Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

21. November 2017


Sollten sie nicht langsam anfangen, den Lindner nachträglich aus den "Jamaika"-Balkonfotos herauszuretuschieren?


                                 ***


Wenn Sie Ihre Wohnungs- oder, egoistischer noch, Ihre Haustür abschließen, grenzen Sie Menschen aus und schotten sich ab. Lassen Sie sich das mal durch den Kopf gehen, solange Sie noch einen haben!


                                 ***


In Leipzig haben sie jetzt endlich einen Jura-Professor am Wickel, der sich rassistisch, sexistisch, völkisch sowie islamo-, gyno-, homo-, trans-, also praktisch panphob geäußert hat. Nicht im Hörsaal, sondern auf twitter, aber was macht das schon. Zum Beispiel mit den Tweets: "Dschihad ist der Auftrag dieser Leute. Deutschland wird sich mit dem wohlmeinenden Irrtum selbst zerstören." – "Europa den Europäern, Afrika den Afrikanern, Arabien den Arabern. Was ist denn daran falsch?" – "Ehegatten-Splitting für eingetragene Lebenspartner. Förderung einer die Familie pervertierenden Lebensform auf Kosten anderer Steuerzahler." – "Ein weißes Europa brüderlicher Nation: Für mich ein wunderbares Ziel."

Dass der Mann damit frech gegen die täglich neu durchzusetzenden Grundregeln von Toleranz, Buntsein, Diversity, Vielfalt und Offenheit verstößt, liegt sogar auf der durchschnittlich pigmentierten Hand. "Für linke Studierendenverbände ist diese Meinung unfassbar", meldet der Deutschlandfunk und zitiert ein couragiertes "Mitglied des Sozialistischen deutschen Studentenbundes SDS und Mitorganisator der Protestorganisation" gegen den Dreckskerl mit den Worten: "Man kann wirklich klar rassistisches, völkisches und teilweise sexistisches Gedankengut herauslesen. Sie haben eindeutig hetzerischen Charakter und bieten Nährboden für das, was gerade in Deutschland passiert."

Es muss einem keineswegs nur um die charakterliche Eignung künftiger Juristen nicht bange sein, auch rhetorisch haben sie einiges auf der Pfanne. Thomas Rauscher heißt dieser Professor übrigens, der Nährboden bietet für das, was gerade in Deutschland passiert, nämlich dass gegen ihn, wie Medien vermelden, Studenten, quatsch: Studierende "Sturm laufen", während der Vorlesungen den Hörsaal verlassen und vor Kühnheit bebend die Entlassung des Finsterlings fordern.

Die Uni Leipzig fasste sich sozusagen ein Herz und ließ mitteilen, man prüfe dienstrechtliche Konsequenzen. Auf dem Menschen- und Minderheitenrechtsportal Huffington Post erklärte eine Studentin, die natürlich in der von Pegida, AfD und russischen Hackern angeheizten Stimmung, in der sich Frauen nachts kaum in Hörsäle, geschweige zum Joggen trauen, anonym bleiben wollte: "Ich gehe eigentlich gern zur Universität. Doch mein Professor, der ein frauenfeindlicher Rassist ist, macht mir und anderen Studentinnen das Studium unerträglich." Vielleicht sei der Spuk aber bald vorbei: "In den kommenden Wochen wird sich wohl zeigen, ob Rauscher weiter so dozieren darf wie bisher." Ein bis in die Grundfesten der Orthographie erschütterter Leser kommentiert: "Soll also wieder stillschweigend hingenommen werden, dass sich extreme Ansichten in wichtigen öffentlichen Positionen ausbreiten dürfen? Und hinterher sagt man dann wieder: ‚wir wussten von Nichts’? Dann bin ich doch lieber intolerant und verschlossen, als dass ich widerstandslos dabei zusehe, wie sich ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte wiederholt."

Lieber würde er, da ihm so kannibalisch bunt zumute ist als wie fünfhundert Kommissaren, ein dunkles Kapitel der russischen, chinesischen, kubanischen, nordkoreanischen und leider Gottes auch ostdeutschen Geschichte wiederholen, aber hallo! Wie schön, dass nach den Genderist_innen, Soziolog*innen, Pädagog_*innen, Politikwissenschaftler__**innen nun auch die JuristInnen die Reihen fest zu schließen beginnen! Um den künftigen Zustand der Rechtspflege in ’schland muss man sich wohl keine Sorgen machen.


