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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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20. November 2017



Humani nil a me alienum puto
(Terenz) – schon richtig. Aber alles Menschheitliche ist mir desto fremder.


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"Seit der vergangenen Nacht befindet sich Deutschland in einer Regierungskrise", kommentiert Spiegel online den Abbruch des uns als "Sondierungsgespräche" verkauften eudämonischen Worthülsenaustauschs zwischen Union, FDP und Grünen (hier). In gewisser Weise ist diese Feststellung komisch, denn zwar befindet sich unser Land durchaus in einer multiplen Krise, aber eine Regierungskrise ist ja bislang gerade nicht eingetreten. Merkel regiert seit mehreren Jahren im Stile eines Präsidialregimes am Parlament vorbei (ich erspare mir, all ihre Rechtsbrüche samt des Durchpeitschens von Atomausstieg und ESM in Nacht-und-Nebel-Aktionen hier nochmals zu erwähnen), und es wird die Kanzlerin herzlich wenig kümmern, wenn auch die Neuwahlen kein Ergebnis bringen, auf das sich eine Regierungsmehrheit gründen lässt, denn die benötigt sie gar nicht zum Weitermerkeln. Manche mögen sich der Illusion hingeben, dass diese Frau an Deutschlands Schicksal interessiert ist; ich neige vielmehr der Theorie zu, dass sie als Vollstreckerin einer politischen Lobby agiert, deren Minimalziel heißt: Lieber ein instabiles, viertelmuslimisches Europa als eines, das sich mit Russland und China arrangiert. Lediglich ein (Gegen-)Putsch in der von ihr freilich gründlich enteierten CDU könnte die Herrschaft unserer längst von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis geliebten Führerin & Generalsekretärin beenden. Eine Unions-Koalition mit Spahn und Söder an der Spitze würde die politischen Verhältnisse zu einer gewissen Kenntlichkeit aufhübschen (und womöglich die AfD Stimmen kosten; warten wir es ab).

In verlässlicher Geringschätzung des in der Tat lächerlichen Souveräns sondert Merkel ihre Floskeln ab ("Es ist ein Tag mindestens des tiefen Nachdenkens"), mit denen sie nicht nur jedem Kulturmenschen, sondern auch jedem schon etwas länger hier lebenden Problemviertelbewohner ins Gesicht spuckt, was viele anscheinend immer noch als Ehre empfinden. Ich gestehe, dass mein Ekel vor dieser Person inzwischen jene Skalenwerte erreicht hat, auf welche er weiland beim Anhören einer Margot-Honecker-Rede emporschnellte.

Zurück zum Spiegel-Kommentar über den "Jamaika"-Interruptus. Prinz Charming C. Lindner, "der Meister des frühzeitigen Abgangs" (war das nicht Alice Weidel?), sei "in Wahrheit schon seit Längerem auf das Scheitern zugesteuert", heißt es dort, weil er sich "einen Vorteil davon versprach, die Initiative zu ergreifen". Schierer Aktionismus also? Linder steht einer Partei vor, die den Terminus "frei" in ihrem Namen führt (und die gleichwohl bereit war, das Maas’sche Zensurgesetz zu schlucken; ein Grund, seinen Ekel nicht allzu sehr zu nuancieren). Heinrich Heine hat amüsante Gleichnisse für die Freiheitsliebe von Franzosen, Briten und Deutschen gefunden. Der Franzose, schrieb er, sei für die Freiheit entflammt wie für seine Geliebte und gehe für sie auf jede Barrikade, der Brite liebe die Freiheit wie seine Ehefrau, abgeklärt und leidenschaftslos, doch bereit, jeden Angriff auf ihre Ehre im Duell zu sühnen. Der Deutsche indes liebe die Freiheit wie seine alte Großmutter. Wer nun allerdings mit den erpresserischen grünen Spitzbuben in Koalitionsverhandlungen tritt, den wird sogar dieser schwächliche Trieb vor die Mikrophone nötigen, um ein "Es reicht!" zu verkünden. Alexander Wendt geht so weit, dass er Lindner hochleben lässt und sich für dessen Kanzlerkandidatur zu erwärmen beginnt. Die Ansprüche sind während der Merkel-Jahre elastisch geworden...

