Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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15. September 2017


Die Welt meldet: "Deutsche Ökonomen machen Front gegen die AfD: Sollten die Rechtspopulisten in den Bundestag einziehen, würde die Wirtschaft Schaden erleiden." Mehr als das! Es drohen Dürren, Heuschrecken, Dunkelflaute, Schändung der Erstgeburt, und es wird sehr wahrscheinlich sogar ungekochte Frösche regnen!


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"Es kommt darauf an, wie man Kreuzzug definiert", schreibt Leserin *** zu meinem gestrigen Vergleich jener zeitlich ziemlich exakt umrissenen kriegerischen Epoche mit dem zeitlich unbegrenzten Dschihad. "Im ganz engen Sinn betrachtet mag das richtig sein. Im weiteren Sinn gab es jedoch fortlaufend Angriffe und brutale Unterdrückung des christlichen Europa gegen islamische Länder u.a. die Kolonisierung weiter Gebiete des islamischen Raumes, der Napoleonfeldzug gegen Ägypten, vor allem britische und französische Besatzung weiter Teile des arabischen Raumes, der französische Algerienkrieg. Am schlimmsten wirkt bis heute die umstrittene Landnahme Israels, der illegale Siedlungsbau, das Einsperren eines ganzen Volkes. Der radikal islamische Teil der Palästinenser, die Hamas wurde anfangs z.T. durch Israel gefördert nach dem Motto ‚Teile und Herrsche’. Verheerend sind die brutalen Kriege des Westens gegen mehrere Länder des Nahen Ostens seit ca. 16 Jahren, zwar unter Hauptbeteiligung der Amerikaner, jedoch stets auch durch Europäer unterstützt. Dies alles weglassen zu wollen, ist beschämend und falsch. (...) Das Leid, welches das christliche Europa der islamischen Welt vor allem in den letzten 20 Jahren – aber auch davor – zufügte, (Einmischung in den Iran in den 50er Jahren, als der Westen half, das Schah-Regime zu installieren usw.) ist ungleich und bei weitem größer als das Leid, das Islamisten jetzt dem christlichen Abendland durch schreckliche Attentate zufügen. Dies nicht zu sehen, offenbart schon sehr viel Blindheit."

Dazu ist einiges zu sagen.

Erstens: Auf Israel-Kritik lasse ich mich erst ein, wenn die jüdische Weltherrschaft endlich durchgesetzt ist. Ob dieses in der muslimisch-orientalischen Landmasse einen kaum wahrnehmbaren, wenngleich als religiöse Wetterecke legendären Raum beanspruchende Land, das zu einem Fünftel von Moslems besiedelt ist und diesen mehr Rechte zugesteht als umgekehrt jeder muslimische Staat seinen ethnisch-religiös andersgearteten Minderheiten, das der einzige halbwegs funktionierende Rechtsstaat in dieser Weltgegend ist, eine funktionierende Wirtschaft aufgebaut, die Wüste zum Blühen gebracht und sich gegen die Angriffe seiner Nachbarn militärisch erfolgreich verteidigt hat, weshalb es von diesen gehasst wird, ob dieses Land denn also für das Fortbestehen resp. die Wiedergeburt des Dschihad hauptverantwortlich gemacht werden kann, bezweifle ich.

Zweitens: Fassen wir den gesamten historischen Zeitraum ins Auge, weil es zum heutigen Beschwichtigungs-Repertoire gehört, dies genau nicht zu tun. Die islamischen Eroberungszüge gegen die christliche Welt im Allgemeinen und das Abendland im Besonderen begannen nach herkömmlicher Lehre im 7. Jahrhundert mit ersten Siegen gegen die Byzantiner und haben bis heute, trotz der großen Unterbrechung im 19. und 20. Jahrhundert, nicht aufgehört. 711 landeten die Araber in Gibraltar, ein paar Jahre später hatten sie die gesamte iberische Halbinsel erobert, die jahrhundertlang zu erheblichen Teilen islamisch blieb, begleitet von regelmäßigen Feldzügen in die christlichen Gebiete. Südspanien blieb bis 1492 muslimisch, dann siegte die Reconquista. Kurz zuvor hatten die Osmanen Konstantinopel erobert, womit das gesamte ehemals christliche Kleinasien in ihre Hände gefallen war; Ende des Jahrhunderts gehörte ihnen fast der gesamte Balkan, im 16. Jahrhunderts kamen Ungarn, Siebenbürgen und Bessarabien dazu. 1529 und 1683 standen die Türken vor Wien. Die Türkengefahr hing als eine konstante Drohung über der europäischen Neuzeit.

