das eben nicht mehr ihr Europa. Und Deutschland gehört sowieso der ganzen Welt.


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Apropos: Matthias Moosdorf, ein Leipziger Cellist und Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hebner, der unter anderem im Petitionsausschuss sitzt, hat an einen Verfasser einer Petition gegen den "Global Compact" folgende eminent zitierenswerten Zeilen geschrieben:

"Nach Eingang von mittlerweile 56 Petitionen gegen den Globalen Migrationspakt seit Ende September wurde gestern endlich eine davon auf der Webseite des Bundestages veröffentlicht. In einer sehr emotionalen, oft unsachlichen, von Unterstellungen und Vorwürfen geprägten Debatte im Petitionsausschuss bezeichnete Cornelia Rüffer, B’90 / Die Grünen, alle bis zur Nr. 19 eingegangenen Petitionen als 'Dreck'. Unter diesem angeblichen Dreck befindet sich neben Ihrer auch die von Vera Lengsfeld und Ulrich Vosgerau eingereichte Petition gegen den Globalen Pakt. Meine natürlich ebenso. Eine deutlichere Geringschätzung der Bürger und ihrer Inhalte lässt sich wohl kaum formulieren.

Desweiteren wurde im Plenum am 8. November von Filiz Polat (Grüne) behauptet, die besagten Petitionen seien 'zutiefst antisemitisch'. Dies ist eine frei erfundene Unterstellung, mit dem ausschließlichen Ziel der Diffamierung von Petenten. Auch Israel wird sich dem Globalen Pakt verweigern. Der dortige Sicherheitsberater des Präsidenten bezeichnete diesen als 'Pakt der Wölfe'.

Was sollen Einlassungen des Ausschuss-Vorsitzenden Marian Wendt von der CDU bewirken?  Er bezeichnete aus offenbar dem gleichen Grunde wie Frau Polat die vorliegenden Petitionen als 'volksverhetzend'. Frau Lengsfeld als Volksverhetzerin? Das hatten wir schon einmal.

Wohlgemerkt sprechen wir hier von Anliegen, die im Falle der derzeitigen österreichischen Bundesregierung und deren EU-Ratspräsidentschaft schon Regierungshandeln sind. In Deutschland wurde die Ablehnung der Veröffentlichung mit einer 'Störung des interkulturellen Dialogs' begründet. 

Der eigentliche Grund der bisherigen Blockade wird eher daran ersichtlich: Der Petitionsserver brach mit mehreren Zehntausend Unterschriften in wenigen Stunden mehrmals zusammen. Wir haben es mit Leuten zu tun, die ihre eigenen Wähler und deren Meinung fürchten. 

Sie können diesen Brief gern verwenden, auch öffentlich."


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Eine von 56 Petitionen gegen den "Global Compact" ist also seit gestern freigeschaltet, aber irgendetwas stimmt dort nicht. Bereits nach zwanzig Minuten war eine vierstellige Unterzeichnerzahl erreicht und der Server erstmals überfordert. Heute Mittag Schlag zwölf Uhr Mittag hatten 24.348 Personen unterschrieben, was wenig ist angesichts der Tatsache, dass sogar Bild den Link veröffentlichte.

Nachdem gestern innerhalb von wenigen Stunden Tausende Unterschriften zusammenkamen, stellten Beobachter fest, dass diese Zunahme immer wieder durch drastische Rückgänge unterbrochen wurde. "Nachdem wir im Minutentakt Screenshots mit der eingeblendeten Timeline des Computers hergestellt haben, konnten wir daraus ein Diagramm generieren", notiert Moosdorf. Dieses Diagramm:


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Moosdorf: "Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass der Petitionsserver im Bundestag entweder manipuliert wird oder technische Probleme bewusst nicht behoben werden. Man gibt sich ahnungslos. Allerdings spricht der Umgang mit den Petitionen zum GCM nicht für eine verantwortungsvolle Rolle des Petitionsausschusses." (Siehe auch hier.)

Man könnte formulieren: Auf (zuviel) Demokratie ist der Bundestagsapparat nicht eingerichtet.

