Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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7. April 2018


"Gäbe es für mich je ein Problem, würde ich sofort die Weltgemeinschaft um Rat fragen. Aber ich habe keine Probleme."
Botho Strauß, "Der Fortführer"


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Hätte die hehre Hydra keine Beißerchen und gliche bei ihr ein Haupt sozusagen aufs Haar dem anderen, könnte man das, was die Staatsmedien an Personal zur Verteidigung des status quo aufrufen, glatt als Hydra bezeichnen. Immer neue, aber eben immergleiche Köpfchen stülpen sich aus den oft öffentlich-rechtlichen Hälsen, wie jetzt eine Frau Sybil Volks, die im Deutschlandfunk den üblichen Seim gegen die "Gemeinsame Erklärung 2018" absondert, (Gratulation übrigens zur Überschreitung der 100.000-Unterschriften-Marke!), mit pauschalisierenden, unwahren Behauptungen Ressentiments gegen Deutsche schürt, das geltende Recht hasst, für noch mehr illegale Einwanderung hetzt und natürlich weder einen logischen Gedankengang entwickeln noch ihn semantisch anspruchsvoll formulieren kann. (Zur Unterstellung, es fände kein permanenter Rechtsbruch und keine illegale Masseneinwanderung statt, habe ich mich hier zu oft geäußert – etwa am 26. März, 3. April, 6. April –, als dass ich's noch mal täte, und auch die knalldeutsche Mischung aus Obrigkeitshörigkeit, Fundamentalismus und idealistischer Traumtänzerei, die sich im trendkonformen Gefauche der Gevatterin einmal mehr und immer langweiliger manifestiert, ist hier über nunmehr Jahre immer wieder thematisiert, bewundert und besiegheilbrüllt worden, was natürlich auch langweilig wird, aber ich schaffe mir, frei nach der Feldmarschallin im "Rosenkavalier", meine Zeitgenossen nicht an.)

Während also im Deutschlandfunk allen ein Willkommen gespendet wird, die in unserem (sic!) Land Zuflucht, Grundversorgung, Missionierungspersonal und Weiber suchen, landen folgende Meldungen in meinem Postfach:

Belgien: Die Partei "Islam" fordert einen "islamischen Staat" und "separaten Nahverkehr für Männer und Frauen" (hier).
Oder:
London: "Nach dem 48. Mordopfer – Muslimischer Bürgermeister taucht ab!" (hier)
Aber auch:
Lehrerin einer "Brennpunktschule im Ruhrpott" berichtet: "Schüler bestanden darauf, dass Allah die Welt erschuf" (hier).
Und wie so oft:
"Mann (76) in Köln schwer verletzt: Mit diesem Bild sucht die Polizei nach dem U-Bahn-Schubser" (hier).
Freilich auch:

"Die Islam-Konferenz ist ein 'first-class ticket to nowhere'. Es ist eine Veranstaltung der Unehrlichkeit. Am Anfang war ich selber dabei. Da konnte ich das Fassadenhafte dieser Verbände erleben: In den offiziellen Diskussionen gaben sie sich integrationswillig, verfolgte man dann während der Pausen die Diskussionen der Teilnehmer untereinander, klang es ganz anders. Kennen Sie den Roman 'Submission' von Michel Houellebecq? Die Islam-Konferenz ist deutsche Unterwerfung. Der Staat kapituliert vor dem Islam. Im letzten Jahr haben die muslimischen Verbände durchgesetzt, dass keine individuellen Muslime zugelassen sind.
Was heisst das?
Liberale Musliminnen wie Seyran Ates und Necla Kelek wurden rausgeschmissen. Deutschland führt seinen Dialog nur noch mit vier Verbänden, die allesamt aus dem Ausland finanziert werden und islamistisch und schriftgläubig sind. In der Islam-Konferenz geht es nicht um die Integration von Muslimen, sondern um die Minderheitsrechte des organisierten Islams. Über Themen wie Sicherheit und Zuwanderung wollen die Verbände gar nicht reden." (Mehr Schweizer Westfernsehen hier.)

Und nicht zuletzt: "Stadt Köln bezahlt – Hotelbetreiber machen ein Millionengeschäft mit Flüchtlingen" (hier); "Ärger in der CDU – Kölner Politikerin verdient kräftig am Flüchtlingshotel" (hier).

