Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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6. April 2018



"Wie sich jeden Tag deutlicher zeigt, wären die Westdeutschen sogar die besseren DDR-Bürger gewesen."
Alexander Wendt



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Wer geglaubt hat, dass sich Australien mit seiner restriktiven Einwanderungspolitik abschotten und der Buntheit verschließen konnte, darf sich nun immerhin durch den Deutschlandfunk eines Besseren belehren lassen:

"St Kilda Beach, Jagdszenen auf der Uferpromenade. Verabredet über soziale Medien hatten sich an die 200 junge Schwarzafrikaner zusammengerottet und begonnen Passanten anzupöbeln. Wahllos wurden Fußgänger, Restaurant- und Cafebesucher umzingelt, bedrängt und bestohlen, Frauen begrapscht und gedemütigt. Erst die Polizei machte dem Spuk ein Ende. Später stellte sich heraus, daß es sich bei dem aggressiven Mob um die Kinder süd-sudanesischer und somalischer Flüchtlinge handelte. Si Carter und sein Vater Alex filmten alles auf ihrem Iphone: die Randalierer, die Diebe und die Antänzer. 'Diese Jugendlichen wussten genau was sie taten, sie ließen es aussehen als ob Teenager nur ein wenig Spaß haben. Das sind Profis.' – 'Mich hat die Willkür erschreckt, eine völlig hemmungslose Gewalt. Wenn das unsere Zukunft sein soll dann gnade uns Gott.'" (Mehr dazu hier.)

Hätten sich die Australier womöglich genauer ansehen sollen, wen sie auf ihren Inselkontinent lassen? Ach was. "Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt", behauptet ein "Gegenaufruf" zur "Gemeinsamen Erklärung 2018", keck betitelt "Antwort 2018". Zu diesen Menschenrechten, die im Gegensatz zu den Geschlechtern und den Nationalstaaten kein Konstrukt, sondern ein unhinterfragbares Gebot sind, das Recht auf Heimat aber nimmermehr einschließen, denn Sozialismus heißt bekanntlich Alle oder keiner!, zu diesen Menschenrechten gehört das Recht auf ein Leben in Deutschland oder in Australien oder in welchem auch immer von Weißen besiedelten und bewirtschafteten Land, zumindest solange es dort etwas zu verteilen gibt. "Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung", heißt es in besagter Gegenerklärung weiter. Daraus darf man folgern, dass sich die ethisch durchglühten Unterzeichner nicht die Spur für die Gesetze einstweilen noch unseres Landes interessieren. Artikel 16a GG lautet bekanntlich "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." Dieses Recht stellt etwa die "Gemeinsame Erklärung 2018" mit keiner Silbe in Frage. (Dass Asyl etwas anderes ist als Einwanderung, bleibt davon unbenommen; die "Gemeinsame Erklärung" fordert explizit "wirksame Hilfe für die tatsächlich von politischer Verfolgung und Krieg Bedrohten", was ja ungefähr das Gegenteil der derzeitigen Praxis ist, den Stärksten und Rücksichtslosesten, die es bis hierher geschafft haben, Bleiberecht einzuräumen.) Wer vor Krieg flieht, das ist im internationalen Recht unbestritten, hat keinen Anspruch darauf, in ein bestimmtes Land zu fliehen, schon gar nicht wenn es dreieinhalbtausend Kilometer entfernt liegt. Was nun aber den Fluchtgrund Armut betrifft, soll nach dem Willen der hochwohlmögenden Unterzeichner der "Antwort 2018" augenscheinlich die gesamte Dritte Welt nach Deutschland aufbrechen dürfen und ihre Diktatoren allein zu Haus zurücklassen.   

Der Unterschied zwischen beiden Aufrufen liegt auf der Hand. Der eine, ursprüngliche, verlangt nichts weiter vom Staat BRD, als dass der seine Grenzen kontrolliert und die Gesetze durchsetzt, denn illegaler Grenzübertritt ist eine Straftat. Der andere verlangt dagegen von der Gesellschaft, dass sie den Gesetzesbruch gutheißt, dass sie sich unbegrenzt aufnahmebereit und alimentierungswillig zeigt, egal wer da hereinschneit, egal ob derjenige sich hier anpassen und seine Rechnungen selber bezahlen will, egal wie er sich benimmt. Die Unterzeichner der "Antwort 2018" fordern vom Rest der Deutschen, sie mögen die finanziellen Mittel, den Lebensraum, die Aggressionsmülleimer und die Objekte sexueller Notdurft für unbegrenzt ins Land strömende "Menschengeschenke" (Katrin Göring-Eckardt) bereitstellen, damit sie selber, die Antworter, ihren moralischen Heiligenschein polieren können. Wie wäre es, wenn sie, statt die anderen in Geiselhaft für ihre demonstrative Generosität zu nehmen, sich selber besonders generös zeigen und zwecks Hege und Herzerwärmung ihrerseits Geflüchtete oder anderweitig vorstellig gewordene Mitmenschen bei sich aufnehmen, sie ihren Töchtern vorstellen etc. pp., kurzum: etwas tun, statt etwas zu fordern? Vorangehen, ein Beispiel geben! Das würde den anderen doch eher imponieren! Und wenn sie dann in ein paar Jahren ihre Erfahrungsberichte verbreiten, werden ihre Landsleute gewiss die richtigen Schlüsse daraus ziehen, statt immer nur nach Schweden oder Frankreich zu schauen.

