Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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7. Dezember 2017


Die deutschen Hochschulen "werben offensiv um ausländische Studenten. Mit Erfolg. Doch es gelingt bisher nicht, gerade die besten Absolventen im Land zu halten", meldet die Welt. "Laut einer Untersuchung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration haben ausländische Absolventen mit einem Notenschnitt, der besser ist als 1,5, eine doppelt so hohe Neigung, Deutschland zu verlassen, wie jene mit lediglich durchschnittlichen Noten", schreibt die Zeitung. Na so was! "Die jungen Menschen orientieren sich dahin, wo es für sie die besten Arbeitsplätze gibt. Und das scheint oft nicht Deutschland zu sein."

Mit der Masseneinwanderung von Fachkräften, die anderen Ausländern zwar nicht die Arbeitsplätze wegnehmen, aber eventuell die Lust, dort weiterzuleben, wo sie sich staatsfinanziert ausbreiten und ihre rustikalen Sitten durchsetzen – mit einem schönen Wort: das Zukunftsvertrauen –, hat das natürlich nichts zu tun.


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In amerikanischen Medien wird über Trumps Geisteszustand spekuliert, das "D-Wort" macht die Runde. Spekulationen über Merkels Geisteszustand verbitten wir uns aber.

  
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"Der Führer hat mit einer Kriegslist die Russen bis nach Polen gelockt, um sie dort einfacher besiegen zu können."
(Quelle unbekannt.)


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Laut Polizeilicher Kriminalstatistik stammten 2016 79.774 Tatverdächtige aus Afghanistan. Sie stellten damit 15 Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen. 2014 waren es noch 2,2 Prozent. Ohne ausländerrechtliche Verstöße haben Afghanen im vergangenen Jahr 22.747 Straftaten begangen bzw. werden dessen verdächtigt; wahrscheinlich sind es weit mehr, wahrscheinlich haben sie sich in diesem Jahr noch gesteigert. Mord, Totschlag und Vergewaltigung listet die PKS leider nicht im olympischen Nationen-Ranking auf; bei den Körperverletzungen kommen afghanische Tatverdächtige auf 8001 Fälle; sind halt richtige Kerle. – Im stern-Interview fordert der ehemalige afghanische Präsident Hamid Karzai einen Abschiebestopp in sein Land mit den geflügelten Worten: "Schickt unsere Jugend nicht zurück in die Gefahr." Aber wo werden wir denn! Die Jungs haben doch hier zu tun!


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Nun kriecht auch der gute Slavoj Žižek zu Kreuze: "Es gibt Hunderte Arten, Frauen sexuell auszunutzen. Frauen bringen jetzt die dunkle Kehrseite unserer öffentlichen Behauptungen von Gleichheit und gegenseitigem Respekt ans Tageslicht. Dadurch sehen wir uns plötzlich mit der Einsicht konfrontiert, wie heuchlerisch und einseitig unsere in Mode gekommene Kritik an der Unterdrückung der Frauen in muslimischen Ländern war und ist: Nun müssen wir uns der eigenen Realität von Unterdrückung und Ausbeutung stellen" (hier).

Wir wollen uns hier gar nicht auf den Verhältnisschwachsinn einlassen, der die Unterdrückung der Frauen in Pakistan, Saudi-Arabien oder im Sudan mit der angeblichen im Westen vergleicht, die sich wesenhaft in Quoten, Gleichstellungsbeauftragten, Frauenförderung, Frauenparkplätzen, Frauengesundheitsprogrammen, Gender-Professorinnen, geschlechtergerechter Sprache, der Bevorzugung weiblicher Bewerber bei gleicher Qualifikation, der beruflichen Vernichtung von Männern durch Sexistenprozesse und Rufmord etc. pp. zeigt, sondern nur hinzufügen: Es gibt auch Hunderte Arten, Männer sexuell auszunutzen. So funktionieren struktuell binäre Gesellschaften eben. Die Mädels, die mit Harvey Weinstein in die Kiste gingen, kamen deutlich weiter voran als diejenigen, die es nicht taten. (Und seien wir mal ehrlich: Einige der besten Filme wurden doch von ihm produziert.) Sex ist ein Deal. Übrigens auch unter Lesben. Es gibt keine Gleichheit der Geschlechter, und sie ist auch nicht erstrebenswert, weder kulturell noch sittlich. Es gibt aber ein Strafrecht – nur dass die sog. Zivilgesellschaft gerade versucht, es mit der Revitalisierung der barbarischen Ineinssetzung von Anklage und Schuldspruch, mit der Etablierung moderner Hexerjagden auszuhebeln. Das ist der eigentliche Skandal. Fragen Sie Herrn Kachelmann. Und auch im Casus Weinstein sind wir über das Stadium der reinen Beschuldigung nicht hinaus. In Rede steht "einvernehmlicher Sex" zum Zwecke beruflichen Fortkommens der einen sowie der Stillung sexuellen Verlangens der anderen Seite. Ein Deal. Bis zur Verurteilung gilt unter Zivilisierten die Unschuldsvermutung.

Interessanterweise hat zu Zeiten schlimmster patriarchalischer Herrschaft (im Westen, nur im Westen) die einfache Ohrfeige fast immer ausgereicht, um einen aufdringlichen Kerl zur Besinnung zu bringen, und dessen Furcht vor einem Skandal (und vor anderen Männern) genügte, um die Sache zu erledigen. Kriegen die Schwestern das heute nicht mehr hin? (Außer abends beim Joggen, wenn der Neumitbürger aus dem Gebüsch kommt, da lässt frau es besser, da schadet es eher.)     

Wie immer erzählt Žižek aber auch eine reizende Anekdote: "Kürzlich übernachtete ich in einem Hotel in Skopje. Meine Begleitung (einvernehmlich? – M.K.) fragte, ob das Rauchen in unserem Zimmer gestattet sei. Die Antwort, die ihr vom Personal an der Rezeption gegeben wurde, war köstlich: 'Selbstverständlich nicht, das ist von Gesetzes wegen verboten. Aber es gibt Aschenbecher auf ihrem Zimmer, also sollte das kein Problem sein.' Als wir das Zimmer betraten, stand tatsächlich auf dem Tisch ein gläserner Aschenbecher. Auf seinen Boden war ein Zeichen mit einer durchgestrichenen Zigarette gepinselt."

Im Grunde ist das auch eine schöne Illustration zum Problem der noch vor kurzem "Anmache" genannten sexuellen Belästigung (die Tölpel hören jetzt mal weg): Sie ist inzwischen nahezu verboten – aber machen Sie ruhig, wenn Sie gewisse Signale spüren. Meistens klappt's.