Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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16. Juli 2017


Bei uns an der Straßenecke befindet sich ein Lokal; als wir hierherzogen, hatte es ein Vietnamese gemietet, der Sushi feilbot und mit dem ich erstmals ins Gespräch kam, als wir an Silvester 2007/2008 wetteiferten, wer das brillantere Straßenfeuerwerk darbot (seine Truppe gewann knapp). Obwohl das Geschäft gut lief, wurde dem Wirt die Miete zu teuer, und er zog zwei Straßenecken weiter, an eine etwas lautere, dafür aber preiswertere Adresse, wo er seine Restaurantfläche gleichzeitig vergrößern konnte. Das Ecklokal übernahm ein deutscher Koch mit seiner asiatischen Frau. Die beiden gingen zwar sehr engagiert zu Werke und servierten ambitionierte Kost, sie ersetzten die Plastiktische und -stühle vor der Tür, wie sie der sparsame Sushi-Wirt aufgestellt hatte, durch solche aus Holz, doch ihr gesamtes Konzept war verfehlt, vor allem aus dem Grund, dass eine definierbare Ausrichtung der Küche – italienisch, bayerisch, thailändisch etc. – nicht bestand und für die kulinarische upper class letztlich denn doch zu wenig geboten wurde, allein schon aus Personalmangel. Kurzum: Sie hatten kaum Kundschaft, gerieten in die Schulden (an mir lag’s nicht) und mussten schließen. Der nächste Asiate kam (und übernahm die Holzmöbel draußen), eine vietnamesische Familie oder Großfamilie – ich habe keine Ahnung, wer direkt zum Clan gehört –, statt nur eines Kochs und nur einer Kellnerin wie zuvor wirbelt dort seither ein ganzer Schwarm von Personal, serviert wird vietnamesische Küche, der Laden brummt, wie man sagt, und ist sowohl sommers wie winters als auch drinnen wie draußen ständig ausgebucht. Beide Lokale arbeiten übrigens ohne Schließtag.

Neulich sah ich einen jungen Kellner des einen einer jungen Serviererin des anderen stolz seinen neuen BMW (oder den seiner Familie) präsentieren. Also nicht, dass mich Automobile auch nur die Bohne interessierten, aber so sollte Einwanderung doch laufen, oder?  


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Als ich las, dass Ruprecht Polenz, CDU, ein Recht auf deutsche Namen für alle Einwanderer fordert (das Recht auf deutsches Geld und deutsches Staatsgebiet haben sie ja bereits, sofern sie aus einer gewissen Weltgegend stammen und nichts können), schoss mir die alte Platon-Frage durch die altersmilde Rübe: Würde man jemanden wie Polenz – vulgo Göring-Eckardt, Roth, Tauber, Altmaier, Stegner, Beck etc. pp. – als Sklaven, also geschenkt haben wollen? Nein? Dann solche Figuren lieber in politische Verantwortung wählen, wie? Oder wie Don Nicolás spricht: Demokratie heißt, dass man Personen die öffentlichen Dinge in die Hände legt, denen man seine privaten Angelegenheiten niemals anvertrauen würde.

Die Veränderung der Namen ist selbstredend nur eine provisorische Präfiguration der Einbürgerung, und selbstredend hat Rotschweden längst damit angefangen (hier und hier), damit vor allem Einwanderer aus dem arabischen Raum nicht länger "diskriminiert" werden – d.i. sich fürderhin als Wölfe in einen schwedisch klingenden Schafspelz kleiden – können. In drei bis zehn Jahren werden es ausschließlich Schweden sein, die Schwedinnen vergewaltigen, nur noch Schweden werden hinter schwedischen Gardinen sitzen, und alle Problemschüler tragen dereinst schwedische Nachnamen (Muhammed Larsson, Muhammad Svensson, Muhammed Muhammadsson).     


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Interessant: Klaus Eberwein, "a former Haitian government official who was expected to expose the extent of Clinton Foundation corruption and malpractice next week", ist tot am Strand von Miami gefunden worden. Die offizielle Todesursache lautet: Suizid durch Kopfschuss. Kurz vor seinem Tod soll er erfahren haben, dass sein Leben in Gefahr sei, "because he was outspoken on the criminal activities of the Clinton Foundation" (hier). Schweigen in den Medien. Sie müssen erst noch recherchieren, ob womöglich Trump oder Putin dahinter stecken...

PS: "Meine Recherche bei Breitbart, Fox News etc. brachte Null, absolut Nichts; gerade dort hätte ich was erwartet", ergänzt Leser ***. "Eine dürre Meldung im Miami Herald, der Mann steckte wohl in finanziellen Schwierigkeiten, Suizid im Motelzimmer und nicht am Strand tot aufgefunden…
Eigentlich schade, denn die Sache hätte gut zu all den Skandalen gepasst."

PPS: Und der Nächste folgt sogleich: Peter W. Smith, "a Republican donor and operative from Chicago's North Shore who said he had tried to obtain Hillary Clinton's missing emails from Russian hackers killed himself in a Minnesota hotel room days after talking to The Wall Street Journal about his efforts, public records show", schreibt die Chicago Tribune (weiter hier). Aber dieser Lebensmüde war wiederum alt und krank. Wahrscheinlich bloß so eine Sache wie der "Fluch des Pharao"...


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Die Sonntage immer den ...!

Als Appendix zu meiner vorgestrigen Verlinkung zu den Auftritten zweier türkischer Popmusik-Sternchen ein wirklich witziger Netzfund. Offenbar hat sich die Übertragung fremdländischen und hier vor allem türkischen Schlagerguts in ein durch suggestive Bilder unterstütztes dada-Deutsch als eigenes Genre auf Youtube etabliert. "Git hadit git", ein Lied über eine unerwiderte Liebe, gilt als die sogenannte inoffizielle Hymne Neuköllns und kehrt wieder als "Keks, alter Keks" (hier; das Original finden Sie hier.)

"Git hadi git" bedeutet, wie ein türkische Freundin mich aufklärt, "Geh, los, geh".  "Ist der mit Ohrsand?" kommt von "hiç sevmiyorsam" ("Wenn Du gar nicht liebst"). Der wirkliche Glanzpunkt ist natürlich "Bu kalb nasıl dayansın" (1,31), lautiert als: "Uh, geil, nasse Hure! – Jaa. – Tschüss!" (deutsch: "Wie soll mein Herz das aushalten?").


Nachtrag: "Dieser Keks", schreibt mir Leser ***, ein milieukundiger Strafvollzugsbeamter, "hat einen Bart, der jeden Taliban neidisch machen würde. Seine Brüder (es gibt noch mehr in diesem Genre) ebenfalls."

Pardon, aber in diesem Eckladen gilt die Maxime (frei nach George Berkeley): Sein ist von mir wahrgenommen werden. Das Video wurde 2011 gepostet. Wenn ich morgen z.B. auf einem Gemälde von Claude Lorrain ein neues, preiswürdiges Lichtspiel entdecke, werde ich nicht säumen, es hier zu preisen, auch wenn es schon 369 Jahre alt ist.