Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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6. Juli 2018


1894, im autoriären Kaiserreich, erschien zu Leipzig und von der Zensur völlig unbehelligt ein Buch, in dessen Schlusskapitel geschrieben steht: "Ich heiße das Christenthum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, – ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit ..."

2018, im buntesten, tolerantesten und besten Deutschland, das es je gab, muss ein – nehmen Sie diesen Begriff cum grano salis – religionskritischer Autor vor Gericht ziehen, um sich der Zensurmaßnahmen seines Verlages zu erwehren. Ohne Feigheit sind Buntheit und Bessersein wohl einfach nicht zu haben.