Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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10. Oktober 2018


"Zum Wesen der Versuchung gehört ihre moralische Gebärde."
Benedikt XVI.


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"Rechte Sprachklempner werden aus Steuermitteln und aus dem Bundestagsetat bezahlt" (hier): Neidisch, Herr B.? (nicht auf das Geld, auf die Sprache...)


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Während die kritische Öffentlichkeit völlig zu Recht die Nazi-These rügt, dass es eine soziale Klasse gibt, deren Mitglieder in den international agierenden Unternehmen, in Organisationen wie der UNO, in den Medien, Start-ups, Universitäten, NGOs, Stiftungen, in den Parteien und ihren Apparaten sitzen, fast ausschließlich in Großstädten und dort unter ihresgleichen leben, die globalisierte Welt nicht als ein abstraktes Etwas, sondern als gelebte Realität wahrnehmen, etwa wenn sie zum Jobwechsel von Berlin nach London, Zürich oder Singapur ziehen und dort überall ein ähnliches Umfeld vorfinden, weil die Appartements, Häuser, Restaurants, Klubs, Geschäfte und internationalen Privatschulen, auf die sie ihre Kinder schicken, einander gleichen, weshalb ihr Milieu sozial eher abgeschottet, aber kulturell "bunt" ist, was zur Folge hat, dass ihre Bindung an ihr Heimatland nicht mehr sonderlich stark ist (bekanntlich das Ziel aller linken Politiken)... –

–, während also diese Nazi-These, vorgetragen von Alexander Gauland und unverantwortlicherweise von der in Fragen der Steigbügelhalterei auch schon wachsameren FAZ verbreitet, in der kritisch-antifaschistisch-toleranten Öffentlichkeit völlig zu Recht niedergezischt und angeprangert wird, lässt es dieselbe Öffentlichkeit jahrein jahraus geschehen, dass zu Stockholm hochdotierte Preise an zumeist auch noch alte weiße Männer für deren Betätigung in sogenannten Wissenschaften vergeben werden, die bereits von den Nazis benutzt und vor allem missbraucht wurden. Wir wissen, was Nazi-Physik, Nazi-Chemie und Nazi-Medizin angerichtet haben! Écrasez l’infâme!


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Jetzt hat sich sogar das Internationale Auschwitz Komitee zu Alexander Gaulands FAZ-Gastbeitrag geäußert und dem Politiker vorgeworfen, er wolle die deutsche Gesellschaft "durch Hass und die Förderung niedriger Instinkte zerstören". Christoph Heubner, der Vizepräsident der Organisation, erklärte: „Auschwitz-Überlebende kennen die Gaulandsche Strategie aus der eigenen Lebenserfahrung während der Nazi-Jahre: Menschen zu stigmatisieren und sie als Artfremde und Wurzellose innerhalb der heimischen Gesellschaft zu charakterisieren und dann das 'gesunde Volksempfinden' gegen sie zu mobilisieren."

Menschen, die die Hölle von Auschwitz überlebt haben, hat man mit Takt und Mitgefühl zu begegnen, was ihre persönlichen Erfahrungen betrifft; ihre politischen Ansichten besitzen per se keine größere Dignität als die anderer. Herr Heubner, Jahrgang 1949, fällt nicht in diese Kategorie und verdient also keine besonders taktvolle Behandlung. Dass er Schriftsteller ist, aber offenbar außerstande, einen einfachen Zeitungsartikel anders als mit der Denunziantenbrille zu lesen, könnte sogar zarteren Gemütern als mir die Idee eingeben, dass man den Anfängen tatsächlich immer noch wehren muss.


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Man halte sich einmal diesen unglaublichen Schwachsinn vor Augen, der aus der Unterstellung spricht, der AfD-Vorsitzende verwende in seinen öffentlichen Äußerungen Kryptozitate Hitlers, um auf diese Weise codiert mit seinen Anhängern zu kommunizieren. Das würde zuerst voraussetzen, dass diese Anhänger sämtliche Reden und Schriften des Führers auswendig parat haben, sonst würden sie ja die Anspielungen nicht verstehen. Sodann, dass niemand außerdem den Code versteht, weil das ja der Partei politisch auf die Füße fiele (insofern wäre ein Gastbeitrag in der FAZ schon die Nagelprobe). Überdies, dass der Talleyrand- und Bismarck-Verehrer Gauland auch eine Schwäche für die größte politische Niete des 20. Jahrhunderts habe. Und last but not least, dass Hitler für das Gros der AfD-Wähler und -Mitglieder eine maßgebliche Figur sei, natürlich nur klammheimlich, nach Sektenart. Ich würde wetten, dass mehr AfDler Ayn Rand gelesen haben als Hitler.


