Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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27. Juli 2018


Letzte Durchsage zum Fall Özil:

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Zu meinen gestrigen Ausführungen über einen Feuilletonisten, dessen Zweitklassigkeit nur von denjenigen bestritten wird, die ihn eher in der Spitzengruppe der Drittklassigen verorten, fragt Leser***, "ob es in der kulturverrotteten BRD nicht völlig gleichgültig ist, wer sich an Wagner vergeht?" Schon richtig, aber es bleibt die Tatsache, dass seit vielen Jahren und ohne absehbares Ende die täglichen schwarzen Messen des Regietheaters stattfinden, dass sie staatlich subventioniert und von den Lautsprechern des Feuilletons angepriesen werden. Aus welcher Redaktion Letztere senden, ist natürlich völlig egal. 

Leserin *** schreibt zum selben Thema: "Der Name Gürbaca ist für uns verbunden mit einer Inszenierung von Purcells ‚Dido’. KZ-Wachtürme und Personal in Hells-Angels-Leder mit Peitschen und MPs zur Barock-Musik unter der Leitung von Hengelbrock. (Der bekanntlich nicht reüssierte in Bayreuth.) Danach war für uns endgültig klar: Konzertante Opern-Aufführungen sind die bessere Lösung.
Hier in Stuttgart feiert man ja Calixto Bieito. Er inszenierte den Parsifal und es wurde der Film 'Die singende Stadt' über die Regiearbeit gedreht. Für uns war der Gipfel erreicht, als er dem Dirigenten nahelegte, sich doch bitte mit den Tempi nach seinen Regie-Anforderungen zu richten, damit auch noch dieser und jener Gag entsprechend untergebracht werden könne. Ist das Publikum, das so etwas goutiert, tatsächlich so zahlreich? Theater war sicher zu jeder Zeit laut und bunt, aber welche 'Provokationen' könnte man heute noch erfinden, um das Publikum aus der Reserve zu locken, geschweige denn 'zum Nachdenken zu bringen', wie es ja so gerne heißt!"

Was den neuen Bayreuther "Ring" angeht, vermutet Frau ***, "wir werden kultursensibel Burkas und schwarze Vollbärte bestaunen. Die Minderwertigkeit der nordischen Dichtung wird durch den Koran entlarvt, Wotan gibt endlich den Mohammed und ordnet die Steinigung der skandalösen Weiber an! Es sei denn, dass die Scharia Posten bezieht, um die Verwendung islamischer Symbolik zu verhindern... Wir dürfen in jedem Fall gespannt sein! Vielleicht gibt es doch endlich eine Bayreuth-Dämmerung, nachdem der Ruf schon lange demoliert ist? Eher nicht, da sei das Feuilleton vor."

Grüß Gott Frau ***, ich meine, man ist auf der falschen Spur, wenn man diese Vorgänge nur aufmerksamkeitsökomisch betrachtet. Es handelt sich m.E. um einen Krieg. Jedes demolierte – in der Sprache unserer Horrorclowns: "dekonstruierte" – klassische Werk ist eine eroberte und, wird es oft genug wiederholt, schließlich geschleifte Stadt. Die Landnahme findet ja keineswegs nur im Symbolischen und Geistigen statt, sondern es werden reale Kulturstätten zu Orten der Zerstörung erniedrigt. Ein Castorf zum Beispiel macht gar kein Hehl daraus. Dass früher oder später muslimische Kulturkämpfer dabei mittun und sich im Arsenal des linken kulturellen Selbsthasses der Europäer bedienen werden, liegt in der Natur der Sache, wie ja heute schon jeder verhaftete afrikanische Drogendealer "Rassismus!" ruft. Wagner z.B. ist aus linker Nivellierersicht gewissermaßen ein Milliardär im Ästhetischen, der "expropriiert" (Marx) werden muss; außerdem gehört er als white supremacist auf den Kehrichthaufen der Geschichte. Dieser Krieg gegen die westliche Tradition wird von den westlichen Regierungen staatlich alimentiert, das heißt, unsereins zahlt ohnehin mit. Man sollte diese Bunten Khmer nicht noch durch den Erwerb von Tickets direkt finanzieren.