Vor diesem Hintergrund betrachten wir uns noch einmal die Aussagen von Frau Volks und ihrer Mit-Manifestanten (und -onkels!). Dieser Leute Gerede von Weltoffenheit ist nolens volens ungefähr das, was sie selber gern als "geistige Brandstiftung" bezeichnen. Sie plädieren für die weitere Einwanderung von Menschen, deren Gottes-, Welt- und Gesellschaftsbild mehrheitlich und weit radikaler genau das verkörpert, was unsere "Das Tor macht weit"-Petenten an deutschen Konservativen ablehnen. Offenbar sind diese trostlosen Figuren außerstande, die mittelfristigen Konsequenzen ihres willkommenskulturellen Treibens gegen ihre kurzen öffentlichen Auftritte als moralisch Edle abzuwägen.

Aber sagen wir mal so: Die gute Nachricht besteht darin, dass auch deutsche Mädels wie Frau Volks (oder Juli Zeh) vielleicht dereinst separate Waggons in öffentlichen Verkehrsmitteln zugewiesen bekommen. Denn verteidigen werden solche Mollusken ja nichts. Oder, Frau Volks, wollen Sie mal in einer Brennpunktschule eine Darwin-Lesung halten? Zum Beispiel darüber, inwieweit Sie mit Ihrer Unterschrift unter eine Masseneinwanderungsbefürwortungspetition eine drollige Kandidatin für die "Darwin-Awards" abgeben? So weit werden die muslimischen Schüler mit dem ketzerischen Engländer wohl noch mitgehen...


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"Dagegen ist der Ethnozentrismus unter nichtweißen ethnischen Gruppen wesentlich stärker ausgeprägt. Diese betrachten ihn als notwendige, gesunde und sozial gebilligte Grundlage ihres Verhaltens. Ihre Moral ist partikularistisch, nicht universalistisch: Gut ist, was gut für die Gruppe ist. Ein Schwarzer oder ein Brauner, der sich öffentlich zu den liberalen Gleichheitsgrundsätzen bekennt, tut dies aus rein instrumentellen Günden: Sie dienen ihm als effektives Werkzeug, um von den Weißen Güter und Zugeständnisse zu erlangen. Im Westen angelangt, erklärt er den weißen Mann zu seinem besten Freund, eben weil der weiße Mann eigentlich sein schlimmster Feind ist. Die Ansiedler lernen schnell, sich des Vokabulars des landläufigen Opferkults zu bedienen, das ihnen die Theoretiker der Gleichheit einflüstern. Ein Brauner oder ein Schwarzer, der im Westen geboren wurde, wächst von Anfang an mit dieser Sprache und diesem Denken auf. Jedes Gespräch über Ethnizität und ethnische Unterschiede wird von dieser Dynamik der verteilten Rollen beherrscht: Die Weißen streben danach, ihre moralische Tugendhaftigkeit unter Beweis zu stellen, während die anderen versuchen, dieses Streben für ihren eigenen Vorteil zu nutzen. Man kann sich unschwer vorstellen, wie groß den Letzteren die Idiotie der Weißen erscheinen muss."
Alex Kurtagić, "Warum Konservative immer verlieren", Schnellroda 2017, S. 72/73


Das ist das Resultat aller identity politics: Gruppen, die sich anhand biologischer Merkmale definieren, kämpfen für ihre jeweiligen Interessen, hin und wieder vereinen sie sich gegen ein dominantes oder auch bloß besonders ausplünderbares Kollektiv, doch statt in einer universalen multiethnischen, multikulturellen Gesellschaft endet der ganze Zinnober in einem Haifischbecken der Partikularismen. Die Linke erreicht verlässlich das Gegenteil von dem, was sie verheißt. Dass es den Linken am Ende auch an den Kragen geht, ist ein schwacher Trost für diejenigen, die mit diesen Figuren zwar nicht das geringste zu tun haben (wollen), aber leider derselben ethnischen Gruppe angehören.   





An Brennpunktschule im RuhrgebietLehrerin: „Schüler bestanden darauf, dass Allah die Welt erschu