Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Service Menu

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

1. Februar 2018



"Wer sich in die politischen Diskurse der deutschen Öffentlichkeit einmischt, der tut es auf eigene Gefahr. Abschreckend wirken weniger die moralischen Verdächtigungen, die auf diesem Feld gang und gäbe sind", notierte Hans Magnus Enzensberger 1992. "Gravierender sind die intellektuellen Risiken, die jeder eingeht, der sich an einer Mediendebatte beteiligt. Fast immer wird er, kaum daß er seinen Beitrag abgeliefert hat, dümmer aussehen als zuvor."



                                   ***



Derzeit blicken uns von öffentlichen Werbeflächen "Gesichter mit Migrationshintergrund" (Bernd Zeller) an, unter denen Slogans stehen wie: "Ich bin motiviert" – "Ich bin teamfähig" – "Ich bin stressresistent" – "Ich bin belastbar" – "Ich bin zielorientiert". Dass die allmorgendlich in den Polizeiberichten festgehaltenen Taten von "Gruppen" ohne eine gewisse Teamfähigkeit gar nicht möglich wären, ist logisch, und ohne Stressresistenz und Zielorientierung wären die meisten Goldstücke gar nicht hier. Wie der vergnügte Betrachter rasch bemerkt, sollen diese Slogans allerdings die Einwanderungsgesellschafts- bzw. Jobtauglichkeit derjenigen, die erst seit kurzem hier leben, herbeisuggerieren; es handelt sich, wenn nicht um reine Propaganda, so doch um empirisch kaum unterfütterte Botschaften, deren Gegenteil auch nicht falsch wäre. Es wäre jetzt ein Leichtes, ein Bild von Anis Amri zu plakatieren und darunter zu schreiben: "Ich bin zielorientiert" oder auch: "Ich kann Auto fahren". Oder eben Franco A. und Hussein K. mit: "Ich bin motiviert". Aber es wäre überflüssig. Meint vielleicht jemand, dass überhaupt noch ein normaler Mensch, also einer, der arbeiten geht, Steuern zahlt und außerhalb der politisch-medial-universitären Sphäre lebt, an diesen Quatsch glaubt? Dass solch entfesselter Blödsinn (oder meinetwegen guter Wille) etwas anderes erreicht, als immer mehr Menschen an die Seite der Rechtspopulisten zu treiben?



                             ***


Aus der Reihe "Ich bin originell": Vor dem Haupteingang der City Arkaden in Wuppertal gingen zwei folkloristische "Gruppen" mit Schwertern aufeinander los. "Ich dachte zunächst, alles sei Spaß", gab ein Augenzeuge zu Protokoll. "Bis einer der Beteiligten blutüberströmt zusammenbrach." Der Verletzte sei ansprechbar gewesen, habe aber eine klaffende Kopfwunde davongetragen (hier). Immer nur Messer (hier, hier, hier, hier) wird ja auch langweilig! Oder Flasche. Oder Schleifen.


                             ***


Apropos "Ich bin orginell": Ein "Migrationsforscher" mit dem schönen Namen Rass hat in der Welt gesagt: "Unsere Gesellschaft ist so sicher wie nie." Eine Woche, nachdem die Berliner Polizei die Zahl 1974 veröffentlichte: Exakt so viele "Messervorfälle" hatte es in der Hauptstadt in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres gegeben. In den Jahren davor muss es folglich viel schlimmer gewesen sein. Vielleicht stellt die Linke mal eine Kleine Anfrage, warum die Messergewalt erst jetzt thematisiert wird, wo sie ihren historischen Tiefststand erreicht hat und kaum mehr Eingeborene mitmessern, um sich die Hände in Unschuld zu waschen.



                              ***


Die Fremdenfeindlichkeit wächst gemeinhin proportional zur Einwanderung von Fremdenfeinden.


                              ***


Abgeschottet von Leibwächtern und in kugelsicheren Limousinen mit abgedunkelten Scheiben die Städte durchquerend, in einer Parallelwelt hinter Sicherheitsschleusen und Panzerglasfenstern amtierend, bei jedem öffentlichen Auftritt vom Kontakt zu den Menschen da draußen abgeschirmt, rauschte der Gottkanzlerin der Satz durch die Rübe: "Wir glauben, dass Abschottung uns nicht weiter bringt."



                              ***


Hochinteressant: Unter der Überschrift "Wird der Clinton-Sumpf nun trockengelegt?" schreibt ein Blogger:

"Na? Haben Sie heute was gehört oder gelesen? Im Radio, Fernsehen oder Teletext der ÖR-Medien? Ich meine jetzt nicht die Erkenntnis, dass Frauen auch im Alter mehr putzen als die Männer (Teletext ARD), sondern etwas wirklich Wichtiges? Dazu mussten Sie heute früh aufstehen. Um halb sieben brachte BR5 eine dürre Meldung, dass der FBI-Direktor Andrew McCabe zurückgetreten sei. Die Hetzseite von web.de meldete tags zuvor das mit der Begründung, dass er von Trump nicht geschätzt wäre. BR5 wartete die frühen Morgenstunden ab, um wenigstens einen Teil der Wahrheit einmalig zu bringen. McCabes Ehefrau hatte auf Umwegen von den Clintons 700000$ zur Finanzierung ihres am Ende erfolglosen Wahlkampfes bekommen. Weil man für so viel Geld natürlich eher etwas kauft oder eine Gegenleistung verlangt, anstatt es zu verschenken, lohnt sich ein Blick zurück auf die Woche vor der US-Wahl am 8.November 2016." Weiter hier.



                               ***


Kaum etwas ist mir widerlicher, als wenn jemand Personen schlecht behandelt, die im Rang weit unter ihm angesiedelt sind oder ihm als Dienstleister zur Verfügung stehen wie Taxifahrer, Kellner, Portiers, Prostituierte etc. Ein Mann von Charakter sollte alle Welt mit identischer Höflichkeit behandeln, und die Frauen besonders. Einzig Vorgesetzten gegenüber sind gewisse Ausfälle erlaubt.


                             ***


Zeit für die Monatsendfigur, diesmal komplementär zur Saison...

Valerya-Volkova.jpg


Der Januar bescherte dem kleinen Eckladen einen neuen Besucherrekord: 734.059 Seiten wurden abgerufen. (Fast tausend davon übrigens in Indien. Willkommen!) Wie gewohnt, macht die Kollekte die Runde, wie ebenfalls gewohnt verbunden mit einem Dankeschön an die bisherigen Spender.