Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Service Menu

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

Fortgeschrittener 16. August 2017


Von der Erforschung der Atomenergie und aus der Biotech-Welt hat sich ’schland zwar weitgehend verabschiedet, aus der pharmazeutischen Gattungsveredelung indes werden gewaltige Fortschritte gemeldet. Das Bindungshormon Oxytocin, haben helldeutsche Forscher herausgefunden, "schwächt die Fremdenfeindlichkeit". Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Bonn, des Laureate Institute for Brain Research in Tulsa (USA) und der Universität Lübeck, geleitet von Prof. Rene Hurlemann von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn, testete 183 deutsche Studenten auf ihre Bereitschaft zum Altruismus. Die Probanden mussten am Computer Spendenanliegen von 50 hilfsbedürftigen Menschen bearbeiten, von denen 25 aus Deutschland kamen, 25 waren Flüchtlinge. "Uns überraschte, dass die Teilnehmer des ersten Experiments rund 20 Prozent mehr für Flüchtlinge spendeten als für einheimische Bedürftige", sagt eine Experimentatorin. Nun, daran ist 60 Jahre lang in den Schulen, an den Unis, in Sendeanstalten und Zeitungsredaktionen, in den Kirchen, Gewerkschaften und Abgeordnetenbüros hart gearbeitet worden. Halten wir fest: Die (deutschen) Probanden zeigten bereits vor der Verabreichung der Testdroge eine gewisse Bereitschaft, die eigenen Landsleute zu diskriminieren (hier).

Die Testlinge – nein: die Getesteten – hatten zunächst per Fragebogen ihre persönliche Einstellung gegenüber Flüchtlingen – nein: Geflüchteten – erklärt. Dann erhielt die eine Hälfte das Bindungshormon Oxytocin über ein Nasenspray verabreicht, die andere Hälfte bekam ein Scheinmedikament. "Unter dem Einfluss des Bindungshormons verdoppelten sich die Spenden für Flüchtlinge ebenso wie für Einheimische bei denjenigen Versuchsteilnehmern, die eine tendenziell positive Einstellung gegenüber Flüchtlingen zeigten. Gaben die Testpersonen dagegen eine eher abwehrende Haltung Migranten gegenüber an, hatte Oxytocin keinerlei Wirkung: Die Spendenneigung fiel gegenüber allen Bedürftigen sehr gering aus." Der Studienleiter folgert messerscharf: "Offensichtlich verstärkt Oxytocin die Großzügigkeit gegenüber Bedürftigen; fehlt diese altruistische Grundhaltung, vermag die Gabe des Hormons sie nicht von allein zu erzeugen."

Da steckten die Forscher zunächst einmal fest. Wie lassen sich Menschen mit einer tendenziell fremdenfeindlichen Haltung – die freilich ihren Landsleuten gegenüber nicht freundlicher eingestellt sind, aber wen interessiert das? – zu mehr Altruismus (gegenüber Fremden) motivieren?, fragten sie sich. Sie unterstellten keck, die Vorgabe sozialer Normen – genauer: sozialer Druck – könne ein Ansatzpunkt sein. "Deshalb präsentierten sie den Probanden in einem dritten Durchgang zu jedem Fallbeispiel das durchschnittliche Spendenergebnis ihrer Vorgänger im ersten Experiment. Wieder wurde der Hälfte der Probanden Oxytocin verabreicht. Das Ergebnis war erstaunlich. Jetzt spendeten auch Personen mit einer an sich negativen Grundeinstellung bis zu 74 Prozent mehr für Flüchtlinge als in der vorangegangenen Runde. Die Spenden für Einheimische nahmen hingegen nicht zu."

Mit anderen Worten: Man hat sie mit wenig Bohei – ohne aufwendige Dressur durch KZ-Besuche, ZDF-Dokus oder Spiegel online-Kolumnen – von latenten in entschiedene Benachteiliger ihrer eigenen Volksgruppe verwandelt. Aus Fremdenfeinden wurde Homophobe (der Begriff hier zur Abwechslung im griechischen Originalsinn verwendet). Eine Folgefrage türmt sich auf, die in der Studie aber nicht gestellt wurde, nämlich: Warum hat man nicht eingewanderte Fremdenfeinde unter die Probanden gemischt? Es sind ja abertausende Kandidaten hereingeschneit, die ihre Feindseligkeit auch noch erfrischend handfest ausleben. Das Ergebnis der Studie wäre auf diese Weise weit repräsentativer geraten, denn mal ehrlich: Die Verabfolgung eines Mittels zur Steigerung der Fremdenfreundlichkeit an deutsche Studenten, das ist doch ungefähr so, als verpasste man einem Kokainabhängigen zusätzlich noch eine Ladung Heroin.

Die Altruismusbefeuerungsforschung steht noch ganz am Anfang. Blicken wir angesichts dieser erfreulichen ersten Schritte trotzdem schon mal in die Zukunft. "Haben Sie Ihr Nasenspray heute schon genommen?", werden demnächst tausende Knastwärter ihre Sträflinge fragen. Nach dem Abwurf der Oxytocinbombe haben Taliban und meist weibliche GIs zahlreiche Kinder miteinander gezeugt, während der IS geschlossen nach Woodstock pilgerte, um sich danach kollektiv den "Ärzte(n) ohne Grenzen" anzuschließen. Die Mitglieder der AfD wurden kollektiv durchgeimpft, sie umarmen seither Windräder oder, wenn keins in der Nähe ist, Sozialdemokraten (Edathy und Volker Beck kriegen aber nix ab, wie Obelix und aus ähnlichen Gründen). Auch Israelis und Palästinenser liegen sich nach flächendeckendem Einsatz von Sprühflugzeugen in den Armen. Der Dialog "Allahu akbar!" – "Dagegen gibt’s was bei Ratiopharm" ist zum Spruch des Jahres gewählt worden. Nur der NS-Historiker grummelt, weil der Satz: "Auch bei Kursk ließ der Kuscheltrieb der meisten Angehörigen der Heeresgruppe Mitte gegenüber den Rotarmisten nicht nach" einfach nicht in sein neues Standardwerk über die Ostfront passt, obwohl er ihn so gerne hinschreiben würde.


                               ***

"Als Arzt kann ich Ihnen versichern, dass ich in 25 Jahren der klinischen Forschung und der ärztlichen Tätigkeit noch keine einzige, derart ethisch abartige und medizinisch verirrte 'Studie' gesehen habe", schreibt Leser***. "Hier befindet sich der Studienleiter meines Erachtens nur noch Nuancen entfernt von dem 'wissenschaftlichen' Gebaren einer 'Deutschen Versuchsanstalt' oder den Praktiken der 'Völkischen Medizin'.
Wie ist das nächste Studiendesign? Der GHB-Vernebler für schon länger hier lebende Frauen, damit sie sich ohne Widerstand f... lassen?"

Na was denn sonst!


                         


                          Amtliche Bekanntmachung

Die Verabreichung von Oxytocin führte beim Patienten zur sofortigen Einstellung der Acta diurna.

                          Ihr Ministerium für Liebe