Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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6. September 2018


Das Tourette-Syndrom zwingt den an Koprolalie Leidenden, immer wieder schmutzige Worte wie "Scheiße! Fotze! Arschloch!" auszurufen. Viele pathologische Progressisten werden von einem vergleichbaren Syndrom gepeinigt, das sie zum zwanghaften Ausstoßen von Worten wie "Rassist! Nazi! Sexist!" zwingt. Über Erfolge einer medikamentösen oder therapeutischen Behandlung der zweiten Gruppe liegen leider kaum Erkenntnisse vor.

Ein beachtlicher Teil dieser Geplagten ist stattdessen in den Medien untergekommenen, wo sie versuchen, in häufigem Kontakt mit ihresgleichen ein relativ normales Leben zu führen. Aber eher verstärken sich die Affekte dadurch noch, und immer wieder kommt es zu peinlichen Zwischenfällen in der Öffentlichkeit. So versuchte sich eine arme Frau in der Frankfurter Rundschau Erleichterung zu verschaffen, indem sie mich als Adressaten für ihre zwanghaften Zuschreibungen wählte. Nicht jeder vermag die Nöte solcher Menschen zu tolerieren. Manchen – Hadmut Danisch etwa – ist das unangenehm, weil ja auch Kinder zuhören.


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Suchbild: Finden Sie den Unterschied?

Mein Praesident 1

Kleiner Hinweis: Es geht nicht um den zwischen Königsdrama und Komödie.

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Leser *** klärt auf: "Die Flagge des Staatsgastes wird meines Wissens nur dann präsentiert, wenn es sich um ein Staatsoberhaupt (in dem Fall Putin) handelt, das beim türkischen Präsidenten zu Gast ist. Bilder wie das mit Maas gibt es auch mit Theresa May und Angela Merkel (Gott schenke ihr ein langes Leben!), da Regierungschefinnen, jedoch keine Staatsoberhäupter. Wir müssten also Steinmeier schicken, um dort Schwarz Rot Gold zu sehen. Wollen wir das?"


Erdogan Merkel 1

Und Leser ergänzt: "Ganz so einfach, wie Sie und Ihre Leser die unterschiedlichen Flaggen auf den unterschiedlichen Bildern erklären, ist es natürlich nicht: Auf der Seite des Staatspräsidenten der Türkischen Republik ist nicht (!) die türkische Flagge aufgestellt, sondern die Standarte des Präsidenten (erkennbar an einem besonderen Emblem, ganz oben), und darüber hinaus ist die unterschiedliche Beflaggung für Staats- oder Regierungsgäste in der Türkei protokollarisch nicht zu beanstanden."

Wieder was gelernt. Mögen diese Fotos von meiner Voreiligkeit und schändlichen Unkenntnis zeugen und den Nachgeborenen zur Mahnung stehenbleiben.

Wie ist das eigentlich umgekehrt, wenn ausländische Politiker, die Nichtstaatsoberhäupter sind, Deutschland besuchen  – flaggen wir dann auch immer nur Schwarzrotgold?


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Na hört das denn nicht auf? Leser *** sendet mir dieses Foto von Kanzler Schröder bei Erdogan (größer gibt's das Bild nicht; es stammt von hier):

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mit der Bemerkung, die Sitte, nur hinter Staatsoberhäuptern und nicht hinter Regierungschefs deren eigene Flagge zu plazieren, scheine "doch recht neu zu sein: Gerhard Schröder saß oder stand traditionellerweise vor den deutschen Farben".

PS: Aber klar doch, "Schröder war von 2002 bis 2005 zum zweiten mal deutscher Bundeskanzler (also kein 'Staatsoberhaupt'!), Erdogan war seit 2002 auch kein Staatsoberhaupt, sondern als Ministerpräsident nur Regierungschef der Republik Türkei; die Beflaggung auf dem alten Foto ist also protokollarisch korrekt", erläutert Leser ***. Nun wird es langsam interessant. Wird er als Sultan dann drei Fahnen aufhängen?