                                 ***


Essen scheint sich gerade als ernsthafter Kandidat für die bunteste und weltoffenste irgendwie noch deutsche Metropole ins Spiel bringen zu wollen. Ganz brandaktuell flattert, wie gesagt wird, diese Meldung in mein trautes Heim: "Anti-Terror-Razzia in Essen gegen mutmaßliche IS-Unterstützer" (hier). Vorgestern haben "sieben junge Syrer (13-18 Jahre alt)" – "Sieben junge Syrer" wäre überhaupt ein prima Titel für eine TV-Vorabendserie oder ein neues Kinder- und Hausmärchen – eine Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof komplett zerlegt und einen der Ladendetektive ins Krankenhaus geprügelt (hier – da können die Leipziger Studierenden einiges lernen!).

Speziell am Hauptbahnhof des Ruhrgebiets-Hotspots werden vielfältigste Scharaden geboten. In der Halloween-Nacht hatten dort diverse "Männergruppen" ihren Spaß. "Die Situation geriet zeitweise außer Kontrolle, sodass die Einsatzleitung entschied, die Bahnhofshalle zu räumen", sagte ein Polizeisprecher der Presse. "Es kam zu Schlägereien mit Körperverletzungen und Pyrotechnik wurde in die Menge geworfen. Die Beamten hätten zunächst versucht, die Lage durch Platzverweise zu kontrollieren. Diesen sei aber in vielen Fällen nicht nachgekommen worden. Auch hätten Schaulustige die Einsatzkräfte behindert, immer wieder sei es zu Solidarisierungsaktionen gekommen." Wie wird es dort erst abgehen, wenn die Polizei nicht mehr kommt!

Ein junger Syrer wurde am Bahnhof überprüft, "weil er extrem nervös auf eine Streife der Bundespolizei reagierte. Als die Beamten ihn kontrollieren wollten, flüchtete der Jugendliche, konnte aber wenig später geschnappt werden. Doch als die Polizisten ihn auf der Wache untersuchen wollten, wehrte er sich heftig mit Tritten und Schlägen. Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten 2500 Euro in der Unterhose des Verdächtigen." Wie jeder weiß, weil es in vielen Zeitungen stand, finden Syrer oft hohe Geldbeträge, die von schusseligen Deutschen auf Parkbänken, in Wohnungen oder in Handtaschen vergessen worden sind, und geben meist alles brav zurück. Womöglich haben die Beamten das jetzt verhindert, was auch die Nervosität des Jünglings erklären würde (hier).

Bleiben wir am Essener Hauptbahnhof, der immer einen Abstecher (hihi) wert ist, auch olfaktorisch. Ein "44-Jähriger" hatte in einem Drogeriemarkt einige Kleinigkeiten entwendet, um damit zu performen. Als die Bundespolizei den Mann – wir hoffen mal, dass es kein drittes Dinges war und es sich jetzt in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht – festnehmen wollte, stellte sie fest, dass er sich aus Gründen des Abwehrzaubers mit seinem eigenen Kot eingerieben hatte. "Das Diebesgut wurde an die Drogerie zurückgegeben. Die musste die Waren aber entsorgen. Schließlich waren sie voll mit dem Kot des Mannes" (hier). Scheiße, was war das früher langweilig!

Bleiben wir noch ein bisschen beim Thema der alltäglichen und vor allem nächtlichen Buntheit, wie immer ohne jeden Anspruch darauf, das gesamte Spektrum würdigen zu können:

Drei Männer "arabischen Aussehens" attackierten in Fürstenwalde (Brandenburg) einen 54 Jahre alten Radfahrer. "Einer von ihnen versuchte laut Polizei, das Fahrrad zu stehlen. Als das misslang, sei dem 54-Jährigen am Hals mit einem scharfen Gegenstand eine lebensgefährliche Schnittwunde zugefügt worden. Die Täter flüchteten. Der Radfahrer wurde in einem Krankenhaus operiert" (hier). – In Düsseldorf haben "etwa 15 Männer" vier Frauen und vier Männer angegriffen. Sie beschimpften die Frauen, und als deren Begleiter sich schützend vor sie stellten, wurden sie von der Gruppe attackiert. "Ein 17-Jähriger erlitt dabei einen Messerstich. Ein weiterer Jugendlicher wurde mit einem Elektroschocker angegriffen und auf dem Boden liegend gegen den Kopf getreten." Täterbeschreibung: "18 bis 20 Jahre alt, arabisches/südländisches Aussehen" (hier). – Zwei "Jugendliche" haben in Karlsruhe einen 38-Jährigen mit Steinen und Flaschen beworfen, sogar als dieser bereits bewusstlos am Boden lag. "Während die Gruppe etwas abseits blieb, lockten die beiden Hauptverdächtigen den Vater und seinen Sohn zu einer Kreuzung, wo sich dann laut Polizei die 'fassungslos machenden Szenen' abspielten. Der 16-jährige beleidigte und bedrohte den Familienvater und begann unmittelbar mit handgroßen Steinen zu werfen. Ein zwischenzeitlich etwa einen Meter hinter dem Erwachsenen stehender 15-Jähriger warf demnach fast zeitgleich einen großen Stein und traf das Opfer am Hinterkopf. Der Mann ging aufgrund dieses Treffers bewusstlos zu Boden (...)  blieb für einige Sekunden ohne Bewusstsein und wurde von weiteren Steinen getroffen. Er erlitt schwere, aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen. Der Sohn schützte seinen Vater noch, indem er ihn beiseite zog und konnte so weitere Treffer verhindern" (hier). Aber es bleibt keine Zeit zum Staunen, weiter, weiter! Melle: Drei "Männer mit Vollbart" wollen nachts 18jährige in einen Transporter zerren, sie wehrt sich und kommt mit dem Schrecken davon, ein zweiter Fall geschieht parallel (hier); Dortmund: Mit dem Ruf "I will kill you!" wendet sich ein "Dortmunder" aus Simbabwe, der sich mit noch zwei weiteren Identitäten ausgestattet hat (Vielfalt!), gegen die herbeieilende Polizei, nachdem er eine Frau am Hauptbahnhof begrapscht hat (hier); Köln: "Mann" zieht im Bus einem 21jährigen Rasierklinge durchs Gesicht (hier). – Und alles aus sozialen Ursachen!

