Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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24. Januar 2017


Vorurteile haben eine schlechte Presse, aber jeder genießt es, wenn sich die eigenen bestätigen. Gestern Abend, im Anschluss an eine frohgemute Weinzecherei, habe ich mit einem Freund in einer Bar ein paar Whiskys parallel verkostet – wenn ich Whisky sage, meint mein Vorurteil Single Malt und nichts außerdem – und bei dieser Gelegenheit erstmals zwei der legendenumwobenen Japaner probiert. Strenggenommen fing die Sitzung mit ihnen an, der Rest war das Kontrastprogramm. Der eine hieß Hibiki (12 Jahre), den Namen des anderen habe ich vergessen (ich weiß nicht einmal mehr genau, wo die Bar war), aber mit tiefer Befriedigung konnte ich konstatieren, dass es sich nicht um Whisky handelte, sondern praktisch um Kognac. Neben Talisker 10, Ardbeg 10, Bowmore 15 und sogar Lagavulin 16 schmierten sie jedenfalls ab. Gewisse Dinge müssen eben von dort kommen, woher sie stammen. Es scheint, gottlob, unmöglich zu sein, die Welt völlig zu vereinheitlichen.


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Ein Freund leidet an einer mysteriösen Nervenerkrankung und muss nach ärztlichem Ratschluss auf Alkoholika verzichten, was dem Whisky-Zechpartner eine reizende Anekdote entlockte: Ein Winzer wird mit einer akuten Sehschwäche beim Arzt vorstellig. Der Doktor erkundigt sich: "Nun einmal Hand aufs Herz, wieviel Wein trinken Sie am Tag?" So um die vier Liter, erklärt der Weinbauer. Da werde er sich wohl erheblich einschränken müssen, mahnt der Arzt, sonst drohe ihm ein weiterer Verlust der Sehkraft, vielleicht sogar die Erblindung. "Ach wissen Sie Herr Doktor", versetzt der wackere Winzersmann, "gesehen habe ich in meinem Leben genug, aber getrunken noch lange nicht."


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Erinnern Sie sich noch an die westweltweite Empörung, als Donald Trump des Schreckenswort "shithole country" über die Lippen ließ? Nichts illustriert den Grad der öffentlichen Verlogenheit eindrucksvoller als der Dauereinsatz der ehrenamtlichen Gesinnungspolizei gegen Worte bei völliger Gleichgültigkeit gegenüber den Zuständen. Über den Einsatz einer karitativen Organisation in Haiti ist zu lesen:

"Ihr Pendeln zwischen dem Kinderkrankenhaus St. Damian in Tabarre als ihrem Einsatzort und ihrem Übernachtungscamp sei nur unter lückenloser bewaffneter Bewachung von Tür zu Tür möglich gewesen. Die Fenster der Busse seien sogar geschwärzt, um keinen Einblick auf die Hautfarbe der Fahrgäste zuzulassen. Immer wieder würden Menschen in ihrem Auto während der Fahrt von Überholern erschossen, ausgeraubt und weggeworfen. (...) Dank Spendengeldern war es möglich, 15 erschossenen, teilweise aufgeschlitzten Kindern, die in einem ausrangierten Bus aufgefunden worden waren, wenigstens ein gemeinsames Erdloch zu ersparen und in einzelnen Pappsärgen eine Bestattung zu geben. Im General Hospital hatte man die Leichname von Babys tiefgefroren, damit sie am Silvestertag beerdigt werden konnten."

Wahrscheinlich hat der böse Donald sogar untertrieben. Aber nein: Trump hat Jehova gesagt! Trump hat Jehova gesagt! Steinigt ihn!


