Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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8. August 2017


Dass ich das erleben darf: Die Heinrich-Böll-Stiftung entschuldigt sich – sozusagen summarisch – bei mir! Zwei Vorstandsmaiden der Stiftung erklären, man habe "das Online-Lexikon 'Agent*In' vom Netz genommen" (Lexikon steht dort tatsächlich ohne Gänsefüßchen). "Die öffentlich und intern geübte Kritik am Format der 'Agent*In' hat uns deutlich gemacht, dass dieser Weg nicht geeignet ist, die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus zu führen. Wir bedauern sehr, dass durch die gewählte Form manche an antidemokratische Methoden erinnert werden und entschuldigen uns bei denjenigen, die sich möglicherweise persönlich verletzt fühlen" (hier).

Heißt: Ein online gestellter Pranger, dessen bespeienswürdiges Personal von ein paar gesinnungsfeschen Hascherln aus prekären akademischen Verhältnissen als ABM-Projekt schwungvoll und großzügig zusammengestellt wurde, ist nicht der geeignete Weg, um "gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen" zu führen. Hat jemand ein Gefühl dafür, wieviele noble feminatsfaschistische Hoffnungen sich gerade zerschlagen haben? Wieviel inquisitorischer Enthusiasmus nun leer- und früher oder später ziemlich heißläuft?

Was die Entschuldigung betrifft, ist sie mir gegenüber überflüssig; ich wäre nahezu beleidigt gewesen, hätten mich diese Lemur*Innen nicht in ihr Bestiarium aufgenommen.