PS: "Werter Herr Klonovsky, ich habe dreimal versucht, meine Unterzeichnung registrieren zu lassen; nichts zu machen: 'La pagina epetitionen.bundestag.de non funziona'.
Mit bestem Gruß 
***
Lucca"

PPS: "Sehr geehrter Herr Klonovsky, nach dem Unterzeichnen der Petition 85565 bekam ich das Bestätigungsmail. Dieses konnte ich weder als Link noch nach dem Eintrag in den Browser weiterleiten. Es kam immer wieder die Rückantwort 'Fehlerhafte Emailadresse oder falsches Passwort'. Das riecht nach Manipulation.
Mit freundlichen Grüßen
***"

PPPS: "Lieber Herr Klonovsky, ich hätte den Vorschlag, die Petitionen des Bundestags künftig an die Konzertagentur 'Eventim' auszusourcen. Die schaffte es am 8.11.2018, 800.000 Konzertkarten incl. Bezahlung zu verkaufen:" (hier).

PPPPS: "Du und Deine Leser, ihr habt Recht", schreibt Freund *** um 21 Uhr 33. "Die Petitionsseite funktioniert selbst um diese Uhrzeit nicht!"



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Sie haben genau 30 Jahre gebraucht, um wiederzukommen. Ich hätte es seinerzeit nicht geglaubt.


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"An Ihre Reden wollen wir uns nicht gewöhnen", sagte der SPD-Abgeordnete Achim Post zu Alexander Gauland. Wen mag er mit "wir" meinen? Aber gut, der Mann hat Recht, man soll sich an die guten Dinge nicht gewöhnen, sondern sie immer wieder von Neuem zu schätzen wissen, wie ich jetzt gleich meine Foie gras mit einem Gläschen Doisy-Védrines dazu. "An Ihre Reden wollen wir uns nicht gewöhnen, schon gar nicht an Ihre menschenverachtenden", warf Herr Post danach nun doch die linke Floskelmaschine an. Was sollte man denn sonst verachten wenn nicht Menschen? Zierfische? Azorenhochs? Nein, nein, es müssen schon Menschen sein. Zum Beispiel einen Rotstrolch, der den AfD-Vorsitzenden im Bundestag allen Ernstes auffordert: "Zitieren Sie bitte nicht den großen deutschen Dichter und Schriftsteller Heinrich Heine!"

Gauland hatte zuvor über Dieselfahrverbote und jene Grenzwerte gesprochen, die für Stickoxide und Feinstaub gelten, aber nicht für Migranten, obwohl bislang kein Menschen in Deutschland wegen Stickoxiden und Feinstaub gestorben sei, wohl aber da und dort wegen eines oder mehrerer Migranten. Gauland hatte ferner darauf hingewiesen, dass Afrikas Bevölkerung alle zwölf Tage um eine Million Menschen zunimmt, mithin in 18 Tagen dort jene anderthalb Millionen nachgeboren wurden, die 'schland so kühn und selbstlos – vom hochmoralischen Surplus abgesehen – aufgenommen hat, weshalb der deutsche Altruismus auf dem schwarzen Kontinent praktisch unbemerkt bleibe, während in 'schland selber beispielsweise die Zahl der indigenen Obdachlosen kontinuierlich wachse. Das ist nicht "menschenverachtend", um das Eselswort aufzugreifen, sondern Tatsache. Nein, "menschenverachtend" ist allenfalls, dass Tausende deutsche Obdachlose in der Kälte liegen, während Wohnungen und Sozialleistungen für Abertausende Migranten bereitgestellt werden, unter denen sich sogar ein paar sozialdarwinistisch Durchtrainierte befinden, die Obdachlose anzünden oder ihnen die Kehle durchschneiden, aus reiner Menschenverachtung.


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Auch der "ARD-Faktenfinder" widmet sich der Rede des AfD-Vorsitzenden, nämlich dessen Hinweis auf die stark divergierenden Stickoxid-Grenzwerte für die Außenluft – 40 Mikrogramm pro Kubikmeter – und an gewerblichen Arbeitsplätzen, wo 950 Mikrogramm erlaubt sind. Diese verblüffende Differenz habe "simple Gründe", dozieren die Staatsfunker. Der niedrige Grenzwert für Außenluft gelte für "die Allgemeinbevölkerung“, besonders für "empfindliche Bevölkerungsgruppen und auch die Umwelt insgesamt" – zum Beispiel die Phlegräischen Felder –; er schütze "Säuglinge, Kinder, Kranke, Schwangere oder alte Menschen", die von einem Schadstoff stärker als andere gefährdet werden könnten.

Anders sehe es "bei manchen Arbeitsplätzen in der Industrie oder im Handwerk" aus – wobei das "manchen" ein effektvoller Zusatz ist –, "beispielsweise beim Stahlkochen, in einer Schweißerei, einer Autowerkstatt oder einer Tunnelbaustelle". Der Grenzwert von 950 Mikrogramm pro Kubikmeter dortselbst "zielt auf gesunde Erwachsene, die in einer definierten Zeit – fünf Tage pro Woche maximal acht Stunden pro Tag – diesen Substanzen ausgesetzt sein dürfen".