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Apropos Trump. Ein Jahr ist er im Amt, und ich kann mich nicht entsinnen, einen einzigen positiven Satz über ihn in den Wahrheits- und Qualitätsmedien gelesen oder erlauscht zu haben. Ich verehre und bewundere diesen Mann grenzenlos. Trump hat die Heuchelei in der Politik beendet und sagt einfach, was er meint. Er ist eine Mischung aus Parsifal und Rienzi. Er hält seine politischen Versprechen. Er macht eine vernünftige Wirtschaftspolitik. Er holt Jobs nach Amerika zurück. Er hat die Einwanderung stark reduziert. Er hat Merkel so behandelt, wie es ihr gebührt. Seine Reden sind glänzend. Aber am meisten beneide ich ihn dafür, dass er den Hass der Journalisten – was eine Mehrheit der Journalisten hasst, ist fast immer lobenswert –, der Schauspieler, der geisteswissenschaftlichen Fakultäten, der Modemacher, der Neocons, der Transatlantiker, der Wall Street-Gauner sowie der globalen Linksschickeria auf sich vereint. Dieser Kerl hat wirklich Mumm. – Man lässt im Gespräch mit einem Unbekannten seinen Namen fallen und weiß drei Sekunden später, ob sich eine Fortsetzung der Unterhaltung lohnt. Wie freue ich mich auf seine Wiederwahl!

Apropos Trump, zum zweiten. "Zu seinen herausragenden Verdiensten gehört zweifellos eine neue Einigung der Welt", notiert der achtbare Konrad Paul Liessmann in der NZZ. "Im Fall Trump stehen wirklich alle gegen einen. Die Berichterstattung über ihn ist unisono negativ, von rechts bis links spannt sich der Bogen der Ablehnung. Differenzierte Reportagen oder Urteile sind kaum zu bekommen; dass dieser Präsident für die USA und die Welt eine Katastrophe ist, gehört ebenso zum Common Sense wie das Wissen um seine kognitive und moralische Insuffizienz: Ein geistig beschränkter Rassist und Sexist ist der mächtigste Mann der Welt.
Dieses mit nahezu allen geteilte Wissen erlaubt nicht nur ein starkes Wir-Gefühl, sondern auch ein zutiefst befriedigendes Gefühl der Überlegenheit. Angesichts des Bildes, das die Medien von Donald Trump zeichnen, angesichts der Enthüllungen aus dem Innenleben des Weissen Hauses, mit denen wir täglich konfrontiert werden, darf sich jeder dem amerikanischen Präsidenten unendlich überlegen fühlen: sensibler, gebildeter, intelligenter, vornehmer, kompetenter und auch moralischer.
Und nicht zu vergessen: Angesichts von Trump werden wir zu exzellenten Psychologen, die per Ferndiagnose Persönlichkeitsstörungen, Narzissmus, Infantilität und Grössenwahn diagnostizieren können.
Allerdings hindert uns dieses Überlegenheitsgefühl, zu erkennen, dass Trump durchaus das Zeug hat, uns die Augen über die von uns verehrte moderne Welt in kritischer Hinsicht zu öffnen. Auch Menschen, die bisher die Wahrheit für relativ, die Wirklichkeit für eine Konstruktion und die Wissenschaft für ein phallogozentristisches Manöver weisser Männer hielten, entdecken dank Trump nun ihre Liebe zu objektiven Fakten. Auch Menschen, denen bisher Unmittelbarkeit und Authentizität heilig waren, erkennen dank Trump, was diese Ideale tatsächlich bedeuten, und beginnen sich nach ein bisschen Selbstbeherrschung, vorgetäuschter Empathie und diplomatischer Verstellung zu sehnen; auch Menschen, die in den neuen Medien den Inbegriff des Fortschritts sahen, müssen sich eingestehen, dass mit Twitter und Privatfernsehen die Welt weder verstanden noch regiert werden kann. Dank Trump ist die Feststellung, dass jemand keine Bücher liest, nach Jahren der Internet-Euphorie wieder zu einem Vorwurf geworden.
Umgekehrt erlaubt es Trump auch, dass viele Annahmen und Überzeugungen, die wegen der gängigen moralischen und politischen Standards nur in unserem Unbewussten lauerten, nun ans Tageslicht treten dürfen. Das Misstrauen der Intellektuellen gegen das Volk und die Demokratie kann sich nun offen artikulieren. (...)
Donald Trump agiert wie ein Kyniker, der nicht durch Reflexionen, sondern durch Handlungen unsere vermeintlichen Wahrheiten und moralischen Gewissheiten erschüttert. Er ist zu einem Medium der Erkenntnis geworden."