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Die Nazi-Mentalität auf Nazijagd, x-te Folge: "In Bremen studiert eine Frau auf Lehramt, deren Mutter eine prominente NPD-Politikerin ist", ächzt Spiegel online – man male sich denselben Fall mit dem jungen Habermas und seinem Vater aus –, um fortzufahren mit der "wichtige(n) Frage: Hat jemand, der womöglich rechtes Gedankengut pflegt, ein Recht darauf, unbehelligt durchs Studium zu gehen?" Womöglich! Rechtes!! Gedankengut!!! Und am Ende gar noch durch ein Jura-Studium, wo ihm die Grundrechte eingebimst werden?


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Man macht mich darauf aufmerksam, dass die Existenz der Acta und der anderen unabhängigen Webseiten durch den neuen Medienstaatsvertrag bedroht sei. "Plattformregulierung" dräut es dort schon in der Überschrift; Rundfunk im Sinne des Staatsvertrages ist, heißt es im Paragraph 2 "Begriffsbestimmungen":

"Anbieter einer Plattform, wer auf digitalen Übertragungskapazitäten oder digitalen Datenströmen Rundfunk und vergleichbare Telemedien (Telemedien, die an die Allgemeinheit gerichtet sind) auch von Dritten mit dem Ziel zusammenfasst, diese Angebote als Gesamtangebot zugänglich zu machen oder wer über die Auswahl für die Zusammenfassung entscheidet". In der Spalte mit Änderungsvorschlägen werden unter 13e explizit "Bloggingportale" genannt.

Unter Punkt 3 heißt es: "Kein Rundfunk sind Angebote, die (...) weniger als 500 potenziellen Nutzern zum zeitgleichen Empfang angeboten werden."

"Rundfunk" bedarf – angeblich – einer Voraussetzung, nämlich:

"§ 20 Zulassung
(1) Private Veranstalter bedürfen zur Veranstaltung von Rundfunk einer Zulassung."

Ein Auto braucht eine Zulassung, ein Hund braucht eine – aber ein Publizist? Ein räsonnierender Poet gar?

"Eine Zulassung darf nur an eine natürliche oder juristische Person erteilt werden, die (...)
3. das Grundrecht der freien Meinungsäußerung nicht nach Artikel 18 des Grundgesetzes verwirkt hat (...)
6. die Gewähr dafür bietet, dass sie unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und der auf dieser Grundlage erlassenen Verwaltungsakte Rundfunk veranstaltet."

Entwarnung signalisiert Paragraph 20 b "Hörfunk im Internet":

"Wer Hörfunkprogramme ausschließlich im Internet verbreitet, bedarf keiner Zulassung. Er hat das Angebot der zuständigen Landesmedienanstalt anzuzeigen."

In den Änderungsvorschlägen zu § 20 b "Bagatellrundfunk" wird aber sofort relativiert:

"Keiner Zulassung bedürfen:
1. Rundfunkprogramme, die aufgrund ihrer geringen journalistisch-redaktionellen Gestaltung, ihrer begrenzten Dauer und Häufigkeit der Verbreitung, ihrer fehlenden Einbindung in einen auf Dauer angelegten Sendeplan oder aus anderen vergleichbaren Gründen nur geringe Bedeutung für die individuelle und öffentliche Meinungsbildung entfalten,
2. Rundfunkprogramme, die jedenfalls weniger als 5000 Nutzern zum zeitgleichen Empfang angeboten werden,
3. Rundfunkprogramme im Internet, die regelmäßig im Monatsdurchschnitt weniger als 20.000 Zuschauer erreichen (...)
Die zuständige Landesmedienanstalt bestätigt die Zulassungsfreiheit auf Antrag durch Unbedenklichkeitsbescheinigung."

Die Acta erreichen im Monatsdurchschnitt 150.000 Besucher. Sie bedürften also einer Zulassung. Und wer eine Zulassung erteilt, kann sie auch verweigern, aus Gründen, die sich heute noch keiner so recht ausmalen mag.

Mich würde mal interessieren, was die Juristen unter den Besuchern meines kleinen Eckladens dazu sagen. Unsereiner hört ja aufgrund seiner Lebenserfahrung das autoritäre Gras eher wachsen als ein Westdeutscher. Soll ich meine Seite allmählich nach Übersee verlegen? Oder mich sturheil auf Artikel 5 (1) GG berufen: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."


