Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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26. Oktober 2017


Soziale Isolation ist das Zusammengeschlagenwerden auf Raten.

                                 
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Leser *** merkt an, dass Wolfgang Schäuble auf der konstituierenden Sitzung des Bundestages, die in der Presse breit diskutiert worden ist, einen entlarvenden Satz fallen gelassen habe, nämlich: 

"So etwas wie Volkswille entsteht überhaupt erst in und mit unseren parlamentarischen Entscheidungen."

Mag sein, dass man nach viereinhalb Jahrzehnten Parlaments- und Ausschusshockerei tatsächlich wähnt, den Volkswillen zu verkörpern, ach was, als dessen Epiphanie durch die Lande und Gaue zu rollen, und dass man irgendwann jedes Gefühl dafür verliert, von fremder Leute Steuern zu leben (muss man wohl aus Gründen der Selbstwertstabilisierung sogar), und wahrscheinlich würde Seine Eminenz sich mit dem Argument aus der Sache winden, es habe sich um eine unglückliche Formulierung gehandelt, er habe bloß sagen wollen, dass sich der Volkswille erst im Parlament zur politischen Entscheidung forme – wie es dem Volkswillen zur Masseneinwanderung oder zur permanenten Euro-"Rettung" via ESM etc. oder zur Renten-Besteuerung oder zur Nullzinspolitik oder zur Internet-Bespitzelung oder zum EEG oder zur "Ehe für alle" ja widerfuhr –, und so lange das Volk diesen Politikern, die es aussagen, bevormunden, als Schicksalsgemeinschaft verhöhnen und als Souverän verhohnepiepeln, nicht eine außerparlamentarische Bedenkzeit verschafft, hat der bittere Alte auf seine Weise sogar recht. 

"Die Einen regieren aus Lust am Regieren; die Andern, um nicht regiert zu werden: – Diesen ist es nur das geringere von zwei Übeln." (Nietzsche, Morgenröte, III/181). Einer ausführlicheren Begründung bedarf meine neuerdings stattfindende politische Betätigung nicht.


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Die Welt meldet: "Die Goethe-Universität in Frankfurt hat einen geplanten Vortrag des umstrittenen Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, abgesagt. Vorher hatte sich Widerstand dagegen formiert."

Allein indem sie das Eselswort "umstritten" einsetzt – jeder, der sich hierzulande exponiert, jede Nichtnull ist heutzutage "umstritten" –, macht sich die Zeitung zum Komplizen derer, die das elementarste aller Grundrechte, die Meinungsfreiheit, demolieren.

"Laut Polizeigewerkschaft", erläutert die Gazette, "gebe hinsichtlich der Veranstaltung Sicherheitsbedenken. Man rechne mit einem möglicherweise eskalierenden Protest linksalternativer Gruppierungen." (Muss es nicht heißen: "linksalternativlos"?) "Rund 60 Wissenschaftler schrieben dem Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI), das den Vortrag organisiert hatte, einen offenen Brief" und forderten "die Absage der Veranstaltung". Ich wette meine Perücke, dass sich unter diesen "Wissenschaftlern" kein einziger befindet, der eine Wissenschaft treibt, die in irgendeiner Weise etwas der Allgemeinheit Nützliches oder sie Erbauendes produziert. "Die Universität dürfe den diskriminierenden Äußerungen des Gewerkschaftschefs keine Plattform bieten", welche darin bestehen, dass er zu den wenigen Offiziellen gehört, die über die ethnisch-kulturell determinierte Bereicherung der Kriminalstatistik zu thematisieren sich erfrecht. "Kritiker" nennt die oppositionskritische Welt jene tristen Sechzig, die den Aufruf verfasst haben. Ihre Realitätsphobie mögen diese Bescheidwissenschaftler ja noch mit ihrem guten Willen zu rechtfertigen suchen, aber nichts entschuldigt die immergleichen autoritären Worthülsen, dieses gefinkelte Quadratschädeldeutsch, mit dem sie nichts Geringeres zu begründen suchen als den Marsch in eine linkstotalitäre Gesinnungsöffentlichkeit, in der nur noch diejenigen vor Publikum auftreten dürfen, die von solchen Lemuren nicht bedroht oder attackiert werden.