Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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5. August 2017


"Warum", fragt Alexander Wendt auf seiner Facebook-Seite, "sagt kein Politiker oder Medienvertreter: 'Die Dieselabgase sind nun mal, wie sie sind. Das hält unsere Gesellschaft aus'?"
Und ein Kommentator ergänzt: "Jetzt sind sie halt da."


                              ***


Zwei Nachträge zur Scheurebe:

Leser *** hatte die von mir geforderte Ode sogleich auf der Pfanne:

Nur einen Schluck gönn', Dionysos!
  Und einen Tag zu freudigem Genusse mir,
     Daß williger mein Herz, vom süßen
        Weine gesättiget, dann mir sterbe.

Die scheue Rebe, der im Lichte ihr göttlich Recht
  Doch ward, sie ruht auch drunten im Gewölbe nicht;
     Denn mir ist immer, das am
         Herzen mir lag, der Trank, der ekstatische, gelungen.

Willkommen denn, o Fülle der Weinseligkeit!
   Zufrieden bin ich, wenn auch mein Eichenfass
      Mich nicht hinab geleitet; Einmal
         Trank ich wie Lysios, und mehr bedarfs nicht.


Leser *** wiederum macht darauf aufmerksam, dass die Scheurebe insofern als die vorbildliche deutsche Rebsorte gelten darf, als sie nämlich gewissermaßen entnazifiziert worden ist. Die Züchtung des Winzers und Weinbaureformers Georg Scheu, der 1916 Riesling und Bukettrebe ("Silvaner Musque") miteineinder gekreuzt hatte, erhielt 1930 den Namen "Dr. Wagnerrebe", zu Ehren des Landesbauernführers und NSDAP-Politikers Richard Wagner, der diese Weine besonders geschätzt haben soll ("Es war nicht alles schlecht"). Nach dem Zusammenbruch des NS-Reiches wurde die mittelschwer belastete Rebsorte umbenannt und erhielt den Namen ihres Züchters. Ob das aber angemessen war? Scheu hatte seine Kreuzung nämlich "Sämling 88" (!) getauft, und in Österreich (!) heißt sie heute noch (!) so.