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Deutschkurs, Grammatik, Konjugieren, 1. Stunde:
"Ich ficke deine Mutter, du Hurensohn.
Du fickst deine Mutter, du Hurensohn.
Er fickt deine Mutter, du Hurensohn.
Wir ficken deine Mutter, du Hurensohn.
Ihr fickt deine Mutter, du Hurensohn.
Sie ficken deine Mutter, du Hurensohn."

Wer es geschafft hat, darf Bahn fahren und seine Kenntnisse praktisch anwenden.

Für Fortgeschrittene:
"Ich habe deine Mutter gefickt, du Hurensohn.
Ich hatte deine Mutter gefickt, du Hurensohn.
Ich werde deine Mutter ficken, du Hurensohn.
Ich werde deine Mutter gefickt haben, du Hurensohn."
(Die Anwendung des Futurum II ist bislang allerdings nirgendwo bezeugt.)


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Die Buntheit erreicht immer mehr Klassenzimmer. Auf der Webseite des Aufklärungs- und Rechtleitungskanals Kika können die Schüler jetzt mit Hilfe eines Memory-Spiels testen, wie gut sie über die verschiedene Form der Brüste ihrer Mitschülerinnen, Lehrerinnen, Mütter, Omas, Kanzlerinnen und Tanten Bescheid wissen. "Glockenform", "Tropfenform" (mein Favorit!), "die längliche Brust", die "Ost-West-Brust" (die hat nichts mit Ost-Mädels zu tun, die in den Westen ausgewandert sind, sondern mit einer solchen hat man es zu schaffen, "wenn die Brustwarzen nach außen zeigen", sofern die Trägerin einen in Nord-Süd-Richtung anmacht). Und nun, liebe Kinder, fragen wir Fatima nach ihrer Brustform! Oder ihre Brüder! Vielleicht verraten sie uns dann sogar noch ihre Haarfarbe.

Es gibt Momente, wo der Islam nicht wie ein Problem aussieht, sondern wie die Lösung.


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Andrerseits und diesmal apropos Buntheit in den Klassenzimmern: "Der Jugendliche hatte nach seiner Festnahme gestanden, den Mitschüler in den Hals gestochen zu haben, weil dieser seine Mutter mehrfach provozierend angeschaut habe. Nach Angaben der Behörden ist der 15-Jährige polizeibekannt. Er gelte nach Einschätzung der Sozialarbeiterin als 'aggressiv und unbeschulbar'", schreibt Spiegel online über den Schulmörder von Lünen, einen Deutsch-Kasachen. Russlanddeutscher oder Muslim?


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Doch auch außerhalb der Schulen geht es munter weiter mit dem Treten, Messern und Meucheln. "Kölner bei Überfall fast totgeprügelt", meldet – hier einmal mehr nur als pars pro toto zitiert – Bild. "Der Mann war von mindestens drei Unbekannten brutal überfallen worden, einer der Täter schlug ihm eine Glasflasche auf den Kopf, danach schlugen und traten die Angreifer auf den am Boden liegenden Mann ein. Das Opfer wurde so schwer verletzt, dass es auf die Intensivstation gebracht werden musste. (...) Das Opfer beschrieb die Täter laut Polizei als 'Nordafrikaner'".

Bunt ist auch Essen: "Mit einem Foto suchen die Ermittler nach Halfan Halfan Ally aus Tansania. Laut Polizei besteht nach intensiver Spurensuche am Tatort der Verdacht, dass der 32-Jährige die junge Frau getötet hat. Ally ist der Polizei bereits wegen anderer Gewaltdelikte bekannt. (...) Die Obduktion hatte ergeben, dass die junge Frau mit Schlägen auf den Kopf getötet wurde."