Dieser Prozess war von hunderten Schlachten und ungezählten Opfern begleitet. Im Hochmittelalter "litt das winzige Resteuropa fast ein Vierteljahrtausend lang unter der geopolitischen Drohung, zur sklavenliefernden Peripherie des größten sklavistischen Systems der Welt zu werden", schreibt der Historiker Egon Flaig in seiner "Weltgeschichte der Sklaverei", und zwar vom 8. bis zum 12. Jahrhundert. Am Sklavenhandel beteiligten sich zwar auch germanische Völker, die Wikinger etwa, und viele Slawen fielen ihm zum Opfer, aber verschleppt wurden die Unglücklichen fast ausnahmslos in die islamische Welt. Im Frankenreich war es verboten, Christen an nichtchristliche Händler zu verkaufen. Wenn das fränkische Reich politisch zusammengebrochen wäre, spekuliert Flaig, wäre das christliche Resteuropa "eine ständig heimgesuchte Zone für kriegerische Versklaver" geworden und hätte ein ähnliches Schicksal erleiden können wie Afrika. Die Weltgeschichte hätte einen anderen Verlauf genommen. (Es waren übrigens immer und überall Christen, die die Sklaverei abschafften.)

Am Rande: Als Papst Urban II. 1095 zum Kreuzzug aufrief, war das eine direkt Reaktion auf die Eroberung Kleinasiens (und Armeniens) durch die muslimischen Seldschuken, die dort ganze Städte auslöschten – 1067 wurde Caesarea niedergebrannt, 1069 Ionicum, 1064 die armenische Hauptstadt Ani –, während zur gleichen Zeit christliche Jerusalem-Pilger mit Regelmäßigkeit und in großer Zahl verschleppt oder massakriert wurden.

Das Abendland hat sich des tausend Jahre auf ihm lastenden Eroberungsdrucks schließlich entledigt. Was den Okkupanten auf unmittelbar kriegerischem Wege nicht gelang, könnte nun auf dem Weg der Einwanderung und der demografischen Konkurrenz gelingen: die allmähliche Verwandlung Europas in einen Bestandteil der Umma bzw. seine Überführung ins "Haus des Friedens". Der Befehl zur Weltmission ist im Islam angelegt, diese bedarf keines Steuerungszentrums, sondern allenfalls kalifenartiger Anführer und Geldgeber (Erdogan, die Saudis etc.), wobei sich dank großzügig gewährter Sozialleistungen an Einwanderer inzwischen auch der deutsche Steuerzahler an der Vergrößerung der Umma beteiligen darf. Oder muss. Während Europa allmählich in seine nachchristliche Ära eintritt, ist die Entwestlichung und Re-Islamisierung des Morgenlandes im vollen Gange, was sich auch unter den in Europa lebenden Muslimen herumspricht, von denen die meisten ohnehin nie gewillt waren, die Gesetze ihres Glaubens den weltlichen unterzuordnen. Die von Muslimen dominierte englische Stadt Blackburn oder der doppelt so große Londoner Stadtteil Tower Hamlets sind zwei Beispiele, die den Weg in die Orientalisierung weisen (hier und hier), es gibt hinreichend viele deutsche, schwedische, belgische, niederländische und französische Stadtteile, wo es ähnlich aussieht. Auch wenn dieser Prozess friedlich abläuft wie in Blackburn: Ich will so nicht leben.   

