Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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8. April 2018



"Mitunter mochte man glauben, er sähe, wohin er blicke, nur Tummelfelder von Scharlatanen und deren glaubenssüchtigem Anhang: alle auf der Suche nach einer Zauberformel, dem Katzengold einer Utopie oder mindestens einem überpersönlichen Motiv, mit dem sie sich in Wahrheit nur über ihre individuelle Leere hinwegbetrügen wollten."
Joachim Fest über Johannes Gross (aus: "Begegnungen. Über nahe und ferne Freunde", Hamburg 2004)



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Zur "Gemeinsamen Erklärung 2018" schreibt eine Caroline Fetscher leider nicht online im Tagesspiegel: "Um hellhörig zu werden, muss man beim Begriff 'Wiederherstellung' (rechtsstaatlicher Zustände an den Grenzen – M. K.) nicht an das 'Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums' denken, das 1933 Juden und Oppositionelle aus ihren Posten warf." Weil aber praktisch jeder anständig Gebliebene bei der Lektüre der zwei Sätze der "Erklärung"  zwanghaft an genau dieses Gesetz denken muss, ist der Hinweis total hilfreich. Denn die schlimme Erklärung "holt die Trolle und Grollenden aus ihren verschiedenen Nischen ans Licht und liefert der Politik wie der empirischen Sozialwissenschaft" – und, man wird ja wohl träumen dürfen, der Antifa – "einen Schatz an Datenmaterial, der sich anders kaum hätte heben lassen."

Aktuell sind es 105.687 (plus 2018) "Trolle und Grollende", darunter Scharen von Professoren, Journalisten, Autoren, Künstlern, Ärzten, Ingenieuren, Juristen, Lehrern, lauter Nischenhocker, die endlich "ans Licht" geholt werden, nachdem die Genossen Medienschaffenden es angeknipst haben. (Wie genau die Unterzeichnertruppe sozial und intellektuell beschaffen ist, hat Alexander Wendt hier untersucht, mit dem Resümee: "Insgesamt stellen die  mehr als 100 000 Unterzeichner eine Mischung dar, auf die jede Volkspartei stolz wäre.")

Nein, an das besagte Nazi-Gesetz muss man nicht bei der "Erklärung 2018" denken, sondern erst bei den Berichten der Staats- und Regierungsmedien über sie.


PS: Warum ich immer wieder über diese Erklärung schreibe und die Unterzeichnerzahlen wie Wasserstandsmeldungen bekanntgebe? Nun, ich gönne mir die kleine Schwäche, es zu genießen, wie unseren Internazis mit jedem Tausend das Wasser weiter zum Hals steigt und sie sich winden. –  Im Übrigen sinken die Auflagen der Gazetten, die Orks wie Frau Fetscher als sogen. Journalisten beschäftigen, fast so schnell, wie die Zahl der Unterzeichner der "Erklärung" wächst, unter denen sich kaum mehr aktuelle, wenngleich einige ehemalige Tagesspiegel-Käufer befinden düften. Es ist einfach Mediensterben von seiner schönsten Seite...


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Für heute Abend kündigt das ARD-Kulturkonsensvollstreckungsmagazin titel thesen temperamente, kurz ttt, einen Beitrag über die "Erklärung 2018" an, in der üblichen öffentlich-rechtlichen Ausgewogenheit, zu deren tatsächlicher Wiederherstellung (sic!) demnächst, so viel sei schon verraten, die nächste Petition anlaufen wird: "Absurd", heißt es in der Vorschau, seien die Einlassungen der Petenten. "Und dennoch sind diese verfolgungstheoretischen Konzepte ausgesprochen wirkmächtig beim Schüren von Angst und Hass." Verfolgungstheoretische Konzepte, da hat wohl mal wieder ein 105er IQ ein sozialwissenschaftliches Bakkalaureat errungen. Lauter Hochkaräter versammelt das TV-Magazin, den Anfängen und Trollen zu wehren: "'ttt' hat mit Michel Friedman, Juli Zeh, Alice Schwarzer, Harald Welzer und Julia Ebner über die'Erklärung 2018' gesprochen und wollte wissen, warum das liberale, demokratische Deutschland sich deutlich zu Wort melden muss." Aber warum fragen sie dann nicht gleich im liberalen, demokratischen Deutschland nach? (Frau Schwarzer tauchte übrigens nicht im Sendebeitrag auf; wahrscheinlich hat sie wieder rassistisches Zeug von eingewanderten Vergewaltigern und Frauenunterdrückung im Islam geredet und damit ihre letzte öffentlich-rechtliche Chance vertan.) Was Friedman betrifft, sei hier eingeflochten, dass zumindest ich nicht das Geringste gegen die Einwanderung von Ukrainierinnen habe; ich vermisse in der Runde freilich den Fatzke Zaimoglou, der sich als ganzer Kerl aufzuspielen suchte mit einem "Rat an die Heulsusen in der rechten Ecke: Lernt Deutsch, ihr Versager, und packt euch weg. Mein Rat an Tellkamp und andere Zonenzampanos: Maul auswaschen mit Seife." Wie wir gelernt haben, ist für einen bestimmten Importmenschenschlag eine spezifisch deutsche Kultur nicht erkennbar, aber die Frage blieb bislang ungeklärt, ob es eine spezifisch deutsche Vulgarität gibt oder ob sie eingeschleppt worden ist resp. wird. Wahrscheinlich beides. Man wird den Äußerungen gewisser Leute immer jenen tristen Vorort anmerken, aus dem sie stammen; seien wir also nachsichtig.

