Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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13. Juli 2017


Was alles mit Linkssein nichts zu tun hat:

Hass.
Hetze.
Gewalt.
Indymedia.
Steinewerfen.
Autos anzünden.
Molotow-Cocktails.
Molotow.
Lenin.
Stalin.
Beria.
Jeschow.
Jagoda.
Die Oktoberrevolution.
Die Tschistka.
Der Holodomor.
Robespierre.
Guillotine.
Vendee.
Der Realsozialismus.
Der Nationalsozialismus.
Die DDR.
Honecker.
Ceaucescu.
Die Stasi.
Mao.
Die Kulturevolution.
Der Große Sprung nach vorn.
Die Roten Khmer.
Killing fields.
Venezuela.
Kuba.
Che Guevara.
Kim I. bis III. und evtl. IV.
Die RAF.
Unterdrückung des Geistes.
Unterdrückung der Meinungsfreiheit.
Unterdrückung der Wirtschaftsfreiheit.
Unterdrückung der Eigeninitiative.
Unterdrückung überhaupt.
Der Kampf gegen rechts, sofern "Kampf".

(Wird ggfs. fortgesetzt.)


                                ***


Zur Frage, ob das "Es" in "Es regnet" ein Subjekt ist, schreibt Leser ***, Leser *** widersprechend (siehe Eintrag vom 7. Juli): "'Es läuteten die Glocken' ist nicht dasselbe, wie sich zeigt, wenn man ein anderes Element an die Stelle vor dem konjugierten Verb setzt, etwa 'Leider regnet es' und 'Mittags läuteten die Glocken'. Im ersten Fall rückt 'es', wie man es von einem Subjekt erwarten kann, an eine andere Stelle im Satz, im zweiten verschwindet es einfach. In diesem Punkt muss ich Ihrer Deutschlehrerin also Recht geben: 'Es' ist bei der Bezeichnung von metereologischen Phänomenen zwar semantisch weitgehend überflüssig, syntaktisch aber offensichtlich ein Subjekt. Dennoch gibt es subjektlose Sätze, etwa 'Mich friert'. Ebenso das unpersönliche Passiv, das daher auch mit intransitiven Verben gebildet werden kann: 'Es wurde viel gelacht'. 'Es' ist in solchen Sätzen ein reiner Platzhalter, der verschwindet, wenn die Stelle vor dem Verb durch ein anderes Element besetzt wird ('Trotzdem wurde viel gelacht')."


                               ***

Aber sofort wiederspricht Leserin *** dem Widerspruch, das Schifflein auf dem Ozean der deutschen Grammatik wieder gen sichere Häfen steuernd: 

"Sehr geehrter Herr Klonovsky,
ein ganzer Punkt geht an Ihre Deutschlehrerin an der Wilhelm-Pieck-Oberschule in Ostberlin und ein halber Punkt an Leser *** unter dem Eintrag vom 13. Juli 2017. Der fleißige Leser aus China hingegen irrt.

Was hat es mit dem ‘es’ auf sich? Zunächst zum Leser aus China: Da ‘es’ ein Pronomen ist, kann es selbstverständlich niemals eine adverbiale Funktion haben. In den angeführten Beispielen handelt es sich um verschiedene ‘es’-Typen. Bei Wetterverben wie ‘regnen’, ‘schneien’ oder ‘stürmen’ tritt als Subjekt immer ‘es’ auf. Auch in Sätzen wie ‘Es läutete’ ist ‘es’ ein Subjekt.

Anders hingegen bei ‘Es läuteten die Glocken’. Hier haben sich keine ‘pluralen Subjekte in den Satz eingeschlichen’, schließlich lautet der Ursprungssatz nicht ‘Es läuteten’, sondern ‘Die Glocken läuteten’. In Sätzen wie ‘Es läuteten die Glocken’, ‘Es flogen Steine’ oder ‘In Hamburg flogen Steine’ sind die Glocken bzw. Steine echte grammatische Subjekte, wie man sofort an der Kongruenz des Subjekts und des Verbs erkennen kann: beide stehen im Plural. Bei dem ‘es’ in ‘Es läuteten die Glocken’ handelt es sich um ein Expletivum (ein sogenanntes Vorfeld-es), das aus Gründen der Verbzweitstellung eingefügt werden muß.

Im deutschen Hauptsatz besetzt die finite Verbform immer die zweite Stelle, d.h. die im Satz vorhergehende Position muß durch ein anderes Wort bzw. eine Wortgruppe besetzt werden. Grammtisch sind also Sätze wie ‘Leider regnet es’ ‘Zu unserem Bedauern regnet es’ oder ‘Es regnet leider’. Bei allen drei Sätzen ist ‘es’ das grammatikalische Subjekt. In Sätzen wie ‘Mittags läuteten die Glocken’ verschwindet kein Subjekt, dies sind und bleiben ‘die Glocken’, was man schon daran erkennt, daß Verb und Nomen im Plural stehen. So wie das Vorfeld-es besetzt hier ‘mittags’ das Vorfeld. Ein weiteres ‘es’ kann nicht eingefügt werden."


                                ***


Über "Meuthens neuen Pressesprecher Michael Klonovsky" schreibt irgendein Hochbegabtenforum namens Kontext Wochenzeitung, er sei "ein Mann mit turbulenter Vita: In der DDR Chefredakteur, dann Focus-Redakteur, zuletzt in Unfrieden geschiedener Berater von Frauke Petry und deren Ehemann Marcus Pretzell". Chefredakteur vom Neuen Deutschland nämlich.


                               ***


"Wäre Deutschland eine Aktie", schreibt Leser ***, "würde ich sie jetzt verkaufen. Unbemerkt von den Anlegern sind in den letzten Jahren viel zu viele Verbindlichkeiten in den Büchern aufgetaucht. Das wird dem Unternehmen das Genick brechen. Jetzt aussteigen.

Da mir seitens meiner Regierung und meines Finanzministers mehrfach beschieden worden ist, mit meiner Meinung sei ich im Land meiner Geburt nicht länger willkommen, eruiere ich Möglichkeiten, zuerst mein Vermögen und mittelfristig mich selbst in eine andere Nationalmannschaft versetzten zu lassen. Ich bedauere nur, dass ich diesen Prozess nicht mit der wünschenswerten inneren Kaltschnäuzigkeit vollziehen kann. Wie hieß es so schön und oft? 'Kein Mensch flieht gern aus seiner Heimat!' Das gilt auch für mich. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass der Abstiegskurs aufzuhalten ist. Meine Wahl hat lediglich die Funktion, dass ich dereinst meiner mich scharf ausfragenden Tochter wahrheitsgemäß antworten kann, dass ich den Gang der Dinge erkannte und nicht billigte. In diesem Lichte ist auch mein Wahlbekenntnis zur AfD zu sehen."


                               ***


Vor ein paar Tagen bekam mein Ältester sein Abiturzeugnis, von einem der angesehensten Münchner Gymnasien und in einer durchaus stilvollen Feier (von den drei Instrumentalsolisten, die Beethoven und Chopin intonierten, waren sogar nur zwei asiatischer Abkunft). Die Abiturrede der Schüler hielt der Primus, ein pfiffiger Bub mit einem Abiturzeugnis aus auschließlich Einsen sowie der besten je erreichten Prüfungspunktzahl, überdies ausgezeichnet in einem Essaywettbewerb sowie für die besten Arbeiten in Altgriechisch und Geographie. – Obwohl es nicht mein Sohn war, versetzte mich diese neuerliche Demonstration der natürlichen Grenzen des Egalitarismus in einen Zustand tiefster Befriedigung.