Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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29. August 2018


Zeitungen von vorgestern sind gelegentlich aktueller – weil überzeitlich geworden – als die Gazette von heute. Zum Beispiel dieser Kommentar aus der Jungen Welt vom 9. Oktober 1989:

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"Lieber Herr Klonovsky, Gott würde sich wie so oft als prächtiger Humorist zu erkennen geben, würde im Marx-Jahr in Karl-Marx-Stadt die Revolution beginnen."


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Vergleicht man das softe Begleitgeschwafel von Medien und Kulturbetrieb zu den Gewaltexzessen beim Hamburger G 20-Treffen – 476 verletzte Polizisten, 186 Festnahmen, 12 Millionen Euro Schaden – mit der hochaggressiven Berichterstattung über die Demonstrationen in Chemnitz – 0 verletzte Polizisten, 0 Festnahmen, bislang kein bekannter Schaden, angeblich zehn Hitlergrüße (sofern es nicht der Gruß der Hamas gewesen ist); dazu mehrere Leichtverletzte bei Auseinandersetzungen mit sogenannten "Gegen"demonstranten ("Wir haben Personen beobachtet, die im Bereich des Stadthallenpark Steine aufnehmen. Mehr als 100 Personen haben sich vermummt", twitterte die Polizei am 27. um 20.20 Uhr) –, dann erscheint einem der Terminus "linksversifft" als Attribut für die deutsche Gesinnungspresse doch womöglich etwas verniedlichend.

Update: Der Polizeibericht nennt: 18 verletzte Versammlungsteilnehmer, zwei verletzte Polizisten, alles offenbar leichtere Fälle; wer die Verletzungen zufügte – in der Regel sind die Linksextremen dabei aktiver und rücksichtsloser, weil sie ein grenzenlos gutes Gewissen und weniger Folgen zu befürchten haben –, wird nicht erwähnt. Es gab 43 Anzeigen, unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs (2), des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (10), Körperverletzung (11) und Verstößen gegen das Sächsische Versammlungsgesetz (3).


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Gestern Abend Lesung im Hamburger Rathaus. Die linke Literaturkritik zeigte ein vages Interesse:

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476 verletzte Polizisten und 186 Festnahmen
476 verletzte Polizisten und 186 Festnahmen"Wir haben Personen beobachtet, die im Bereich des Stadthallenpark Steine aufnehmen. Mehr als 100 Personen haben sich vermummt", meldete die Polizei am 27. August um 20.20 Uhr via twitter)


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Hadmut Danisch weist darauf hin, dass die Niedermetzelung eines Deutschen halbkubanischer Abstammung und zweier anderer Passanten zu Chemnitz womöglich "ein ordinärer Straßenraub" gewesen ist, also die blutrünstigen Gäste unserer Fremdenführerin noch gar nicht nach Frauen, sondern nach der anderen Beute Ausschau gehalten haben. Eins nach dem anderen! In beiden Fällen gilt: Komme nie zwischen den Nazgûl und seine Beute! Halte still, gib Geld und Frau her, oder bissu Rassist? Die Geldautomaten-Version, sollte sie zutreffen, macht meine spekulative Darstellung des Tathergangs (A.d. vom 27. August) gewisslich keinen Deut unwahrhaftiger, dann passiert es eben morgen und übermorgen wieder auf die beschriebene Weise, so wie gestern und vorgestern auch. Bezeichnend ist, dass man in Chemnitz am Rande eines Volksfestes vor hinreichend vielen Zeugen abgestochen werden kann, und zwar von einem Iraker, der, wie aus dem Haftbefehl hervorgeht, nicht nur erheblich vorbestraft ist, sondern sich nur geduldet in Deutschland aufhält, das heißt, sein Asylantrag ist bereits rechtskräftig abgelehnt worden. Zwei Tage später aber hetzt die gesamte Wahrheits- und Qualitätspresse mit der Kanzlerin vorneweg gegen Sachsen im Allgemeine und die Chemnitzer Demonstranten im Speziellen – eine Kanzlerin, an deren Händen das Blut auch dieser Opfer klebt, weil sie die politische und, so Gott will, irgendwann auch die juristische Verantwortung für Abertausende von ihr amtseidsbrüchig geförderte Verbrechen gegen Leib und Leben deutscher Staatsbürger trägt. Nicht Sachsen, sondern diese Frau ist eine Schande für Deutschland. Gott schenke ihr ein langes Leben!