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"Vielleicht interessiert Sie mein kleiner Bericht", schreibte Leserin *** und rapportiert über die "Merkel muss weg!"-Demo in Hamburg wie folgt: "Wir waren gestern tatsächlich nur um die 200 Leute, aber ein 'bunter' (haha) Querschnitt durch Alters- und (sofern man das optisch einschätzen kann) Einkommensklassen, überwiegend ganz normale Leute. Auf der Gegenseite ein typischer Mob: Der, was die wahre Definition des Begriffs enthält, sicht- und hörbar gerne auch gewalttätig/er gewesen wäre, wenn die Polizei uns nicht geschützt hätte.

Wer wirklichen Hass erleben möchte, soll sich mal so eine 'Aktivisten'-Veranstaltung aus der Nähe betrachten und anhören: Hassverzerrte 'Kinder'gesichter, Stimmen junger Frauen, die sich vor Hass überschlagen, blanke Mordlust in rhythmischen Sprechchören wie 'Halt die Fresse', 'Haut ab' und – angelehnt an die RAF – 'Wir kriegen euch alle'. Bei einer 'Antifa'-Demo in Halle gegen das Ein-Prozent-Haus letzten Sommer wurde der letzte Spruch noch ergänzt durch 'Kubitschek, aus der Traum, bald liegst du im Kofferraum'.

Wissen Sie, an was mich diese Schlägertruppe der Regierung immer erinnert? An die jungen Hunde in 'Animal Farm', die von den herrschenden Schweinen ihren Eltern weggenommen und 'separat' aufgezogen wurden, um dann auf die 'Abweichler'-Tiere gehetzt zu werden. Konditioniert auf Pawlowsche Schlüsselreize, Nicht-Denken und absoluten Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Keine eigenständigen Lebewesen sondern lebende Waffen. Daß das mit Menschen, zumindest eine Zeit lang, funktioniert, haben wir in diesem Land im letzten Jahrhundert zweimal erfahren.

Als wiederholter Teilnehmer an Hamburger Merkel-muß-weg-Demos schockt mich der Hass der Programmierten (im Gegensatz zu älteren Leuten, die man aus diesem Grund meist nur einmal dort antrifft) nicht mehr. Das Ausmaß an Dummheit, dem ich dort in geballter Formation ausgesetzt bin, macht mich immer noch fassungslos: Wer, glauben sie, wird ihre Staatsbürgerrechte schützen, wenn sie ihr Ziel, Nationalstaaten abzuschaffen, erreichen sollten? Globale Konzerne? Die Scharia? Eine Kooperation aus beidem? Wer soll ihr Bafög, ihr Hartz IV, ihre Beamtenbesoldung bezahlen (von 'Rente' rede ich erst gar nicht) wenn Staat und Solidarsysteme kollabiert und alle 'Reichen' enteignet sind? Wer ermöglicht ihnen ihr 'buntes', immer noch recht sorgloses Leben wenn funktionierende Infrastruktur durch Gesetzlosigkeit abgelöst wird?

Fragen solcher Art könnte man noch viele stellen. Ergibt sich dazu (in 1:1 Diskussionen) mal Gelegenheit, sind die gehirngewaschenen Kinder (diversen Alters) nicht in der Lage auch nur halbwegs sinnvolle Antworten zu geben. Die kognitiven Dissonanzen aufzudecken führt bei den Indoktrinierten regelmäßig zu hoher Lautstärke und emotionalen Ausbrüchen. Wir haben einen großen Teil unserer Jugend den 'Schweinen' (im Sinne von 'Animal Farm') überlassen...Das Ergebnis ist eine Generation 'abgerichteter Hunde', die auch die eigenen Eltern zerreißen, wenn sie mit den richtigen 'Buzzwords' 'getriggert' werden. Es ist eine Tragödie.

PS: Natürlich werde ich auch die nächste Merkel-muß-weg-Demo am 3. Oktober besuchen, mein Gewissen läßt sich so wenig unterwerfen wie die kleine Rest-Hoffnung auf ein Aufwachen der 'Junghunde.'"