Sogar München leuchtet in Buntheit: "Fünf Männer prügeln 31-Jährigen quer durchs Viertel", notiert die tz. "Eine Gruppe von fünf Personen fragte ihn nach einem Feuerzeug. Der 31-Jährige verneinte die Frage. Daraufhin schlugen die fünf auf ihn ein. Außerdem wurde ihm eine Flasche gegen das Bein geschlagen, sodass diese zu Bruch ging."

Merkel wollte keine "schlimmen Bilder"; sie hat Glück, dass es davon selten welche gibt. Jeder einzelne dieser Fälle würde ausreichen, die gesamte "Willkommenskultur" politisch in Frage zu stellen, denn die Regierung hat einen Eid darauf abgelegt, dem Wohl des deutschen Volkes zu dienen. Von einem Flüchtling darf man keineswegs nur erwarten, dass er sich in seiner Gewaltneigung dem durchnittlichen Autochthonen angleicht, sondern dass er buchstäblich null Straftaten begeht, allein schon aus Dankbarkeit, in der Not von einem fremden Volk aufgenommen worden zu sein. Wer hier auf Raub und Reviermarkierung aus ist, kann kein Flüchtling sein. Wenn aber nun eingewanderte Banditen eine Blutspur durch dieses Land ziehen, müsste eine geistig zurechnungsfähige, inländerfreundliche Regierung sofort die Grenzen schließen und diese Kreaturen rausschmeißen (kann sein, dass ich diesen Satz schon hundertmal geschrieben habe). Aber eine wirkliche Folge des 68er Kulturbruchs besteht darin, dass der Landsmann kein Gegenstand der Solidarität mehr ist. Solange 60 Millionen an sich denken ("Mir geht's doch gut") und nur einige Zehntausend einschlägige Gewalterfahrungen machen, für die sich die anderen nicht interessieren, geht es immer so weiter. Und bis zu jener Weltsekunde, da sich ein Messer oder ein unwillkommener Schwanz in ihnen versenkt, erteilen die Bestdeutschen den anderen, die sie nicht interessieren, die Auskunft, ein Syrer habe in Deutschland dieselben Rechte wie ein Deutscher, sogar wenn er kein Syrer ist. Und Koalitionspartner Schulz, die Oberflasche, der Wahlverlierer, der Oppositionsankündiger, sagt zur "Flüchtlings"-Obergrenze: "Wenn mehr kommen, dann kommen halt mehr." Den Menschen, die in Sachsen und anderswo "Volksverräter" skandieren, kann man nicht unbedingt Realitätsblindheit vorwerfen. 
 
Bezeichnend ist, dass die Kanzlerin, die Hauptverantwortliche für den beispiellosen Kriminalitätsimport, sich mit keiner Silbe zu diesem Problem äußert, sofern wir ihre launige Auskunft, Straftaten seien in Deutschland verboten, nicht darunter rubrizieren wollen. Es ist ihr gleichgültig. Die Deutschen sind ihr gleichgültig. Dieses Land ist ihr gleichgültig. Seine Zukunft ist ihr wurst. Sie macht – von niemandem legitimiert – "Weltinnenpolitik".    


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Der Deutsche hat im Stahlbad der Vergangenheitsbewältigung lernen müssen, dass die deutsche Schuld unsühnbar ist und niemals endet, er selber aber diesen Sachverhalt besser nicht thematisieren sollte. Der deutsche Protestantismus wiederum steht vor der Situation, dass seine Vertreter und Theologen nicht mehr an Gott (und auch nicht wirklich an die Göttin) glauben, weshalb sie mehrere Substitute eingeführt haben: das Weltklima etwa oder den Flüchtling, pardon: Geflüchteten. Der Unterschied zum alten Gott besteht darin, dass die neuen Gegenstände der Anbetung gerettet werden müssen. An den Erlöser, also daran, dass Gott seinen Sohn geopfert hat, um alle Schuld der Menschen auf sich nehmen und damit alle Menschenopfer zu beenden, glauben die meisten Protestanten ebenfalls nicht mehr, nicht mal Mad. Kässmann, wenn sie einen geschnasselt hat, weshalb dieser Zerknirschungskult keinen transzendenten Ausweg mehr kennt und seine Betreiber sich an sich selbst und ihresgleichen abarbeiten müssen. (Dass auf dem Stuhl Petri ein Protestant sitzt, wird Klio als Lutherjahr-Gag in ihr ewiges Buch notieren.)

