Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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18. Juni 2017


Sachdienliche Durchsage zur Vermeidung gelegentlich auftretender Missverständnisse: Bei den Acta diurna handelt es sich nicht um ein politisches Diarium, sondern um ein ästhetisches.


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"Die Deutschen sind im Grunde gutmütig und naiv, international in Karikaturen insoweit als zipfelmützig gut dargestellt, gleichzeitig sind sie aber sowohl unterwürfig  als auch aggressiv, wie es Churchill treffend beschrieb", nimmt Leser *** auf den Bohei um das Sieferle-Buch Bezug. "Ich meine dazu außerdem: wir Deutschen sind vor allem kollektiv. Das ist die einfachste Erklärung für den ersten Weltkrieg, den Nationalsozialismus, das Durchhaltevermögen während und nach dem Zusammenbruch 1945, den 'Wiederaufbau' das 'Wirtschaftswunder'. Es ist auch die Erklärung für das Funktionieren der DDR über Jahrzehnte. Und auch für der wirtschaftlichen Erfolg der BRD trotz Euro. Und nun kommt noch 'wir schaffen das' dazu. Dieser Kollektivismus (der ja die persönliche Feigheit voraussetzt) ist das eigentliche Übel.
Noch kürzer: Nationalsozialismus und Bahnhofsklatscher sind die zwei Seiten ein- und derselben Medaille."

Na was denn sonst!


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"Ein zentrales Merkmal der Deutschen ist ihr fundamentaler Sozialdemokratismus, der sich über das gesamte politische Spektrum erstreckt. Sein Kern besteht darin, daß Differenzen aller Art für schlechthin unerträglich gelten. Die politische Formel hierfür lautet: 'Angleichung der Lebensverhältnisse'. Es erscheint als selbstverständlich, daß das Leben in sämtlichen Teilen des Landes grundsätzlich gleichartig sein soll. Zonen größerer Differenz müssen daher eingeebnet werden. Es gilt schlichtweg als Skandal, wenn in einer bestimmten Gegend der durchschnittliche 'Lebensstandard' wesentlich von dem in anderen Gegenden abweicht."
(Rolf Peter Sieferle, "Finis Germania", S. 25)

Und wenn die allgemeine Hebung des Lebensstandards nicht mehr möglich ist, weil die sukzessive Ersetzung von Facharbeitern und Ingenieuren durch Sekundäranalphabeten mit laxer Arbeitsmoral die Gesellschaft insgesamt sowohl schläfriger als auch lockerer gemacht hat, bleibt nurmehr noch die allgemeine Senkung des Lebensstandards auf ein der sozialdemokratischen Seele angenehmes, d.i. planiertes Niveau. 


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Aber die Sonntage immer den Künsten!

Was "Vom Blatt spielen" heißt, obendrein mit dem prominentesten aller Umblätterer, sehen Sie hier (die technische Qualität ist etwas eingeschränkt); wer gleich "durchbrechen" will: ab 18.20 (ich habe das Finale, glaube ich, schon einmal verlinkt).

Und wenn wir schon bei Händel sind: Als ein Mensch, der unter den Instrumenten neben dem Saxophon speziell die Gitarre schwer zu ertragen findet, leiste ich Abbitte hier.