Drittens: Es ist richtig, dass seit Napoleons überraschendem Feldzug nach Ägypten anno 1798 "der Westen" – also Engländer und Franzosen; wir trotz gewisser Panthersprünge ja nicht – in dieser Weltgegend Unfrieden gestiftet und diese Länder in Abhängigkeit oder unter seine Fuchtel gebracht hat. Engländer und Franzosen stießen in das Machtvakuum nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, und ihre Grenzziehungen waren oftmals nicht glücklich. Das waren allerdings keine Kreuzzüge im Namen Gottes mehr; diesen Drall bekam die westliche Politik erst wieder in der jüngeren Gegenwart durch den missionarischen Impetus der USA. Es war sehr clever von den Amerikanern, die weltweite Stillung ihres Rohstoffhungers als Demokratieexport und ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten als Durchsetzung der Menschenrechte zu verkaufen, aber im Verkaufen waren sie ja immer gut. Während allerdings die Osmanen den Europäern in jeder Hinsicht unwillkommen waren, besonders die janitscharischen Kinderdiebe, hinterließ das Ausgreifen des Westens auf die muslimische Welt dortzulande einen ambivalenten Eindruck. Mit Muhammad Ali Pascha, der 1811 die Herrschaft in Ägypten übernahm, begann der gezielte Import westlicher Ideen, westlicher Technik und westlicher Logistik in den Orient, der gewissermaßen aus einem Dornröschenschlaf erwachte. Was wiederum die religiösen Eiferer auf den Plan rief. Für die Araber bedeutete die deprimierende militärische und technische Überlegenheit der Europäer, die sich um ihr Territorium stritten, einen Schock. In Ägypten entstand damals eine islamische Bewegung, für die sich fast 200 Jahre lang kein westlicher Stratege interessierte: der Salafismus.

Aber hatte der Westen dem Morgenland nichts zu bieten? Im Monty Python-Film "Das Leben des Brian" wettert ein jüdischer Rebell: "Die Römer haben uns ausbluten lassen, sie haben uns alles genommen, was wir hatten. Und unseren Vätern! Was haben sie dafür als Gegenleistung erbracht?" Nach beifälligem Gemurmel und einer kurzen Pause geben seine Mit-Zeloten die Antworten: "Den Aquädukt. – Und die sanitären Einrichtungen. Weißt Du noch, wie es früher in der Stadt stank? – Und die schönen Straßen. – Medizinische Versorgung. – Schulwesen. – Und den Wein. – Die öffentlichen Bäder. – Und jede Frau kann es wagen, nachts die Straße zu überqueren. Die können Ordnung schaffen, denn wie es hier vorher ausgesehen hat, davon wollen wir ja gar nicht reden." Heute sind wir daran gewöhnt, den Kolonialismus ausschließlich negativ zu betrachten, aber das ist unfair und historisch falsch.

Nach dem Ersten Weltkrieg durchfuhr ein Säkularisierungsschub den Orient. Die Türkei wurde 1923 unter Kemal Atatürk zum ersten laizistischen Staat in der muslimischen Welt. Atatürk erklärte den Islam für rückständig und schädlich, er brach die Macht der Rechtsgelehrten, ließ die Koranschulen schließen, verbot Schleier, Kopftücher, Fes und erklärte Turbane sowie Bärte für unerwünscht. Er beendete die Polygamie und verschaffte den Frauen das Recht, zu wählen und politische Ämter zu bekleiden. Auch im Iran und sogar in Afghanistan wurden Kopftücher, Schleier, Turbane und Bärte verboten. Überall in der muslimischen Welt machte das Zauberwort "Entwicklung" die Runde.

Heute haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Der Roll-back begann in Pakistan mit der Hinrichtung des laizistischen Premierministers Zulfikar Ali Bhutto durch islamistische Putschisten anno 1979. In Afghanistan spülte der Einmarsch der Sowjetunion die Radikalen an die Macht. Den Iran verwandelte Ajatollah Chomeini im selben Jahr in eine Islamische Republik. In Algerien bildete sich die Islamische Heilsfront, in Palästina löste die Hamas die PLO ab. In Ägypten, Syrien und im Irak kämpften die Muslimbrüder gegen die autokratischen Regierungen. Der "Arabische Frühling" demonstrierte vor allem das Erstarken der Islamisten in all diesen Ländern.