Am Rande: Mich würde interessieren, ob nicht einige bzw. wie viele der zehn angezeigten Hitlergrüße vorher mit den Behörden abgesprochen waren, Dunkeldeutschland wimmelt schließlich von V-Leuten.

Entlarvenderweise bezeichnete Merkel, deren Masseneinwanderungsgutheißung dazu geführt hat, dass man in deutschen Städten am Rande von Volksfesten mal eben abgestochen werden kann, sei’s nun beim Frauenbeschützen oder beim Geldabheben, die spontanen Proteste gegen ihre menschenverachtende und bürgerkriegsvorbereitende Politik im DDR-Funktionärssprech als "Zusammenrottungen"; außerdem sprach sie von "Hetzjagden". Wahrscheinlich bezieht sie ihre Informationen von der Antifa; Torsten Kleditzsch, der Chefredakteur der Freien Presse in Chemnitz, gibt zu Protokoll  (ab Min. 9.30): "Hetzjagden haben wir hier nicht beobachtet." Die Brühe, in der Merkel als junger Apparatschik gegart wurde, dringt ihr noch heute durch die inzwischen welken Poren. Es gab den Straftatbestand "Zusammenrottung" im DDR-Strafgesetzbuch; jenes der Bundesrepublik kennt ihn nicht. "Vielleicht", kommentiert Hadmut Danisch, "hätten wir unser Regierungspersonal doch nicht auf dem Gebraucht- und Insolvenzmarkt von der DDR aufkaufen sollen." Aber als Kompensation haben wir ja die Sachsen. Ich bin ein Chemnitzer!


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"Als Chemnitzer hoffe ich, in mir die Gemütlichkeit des Sachsen mit der darüber noch hinausgehenden Ruhe des Erzgebirglers zu vereinen. Es gelingt selten, mich zu verärgern. Ihnen ist es gelungen", schreibt Leser ***, auf meine Erzähling gemünzt: "Ich bin ein einziges Mal Anfang der Neunziger dort gewesen und habe die Stadt am Abend wieder fluchtartig verlassen, weil ich sie nicht ertragen konnte, auch das entsetzliche Hotel nicht, in das ich eingecheckt hatte..."

"Dabei ist Chemnitz ein wunderbarer Ort", fährt *** fort. "Nicht nur deshalb, weil hier auch drei Jahre nach der eingeleiteten Moslem-Invasion immer noch deutsche Männer bedrängten Frauen zu Hilfe kommen. Nicht nur, weil es weder im Verwandten-, Bekannten- noch Kollegenkreis eine größere Anzahl von Menschen gibt, deren persönliche Meinung von den etablierten Medien geprägt wird. Eine Demonstration gegen die staatlich forcierte Asylpolitik wird hier nicht als Hetzjagd wahrgenommen, selbst wenn ein paar schräge Vögel dabei Hitlergrüße zeigen, da hierbei niemand zu Schaden kam. Dass ein paar engagierte Männer, von mir aus gern auch Hooligans, aggressiven Migranten die Messer abnahmen und der Polizei übergaben, sehen wir als Schutz unserer Familien und nicht als Angriff auf friedliche Migranten. Friedlichen Migranten reichen wir gern das Messer, damit sie beim erzgebirgischen Schnitzverein mitwirken können. Den Veröffentlicher des Haftbefehls, der der Staatsanwaltschaft das Vertuschen von Fakten und der Polizeiführung (nicht den einfachen Polizisten, die sich redlich mühen, uns Chemnitzer zu schützen) die Untätigkeit in Sachen Mordaufklärung schwerer macht, schätzen wir als couragierten Enthüller (wers mag: Whistleblower) und nicht als kriminellen Gesetzesbrecher.