Wenn freilich die längst nicht mehr geheimen, durch den zwielichtigen Harvard-Professor Yascha Mounk sogar in den Tagesthemen verbreiteten Pläne gewisser UNO-Kreise Gestalt annehmen, die europäischen Gesellschaften durch Masseneinwanderung  in "multiethnische" zu verwandeln – zartere Gemüter nennen ein solches Vorhaben Anstiftung zum Völkermord –, dann gleichen die Unterzeichner der "Antwort 2018" jenem alten Weiblein, welches bei der Verbrennung des Jan Hus noch eigens ein kleines Stück Holz auf den Scheiterhaufen gelegt hat: Die Geste war zwar trendy und nobel, aber das Feuer hätte die Sache auch so erledigt.  


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"Statistiker geben Entwarnung: Islamistenszene hat sich schon immer verdoppelt." Wie gewohnt kathartisch komisch: Bernd Zeller.



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Auch keine schlechte Satire: "Mit Juden schlafen: Darf man das?" Das Update von 2018 – Motto: Gesinnungsschande statt Rassenschande – hier.


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Ich habe in privaten Gesprächen gelegentlich die Bemerkung fallen gelassen, man möge sich die Arbeit der Bundesregierung doch bitte nicht allzu professionell vorstellen, es gehe im Kabinett kaum anders zu als beispielsweise in einer Ressortleiterkonferenz des Focus, die dort herumsäßen hätten zwar bessere Informationen als die hier in Vorschlag gebrachte Vergleichsgruppe, seien aber bestimmt nicht von außergewöhnlicher kognitiver Intelligenz beseelt (dass sie schlau sind, steht dabei außer Frage; sie säßen sonst nicht im Kabinett). Gestern nun erlebte ich die Vereinigung von Focus und Bundesregierung in Gestalt der stellvertretenden Regierungssprecherin Ulrike Demmer, ehemals Focus, davor Spiegel, und sehe meine These geradezu triumphal bestätigt, schauen Sie sich das an. Von ähnlich grandioser Schwachsinnsnähe wie das Gestammel der Frau Demmer ist die Erklärung von Gary Aitkenhead, Leiter des Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) in Porton Down, der erklärte, es sei "wahrscheinlich", dass das Nervengift, mit dem der Doppelagent Sergej Skripal vergiftet wurde, von einem Staat produziert worden sei. Man könne zwar nicht sagen, woher es stammt, aber dass es mit "extrem ausgeklügelten Verfahren" hergestellt wurde, was auf einen staatlichen Akteur hinweise. Und jetzt kommt's: "Es gibt keine Möglichkeit", so Aitkenhead, "dass so etwas von uns stammt oder die vier Wände des Labors verlassen hat" (mehr hier, Wikipedia war schnell und hat es schon übernommen).

Die Briten wollen inzwischen ein russisches Labor als Produzent identifiziert haben, Belege gibt es aber nicht. Man muss dazu wissen, dass Skripals Gesundheitszustand schon vor Tagen als "stabil" beschrieben wurde und seine Tochter Interviews gibt. Sollten die Russen inzwischen zu blöd sein, jemanden umzubringen? Putin hat sich zu dem Anschlag geäußert und genau das gesagt: "Wenn es sich um chemische Kampstoffe gehandelt hätte, wären die Leute sicher an Ort und Stelle gestorben." Außerdem, setzte er hinzu, werde "jeder vernünftige Mensch verstehen, dass es Unsinn, Unsinn, Unsinn ist, dass jemand in Russland am Vorabend der Präsidentenwahl und der Fußball-WM solche Possen erlaubt."

Wie stets in solchen Fällen gilt: Nichts Genaues weiß man nicht. Außer Frau Demmer natürlich.