Auch die Türkei hat unter Recep Tayyip Erdogan wieder einen islamischen Weg eingeschlagen. Erdogan hatte 1998 in einer Rede zustimmend aus einem religiösen Gedicht zitiert: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." Ein türkisches Gericht verurteilte ihn deshalb wegen "Aufstachelung zur Feindschaft" zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot. Fünf Jahre später wurde er Ministerpräsident. Heute hat er sich zum Alleinherrscher erhoben und die Demokratie faktisch beendet.

Die Dschihadisten haben die Verwestlichung überstanden und nun kehren sie den Prozess um. Es ist ihnen gleichgültig, ob sie Juden, Christen, Heiden oder dekadente Demokraten bekämpfen; ihnen geht es um die Vergrößerung der Schar der Rechtgläubigen und der Umma. Ernst Nolte hat den Islamismus als dritte radikale Widerstandsbewegung gegen den Liberalismus klassifiziert, nach dem Kommunismus und Faschismus-Nationalsozialismus. Dass die USA mit ihrem grausamen Irak-Boykott nach dem ersten und dem auf kriminelle Weise angezettelten zweiten Golfkrieg – merke: Nur ein verlorenener Krieg kann ein verbrecherischer sein – die Bestie IS erst geweckt haben, dürfte unbestritten sein; dass sie in Syrien und vor allem durch die Zerstörung Libyens nichts als Unheil angerichtet haben, desgleichen. Aber: War es nur dumm? Oder steckt etwas dahinter? 

Regierte heute die kriegsgeile Hillary Clinton, stünde Syrien noch mehr in Flammen, würde der Ukraine-Konflikt längst wieder auflodern, herrschte ein neuer Kalter Krieg gegen Russland. Ich verrate niemandem etwas Neues, wenn ich darauf hinweise, dass die amerikanische Außenpolitik als Ganzes betrachtet werden muss und alles, was amerikanischerseits in Nordafrika geschieht, im Zusammenhang mit Russland (bzw. vorher der Sowjetunion) und China zu sehen ist. Wenn wir etwas aus den vergangenen hundert Jahren amerikanischer Außenpolitik gelernt haben, dann dass die USA an Friedensschlüssen im Sinne der herkömmlichen Diplomatie nicht interessiert sind und jedes Land, das sie einmal besiegt oder "befreit" haben, in einem rechtlich nicht ganz geklärten Abhängigkeits- oder Vassallenstatus halten, der sich am offensichtlichsten in der Stationierung von Truppen und Atomwaffen zeigt. Inzwischen gehört auch die elektronische Überwachung sämtlicher Verbündeter zum Repertoire. Die USA wollen eine unipolare Welt; fragen Sie mich nicht, warum. Aber: Die USA, das stimmt gar nicht. Einflussreiche Kreise wollen es, weil sie sich Vorteile davon versprechen. Der aktuelle Präsisdent scheint es nicht zu wollen.

Trump hat auf einer Wahlkampfrede in Ohio im 15. August 2016 gesagt: "Falls ich Präsident werde, wird die Ära des Demokratieexports beendet sein." Auf die Frage, ob der Irak-Krieg ein Fehler war, antwortete er: "Had our politicians all gone to the beach and enjoyed the sun, we would be in a much better position now" (hier). Und auf den Einwurf, Putin sei ein Killer, entgegnete Mr. Präsident: "There are a lot of killers. Do you think we are so innocent?" (hier). Ein bislang unerhörter Ton ist mit diesem Mann in die amerikanische Öffentlichkeit eingezogen, und es gehört zu den pikanteren Verblendungen unserer Tage, dass ausgerechnet die pazifistische Linke ihn so vehement ablehnt.  