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"Aktionen an Uni, Grünen-Zentrale und türkischer Botschaft: IB-Mitgliedern war Verbreitung fremdenfeindlicher Ideologie vorgeworfen worden. Das Gericht folgte dem nicht", verbreitet die Zeit auf bewährte Weise Halbwahrheiten. Die Identitären waren in Graz angeklagt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Es war die erste Organisation in der westlichen Welt, die als kriminelle Vereinigung vor Gericht stand, ohne je eine Straftat oberhalb der leichten Sachbeschädigung (und einer aus einer Rangelei entstandenen harmlosen Körperverletzung) begangen zu haben. Der sinistre Winkelzug der Staatsanwaltschaft bestand darin, Gesinnungsstrafrecht etablieren und die IB wegen systematisch organisierter Bekundung von Fremdenfeindlichkeit in den Status einer politischen Mafia zu erheben, was reichlich grotesk gewirkt hätte neben der staatlich kaum verfolgten und von links teilgeförderten hochkriminellen Antifa. Der Richter erklärte: "Wenn eine Organisation im Kernbereich legale Tätigkeiten ausübt, ist es keine kriminelle Vereinigung, auch wenn sich daraus Straftaten ergeben." Auch das ist der Unterschied zur Antifa.

In Graz ist Recht gesprochen worden. Man kann gleichwohl nicht behaupten, dass es herrscht.


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Apropos. Ein Berliner Geschäftsmann sagte gestern: "Wir sind nicht fremdenfeindlich, wir sind gegen feindliche Fremde."


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Der Spiegel meldet: "Der Beschluss, für ein Großteil der potentiellen Zuzügler die Grenzen dichtzumachen, markiert einen Wendepunkt in der westdeutschen Ausländerpolitik: Ohne drastische Drosselung der Zuwanderung, so hatte das Arbeitsministerium die Kabinettsvorlage begründet, könne 'die Schwelle erreicht werden, ab der das Unbehagen beträchtlicher Teile der deutschen Bevölkerung in offene Abwehrhaltung umschlägt'. Die Folge: 'Soziale und politische Spannungen, die den gesellschaftlichen Frieden in der Bundesrepublik gefährden würden.' (...)
Vor allem mit Schmu bei der Familienzusammenführung sorgten Ausländer immer wieder für Bürgerunmut. Sprichwörtlich schon die Scheinehe; zu Schwarzmarktpreisen erwächst der Anspruch auf Nachzug weiterer Familienteile. (...)
Die angeblich politisch Verfolgten, die nach Ansicht des SPD-Familien-Staatssekretärs zu rund 90 Prozent aus ökonomischen Gründen nach Deutschland kommen, wecken Aggressionen vor allem bei sozial Schwachen. Denen ist unverständlich, daß Wirtschaftsasylanten den Rechtsstaat jahrelang auf dem Prozessweg narren können, während sie keiner Arbeit nachgehen dürfen, Sozialhilfe beziehen und mancherorts auf Kosten der Steuerzahler im Hotel wohnen können."

Es handelt sich um Auszüge aus der Spiegel -Titelgeschichte vom 7. Dezember 1982. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Schröer wird darin zitiert mit den Worten: "Das Ausländerproblem in der Bundesrepublik ist ein Türkenproblem. Dies muss deutlicher als bisher ausgesprochen werden." Heute, ein paar Millionen Einwanderer später, ist es ein Deutschenproblem geworden, Herr Schröer (gest. 2007) kann froh sein, wenn sie ihm nicht nachträglich "Nazi!" auf den Grabstein sprühen, und beim Spiegel sollten sie darüber nachdenken, ihr vor dumpfer rechtspopulistischer Hetze strotzendes online-Archiv nicht jedem dumpfen rechtspopulistischen Internethetzer zu öffnen.


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Eine Mitteilung pro domo und auf gelegentliche Nachfrage. Das Landesarbeitsgericht München hat vorgestern in letzter Instanz entschieden, dass mein ehemaliger Arbeitgeber, der Europaabgeordnete Marcus Pretzell (Betonung auf dem zweiten e), das mir schuldig gebliebene Gehalt von Juli bis Dezember 2016 in vollem Umfang bezahlen muss (Az. 10Sa 115/18, Urteil vom 25. Juli 2018). Das heißt, ich bin um die eigentlich verdiente Strafe für die Instinktlosigkeit, mich mit einem solchen Menschen überhaupt eingelassen zu haben, doch noch herumgekommen, wofür ich speziell meinem Anwalt Maximilian Krah zu danken habe.