Das Ziel der draußen geltenden niedrigen Grenzwerte sei, "dass sich ein Mensch – auch einer, der angeschlagen ist – im Freien bzw. in seiner anliegenden Wohnung problemlos ein ganzes Leben lang aufhalten können soll". Deswegen stellt man die Messgeräte auch an vielbefahrenen Kreuzungen auf, wo sich besonders Alte, Kinder und Angeschlagene ein Leben lang aufhalten.


Noch dazu:

Ich habe vor ein paar Tagen auf diesen stern-Artikel verlinkt, in dem zwei Lungenfachärzte die Grenzwerte und Dieselfahrverbote als reine Panikmache abkanzeln, die durch keinerlei Fakten gedeckt sei. Etwa Prof. Martin Hetzel, Chefarzt einer Lungenfachklinik in Stuttgart, der keinen einzigen verstorbenen Patienten kennt, bei dem "die hohe Stickstoffkonzentration mit hoher Wahrscheinlichkeit die Todesursache war". Sein Kollege Prof. Dieter Köhler, ehemalige Präsident des deutschen Pneumologen-Verbandes, rechnet vor, dass der Ausstoß von Stickstoffoxid in Deutschland durch Katalysatoren seit 1990 von 1,5 Millionen Tonnen auf 0,5 Millionen Tonnen gesunken und die Feinstaub-Konzentration ist seit dem Jahr 2000 durch verbesserte Filteranlagen in der Industrie und die Einführung des Rußpartikelfilters um fast die Hälfte zurückgegangen sei.

"Laut Köhler existiert kein einziger wissenschaftlicher Beleg dafür, dass Stickstoffdioxid in dieser niedrigen Konzentration, wie sie durch den Straßenverkehr erzeugt wird, einen schädlichen Einfluss auf den menschlichen Körper hat", schreibt das Magazin und zitiert den Mediziner mit der Bemerkung: Wäre die Inhalation von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft schädlich, "dann müssten alle Raucher nach wenigen Monaten tot sein". Mit einer Zigarette inhaliere ein Raucher bis zu 1000 Mikrogramm NO². Das ergebe bei einer Schachtel am Tag rund 20.000 Mikrogramm und dementsprechend etwa 600.000 Mikrogramm im Monat. Auf ein Jahr wären das 7,2 Gramm Stickstoffdioxid, die ein Raucher inhaliert. "Würde ein Nichtraucher rund um die Uhr an einer Straße stehen und 50 Mikrogramm NO² pro Kubikmeter einatmen, hätte er nach 24 Stunden neun Kubikmeter Luft und somit 450 Mikrogramm Stickstoffdioxid eingeatmet. Nach einem Jahr hätte er 164.000 Mikrogramm Stickstoffdioxid eingeatmet. Diese Menge inhaliert ein Raucher in acht Tagen." Dieselbe Rechnung könne man mit dem Grenzwert für Feinstaub anstellen, denn Zigarettenrauch enthalte das 20-Fache.

Im Übrigen seien auch die deutschen Grenzwerte für Handwerksberufe völlig willkürlich festgelegt worden. In der Schweiz gelte beispielsweise ein Grenzwert von 6.000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, in den USA sogar 9.500 Mikrogramm (und Trump unternimmt natürlich nichts dagegen). "Laut Köhler erzeuge selbst eine brennende Kerze eine Stickstoffdioxid-Konzentration von bis zu 500 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ein brennender Adventskranz würde die Luft gleich auf 2000 Mikrogramm Stickstoffdioxid erhöhen. Damit wird Innenraum-Grenzwert beim Adventskaffee extrem überschritten."

Die ARD-Faktenerfinder sind aber bestimmt schon dran.


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Apropos: Auch die Bundesfamilienministerin will sich in der Kategorie "Erwünschte Illusionen" als wohlmeinende Wirklichkeitsverbiegerin einreihen, doch die schnöde Statistik straft ihre Behauptung Lügen, bei innerfamiliärer Gewalt gegen Frauen täten sich Ausländer bloß in ähnlichem Maße hervor wie Kartoffeln (hier). Sie sehen: Wie immer treffen alle Vorurteile zu, weil sie eben doch an den Brüsten der Empirie genährt werden.


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Zur gestrigen Bundestagsrede von Alice Weidel schreibt Leserin ***: "Ich glaube, dass es niemanden im ganzen Bundestagsrund gegeben hat, der nicht insgeheim dachte: Was für eine Frau!"