Für die Kanzlerin und CSU-Chef Seehofer sei das Scheitern von Jamaika "eine Katastrophe", fährt die Spiegel online-Kommenatorin fort. Die "Methode Merkel", die "Verbindung von grenzenlosem Pragmatismus und maximaler ideologischer Flexibilität", sei an ihr Ende gelangt. Was Merkel betrifft, bin ich wie gesagt anderer Ansicht (und Seehofers Tage sind so oder so gezählt), aber ich habe den Link zu "Ding, dong, die Hex ist tot!" trotzdem schon mal in einfältiger Hoffnung herausgesucht. Der Zeitpunkt wäre nicht schlecht; man könnte, wie Kamerad *** anmerkt, die Regentschaft Merkel dann unter "die zweiten zwölf dunklen Jahren der deutschen Geschichte" rubrizieren.*

"Gravierender ist, dass für Deutschland zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte unklar ist, wie das Land zu einer stabilen Regierung finden soll", heißt es weiter. "Die Krise der parlamentarischen Demokratie, die in vielen Ländern des Westens zu tiefgreifenden Umwälzungen des Parteiensystems führte, hat spätestens jetzt auch Deutschland erreicht. Es ist der deutsche Brexit-Moment, der Trump-Moment. Wie in den Nächten des Brexit-Votums und der Trump-Wahl hatten alle bis zum Schluss geglaubt, dass es doch nicht so schlimm kommen würde, dass die staatspolitische Vernunft über parteipolitische Interessen siegen würde. Dass noch gelte, was bisher immer galt. Doch es kam anders."

Wer den Begriff "staatspolitische Vernunft", wie hier, für die EU, für die kriegsgeile Frau Clinton und für unsere Sonnenkanzlerin reklamiert, hat, pardon, einen an der Waffel. Die Spaltung der westlichen Gesellschaften durch Brexit, Trump, "Rechtspopulisten" usw. ist erstens nur die Aufnahme des Fehdehandschuhs seitens der vom Establishment vergessenen und verstoßenen autochthonen Mittel- und Unterschichten – es ist nicht die Weltsekunde für präzsisere soziologische Definitionen, sie werden folgen –, und zweitens ein erfreuliches Signal, dass der Westen noch nicht tot ist, dass die Rumpf- und Restvölker sich dem grauen Tod von Diversity und kultureller Auslöschung widersetzen, dass in den Nationen, die den Rechtsstaat und die Freiheit auf Erden etabliert haben, das Verlangen nach einem freien, selbstbestimmten und zivilisierten Leben noch glüht. Und was "alle" in den Redaktionsstuben und Kartellparteibüros "bis zuletzt glaub(t)en", ist intellektuell ungefähr so bedeutend wie die Seminarinhalte bei Scientology.

"Deutschland stehen Wochen, vielleicht Monate der Ungewissheit bevor."
Nein, Gevatterin: Jahre.

"Besonders deprimierend: Keine der drei verfassungsmäßigen Lösungen, die jetzt denkbar sind, ist wünschenswert."
Womit wir endlich den Lieblingsort deutscher Medienschaffender erreicht hätten: den Optativ.

"Der Druck, möglicherweise auch von Seiten des Bundespräsidenten, wird wachsen, dass die SPD ihr Nein zur Großen Koalition noch einmal überdenkt. Nach dem guten alten sozialdemokratischen Motto: Erst das Land, dann die Partei. Steinmeier hatte am Wochenende deutlich gemacht, dass er Neuwahlen vermeiden will. Und in der SPD sind durchaus nicht alle der Meinung, dass es richtig war, ein Bündnis mit der Union so früh so radikal auszuschließen. Auch im Falle von Neuwahlen könnte es schwierig werden für Parteichef Schulz. Als Kanzlerkandidat gilt er keinesfalls als gesetzt."

Diese Option steht in der Tat im Raum. Die SPD-Maiden Nahles, Schwesig und Steinmeier könnten Schulz rasieren, weil er sich verrannt hat, und danach einhellig verkünden: "Wenn der Tag kommt, an dem die Frage auftaucht: Landesverrat oder Opposition, dann werden wir Deutschland nicht in der Opposition überleben lassen." Oder so ähnlich. Und der Gnom bliebe Zensurminister!

"Geschichte wiederholt sich nicht, Berlin ist nicht Weimar, Deutschland geht es wirtschaftlich gut, und trotzdem erinnern die Zersplitterung der Parteienlandschaft, das Erstarken der Ränder und die Unfähigkeit der bürgerlichen Parteien, Kompromisse zu finden, beängstigend an die Zeit der Kabinette Müller und Brüning. Aber wie gesagt: Geschichte wiederholt sich nicht."