Damit ist der Protestantismus zu guter letzt völlig autoaggressiv und unterwerfungsbereit geworden. Da die deutsche Schuld unendlich und unsühnbar ist, muss das deutsche Volk aufgelöst werden – hier kommen die Linken und die Grünen mit ins Spiel, mit denen sich der ungläubige Protestant bekanntlich bestens versteht –, was einzig auf dem Weg der Masseneinwanderung eines Tages gelingen kann. Am Altar des Multikulturalismus bringen diese guten deutschen Deutschlandüberwinder täglich Menschenopfer dar, indem sie immer mehr Migranten ins Land holen, die diesen Job erledigen. Über die Opfer darf weder von den Falschen getrauert werden, noch darf man falsche Schlüsse aus ihrem Ableben ziehen, vor allem eben nicht den Schluss, dass man den Täterimport vielleicht stoppen sollte.

Thorsten Hinz schreibt in der aktuellen Jungen Freiheit dazu: "Die aus der Schuldversessenheit resultierenden Opfer, die kaltschnäuzig in Kauf genommen, möglicherweise sogar eingepreist werden, sind Stationen auf dem Weg zur Unterwerfung. Die schuldtheologisch grundierte Politik wird sukzessive zur untergeordneten, funktionalen Größe einer archaischen Kulturmechanik, die die Lebenswelt Deutschlands und der westeuropäischen Länder mehr und mehr durchdringt. Der Lynchmob, der sich rudelweise um den einzelnen Indigenen sammelt, um ihn zu demütigen, zu verletzen oder zu töten, weiß genau, welche Stellung und Funktion ihm zukommt. Er nennt ihn verächtlich: 'Du Opfer!'"

Dass nun ausgerechnet auch immer mehr Juden den neuen Herren der Straße zum Opfer fallen – in Frankreich, wo man ein bisschen weiter ist mit Le grand remplacement, insbesondere –, ist eben Künstler- bzw. Theologenpech.


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Wie die Kanzlerin aber weiß, gab es das alles früher auch schon. Leser *** ist im Modernen Antiquariat in Freiburg auf Hans "Weltethos" Küngs Buch "Erkämpfte Freiheit" (München / Zürich 2002) gestoßen.

"Dort berichtet der Tübinger Theologe über seine anstehende Promotionsfeier:

'Paris, 21. Februar 1957.
Von den erwarteten Gästen fehlt Ria, eine Freundin und eine Lehrerin in Fontainbleau.

Nach der Promotionsfeier erfährt der junge Dr.theol. Küng (auch 'France-Soir' berichtete):
'Am Tag meiner Promotion war sie [Ria] in der Schule von einem mit ihr befreundeten Nordafrikaner, der sie unbedingt heiraten wollte, was sie vor ihrer Klasse noch einmal mit 'Non, non, non' ablehnte, mit einem Messer erstochen worden. Tot fiel sie zwischen die Schulbänke. Der Mörder wurde noch am selben Tag in einem Weinberg gefaßt.'
Ebd. S. 188

Nichts Neues unter der Sonne."


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Sie möchte, schreibt die Zeit-Literaturchefin Iris Radisch, "lieber mit Sartre irren als mit Houellebecq recht haben". Es ist bezaubernd, dass sie tut, was sie möchte. Ich aber will meinerseits bekunden, dass ich am liebsten mit Houellebecq irren würde.