Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

6. Oktober 2017


Die Idee, alle Erdenkinder mögen sich zu Einheitsrasse vermischen, ist nicht weniger pervers, barbarisch und bekämpfenswert als die Ideologie der strikten Rassentrennung.


                                ***


Korrelationen sind keine Kausalitäten, aber gemeinhin auch keine zufälligen Parallelen. Auf eine amüsante Korrelation weist mich Leser *** hin, nämlich zwischen dem Wahlverhalten der Ostdeutschen und ihrem positiven Abschneiden im IQB-Schulvergleich der Bundesländer in den naturwissenschaftlichen Fächern (hier und hier). Die letzte Studie stammt aus dem Jahr 2012, erst in diesem Jahr, am 28. Oktober, soll die nächste Untersuchung veröffentlicht werden, die 2015 durchgeführt wurde; wir dürfen gespannt sein. Natürlich liegen die Einwände gegen irgendeinen Zusammenhang zwischen naturwissenschaftlichen Kenntnissen der Kinder und AfD-Wahl der Eltern auf der Hand. Zunächst einmal hat selbst in Sachsen nur etwa jeder Vierte blau gewählt, also muss sich das keinesfalls signifikant im Bildungsniveau der Kinder niederschlagen, es könnten gerade die Kinder der anderen sein, die für das gute Abschneiden verantwortlich sind; außerdem, schreibt Leser ***, seien die Prüfungen in Sachsen weit weniger streng als etwa in Bayern (da meine Kinder auf bayerische Gymnasien gehen, kann ich das zur Hälfte bestätigen). Ich glaube im Übrigen auch nicht, dass die guten Schüler im Ost-West-Gefälle den Unterschied machen, sondern die schlechten. Von denen gibt es im Westen mehr, auch wenn ihre Vorfahren vor tausend Jahren den mittelalterlich finsteren Europäern in der Astronomie, Mathematik, in der Logistik des Sklavenhandels und vor allem in der Medizin aber so was von überlegen waren – und nun tritt auf einmal doch eine Korrelation zum Wahlverhalten zutage, denn genau jene Zustände zu verhindern, die an vielen Schulen in den westlichen Bundesländern herrschen, ist ja für viele Ostler ein Motiv, ihre Stimme der AfD zu geben.


                                  ***


Wenn man als 60jährige Journalistin noch bei der taz schaffen geht, ist man entweder eine Enthusiastin oder nicht besonders intelligent oder beides zusammen – "Oft vereinet ein Gemüte/Dämlichkeit  mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch) –, wovon die bei Maischberger vorgeladene 60jährige taz-Journalistin Bettina Gaus mit dem Statement Zeugnis ablegte:

"Eine Million kann dieses Land gut verkraften. Wenn 83 Leute in einem Raum sitzen und eine Person kommt rein und fragt, ist hier noch Platz, würde kein Mensch sagen: Nein, es ist überfüllt."

Ich habe mehrfach an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass, erstens, die Alterstruktur derer im Raum nicht ganz unerheblich ist, und es zweitens im gesamten Haus nur wenige Zimmer gibt, die überfüllter sind. Und Leser*** mahnt sogleich, es wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass der "83." die Haushaltskasse der übrigen 82 so belastet wie 14 von diesen zusammen; die Neue Zürcher hat Erhellendes über "das deutsche Tabuthema Flüchtlingskosten" geschrieben (hier). Ich will bei dieser Gelegenheit den hier bis vor kurzem noch gepflegten Brauch des täglichen Sieferle-Zitates fortsetzen. Also:

„In einer postrechtsstaatlichen Gesellschaft, in der gewaltsame Fehden ausgetragen werden, spielt die absolute Zahl der Menschen keine Rolle mehr. In der Demokratie hat jeder Bürger eine Stimme, wie schwach und inkompetent er auch sein mag, und vor dem Gesetz sind alle gleich. In der Tribalgesellschaft ist dies anders. Hier kommt es darauf an, starke, handlungsfähige, kampfbereite Verbündete zu gewinnen, und da zählt ein junger Krieger mehr als eine alte Frau.

In Deutschland gibt es zur Zeit etwa 5 Millionen junge Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Zieht man davon eine Million Männer mit 'Migrationshintergrund' ab, so bleiben 4 Millionen ethnisch deutsche Männer. Die Einwanderung von jungen Männern aus Tribalgesellschaften beträgt zur Zeit etwa 800.000 Personen im Jahr. Dies bedeutet, daß in fünf Jahren etwa ebenso viele tribalgesellschaftliche junge Krieger in Deutschland leben werden, wie es deutsche Männer in ihrer Altersgruppe gibt. Der quantitative Effekt der Einwanderung auf die indigene Bevölkerung ist also weit höher, als wenn man nur die absolute Zahl der Einwanderer (1 Million) in Bezug setzt zur Gesamtbevölkerung (80 Millionen), was im Jahr nur 1,25 % sind.

