Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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7. Juni 2017


Leser *** macht mich darauf aufmerksam, dass ich bei meinem Venedig-Besuch das Beste verpasst habe. Im "Museo Correr" gegenüber von San Marco nämlich hat man das Einerlei alter Staubfänger mit den Arbeiten neuer Meister_innen ergänzt und bereichert, wobei Letztere den Besucher mit der aktuellen Völkerwan-, nein, mit der illegalen Masseneinwan-, nein, auch nicht, mit dem europäischen Flüchtlingsdrama konfrontieren sollen. Das Haileid ist die Installation "11.146.312 Meter" der zu Unrecht nicht saharaweit bekannten Künstlerin Francesca Montinaro. Dies soll nämlich exakt die Distanz gewesen sein, die "Ashra" von der Subsahara bis zur italienischen Küste zu Fuß zurückgelegt habe (ich wähle den Konjunktiv, weil diese Geschichten sich gelegentlich als erfunden entpuppen, aber in jedem Fall stimmen könnten). "Warum Ashra losgelaufen ist, warum sie gerade nach Italien gelaufen ist und warum die Errichtung der Eisenbahnlinie Subsahara -> Kueste Italiens noch nicht einmal im Planungsstatus ist, muss sich der Betrachter des Kunstwerkes selbst erschliessen", notiert Leser *** betroffen. Die Installation besteht aus einem funktionstüchtigen Laufband, auf dem der Kunstkenner mehrere Meter aus Solidarität mit Ashra gewissermaßen nachträglich mitlaufen kann. Dafür gibt es dann ein Teilnehmerzertifikat und Lob in den sozialen Netzwerken, vielleicht springt noch eine Luftfahrt- oder Tourismusgesellschaft mit aufs Band und vergibt Bonusmeilen. Am Pfingstwochenende hatten empathische Zeitgenossen schon insgesamt rund 100 Solidaritätskilometer abgespult, mitunter wohl sogar einzelne Schweißtröpfen als Perlen der Anteilnahme und Völkerfreundschaft auf dem Kunstwerk hinterlassend.


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Leider hat die Künstlerin es versäumt, die Reise übers Mittelmeer in ihr Werk zu integrieren. Zum Beispiel durch ein Salzwasser-Aquarium, in welches der solidarische Besucher nach den Strapazen des Laufbands hätte steigen können. Sicherlich würde auch Iris Berben eine ihrer einladend ausladenden alten Badewannen zur Verfügung gestellt haben. Dort hätte sogar noch ein symbolischer Schlepper (= Befreier) mit hineingepasst.

Das Laufband kann übrigens nach seiner venezianischen Station von anderen europäischen Museen gebucht werden. Zum Beispiel für den Fall, dass man auf ihm solidarisch die Strecken mitlaufen mag, die europäische Frauen auf der Suche nach Schutz vor Schutzsuchenden zurückgelegt haben.
   

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Ein Bekannter schickt mir einen Link zur ZDF-Sendung "Was nun Frau Merkel?" vom 13. November 2015 (hier). Darin fällt ein Satz, der für meine Begriffe außerhalb der linksextremen Szene nicht hinreichend Beachtung gefunden hat. Die Kanzlerin sagt: "Ich kämpfe für meinen Plan, (...) aus Illegalität Legalität zu machen" (ab Min. 29,50). Eine in mehrerlei Hinsicht bemerkenswerte Aussage. Zunächst einmal hatte nicht nur Egon Olsen einen Plan, sondern auch Frau Merkel hat einen. Ihr Willkommensputsch gegen jenen deutschen Souverän, auf den sie ihren Amtseid abgelegt hat, resultiert also keineswegs nur aus Gewurstel, Angst vor schlimmen Bildern, Starrsinn und Idealismus zu Lasten Dritter, sondern folgt einerm Plan und ist, wie wir am täglichen Einsickern immer neuer Menschengeschenke durch die porösen deutschen Grenzen beobachten dürfen, keineswegs beendet. Dass sie Illegalität in Legalität umwandeln will, beweist wiederum, dass ihr weder der Begriff noch die Tatsache des illegalen Handelns fremd sind, sie aber einen Weg kennt und zu weisen entschlossen ist, auf dem sich dieses unerfreuliche Faktum aus der Welt schaffen lässt. Der kann nach der so elastischen wie aggressiven und vor allem rechtswidrigen Überdehnung des Asylrechts nur in der so elastischen wie aggressiven Erweiterung des Staatsbürgerschaftsrechts bestehen. Illegalität in Legalität verwandeln, heißt: Der große Bevölkerungsaustausch steht erst am Anfang und wird von diesen Figuren unbeirrt fortgesetzt. Für Merkel gibt es ohnehin kein Leben nach Merkel. Aber wie ist das bei den Merkel-Wählern?

Wie sehr sich die Kanzlerin um die Deutschen und deren Probleme schert, kann man am Ende der Sendung studieren, wo sie mit Zuschauerfragen konfrontiert wird. Mit keinen Satz geht sie auf die Nöte der einheimischen Geringverdiener und Kleinrentner ein, die den Stoß der von ihr losgetretenen Masseneinwanderung auffangen müssen. Umstandslos ist sie mit ihren Antworten wieder bei den Problemen der Welt und der gebotenen Alimentierung derer, die noch nicht so lange hier sind. – Immer wieder die Frage: Wer wählt so was?

