Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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2. August 2018


Also wenn Sie ich fragen, ich genießen den Sommer: die göttliche Mittagshitze im Voralpenland auf dem Rennrad oder beim Tegernseer Dunkel in der Gastwirtschaft auf einem zügig erstiegenen Berg, die samtenen Nächte auf der Terrasse beim Wein... Unsere Erderwärmungskatastrophiker sehen das bekanntlich anders, die Grünen-Chefin Annalena Baerbock etwa hält den Sommer für einen "Vorboten der Klimakrise" – also zumindest behauptet sie, dass sie ihn dafür hält, man steht bei diesen sinistren Figuren ja stets vor der Frage, ob sie tatsächlich meinen, was sie sagen, oder bloß perfide herumlärmen –, und die Wahrheitsmedien überschlagen sich im Bestreben, aus dem schönen Wetter den Honig der Katastrophe zu saugen. Souverän ist, wer bestimmt, wovor die Gesellschaft Angst haben soll, und seine Politik als Gegenmittel verkauft.

Beiseite gesprochen: Im manichäischen Weltbild der "Zivilgesellschaft" sind die Grünen, mögen sie zuweilen auch nicht die Allerhellsten sein, immer die Guten, zumindest diejenigen, die es immer gut meinen, während z.B. die CSU und erst recht die AfD aus finsteren, verachtenswerten Gesellen bestehen. Was fehlt, ist ein Historiker, der uns zeigt – wie es etwa Hippolyte Taine am Beispiel der Französischen Revolution tat –, wie sehr sich die grüne Bewegung aus dunklen Motiven und trivialen Leidenschaften speist, welche Rolle Neid, Hass, Gier, Eifersucht, Eitelkeit, Dummheit und vor allem das Ressentiment in dieser Partei spielen, wieviel Bosheit und Niedertracht sich dort sammeln.

Zurück zum Klima: Wer bei google eingibt: "Spiegel wärmstes Jahr" erfährt, dass praktisch jedes Jahr zum wärmsten erklärt wird. "Woran erkannt man, dass Hochsommer ist? Die Klimablödel erheben den mahnenden Zeigefinger. Warum lacht man die nicht einfach aus?" (hier)


PS: War ja klar, dass jetzt Briefe kommen, deren Absender schreiben, wenn es immer heißer auf der Erde wird, ist auch jedes Jahr wärmer als das vorige. Nun, ich war während des letzten 55jährigen Lidschlags des Klimas dabei, und ich versichere Ihnen, dass dies nicht der Fall sein kann, allein der vorige Sommer war ziemlich mau. Dass die Temperatur generell gestiegen ist, bezweifle ich nicht, das ist auch nicht unnormal in den Zyklen des Weltklimas, ich bezweifle aber, dass sie jedes Jahr über das Niveau des Vorjahres gestiegen ist. Belehrungen bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

PPS: Zum Weiterstudieren hier und hier (dass der Kachelmann ständig vor der AfD warnen zu müssen glaubt, sollten Sie ihm nachsehen, auch die heroischen Quertreiber brauchen nach rechts immer ein Polster; sein Befund, dass in der hiesigen Öffentlichkeit überwiegend Leute über die Entwicklung des Weltklimas reden, die zwischen Naturwissenschaft und Voodoo kaum unterscheiden können, genügt vollauf).


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"Wo's der Denunziant zum Held schafft,
Da blüht die Zivilgesellschaft."

Schrieb mir (samt anderer Epigramme und hier auch veröffentlicht) vor Monaten Leser***, und das kann man wiederholt zitieren.


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"Ich beobachte fünf nordafrikanische sehr laute junge Männer in der S-Bahn und denke: Müssen die wirklich hier sein?
Ich sehe in derselben Bahn eine arabische Frau mit einem Kopftuch und zwei Kindern, die sich kichernd in gutem Deutsch über Mitschüler unterhalten. Die Mutter lächelt mir entschuldigend zu, und ich denke: wie nett. Ach, das schaffen wir schon.
Ich sehe auf der Straße eine vollverschleierte Frau, die einen Kinderwagen schiebt. Die Sonne knallt. Sie trägt noch eine schwere Einkaufstüte. Drei Meter vor ihr schlendert ihr Mann. In Shorts. Was für ein Arschloch, denke ich. Wird der Typ jemals lernen, eine Frau mit Respekt zu behandeln?
Ich lerne die freundliche Studentin aus dem Iran kennen. Auch sie trägt ein Kopftuch. Sie hat sich freiwillig dafür entschieden. Es ist ihr wichtig.
Ich sehe die afrikanischen Drogendealer im Park und denke: Das sollen bedauernswerte Flüchtlinge sein?
Die Tochter von Freunden ist mit einem Syrer zusammen. Ich höre seine Geschichte und denke: Dem muss man helfen. Der Junge hat jedes Recht, hier zu sein.
Aber – hat jeder das Recht, hier zu sein?
Was sagt man der Mutter der getöteten Susanna? Sagt man: Du musst das aushalten, dass ein Mensch, der nicht hier sein durfte, deine Tochter getötet hat. So ist das. Das ist der Preis.
Ist das der Preis?"

Schreibt der stern in seiner neuesten Ausgabe. Mitunter scheint ein radikaler Auflagenschwund hilfreich zu sein. Außerdem kann, wer – etwas sträubt sich in mir, hier die Worte "noch rechtzeitig" zu notieren – einlenkt, später behaupten, man habe schon immer anderen Meinungen Raum gegeben, ja man habe schon immer vor den Folgen einer allzu hochherzigen Politik gewarnt.


                                   ***


Der Bundestag "braucht" eine Migrantenquote, behauptet der Süddeutsche Beobachter. Das ist falsch. Der Bundestag braucht diese Quote nicht, die Frage lautet allenfalls, ob "die" Migranten sie brauchen. Kein Unternehmen braucht eine Frauenquote in der Führungsebene, sie fügen sich nur aus Imagegründen dem öffentlichen Druck und besetzen seufzend ein paar Posten mit überflüssigen Korrektchromosomierten. Eine Frau, die etwas kann und aufsteigen will, steigt auch auf, und dasselbe gilt für arbeits- und aufstiegswillige Migranten. Nur diejenigen, die wenig können und viel wollen, rufen nach Quoten – bzw. stellvertretend für sie unsere linken Pressstrolche und die Abmelker aus den Stiftungen und NGOs. Deren Lieblingsargument ist die angebliche "Unterrepräsentanz" irgendeiner Gruppe in irgendeinem meist steuerfinanzierten Sektor. Als ob eine Vorstandsfrau eine Verkäuferin repräsentierte. Oder, wie Hadmut Danisch notiert, "als ob jemand aus Syrien einen aus Mali 'repräsentieren' und hier passende Politik für ihn machen könnte, ein einheimischer deutscher Politiker, der weiß, wie es hier läuft, aber nicht".

Danischs Folgerungen, auch soweit sie das Ausbildungselend und den Geisteszustand des Genossen Journalisten betreffen, schließe ich mich vollumfänglich an.