Da hat sie allerdings recht, die Dame vom Spiegel. Die Deutschen sind viel zu alt geworden, nicht nur, um ein neues 1933 zu veranstalten, sondern um sich überhaupt noch handfest ihrer Haut zu wehren. Deswegen kommen auch diese grotesken Wahlergebnisse zustande. Es sind reine Illusionsbekundungen, man geht zur Urne wie nach Lourdes und hofft, dass alles gut enden möge. Merkel ist die V2 der guten Deutschen bzw. deutschen Guten. Nur zwei Petitessen: Wen mag die Kommentatorin mit "bürgerliche Parteien" meinen? Und ist es nicht so, dass die Ränder überhaupt nicht mehr "erstarken" können, weil der Rand hier seit Jahren regiert?


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* Apropos die zweiten zwölf dunklen Jahre: Hier ist mal wieder ein Selbstzitat fällig. Am 23. Januar 2016 brachte ich die folgende kleine Etüde "zu Papier", die das unfriedliche Ende meines journalistischen Lebensabschnitts erfreulich beschleunigte (und bei einigen Denunzianten die Glandula bulbourethralis in Gang setzte). In ein paar Jahren wird als Binse gelten, was ich schrieb. Ob der Text es je in die Schulbücher schaffen wird, stehe dahin.     


Sich vollendender 23. Januar 2016

Von ihrem Amt sowie ihrer Geschlechtslosigkeit abgesehen, schienen lange Zeit kaum Ähnlichkeiten oder gar Verbindungen zwischen A. Hitler und A. Merkel zu bestehen. Mittlerweile dämmert es vielen, dass es eine womöglich fundamentale, ins Metaphysische reichende Allianz zwischen den beiden geben könnte insofern, als die heutige Kanzlerin den letzten Willen des Führers, das Verschwinden der Deutschen, zwar nicht direkt exekutiert – das erledigen sie durch ihre Kinderwunscharmut allein –, aber immerhin kolossal beschleunigt. Beim Umkreisen der Frage, was derzeit eigentlich und warum passiert, kam mir noch eine Affinität, ein Konnex, eine bislang eher übersehene geistige Wahlverwandtschaft der beiden eigenschaftslosesten deutschen Staatsführer in den Sinn: Beide waren bzw. sind Verehrer des Linksextremisten Richard Wagner, Bayreuth-Pilger, weihevoll Ergriffene (er gewiss weit kenntnisreicher als seine Nachfolgerin), beiden war bzw. ist als Topos und Option ein Finale namens Götterdämmerung geläufig, in welchem der komponierende Revolutionär und Großutopist die bisherige Welt, speziell die bürgerliche Gesellschaft, auf der Bühne dem Untergang in den Fluten und Flammen des Gerichtstages übergibt. Der deutsche Führer brachte bekanntlich die bislang eindrucksvollste Realversion dieses Großreinemachens zustande, und seine komplementäre Nachfolgerin Brünnhilde Merkel ist gerade dabei, starke Scheite zuhauf schichten zu lassen am Rand des Rheins, um das, was damals übrigblieb und sich rappelte, neuerlich einer "glodernden Lut" (E. Stoiber) bzw. eben doch einer Flut zu überantworten, welche sich über den gesamten Kontinent zu ergießen anschickt.

Bringen wir die Inkommensurabilität der weltgeschichtlichen Ausgangslage, der entfaltbaren Kräfte und der Verbrechen in Abzug, und stellen wir in Rechnung, dass der eine Prozess abgeschlossen ist, während der andere gerade anläuft, dann lässt sich, halbwegs schlechten Gewissens, folgender Vergleich ziehen: Der eine, Hitler, setzte das von ihm beherrschte juvenile Volk in Marsch, die halbe Welt zu überrennen, die andere, Merkel, ruft die halbe Welt herbei, das von ihr regierte greise Volk zu überrennen; der eine akzeptierte keine fremden Grenzen, die andere akzeptiert keine eigenen Grenzen; der eine meinte es auf monströse Weise böse mit den Fremden, die andere meint es auf monströse Weise gut mit den Fremden; der eine verlangte seinem (im allerweitesten Sinne) Volk übermenschliche Leistungen beim Unterjochen fremder Völkerschaften ab, die andere verlangt ihrem (im allerweitesten Sinne) Volk übermenschliche Leistungen beim Bewillkommnen fremder Völkerschaften ab; der eine ruinierte Deutschland durch eine außer Rand und Band geratene Inhumanität, die andere ist dabei, Deutschland durch eine außer Rand und Band geratende Humanität zu ruinieren. Beiden Hauptakteuren gemeinsam indes ist der sturheile Marsch in den Kollaps, das triumphierend widervernünftige, gegen jedes Maß, gegen alle Tradition und alle Vernunft gerufene: "So – werf ich den Brand/ in Walhalls prangende Burg."