Allerdings bedeutet dies nicht, daß sich innerhalb von nur fünf Jahren gleich große Bürgerkriegsarmeen gegenüberstehen werden. Die Einwanderer entstammen zwar Tribalgesellschaften und verfügen über die entsprechende Aggressivität, doch kommen sie aus sehr verschiedenen Gesellschaften, d. h. sie bilden keinen einheitlichen 'Stamm', auch wenn sie (etwa als sunnitische Muslime) bestimmte kulturelle Gemeinsamkeiten haben. Was ihnen jedoch fehlt, ist eine umfassende Organisation. Sie sind daher trotz ihrer Größe nicht zu einem koordinierten Angriff fähig, während die nationalen Sicherheitsbehörden (Polizei, Bundeswehr) dazu durchaus in der Lage sind. Eine generelle Erfahrung komplexer Gesellschaften lautet, daß militärisch gut organisierte Minderheiten in der Lage sind, größere Mehrheiten zu beherrschen, solange es gelingt, diese desorganisiert zu halten. Eine militärische Machtübernahme von Islamisten ist daher nicht zu erwarten.

Statt dessen aber ist der Rückzug des Rechtsstaats aus der Regelung von Alltagskonflikten sehr wahrscheinlich. Die Existenz und Legitimität des Rechtsstaats beruht letztlich auf seiner nicht in Frage gestellten Selbstverständlichkeit. Diese wird im multitribalen Kontext aber aufgelöst, und es entsteht eine merkwürdige Gemengelage unterschiedlicher normativer Orientierungen. So kann man (in der heutigen Anfangsphase der Auflösung des Rechtsstaats) beobachten, daß dieser seine feinsinnigen, auf eine hochgradig integrierte und befriedete Gesellschaft eingestellten Regeln auch auf Situationen anwendet, die nahe am Bürgerkrieg liegen. So gibt es bei Gesetzesverstößen das Institut der Bewährungsstrafe, das von der Annahme ausgeht, die Regelverletzung sei ein reversibler Irrweg, und man dürfe dem Verletzer nicht den 'Rückweg' in die normale soziale Existenz verbauen. Wenn man diese Bewährungsstrafe auf einen Delinquenten aus einer Tribalgesellschaft anwendet, wird er dies als Freispruch und damit als Ausdruck von Schwäche interpretieren. Er muß sich nicht 'bewähren', denn seine ‚Integration’ in die eigene Gesellschaft hat er nie verloren. Die deutsche rechtsstaatlich geprägte Gesellschaft ist für ihn dagegen bloßes Beutegebiet, auf das er umso entschlossener zugreifen wird, je schwächer der Widerstand ist."

(Rolf Peter Sieferle, „Das Migrationsproblem“, S. 114-115)

Ist das jetzt endlich verstanden worden?


                                ***


Hochedle Frau ***,
ich bin nicht nur vollkommen d’accord mit Ihnen, dass die Gewalttaten der Flüchtlinge eine quantité négilgeable im Weltkampf zwischen Gut und Hitler darstellen; ich würde sogar noch weiter gehen als Sie und behaupten, dass es überhaupt keine Flüchtlingskriminalität gibt. Denn wer sich so aufführt, ist mit Sicherheit kein Flüchtling, sondern ein ordinärer Bandit. Fors do l'honneur nul souci!, wie der große Savoyarde zu sagen pflegte.
In der Hoffnung, dass immer eine Armlänge Abstand zwischen dem Leben und Ihren Idealen herrschen möge, grüßt wohlaffectionirt und ergeben Ihr
Michael Klonovsky


                               ***


Mein Tagebuch sei etwas monothematisch, ja womöglich monomanisch geworden, rüffelt mich Leser *** mit allem Recht der Welt. Ich bin in der Tat besessen von der Idee, dass die aktuelle Masseneinwanderung nur der Anfang einer Völkerwanderung ist, die Europa, wie wir es kennen, also die europäische Kultur, die europäische Lebensart, das europäische Recht und zuletzt den europäischen Menschen aus der Welt und aus der zukünfigen Geschichte spülen wird. Zumindest könnte – wenn Europa nicht angemessen reagiert. Dass ca. 50 Prozent der Europäer nichts anderes verdient hätten, stehe dahin; auch ob z.B. ich zu diesen 50 Prozent gehöre. Aber gut, Themenwechsel zur europäischen Lebensart. Am Tag der deutschen Einheit trank ich mit aller gebotenen Andacht einen Château Margaux 2011, den mir ein Unternehmer und wohl gelegentlicher Leser reizenderweise geschenkt hat, und verlor mich, derweil ich das typische Médoc-Aroma aus Pflaumen, schwarzen Johannisbeeren und Eichenholz einsaugte, in nachgerade Proustschen Erinnerungen. Falls Sie diesen "Eilfer" (Goethe) im Keller haben: Er ist zwar schon trinkreif, kann aber durchaus noch drei bis fünf Jahre liegen. Nutzwertteil beendet.