Übrigens: Ab nächstes Jahr darf der Düsseldorfer mit dem Messerstich – Sie erinnern sich hoffentlich seiner noch? – endlich Merkel wählen!


                               ***


In Rolf Peter Sieferles 1994 erschienenem Buch "Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert", neu aufgelegt bei Manuscriptum, steht im Grunde bereits all das geschrieben, was später, nach dem Erscheinen seiner nachgelassenen Schrift "Finis Germania", in deutschtumber Blockwartroutine skandalisiert wurde. "Epochenwechsel" ist nicht nur eine verblüffend exakte Prognose über das Schicksal der Deutschen im zentralen Konflikt des 21. Jahrhunderts – Universalismus vs. Partikularismus –, sondern auch ein Schlüssel ins Blaubartzimmer der Willkommenskultur. Lauschen wir denn:

"Das zentrale Dogma (der deutschen "Vergangenheitsbewältigung" – M. K.) war einfach und eingängig: Die Urväter, die Nazis, haben die schwerste und singulärste Schuld auf Erden auf sich geladen und sich wie auch ihre Nachkommen damit aus dem Paradies der Geschichtsnormalität ausgeschlossen. Ihre unaussprechlichen, aber gerne nacherzählten Verbrechen bildeten eine Rebellion gegen das Gebot des Fortschritts und der Humanität; sie waren entweder ein 'Rückfall in die Barbarei', oder aber, schlimmer noch, historisch einzigartig – von der Qualität des Falls Adams. Diese Ur-Sünde pflanzt sich nun von Geschlecht zu Geschlecht fort, sie wird zur Erbsünde, die nicht vergessen oder verdrängt werden kann und darf. Damit ist das Volk der Nazis zum negativ auserwählten Volk geworden. Die Größe der Schuld seiner Erzväter hat es für immer aus dem normalen Gang der Geschichte herausgehoben. In dieser Schuldhaftigkeit ist es einzig unter den Völkern, da seine Verbrechen von einzigartiger Größe waren.

Dieses verworfene Volk lebt noch im Alten Bund mit der Geschichte; noch ist ihm kein Messias erstanden, der Erlösung aus der unverzeihlichen Schuld gewähren könnte. (...) Adam Hitler wird durch keinen Jesus revoziert. Die Schuld ist daher total; sie wird von keiner Gnade, auch nicht der späten Geburt, kompensiert. Gerade in dieser Absolutheit gewinnt der Mythos aber einen konkreten politischen Sinn: Dem sündenbeladenen Volk, das sich seiner Sündhaftigkeit niemals entledigen kann, 'die Vergangenheit nicht entsorgen darf', und das wenn nicht 'Schuld', so doch 'Verantwortung' zu tragen hat, wächst eine moralische Sonderrolle zu (...) eine historische Sendung: die ethische Missionierung der Welt, was zwar die Sünde nicht tilgen, aber doch Entlastung bringen kann. Durch die Kombination von Zerknirschung und selbstgerechter Gutherzigkeit sollte so ein neuer entpolitisierter Typus geschmiedet werden, dessen Aufgabe es ist, die Wirklichkeit mit strikten ethischen Prinzipien zu überziehen, bis die Welt am neudeutsch-moralischen Wesen genesen oder zugrunde gerichtet ist." (S. 156/57)

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

PS: Was aber, um alles in der Welt, reitet die Schweden, dass sie sich so dringend abschaffen wollen? Die haben doch seit mehr als zwei Jahrhunderten keinen Krieg mehr geführt, geschweige denn verloren...