Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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27. November 2017


Jemand sagte: "Ich lebe jetzt abwechselnd in Brüssel und Paris, weil ich dort das allmähliche Verschwinden der ursprünglichen Bevölkerung besser ertrage. Es schmerzt mich, wenn ich deutsche Städte sehe, in denen sich Orientalen und Schwarzafrikaner ausbreiten, ohne einen Bezug zur Geschichte, zur Lebensart und zur Architektur derer herzustellen, die seit Jahrhunderten dort leben. Im Ausland ist es mir inzwischen egal. Das ist meine Form des Patriotismus."


                                ***


Leser *** sendet mir ein Kompendium von Epigrammen, wofür ich herzlich danke. Ich  gestatte mir, eine Auswahl zu zitieren:

Jetzt, statt das System zu ändern,
Darf er Substantive gendern.

Eine Linke? Heute wär
Sophie Scholl identitär.

Wo's der Denunziant zum Held schafft,
Da blüht die Zivilgesellschaft.

Heißt die Geißel unsrer Zeit
Schlechterdings Weltoffenheit?

Gestern grüßten sie den Führer.
Heut beschleimen sie die Syrer.

So zog die Jugend von Tenochtitlan
Cortes entgegen im Willkommenswahn.

Frauen joggen unbegleitet,
Bis ein "Mann" auf ihnen reitet.

Die Gesellschaft, die zivile,
Droht dem Einen: Wir sind viele.

Papa seine Meinung sagt,
Bis der Elternbeirat tagt.

Eine Neuheit bei Ikea
Ist das Gartenmahnmal "Lea".

Zart hat er sie am Knie berührt.
Seitdem ist sie traumatisiert.


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Ich weiß, ich weiß, ich soll mein schöngeistiges Diarium eigentlich nicht mit Nachrichten aus jener Gosse verunzieren, die sich immer raumgreifender als Alltag entpuppt, doch der Chronist in mir verlangt danach. 

In der vergangenen Woche ist wieder einiges an "Messerarbeit" (so ein Ork der mittleren Führungsebene in "Herr der Ringe" Teil III) geleistet worden. Wie viele politisch Verfolgte beteiligt waren, ist noch nicht exakt ermittelt bzw. publiziert worden, gewiss einige, aber selbstverständlich handelte es sich immer um Fachkräfte, die uns in letzter Zeit zugelaufen sind – und es auch weiter tun mögen!

Oberhausen: "Die Angreifer stachen auf die am Boden liegenden Männer ein. Sie erlitten schwere Verletzungen an Bauch und Hals. Eines der Opfer, ein 28 Jahre alter Mann, starb wenig später an seinen Verletzungen." (Mehr hier.)

Berlin: "Junge sticht mehrmals auf einen Mann ein. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kommt der junge Mann ins Krankenhaus." Der Täter sagt: "Ist ist mir doch egal, hat er verdient, außerdem bin ich erst 14!" (Mehr hier.)

Berlin: "Der 23-Jährige wurde in der Nähe vom S- und U-Bahnhof Neukölln von den zwei Männern angesprochen. Sie bemerkten ein Kreuz, das an einer langen Kette um seinen Hals hing. Nachdem sie ihn fragten, warum er Christ geworden sei, riss einer der Angreifer dem jungen Mann die Kette vom Hals und warf sie auf den Boden. Dann schlug er dem Opfer mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Der zweite Mann hielt ihn fest, während der andere Angreifer ihn mit einem Messer am Oberkörper verletzte." (Mehr hier.)

Dortmund: "Männergruppe verfolgt junge Mädchen (12/13) mit Messer und greift auch noch ihren Retter an." (Mehr hier.)

Sondershausen: "Pärchen mit Pfefferspray und Messer von zwei Personen südländischen Aussehens attackiert." Der angegriffene Mann postet später auf facebook (die Masi pennt anscheinend): "Ausschlaggebender Grund der Action, weil wir nicht vom Fußweg gingen um für sie Platz zu machen, denn es sei ihre Stadt" (mehr hier).