Der ttt-Teaser hebt an mit den zutiefst der journalistischen Wahrhaftigkeit verpflichteten Worten: "Die 'Gemeinsame Erklärung 2018' ist viel mehr als ein unglücklich formuliertes Internetmanifest besorgter Intellektueller. Es könnte Teil eines Angriffs auf unsere liberale Gesellschaft und die Demokratie sein." Sie müssen nach den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie mit jedem Beitrag schriller und bösartiger werden, aber was ein öffentlich-rechtlich alimentierter Charaktermime ist ("Mime, du Memme!" singt Siegfried), hat damit kein Problem. Meine These, dass wir hier der Nazi-Mentalität in neuer Gestalt hospitieren, können Sie leider erst dann veri- oder falsifizieren, wenn die Zustimmung zum willkommenskulturellen Amoklauf und der Kampf gegen "rechts" nicht mehr mehrheitsfähig sind bzw. nicht mehr gesellschaftlich belohnt werden, dann werden diese autoritätshörigen und latent sadistischen Opportunisten davon abfallen, wie die Maikäfer im fünften Streich von Max und Moritz vom Baum regnen, um sich eine neue herrschende Tendenz zu suchen, der sie begeistert folgen und deren Gegner sie verfolgen können. Wetten?  

Freilich kann man für die Propaganda nur dankbar sein; wahrscheinlich treiben solche Negativberichte, so langweilig sie auch sein mögen, die Unterzeichnerzahl zuverlässiger in die Höhe als eine neutrale Darstellung; die Genossen Medienschaffenden können also tun, was sie wollen, es ist immer falsch. Darauf jetzt einen schönen Müller-Catoir-Riesling aus dem besten Teil des Haardter Bürgergartens auf der durchsonnten Terrasse! Prösterchen, Genossen, und bitte weiter so!
 

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Apropos: Eine Leser hat mir einen Auszug aus dem Buch "Karl Valentin. Liesl Karlstadt" von Barabara Bronnen (Rowohlt Berlin) geschickt, wo in der einführenden Kurzzusammenfassung des 18. Kapitels steht: "Die 'Gruppe 47' entsteht / und das erste Exemplar der Süddeutschen Zeitung / aus eingeschmolzenen Lettern von 'Mein Kampf'..." 

Gewisse Mentalitäten zeugen sich, in verwandelter Gestalt auf neue Phänomene reagierend, womöglich magisch fort – –


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Frei nach Markwort bzw. Dostojewski: "Hetzen, hetzen, hetzen – und immer an den Endsieg glauben!"


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Manche Medien kommen zwar nicht unbedingt zu Verstand, aber zur Vernunft. Hadmut Danisch schreibt über eines:

"Die Lage ist ernst. Wenn sogar die EMMA den Feminismus- und Progressivismusfolgenhorror bekommt. Sie schreiben über die Unmöglichkeit des Schulunterrichts unter dem Einfluss des Islam.

Mühsam hat der Feminismus das Grundgesetz verfälscht und zu seinen Gunsten sabotiert, und jetzt sind die Schulen plötzlich voll von Leuten, für die Grundrechte schlicht irrelevant sind. Nicht integrierbar.

Moment mal. War es nicht seit 10, 20 Jahren feministischer Plan, die Leute reinzuholen, damit man sich endlich gegen den bösen weißen heterosexuellen Mann verbünden und ihn verdünnen und dann besiegen kann?

Und es lag doch auch schon immer auf der Hand, dass Feminismus per se strunzdumm ist und auf mangelnder Bildung beruht, denn in der gesamten Menschheitsgeschichte ging es Frauen nie auch nur annähernd so gut wie in den vom „weißen Mann” geschaffenen Luxusgesellschaften des 20. Jahrhunderts, vor allem der Bequemlichkeiten durch die Technisierung und Industrialisierung. (Wer hat’s erfunden…?)

Aber man wollte ja mit den 68ern und deren Demenzmarxismus unbedingt die unendliche Durchmischung, die Abschaffung jeglicher Eigenschaften haben, und ging damit gleich mit Nazi-Jägern konform, die „Weiße” ausrotten wollten. Und man merkte nicht, dass man sich den Ast absägte, auf dem man saß." (Weiter hier.)