Ein Ministerpräsident, der das Hinschlachten von drei Deutschen (einen davon in Vollendung) durch eine Gruppe von Asylanten zum Anlaß nimmt, die darauffolgende Protestdemonstration zu kritisieren, dürfte damit seine Chance als Landesvater respektiert zu werden, genauso vergeigt haben, wie sein Vorgänger. Dieser stellte sich Anfang 2016 gegen die Einwohner der kleinen Erzgebirgsgemeinde Claußnitz, die gegen die Ankunft eines Busses voller Asylanten protestierten. Dass diese voller Haß gegen die Bewohner ihrer neuen Heimat von innen gegen die Busfenster spien, beantwortete die Staatsmacht mit Platzverweisen für die Claußnitzer auf der eigenen Dorfstraße. Deutlicher konnte ein Ministerpräsident nicht dokumentieren: die Straße gehört ab jetzt den Neuen. Das Erzgebirge hatte verstanden. Auch diesmal hat Sachsen verstanden. Nicht der Mord ist das Schreckliche, sondern der Protest dagegen.

Sollte es Sie wieder einmal in unsere tolle Stadt verschlagen, übernachten Sie im Hotel auf dem Theaterplatz, neben der Petri-Kirche, nahe des Opernhauses, gegenüber dem König-Albert-Museum - insgesamt ein beeindruckendes architektonisches Ensemble des Historismus. Dann schlendere ich mit Ihnen zur Wiege von Chemnitz, auf den Schloßberg. Wenn Sie mir dann noch zu einer kleinen Wanderung ins Erzgebirge folgen, werden Sie gern wieder kommen."


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In der Serie "House of Cards" gibt es eine Szene, in der Präsident Jack Underwood auf eine Gruppe von Menschen zugeht, die gegen ihn demonstrieren, nachdem er zuvor erklärt hat: "Ich bin ja auch deren Präsident." Das ist eine in staatsrechtlicher Hinsicht völlig korrekte Auslegung seines Amtes. Nun hat die Kanzlerin im ARD-Sommerinterview erklärt:

"Ich habe so oft zu den jungen Menschen mit Migrationshintergrund gesagt: ‘Ich bin eure Bundeskanzlerin’, genauso wie ich die Bundeskanzlerin für die bin, die schon über Generationen hier leben."

Das linke Wahrheitsfindungsmedium Correctiv moniert, dass rechte Webseiten daraus "Merkel: 'Ich bin die Kanzlerin der Migranten'" gemacht haben. Sehen wir genauer hin.

Die Kanzlerin ist die vom deutschen Parlament gewählte Regierungschefin, die ihren Amtseid auf das deutsche Volk geleistet hat. Das Parlament repräsentiert das deutsche Volk, von dem es gewählt wird. Kein einziger Migrant – sofern er nicht deutscher Staatsbürger geworden ist, aber dann ist er kein Migrant mehr – wählt das Parlament und damit den Personenkreis, aus dessen Mitte der Bundeskanzler hervorgeht. Merkel ist ausschließlich die Kanzlerin der Deutschen. Nichts legitimiert sie, etwas anderes zu behaupten.

Warum hat sie dann nicht gesagt: Ich bin auch die Kanzlerin aller Deutschen mit Migrationshintergrund? Weil es sowieso klar und also überflüssig ist. Hat sie deswegen die bewusst schwammige Formulierung gewählt? Aber Merkel ist eben nicht die Bundeskanzlerin "der jungen Menschen mit Migrationshintergrund", ganz besonders seit 2015 nicht, als deren Zahl ins Monströse anzuschwellen begann. Es sei denn, sie will uns mitteilen: Seit meinem Willkommensputsch bin ich die Kanzlerin der illegal hier Lebenden, die Kanzlerin der Messerstecher, die Kanzlerin der Vergewaltiger, die Kanzlerin der Familienclans, die Kanzlerin der Salafisten, die Kanzlerin derer, die mein Land noch mehr verachten als ich, aber die Hand aufhalten, bis sie es in eine fromme Bananenrepublik verwandelt haben.