Paderborn: "Bei den 4 Personen soll es sich um Ausländer, vermutlich arabischer Herkunft im Alter von ca. 14 bis 16 Jahren handeln. Ein Täter bedrohte einen 17jährigen Geschädigten und verlangte, dass er den hochwertigen Trainingsanzug ausziehen solle. Zur Unterstützung seiner Forderung schlug er auf den Geschädigten ein und drohte 'ihn sonst abzustechen'" (mehr hier).

Hannover: "Bei einem Messerangriff in einer Disco sind zwei Männer schwer verletzt worden. Die 40 und 43 Jahre alten Opfer waren zuvor mit zwei jüngeren Männern aneinandergeraten. Diese rund 30 Jahre alten Männer zückten demnach im Verlauf des Streits Messer und stachen auf die Kontrahenten ein. Sie erlitten schwere Stichverletzungen an Hals, Nacken und Rücken." (Mehr hier.)

Siehe übrigens auch, um den hierzulande so populäre Blick über den Tellerrand bzw. Ärmelkanal zu werfen: "knife crime is 'out of control' in London" (hier) .

Es geht aber auch ohne Messer. 
München: "27-jähriger prügelt Senioren (67) mitten in Münchener Kaufhaus zu Tode" (mehr  hier).  

Velbert: "Die vier Männer verprügelten den Mann und drohten ihm dann weitere Gewalt an – wenn er sich nicht ausziehe. Nachdem der Mann sich entkleidet hatte, flohen die Angreifer mit dessen Klamotten. Nur in Socken und Unterhose bekleidet, blieb der schwer verletzte Mann zurück." (Mehr hier.)

Cuxhaven: "Ein Mann hat in Cuxhaven mit seinem Wagen sechs Menschen auf dem Bürgersteig erfasst. Es gibt erste Hinweise, dass der 29-Jährige gezielt in die Gruppe gerast ist. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Asylbewerber, vermutlich einen Syrer." (Mehr hier.)

Dresden: "Sozialarbeiterin im Dienst vergewaltigt. Die 44-jährige Geschädigte begab sich in ihrer Funktion als Sozialarbeiterin in die Wohnung des 20-jährigen, syrischen Tatverdächtigen." (Mehr hier.)

Berlin-Alexanderplatz: "Wir wurden verprügelt, weil wir schwul sind ... Wir rannten um unser Leben." (Mehr hier.)

Diese Collation legt keinen Wert auf irgendeine Vollständigkeit, ihr einziges Kriterium besteht darin, Vielfalt abzubilden und nicht in enervierender Monotonie nur Vergewaltigungen oder nur Gruppenklopperein aufzulisten. Variatio delectat! All diese wahrlich bunten Vorfälle haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden von unseren Öffentlichkeitsarbeitern zwar (noch) unter "Lokales" oder "Vermischtes" gemeldet, aber als Struktur geleugnet und als permanenter Skandal bagatellisiert, ihre Ursachen werden verschwiegen oder verharmlost oder hypermoralisch verklärt, die Opfer bekommen nie einen Namen oder ein Gesicht. Bis zufälligerweise mal einer von unseren Genossen selbst betroffen sein sollte. Aber dann werden halt andere für sie weiterbagatellisieren und -verharmlosen.

Nachtrag und apropos messern: In Altena ist vermutlich einer ethnokulturell aus der Reihe getanzt. Wenigstens ihn wird man hart bestrafen (sofern er tatsächlich ein Biodeutscher ist); was er getan hat, ist ja auch viel schlimmer. Heiko Maas, der jeden Übergriff auf Eingeborene zu ignorieren pflegt, twitterte denn auch stracks: "Dürfen niemals akzeptieren, dass Menschen attackiert werden, nur weil sie anderen helfen". Die einfach so attackiert werden, dürfen die Kollateralschäden der Hilfsbereitschaft der anderen aber unbetwittert auf sich nehmen.  