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Es lägen keine statistischen Befunde dafür vor, sagte ein CDU-Staatssekretär bei der Anhörung zur "Gemeinsamen Erklärung 2018" im Petitionsausschus des Bundestages, einem Hochamt der indirekten Demokratie, dass durch die Masseneinwanderung die Kriminalität in Deutschland gestiegen sei. Zwar gebe es leichte Anstiege in gewissen Deliktbereichen, aber man möge sich davor hüten, Verallgemeinerungen anzustellen. Von wegen also Lügen- oder Lückenpresse! Die gab es nur vor 2015! Seitdem geht ein Bekenner-Ruck durch unsere Medienschaffenden, und was sie bis dato verschwiegen hatten, melden sie auf einmal mit – womöglich gar rassistisch motiviertem? – Übereifer: Morde, Messerattacken, in Gebüsche gezerrte Joggerinnen, Massenschlägereien, Angriffe auf Hilfskräfte und Krankenhauspersonal, zerlegte Asylheime, "Angsträume", No-Go-Areas. Damit erwecken sie freilich bei einem seelisch labilen und für rechte Parolen empfänglichen Teil der Bevölkerung Ängste. Wer mag das erlaubt haben? Was steckt dahinter?



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Der Spiegel erscheint diese Woche mit dem Titel "#frauenland. 100 Jahre Frauenwahlrecht, 1 Jahr #MeToo – Wie modern ist Deutschland?" (Den Modernisierungsschub durch die Einwanderer aus dem Orient haben sie anscheinend weggelassen.) Eine recht erschöpfende Antwort hat freilich vor ein paar Tagen eine an der Nazi-Nannen-Schule ausgebildete Medienschaffende des Süddeutschen Beobachters erteilt:

"Wer ein paar Frauen kennt und in den vergangenen Wochen und Monaten genau zugehört hat, wie diese das aktuelle politische Geschehen so einordnen, der musste zu folgendem Schluss kommen: Der einzige Grund dafür, warum die Welt noch nicht in Flammen steht, ist die Fähigkeit von Frauen, ihre Gefühle im Griff zu behalten. Wenn die weibliche Hälfte der Menschheit mit ihrer berechtigten Wut über Sexismus und Unterdrückung genauso umgehen würde, wie es die männliche Hälfte der Menschheit in den vergangenen Jahrtausenden getan hat, läge das Patriarchat längst in Trümmern. Und der Planet wahrscheinlich auch."

Das erinnert mich wiederum an einen Spiegel-Titel aus dem Juli 1999 "Sind Frauen klüger?". Der erste in der Folgeausgabe abgedruckte Leserbriefschreiber stellte nur eine Gegenfrage (heute würde so eine sexistische Schweinerei nicht mehr durchgehen): "Klüger als was?"

Helás!


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Zur Gründung der Vereinigung "Juden in der AfD" schreibt Leser ***:

"In dem Film '38 – auch das war Wien' nach dem Roman von Friedrich Torberg gibt es eine Szene, bei der ein Jude das Angebot eines Freundes ausschlägt, nach Prag zu emigrieren und stattdessen nach Österreich zurückkehrt, wo Hitler kurz zuvor die Macht ergriffen hat. Die Reaktion des Freundes auf die Weigerung lautete: 'Wenn a Jud bled is, dann isser bled!'. Das trifft leider zunehmend auf die Berufsjuden im Zentralrat und anderen Organisationen zu. Sie haben nie verstanden, wo ihre Freunde und wo ihre Feinde sitzen. Ihre Freunde sitzen in den bürgerlichen Parteien, wo man eher pro USA und pro Israel eingestellt ist und wo man die Leistung der Israelis bewundert, in schwieriger Geografie und politischer Lage echte blühende Landschaften und eine solide Demokratie hervorgebracht zu haben. 

Die Linke schwärmt eher für Despoten des arabischen Orients oder die PLO – und würde mit Israel am liebsten so verfahren wie einst mit Südafrika verfahren wurde. Und diese Linken (die leider inzwischen auch die Politik der CDU bestimmen) fluten das Land mit Judenhassern erster Güte, die am Brandenburger Tor ungestraft 'Juden ins Gas' skandieren dürfen. Eine gute Freundin von mir gibt Kurse für 'Flüchtlinge'. Neben der üppigen Sozialhilfe schätzen diese Araber an Deutschland vor allem Hitler und seine Judenverfolgung. Die Migranten sind also nicht – wie von vielen Idioten behauptet – die 'neuen Juden', sondern sie sind die, die am liebsten die Juden entsorgen würden, die Hitler übriggelassen hat. 

Statt immer nur auf den Spinner Gedeon zu schauen, sollte man mal die Linken- und Grünen-Fraktionen nach aktiven und glühenden Israelhassern durchforsten. Da wird man schnell fündig und nicht in der AfD.

Ich habe noch eine Flasche israelischen Rotwein im Keller. Der wird am Wochenende getrunken, auf das Wohl der JAfD. Wohlsein!"


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"Sehr geehrter Herr Klonovsky, gestatten Sie mir eine Anmerkung zu Ihrem Link vom 9. Oktober zum Wolfsriss in Sachsen: Ein Förster erzählte mir kürzlich, der Verlust ganzer Herden durch einzelne Wölfe sei auch durch fehlende Instinkte verursacht. Statt beim Anblick eines Wolfes das Heil in der Flucht zu suchen - und dadurch den größten Teil der Herde zu retten -, würden heutige Schafe einfach auf den Wolf zulaufen, weil sie außer Hirtenhunden gar nichts anderes mehr kennen. Ein Hirtenhund aber bedeutet Futter. Was der Wolf unter Futter versteht, das verstehen die Schafe dann erst, wenn es zu spät ist. Tiervergleiche mit dem Menschen verbieten sich natürlich von selbst..."