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Ein amüsanter Aspekt möglicher Neuwahlen – sofern, wie gesagt, die Sozis sich nicht umentscheiden – wäre das Verschwinden der "Blauen", die damit einen Rekord in puncto parlamentarischer Kürzestverweildauer aufstellen würden. Ein womöglich genialer Plan ist hier schiefgegangen. Die AfD hätte sich spalten können, wie das von langer Hand herbeigeredet und -intrigiert worden ist. Die Blaue Fraktion hätte sich, verpackt als gemäßigter und realistischer Flügel der AfD, einer schwarz-gelben Koalition als Juniorpartner angedient, vielleicht mit einem Ministerpöstchen (Familie) für Frau Petry? Gerüchten zufolge sitzen bis zu 30 "Freunde" von Petry & Pretzell im Bundestag. Aber zum einen sind die Zahlen phantastisches Wunschdenken, zum anderen irrt das Gerücht begrifflich, es handelt sich allenfalls um Kumpane, nicht um Freunde, und die wittern Lunte... Aus, vorbei! Jammerschade.


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Die Grünen haben in den Verhandlungen den Familiennachzug für alle Einwanderer verlangt, die hier gerade subsidären Schutz genießen, also zwar schon laut § 16a GG illegal im Land sind, aber kein Mensch ist illegal!, weshalb sie für ca. immer bleiben dürfen. Wenn man den Grünen so weit folgen würde, dass die Humanität gebiete, diese Menschen nicht nur zu beherbergen, sondern sie außerhalb der grünen Wohlstandszonen nunmehr auch noch mitsamt ihren Familien zu integrieren, wäre es da nicht dringend geboten gewesen, all denen den Schutz abzuerkennen, die hier straffällig geworden sind und werden?


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Zu den "Gerüchten" um Greueltaten während des Bataclan-Massakers (Acta diurna vom 15. und 18. November) schreibt Leser***: "Ich habe Kontakte zum ***ischen LKA und diese erzählten mir, sie hätten Bilder des Anschlagsortes gesehen, welche die Greueltaten belegen würden. Der Kontakt von mir hat mir dies schon vor vielen Monaten erzählt, so dass ich von der Meldung nicht überrascht wurde, wobei die Art der Greueltaten der aktuellen Berichte und die von meinem Kontakt berichteten übereinstimmten."

Ich finde übrigens gerade auf dieser empfehlenswerten Webseite den Hinweis auf den Wikipedia-Eintrag zum Massaker im Hatschepsut-Tempel in Deir el-Bahari am 17. November 1997, welcher lautet:

"Im Laufe des Morgens griffen sechs mit automatischen Waffen und Messern ausgerüstete Terroristen (...) eine Touristengruppe an, die sich zu dieser Zeit auf der zweiten Empore des Tempels aufhielt. 62 Personen, davon 58 Touristen, darunter 36 Schweizer, zehn Japaner, sechs Briten, vier Deutsche und zwei Kolumbianer wurden getötet. Außerdem wurden vier Ägypter getötet, davon drei Polizisten und ein Reiseführer. Zwölf Schweizer, zwei Japaner, zwei Deutsche, ein Franzose und neun Ägypter wurden verwundet. Nachdem die ägyptischen Wachposten getötet worden waren, wurden die im Tempel gefangenen Touristen über 45 Minuten hinweg systematisch ermordet. Zahlreiche Körper, vornehmlich die von Frauen, wurden mit Macheten verstümmelt. Die Terroristen nutzten sowohl Schusswaffen als auch Metzgermesser (Hervorhebung von mir – M.K.). Eine den Islam preisende Handschrift wurde in einem ausgeweideten Körper deponiert. Zu den Opfern zählte auch ein fünfjähriges britisches Kind und ein in den Flitterwochen befindliches japanisches Paar. Nach dem Massaker entführten die Angreifer einen Bus, fuhren jedoch in einen bewaffneten Posten der ägyptischen Armee. Ein Terrorist wurde verwundet, der Rest floh in die Berge. Die Leichen der Attentäter wurden später in einer Höhle gefunden, wo sie offensichtlich gemeinschaftlichen Selbstmord begangen hatten."


