Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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6. November 2017


Ein "persönlicher Lernprozess", so offenbarte Anja Reschke, Leiterin der Abteilung Innenpolitik beim NDR und Moderatorin des Bildungsmagazins Panorama, habe für sie darin bestanden, "zu verstehen, dass die demokratischen Grundwerte, die etwa in der Aufklärung und der französischen Revolution erkämpft worden sind, nicht automatisch in allen Köpfen drin sind". Speziell in den rechtzeitig vom Rumpf getrennten nicht.


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Es ist dies, leider Gottes, vor allem eine Chronik. Also denn:

Mittlerweile im Tagestakt werden in jenem Deutschland, in dem nicht nur Sie gut und gerne leben, Joggerinnen in Gebüsche gezerrt, wo ihnen Vielfaltsvervielfältiger keck den Willkommensdank abstatten (eine kurze Zusammenschau hier), doch wie Bernd Zeller weise konstatierte: "Frauen wollen gar nicht joggen, und es bringt auch nichts."

226.000 Ausländer sind in besagtem Deutschland, in dem auch sie inzwischen halbwegs gut und gerne leben, als ausreisepflichtig eingestuft – eine verblüffend kleine Zahl bei ca. 1,5 Millionen Zugelaufenen seit Merkels "Grenzöffnung", die man korrekterweise Grenznichtschließung nennen muss (die Frau hat ja Rechte). Nicht einmal jeder Zehnte davon wurde abgeschoben oder reiste freiwillig aus. Die Welt meldet: "Fachleute schätzen, dass die Zahl der untergetauchten Ausländer ohne Behördenkontakt in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Die Migrationsforscherin Dita Vogel von der Universität Bremen geht in ihrer jüngsten Schätzung aus dem Jahr 2014 davon aus, dass zwischen 180.000 und 520.000 ‚irregulär aufhältige’ Ausländer in Deutschland lebten."

Allein diese Zahlen belegen, dass erstaunlich wenige Joggerinnen zwangsbeglückt werden. Es brennen auch erstaunlich wenige Asylantenheime, was am eklatanten Nazimangel liegen mag. Bisweilen bemühen sich die Insassen selber, aber nicht oft genug; am vergangenen Wochenende etwa gab es nur drei Brände ohne Beteiligung von Außenstehenden, also verzeihliche. Und mal ehrlich: Bei manchen Heimen wäre es sogar besser, wenn man sie rechtzeitig angezündet hätte!

Wäre doch gelacht, wenn die Schulen im Buntheitstaumel nicht auch Vergleichbares hinbekämen: "Wir müssen vollverschleierte Mütter daran hindern, auf dem Schulhof fremde Kinder zu agitieren. Viele Kinder werden von zu Hause weder zum Lernen angehalten noch dazu, den Lehrer zu respektieren, der der Klasse etwas zu erklären versucht. Gruppenarbeit, individualisiertes Lernen – das können Sie unter solchen Bedingungen vergessen. (...) Die Kommunalpolitik hat uns irgendwann aufgegeben. Das Gebäude ist schon seit Jahren immer noch nicht verwahrlost genug für eine Renovierung" (mehr Buntes hier). Anzünden! Einfach anzünden!

Wie schön, dass sogar die Polizei mitzieht und immer mehr lustige Szenekenner in ihre bislang eher spaßbefreiten Reihen aufnimmt. Bei den Berliner Bullen gibt es neuerdings Deutschunterricht, das heißt, viele Polizeischüler können offenbar keins, dafür sind aber auch Rekruten eingestellt worden, die früher, kein Mensch ist zeitlebens ein Engel, straffällig geworden waren, das heißt: die echte Expertise für diesen Job mitbringen. Hin und wieder schlagen sie halt über die Stränge oder arbeiten parallel für ihre Familien, aber sie deswegen gleich als den "Feind in unseren Reihen" zu bezeichnen, geht doch entschieden zu weit.  

Dass Bundeswehr-Strategen in ihren Planspielen mit dem Zerfall der EU rechnen – wer mag der Gegner für ihre geschlechtergerechten Einsätze sein? Katalanen? Sachsen? das Gold aus den Schiffen? –, dass Buntheitsgaranten hier ihre Konflikte austragen und Beamte verletzen, dass sich ständig "Gruppen" Straßenschlachten liefern, dass öffentliche Plätze als Reviere markiert und erobert worden sind, von denen sich Eingeborene besser fernhalten sollten, dass Clans ganze Stadtgebiete beherrschen und folkloristisch ausschmücken, dass Einwandergruppen Straßen blockieren, um zu feiern, und dabei schon mal begeistert in die Luft schießen und wieder andere gerade noch am Feuerwerk gehindert werden, das gab es erstens alles früher schon und ist zweitens eben so, oder wollen Sie sich abschotten und "in Inzucht degenerieren" (W. Schäuble)? Wie entspannt 'schland inzwischen mit dergleichen Petitessen umgeht, demonstrierte ausgerechnet das verspießerte München resp. die Berichterstattung über einen Vorkommnis dortselbst, nämlich den ulkigen Zwischenfall, dass der Ostbahnhof zeitweilig gesperrt werden musste, weil eine Schar fideler Migranten per Güterzug aus Italien eingetroffen war und auf den Gleisen herumsprang. Selbst ein polizeilicher Großeinsatz und die zeitweilige Sperrung eines ganzen Bahnhofes fanden weder bei ARD noch bei ZDF in den Abendnachrichten irgendeine Erwähnung. So geht locker!  

Einwanderung ist kein Kinderspiel. Es wird weiter Rückschläge und Opfer geben. Aber wir sollten nicht den Bürgerkriegslosungen der Radikalen auf den Leim gehen und die täglichen Meldungen extrapolieren, denn dann gelangt man zu völlig falschen Schlüssen, etwa der Unterscheidung zwischen Einwanderung und Invasion, zwischen Verantwortungsethik und hypermoralischem Dauerrechtsbruch, zwischen Journalismus und Propaganda, zwischen Scylla und Chablis...  


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Die EU verliert an Einfluss und manipulativer Kraft, die Völker sind störrrisch – was tun? Man muss sie verdünnen, man muss neue, dumme, alimentierungsbedürftige Wählergruppen importieren, den Zusammenhalt zerstören und zugleich Unsicherheit schaffen, auf dass die Menschen nach Schutz rufen und man zugleich die Zügel der Überwachung, der Zensur und der Kontrolle anziehen kann. Das ergibt doch, aus der Sicht eines amtierenden Eurokraten, durchaus Sinn, oder?