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Immer mindestens auf der Höhe der Zeit ist Spiegel online. "Gewaltopfer bei G20-Gipfel: 'Beklemmendes Gefühl, wenn ich Polizisten sehe'", hebt ein Beitrag an. Das war exakt mein erster Gedanke, als ich damals die Bilder der brennenden Autos und der Steinewerfer im TV sah.


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Viele Leser weisen mich darauf hin, dass es doch einen Versuch gegeben hat, die wunderlichen Ungereimtheiten um den NSU zum Gegenstand eines Films zu machen, sogar GEZ-finanziert, nämlich den Krimi oder eben Thriller "Dengler - Die schützende Hand" von Lars Kraume nach dem Buch von Wolfgang Schorlau (hier).  Leser *** sendet überdies den Link zu dieser Doku, die auf 3Sat und ZDF über die Schirme ging. Ich halte das hier pflichtgemäß fest, ich hatte bislang nicht die Zeit, die Filme anzuschauen und mir ein Urteil zu bilden.


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Zu meiner gestrigen Frage nach der Möglichkeit, den Singular von "Acta diurna" zu bilden, schreibt Leser ***, "Lateinlehrer": "Üblich ist acta diurna im Plural für die von Staats wegen gemachten Veröffentlichungen. Es gibt aber auch das bloße diurna oder (bei Cicero) das einfache acta, die die Tagesberichte als eine Art Zeitung bezeichnen. Den Singular actum diurnum gibt es nicht. Actus diurnus hingegen – wieder bei Cicero – (ist u-Deklination und im Gegensatz zu Obigem maskulin) sind die Geschäfte, die man sich an einem Tage zu tun vorgenommen hat. Allerdings wäre – ich finde aber keine Belegstelle – der Singular im Neutrum sinnvoll, ähnlich der Meinung des Lesers, im Sinne 'was täglich gemacht wurde'; dann kommt actum allerdings vom Verb agere."

Leser *** indes, "ausgedienter Philologe", kommt zu einem etwas davon abweichenden Ergebnis: "Pluraliatantum (tantum - nur) sind nach der lateinischen Grammatik solche Substantive, von denen es nur pluralische Formen gibt oder die nur im Plural gebräuchlich sind und im Deutschen in der Regel singularisch wiedergegeben werden. Unter denen sind vielleicht angustiae, der Engpass, die Enge; divitiae, der Reichtum; insidiae, der Hinterhalt die bekanntesten Beispiele. Von acta gibt es durchaus den Singular actum, auch in der entsprechenden singularischen Bedeutung, wie schon ein kurzer Blick in ein größeres lateinisches Wörterbuch (Lewis & Short) zeigt. Kommt so sogar bei Cicero vor."

"Gestatten Sie mir, einem inzwischen pensionierten Latein- und Griechischlehrer, den trefflichen Beitrag des Lesers vom 26. November zu bestätigen und zu ergänzen", springt Leser *** der Erstzitierten bei: "'Actum diurnum' ist in der Tat nicht möglich, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Der Singular 'actum' (also etwas ganz Bestimmtes, das getan worden ist; eine ganz bestimmte Handlung) ist unvereinbar mit dem Adjektiv 'diurnus'. Denn 'diurnus' bedeutet 'Tages-, täglich; was einen Tag dauert; was über den ganzen Tag hin so passiert; was jeden Tag passiert, jeden Tag wiederkehrt …' Das Adjektiv 'diurnus' schreit also geradezu nach dem Plural, nach vielen kleinen, auch sich wiederholenden Tätigkeiten und Ereignissen; es kann nicht bei einer konkreten Einzelhandlung stehen. Möglich ist hingegen 'actus diurnus', und zwar konsequenterweise deshalb, weil 'actus' u.a. eine Tätigkeit (keine Tat!) bezeichnet, auch ein Amt, und eine Tätigkeit bzw. die Ausübung eines Amtes kann sich über den ganzen Tag hin erstrecken, kann sich jeden Tag wiederholen."