Sucht Deutschland bzw. Europa eine größere Nähe zu Russland (ich rede hier nicht von Freundschaft, Ermahnungen zur Menschenrechteinhaltung all den anderen Sentimentalitäten, die man hier gern mit Politik verwechselt), kann es sein, dass sich in Amerika diejenigen Kräfte durchsetzen, die das mit allen Mitteln verhindern wollen. Sie werden wahrscheinlich den Ukraine-Konflikt befeuern, den ehemals von der UdSSR satrapisierten Osteuropäern Angst machen und ihnen Sicherheit anbieten, nebenbei die Türkei stärken und, als wichtigste Waffe – wenn diese Theorie denn stimmt, ich halte sie zumindest nicht für abwegig – die Konflikte in Nordafrika anheizen, damit die Flüchtlingsströme nicht abreißen und das europäisch-deutsche Willkommensprojekt nicht erlahmt. Lange haben viele linke und rechte Europäer die USA etwas einseitig als ein rohstoffgieriges, unter dem Vorwand der Menschenrechte weltweit Konflikte schürendes, bedenkenlos andere Staaten destablisierendes Land betrachtet; spätestens seit Trump wissen wir, dass es auch ein eher friedfertiges, sich selbst genügendes, weder an einer Bevormundung seiner Bündnispartner noch an der demokratischen Bekehrung störrischer Völker mittels Bomben und Raketen interessiertes Amerika gibt. Die Frage ist: Wie lange hält der Damm – Katechon? – Trump?

Im Gegenzug für Wohlverhalten und Gefolgschaft offeriert der Hegemon Schutz. Was uns Russland und China verheißen, ist unklar. Beide sind keine Partner für zarte Gemüter, man weiß nicht, welcher Bär nach Putin kommt, und die Chinesen könnten mit den alten Kolonialmächten noch einige Rechnungen offen haben. Die Osteuropäer sind gespalten; sie hätten schon gern das christliche Russland als Verbündeten gegen den Islam und die ethnsuizidären Spinner in Westeuropa, fürchten aber den einstigen Hegemon, der zu Sowjetzeiten nicht im Ansatz so erträglich war, wie die USA es sind, und empfinden eher antirussisch, vor allem die Polen und Balten. Dass die Amis den Sowjetkommunismus besiegt haben, ist ein Ruhmesblatt ihrer Geschichte, das man ihnen speziell dort nicht vergessen wird. Jeder deutsche Kanzler agiert in einem Ungewissheits- und Erpessungszusammenhang und muss sehr genau abwägen, wie er sich gegenüber den USA auf der einen, Russland auf der anderen Seite positioniert – was auch China mit einschließt. Ein starkes Europa, mit sicheren Grenzen, schlagkräftigem, bürgerkriegsabwehrtauglichem Militär und gemeinsamen Atomwaffen wäre also nicht schlecht, ist aber völlig unrealistisch. Die Briten sind schon draußen, die Franzosen nicht bereit, wirklich alles mit den Deutschen zu teilen (das ist kein Vorwurf, ich würde mit diesen Verrückten auch nichts Überlebenswichtiges teilen wollen). Die gemeinsame Währung stiftet Unfrieden, die Mentalitäten sind zu verschieden. Und die europäische Linke versucht, die Festung von innen sturmreif zu schießen und überall Brände zu legen, so dumm das von oben betrachtet auch ausschaut, aber am kommunistischen Irrweg haben die Linken ja auch bis zum Zusammenbruch festgehalten. Gleichzeitig werden über transatlantischen Brücken weitere willige Helfer rekrutiert und NGOs aktiviert, die gegen die "Populisten" und andere Finstermänner arbeiten und die Völker, Traditionen sowie das Rechtsbewusstsein schleifen. Europa wird wohl gespalten und politisch eher machtlos bleiben.

Nur eine Trump-artige deutsche Regierung kann den fortgesetzten Versuch bekämpfen, Europa mit Flüchtlingsströmen zu schwächen, dadurch nolens volens den Einwanderungsdschihad zu fördern und diesen Prozess Durchsetzung der Menschenrechte zu nennen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Trump einen gleichgesinnten Nachfolger findet; er wird die US-Politik womöglich nur kurzzeitig geprägt, aber nicht geändert haben. Deshalb muss sich Europa auf solche Eventualitäten vorbereiten, was schwierig ist, weil die humanitär drapierte Propagandamaschine läuft und von Wohlmeinens-Teufeln wie George Soros mit Geld geölt wird. Erst wenn Europa von Politikern regiert wird, die ihre Völker vor dieser Flüchtlingswelle und der jener folgenden Massenwanderung schützen, sie abweisen und zurückfluten lassen, werden interessierte Kreise in den USA auch nicht mehr in Versuchung kommen, sie als Waffe einzusetzen. Denn am Ende ist immer irgendeine Merkel bereit, die Kerkaporta offen zu lassen.