Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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Sehr später 3. September


+++ Eilmeldung +++

60.000 Besucher kamen zum Event "Karthago feiert" nach Karl-Marx-Stadt. Wenn der nächste Totstich bzw. -schlag in einer etwas anreisefreundlicheren Stadt stattfindet, dürfen sich die Märchensinger sogar auf noch mehr Gäste freuen. Nicht nachlassen, Freunde und Genossen! Anlässe werden sich noch viele bieten.

Erinnern wir uns: 100.000 aus der ganzen DDR nach Ostberlin angereiste bzw. herangekarrte Jugendliche zogen am 6. Oktober im Fackelzug der FDJ jubelnd an Erich Honecker und seinen Ehrengästen vorbei. Tags darauf erklärt Honecker in seiner Festrede, dass dem Sozialismus die Zukunft gehöre. Neben Zehntausenden republiktreuen Geburtstagsgästen versammeln sich am späten Nachmittag gegen 17 Uhr einige Hundert Regimegegner auf dem Alexanderplatz. Die Systempresse spricht von "Zusammenrottungen". Die Stimmung ist angespannt. Spezialeinheiten der Volkspolizei und des Ministeriums für Staatssicherheit in Zivil stehen bereit, um Demonstration gewaltsam aufzulösen und die "Störung der Volksfeste" zu verhindern.

Ein paar Wochen später hatten sich die Mengenverhältnisse umgekehrt, und der Spuk war vorbei.

Geschichte wiederholt sich nicht? Doch doch, sie wiederholt sich ständig, nur in abgewandelter Gestalt, nur in wechselnden Kostümen, nur unter anderen Verhältnissen, nur in anderen Zeiträumen.