Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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31. Juli 2017


"Der Gedanke einer vollkommen idiotisch gewordenen Zivilisation würde kaum beunruhigen, wenn einen nicht ihre künftigen Bewohner schon empfindlich beim Nachdenken störten."
Jürgen Große


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Leser *** nimmt meinen gestriges, keineswegs als Monatsendfigur misszuverstehendes Turm-Porträt zum Anlass, mir dieses Foto "aus Cluj-Napoca (Klausenburg)" zu schicken, wo ein großes Gotteshaus der rumänischen Orthodoxie seiner baulichen Vollendung entgegenstrebt, in unseren Breiten, zumindest was die Kreuze betrifft, ja ein eher ungewöhnlicher, hierorts freilich desto festhaltenswerter Anblick:

DSC04170.JPG


Aber auch das ist nicht die Monatsendfigur. Sondern heuer soll es jene wonnige Maid sein:



Zu welcher ich noch einen Link beisteuern will, auf dass der eine oder andere neben ihrem Anblick auch ihr Spiel genieße, hier.


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Zur Monatsendfigur gehört die symbiotische Kollekte: hier. Der Juli 2017 war übrigens mit 570.479 offiziellen Seitenaufrufen (es gibt Leute, die mir versichern, hier herrsche tatsächlich viel mehr "Traffic") der zweitwärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 


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Die wirklich substanzielle TV-Grundversorgung besteht darin, dass man zu jeder Sendezeit auf mindestens einem Kanal eine Dokumentation über die Nazizeit vorgesetzt bekommt. Speziell im Vorfeld einer Wahl, bei welcher sogenannte Rechtspopulisten kandidieren, denen konzertiert unterstellt wird, sie wollten dergleichen Verhältnisse wiedererrichten (und das trotz eines offiziellen Dergleichartigkeitsbehauptungsverbots!) – und zwar so konzertiert, dass man beim Anschauen der Dokumentationen regelrechte Deja-vu-Eindrücke bekommen könnte...


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Neueste Fragen eines lesenden Arbeiters:

Die erste: Gehören eigentlich, geehrter sozialdemokratischer Minister S. Gabriel, der Hamburger Messer-Araber, der mesopotamische Maschinenpistolero zu Konstanz oder jene ca. 70 Nafris, die im Pegida-versifften Dresden fidel aufeinander eindroschen, ohne direkt gegen rechts zu kämpfen (hier), gehören diese uns Zugelaufenen, die hier selbstredend nur als Pars pro toto stehen sollen, weitere Beispiele gäbe es ja zuhauf, gehören sie denn also auch zum "Pack"? Oder muss der damit bezeichnete Biomüll immer und ausschließlich biodeutsch sein?

Die zweite: Warum sind deutsche Neonazis oder Rechtextremisten nie geistig verwirrt, egal was sie tun, und Orientalen, die den Namen ihres Gottes rufend Autos in Menschenmengen steuern oder Unreine niedermessern, fast immer? Verdient dieser seelisch labile Menschenschlag, den wir oder einige Edle unter uns ins Land gerufen haben, am Ende bloß mehr Unterstützung und menschliche Nähe? 

Die dritte und für heute bereits letzte: "Der Rechtsstaat darf nicht dem Schutz der Bürger geopfert werden", schreibt der Berliner Tagesspiegel; Deutschland werde "mit Taten wie in Hamburg leben müssen". (Wenn der Rechtsstaat nicht für die Bürger da ist, dann ist er wohl transzendental und wird also auch dann noch existieren, wenn es keine Menschen mehr gibt; dieser Gedanke gefällt mir außerordentlich). Und die Zeit sekundiert verwegen: "Unsere Gesellschaft hält das aus." Uns an spezielle Hamburger Vorkommnisse zu gewöhnen, waren wir staunend aus der Ferne Zuschauenden ja schon bei der G20-Begleitkirmes gehalten. Warum aber schreibt nie ein Journalist und hat es nie geschrieben, dass wir uns auch an brennende Asylbewerberheime gewöhnen müssen (in Rede stehen hier ausschließlich diejenigen Heime, die nicht versehentlich oder vorsätzlich von ihren Insassen angesteckt werden)? Warum fordert uns niemand auf, wir mögen uns an rechtsextremistische Mordserien wie jene gewöhnen, die dem NSU angelastet wird? Warum sollen wir uns nicht einmal an Pegida und Björn Höcke gewöhnen, an Import-Messermänner und -Bombenbastler aber schon?


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Leser *** hat zur Hierarchie der Opfer (Eintrag vom 25. Juli) nachgereicht: Tagesthemen-Sprecherin Pinar Ataly verliest die Namen der dem NSU angelasteten Todesopfer (hier). Die vom Breitscheidplatz hatten womöglich gar keine Namen.


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Es folgt der Sieferle des Tages:

"Bemerkenswert ist aber, daß in einigen Industrieländern seit den 1990er Jahren der Flynn-Effekt zurückgeht, d.h. der langfristige Trend des 20. Jahrhunderts, der zu einer Steigerung der gemessenen Intelligenzleistung geführt hat, wurde offenbar gebrochen oder zum Stillstand gebracht. (...) Vielleicht ist das Potential der Intelligenzleistung generell erschöpft? Ein anderer Grund könnte sein, daß durch die Immigration immer mehr Menschen mit niedrigerer Intelligenzentwicklung einwandern (...) Schließlich ist es aber auch möglich, daß in den Industrieländern selbst (etwa durch Einfluß der Massenmedien oder der Alltagskultur) neue Intelligenzhemmnisse entstanden sind."

("Das Migrationsproblem", Waltrop und Leipzig 2017, S. 50)

Übrigens hat sich auch Georg Christoph Lichtenberg zur Causa Sieferle geäußert: "Ich glaube nicht, daß ein vernünftiger Mann in Deutschland ist, der sich um das Urteil einer Zeitung bekümmert, ich meine der ein Buch verdammt, weil es die Zeitung verdammt, oder schätzt, weil es die Zeitung anpreist, denn es streitet schlechterdings mit dem Begriff eines vernünftigen Mannes."