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Während Polizei, Augstein und Zivilgesellschaft unerschrocken gegen dumpfbackige Hitlergrußzeiger Gesicht zeigen, schreitet die Buntwerdung Braunlands weiter voran.

> In Frankfurt (Oder) griffen "Männer" eine Disco an. "'Die Hölle brach über uns herein', formuliert es der Türsteher. Mit Messern, Steinen und Stangen hätten die Angreifer gedroht. Er habe seine Gäste in den Club gedrängt und von innen die Tür zugehalten. Dass niemand verletzt wurde, bezeichnet er als ein Wunder" (hier). Ausführlicher heißt es an anderer Stelle (hier): "'Es waren Kriegsszenen – jeder der bereit war, sich zu wehren, war in akuter Lebensgefahr', so der Clubbetreiber: 'Menschen wurden von Steinen am Kopf getroffen und am Boden liegend getreten – es war deutlich zu erkennen, dass die Angreifer bewaffnet waren. Es war eine ganz ernste Gefahrensituation'. Die arabischen Asylsuchenden begannen sofort Steine auf die Gäste zu werfen, die sich im Hof des Clubs aufhielten." Angeblich riefen sie "Allah, wir stechen euch alle ab!" Allah wollte es so, aber Merkel wird uns helfen – bzw. umgekehrt.

> In Bad Krozingen hat am vergangenen Sonntagabend ein unbekannter Mann eine 63-jährige Frau "brutal vergewaltigt. Er zerrte sein Opfer unter die Nepomuk-Brücke mitten in der Innenstadt und verging sich dort im ausgetrockneten Bachbett des Neumagens an der Frau." Der Täter soll Rassisten zufolge eine dunkle Hautfarbe haben. "Die Tat 200 Meter vom Stadtkern entfernt erschüttert einmal mehr das Sicherheitsgefühl in der Kurstadt: Seit Februar haben Rathaus und Kurverwaltung in der Stadt als Folge einer Reihe von sexuell motivierten Übergriffen im Kurpark im Winter 2017/2018 einen privaten Sicherheitsdienst auf Patrouille geschickt. Nun denkt man im Rathaus darüber nach, diesen Streifendienst bis in die Innenstadt auszudehnen" (hier).

>Am Rande eines Festivals in Oberhausen "geriet in 27-jähriger Essener beim Streit von zwei Gruppen zwischen die Fronten. Er bekam drei Messerstiche ab" (hier). In Chemnitz waren es fünf, und kein Hahn kräht danach!

> "Brutal soll es laut Bundespolizei bei einer Schlägerei in der Regionalbahn zwischen Freiburg und Basel zugegangen sein: Bis zu 20 Menschen prügelten sich über mehrere Wagen hinweg" (hier). Mutmaßungen, dass es sich um zwei rivalisierende Schachvereine handelte, konnte die Bundespolizei bislang nicht bestätigen.

Wenn sie die Hitlergrüße in Chemnitz aufgearbeitet und bewältigt haben, werden die Qualitätsmedien darüber berichten.


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Zum Vorigen:

"Im Nachbarhaus, in dem einige 'betreute' Personen untergebracht sind, hält sich regelmäßig ein abgelehnter Asylbewerber aus Nigeria auf. Am Abend des 21.03.2018 wurde unsere Mitarbeiterin ohne Grund von diesem Mann schwer attackiert, wobei dieser unter Todesdrohungen versucht hat, sich Zugang zum Haus zu verschaffen und dabei auch Türen eingetreten und weitere Sachbeschädigungen verursacht hat. Viel schlimmer als diese waren allerdings die körperlichen Folgen der Auseinandersetzung, denn unsere Mitarbeiterin musste sich mit Knochenbrüchen im Krankenhaus behandeln lassen. Seitens der Polizei, die den Mann und dessen Lebensgefährtin schließlich festnehmen konnte, wurde angesichts des äußerst aggressiven Verhaltens des Pärchens geäußert, dass ohne das zeitnahe Eintreffen der Einsatzkräfte unsere Mitarbeiterin, deren Schwiegermutter sowie die kleine Tochter, den Angriff wohl nicht überlebt hätten.