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Als "eine seltsame anti-antisemitische Stellvertreterdebatte unter Feiglingen" betrachtet Hadmut Danisch auf seinem Blog die Kommentare zur Weigerung einer kuweitischen Luftfahrtgesellschaft, einen israelischen Passagier zu transportieren. 

"Ja, das ist Antisemitismus, den Mann nicht zu transportieren, und ja, das ist verwerflich. Aber die Fluglinie dafür verantwortlich zu machen, halte ich hier für unvertretbar. (...) Wenn die Fluglinie eben in Kuwait sitzt, dass muss sie kuwaitisches Recht beachten. Und man kann wirklich nicht von den Leuten verlangen, sich in ihrem eigenen Land strafbar zu machen. Wie würde man denn hier reagieren, wenn irgendein anderes Land von der Lufthansa verlangte, etwas zu tun, was hier verboten ist? Man würde doch hier sofort Köpfe fordern, wenn die sich darauf einließen."

Aber dass hiesige Medienvertreter – unter ihnen so veritable Erbsenpistolen der Demokratie wie M. Friedman und A. Posener – plötzlich "Kein arabischer Rassismus auf deutschem Boden!" rufen, was praktisch bislang als AfD-Parole galt, das findet Danisch denn doch etwas degoutant:

"Es macht keiner was dagegen, dass Juden und eben auch Schwule und Lesben auf offener Straße angegriffen werden, in Läden nicht bedient werden, hier No-go-Areas entstehen. Da würde man sofort als 'islamophob' beschimpft, wenn man an Kritik auch nur denkt. Und es stellt sich auch keiner an Bahnhöfe oder Grenzen und erklärt auf arabisch, dass man hier falsch ist und gleich wieder gehen kann, soll, muss, wenn man Juden nicht akzeptiert. Ich könnte mich auch nicht erinnern, dass Asyl daran gebunden wäre, dass die Antragsteller verbindlich erklären, sich an unsere Grundrechte und unser Recht zu binden. Warum verlangt man es dann von Kuwait Airways? Nur da, wo es ganz billig und ungefährlich ist, auf einen Richter und eine Fluglinie zu schimpfen, da kommen sie plötzlich aus den Löchern, um sich in die Medien zu spielen und mal wieder billig und gefahrlos politische Korrektheit zu demonstrieren."  


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Auf der der Erde zugewandten Sonnenseite seien alle Sonnenflecken verschwunden, melden Forscher des Moskauer Lebedew-Physikinstituts auf Grundlage aktueller Bilder. Die Wissenschaftler befürchten, dass die Sonne bald in eine Phase eines sogenannten solaren Minimums übertritt, d.h. die Sonnenaktivitäten spürbar schwächer werden. Die Folgen für die Erde könnten dramatisch sein: Kälte, Eis und mehr Schnee als üblich. Das Szenario erinnert an die sogenannte „Kleine Eiszeit“ im 17./18. Jahrhundert (hier).


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Weil ich gestern über Bruckner schrieb: Der keusche und tiefkatholische Komponist wurde ein Fall bzw. eben doch Opfer einer sehr frühen #me too-Kampagne. Um seine finanzielle Lage zu verbessern, gab Bruckner 1870 Klavierunterricht in der Lehrerbildungsanstalt St. Anna. Einer anonymen Denunziation zufolge hatte er angeblich seinen Schülerinnen den Hof gemacht, woraufhin ein Wiener Satireblatt eine Parodie über den amourösen Klavierunterricht bei Bruckner druckte. Für einen dermaßen frommen Menschen wie ihn war das ein existentieller Angriff. Fortan unterrichtete der Komponist keine weiblichen Klassen mehr. 


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Drei Links noch: Vielleicht war er ja wirklich der Größte (ich habe übrigens nicht das geringste gegen "Mischehen", finde es aber grotesk, wenn man fundamentale Differenzen für nicht vorhanden – "konstruiert" – erklärt); hier gibt es ab 7,27 ein reizendes Potpourri "deutsch"türkischen Nationalgefühls; hier schließlich etwas zum Lachen.