Als unsere Kollegin am nächsten Tag schwer traumatisiert aus dem Krankenhaus nach Hause zurückkehrte, musste Sie dann feststellen, dass der Täter sowie dessen Komplizin bereits wieder munter auf freiem Fuße wandelten…" (weiter hier).


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Leser *** sendet mir dieses Zitat:

"Es ist nun das natürliche Bestreben der Machthaber, den legalen Widerstand und selbst die Nichtannahme ihrer Ansprüche als verbrecherisch darzustellen, und diese Absicht bildet besondere Zeige der Gewaltanwendung und ihrer Propaganda aus. Dazu gehört auch, dass sie in ihrer Rangordnung den gemeinen Verbrecher höher stellen als jenen, der ihren Absichten widerspricht."
Ernst Jünger, "Der Waldgang" (§31)


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Nachdem er im Tagesspiegel fünf Kommentarseiten lang nur empörte Stellungnahmen zum bekanntgemachten Chemnitzer Haftbefehl gelesen habe, schreibt wiederum Leser ***, "stieß ich auf ff. Juwel (Kapitel 10:29 Uhr):
'Die Bundesrepublik Deutschland ist das einzige Land, was in seiner Innenpolitik die großen Probleme der EU selbst durchmachen muss. Können wir diese innenpolitischen Probleme lösen, werden wir das Werkzeug auch haben die EU zu modernisieren. So, wie wir mit Sachsen umgehen, werden wir auch mit den osteuropäischen Ländern umgehen.'
Mit 'wir' meint er sicher die Leserschaft des Tagesspiegels, so einen homogenen Haufen findet man nicht mal bei den PI-Lesern."


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Aber auch die Hetze von Augstein, Lobo und Stokowski trägt Früchte und Früchtchen, siehe hier.


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Das letzte Wort für heute soll Ruth Röcher haben, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz. Ein Auszug aus ihrem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen:

"JA: Sie haben gesagt, Sie haben den Eindruck, dass nicht alle Informationen richtig sind, die die Jugendlichen bekommen. Was mussten Sie in dem Gespräch zurechtrücken?
Ich habe gehört, dass manche Videos, die verbreitet wurden, alte Videos seien, die wieder im Netz kursieren, aber nicht vom vergangenen Sonntag stammen.

JA: Was sieht man auf den Videos?
Auf den Videos sieht man Menschen, die von anderen Menschen verfolgt werden. Ich kann nicht sagen, dass das nicht stimmt. Aber es gibt auch falsche Videos. Ich höre auch von vielen Kindern, dass sie unzufrieden sind mit dem veränderten Stadtbild von Chemnitz.

JA: Was meinen Sie damit?
Ich höre das immer wieder auch von Erwachsenen, auch von »unseren Leuten«. Chemnitz war eine sehr ruhige Stadt und eine Stadt, in der man gut leben konnte, eine Stadt mit viel Kultur. Wir als Jüdische Gemeinde sind in Chemnitz sehr willkommen. Aber das veränderte Stadtbild, seit die Flüchtlinge da sind, gefällt etlichen Menschen nicht. Und auch 'unsere Leute' haben seit 2015 ganz einfach Angst. Denn wir wissen, aus welchen Ländern viele Flüchtlinge stammen und welche Informationen man ihnen in ihrer Heimat über Israel und das Judentum vermittelt hat. Wir haben damals einiges unternommen, um die Leute zu beruhigen. Wir hatten Gespräche mit der Polizei, wir haben die Ausländerbeauftragte eingeladen, damit sie uns sagt, wie die Situation tatsächlich ist, wie viele Flüchtlinge hier sind und aus welchen Ländern sie stammen."