PS: Leserin *** hat sich den Tort angetan, Merkels Äußerungen, auf die ich hier anspielte, exakt zu stenotypieren:

Moderatorin verliest die Frage einer Bürgerin:
"Frau Merkel, Sie sagen, Deutschland schafft das finanziell. Aber warum wird dann nicht Geld für marode Schulen und Kindergärten verwendet, wieso müssen die Gemeinden jeden Cent zweimal umdrehen, und warum bekomme ich, wenn ich in ein paar Jahren nach 45 Arbeitsjahren im Gesundheitswesen in Rente gehe, kaum 700 Euro? Mir wird schlecht, wenn ich daran denke."
 
Frau Dr. Merkels Antwort:
"Ich sag ihr erst mal, dass äh, sie natürlich Sorgen hat wie viele Menschen in Deutschland, und diese Sorgen werden wir natürlich nicht vergessen, wir haben heute zum Beispiel 'ne Pflegereform verabschiedet im Deutschen Bundestag, die den … die gesamte Pflegeleistung verbessert, den Pflege-Begriff auch auf Demenzkranke ausweitet … das sind alles Schritte, die wir machen müssen, weil ich weiß, dass es wirklich nicht jedem in unserem Land gut geht. Unbeschadet dessen isses aber auch so, dass es auch unser Prinzip ist, Menschen in Not zu helfen und … jetzt geht’s ja um die Angst. Die Angst, dass wir's vielleicht finanziell nicht stemmen; ich glaube, wir sind im Augenblick gut aufgestellt, wir konnten jetzt sogar wieder einen Haushalt verabschieden, ähm der keine neuen Schulden aufnimmt, jedenfalls im Bereinigungs … des Haushaltsausschusses, s'war gestern so … und jetzt geht es um die richtige Integration … und da, glaub' ich, haben wir in der Vergangenheit Fehler gemacht, die vielleicht auch manche Sorgen der Menschen jetzt hervorbringen; wir haben bei den Gastarbeitern nicht sofort Sprachkurse gemacht, nicht sofort Integrationskurse, und ich sag ihr ähm auch ganz klar: Wer zu uns kommt, muss sich auch an unsere Regeln halten … manche denken auch, wird das dann mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau weiter klappen, da muss man von Anfang an auch klare Zeichen setzen."
 
Moderatorin: "Sagen Sie ihr auch: Es wird nicht ohne Opfer gehen? Viele meinen doch, wenn man … wir sozusagen so viel Geld haben, wenn wir's zusätzlich stemmen können … aber wird es ohne Opfer gehen? Müssen Sie da nicht ein klares Wort an die Bürger richten?"
 
Frau Dr. Merkels Antwort:
"Nein, dieses Denken in Opfern finde ich auch falsch. Es wird eine Anstrengung sein, es wird an einigen Stellen auch eine große Bereicherung für uns sein, es wird vielleicht auch ähm uns neue Erfahrungen bringen. Wir müssen's richtig anstellen, es gibt uns große Aufgaben auf, da will ich überhaupt nicht drumrumreden, aber wenn wir das auch gut machen, dann wird die Demokratie und dann wird das, was uns auszeichnet, und warum Menschen gerne in Deutschland leben, vielleicht auch über unsere europäischen Grenzen hinaus Akzeptanz bekommen – das ist auch ein Prinzip … und dann haben wir vielleicht weniger Kriege, und dann haben wir vielleicht weniger Leid auf der Welt."

Nach dem Drama des Dritten Reichs und mit jenem ursächlich verbunden, folgt das Satyrspiel, nach der Explosion die Implosion; eine stammelnde, sabbelnde, in einem Deutsch, für das es in einer vernünftigen Schule Stockschläge gesetzt hätte, technokratisches Bla-Bla-Bla absondernde Führerin – Fremden-Führerin – gibt eine der ehemals bedeutendsten Kulturnationen der Invadierung und Ausplünderung preis und darf sich dabei einer nicht unbedingt allgemeinen, aber zum Wahlsieg hinreichenden Zustimmung eines neurotisierten, schicksalsergebenen, auf ein schlechtes Gewissen in Permanenz dressierten Bevölkerungsvolkes sowie eines verlässlich siegheilbrüllenden Escortdienstes der Medien gewiss sein. Was für ein gestörtes, was für ein dummes, was für ein närrisches, was für ein lustiges Land. 


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"Natürlich hat der Terror nichts mit dem Islam zu tun. Wer etwas anderes behauptet, gefährdet unsere Sicherheit", schreibt in der Huffington Post, neben Bento das Standhafteste, was deutscher Wahrheits- und Qualitätsjournalismus momentan zu bieten hat, ein Journalist mit dem Märtyrernamen Sebastian Christ (hier). Wer etwas anderes behauptet, gefährdet zumindest seine Sicherheit. Doch unser Namenschrist will mehr: "Wir sollten den Islam als unseren wichtigsten Alliierten im Kampf gegen den Terror begreifen." Wie die SPD im Kampf gegen die Antifa? Die Tabakindustrie im Kampf gegen den Lungenkrebs? Die Huffington Post im Kampf gegen den Leserschwund?

Was uns der Alliiertensucher vermutlich sagen will, ist: Wir sollten den Islam als wichtigsten Verbündeten im Kampf "gegen rechts" begreifen. Ansonsten gehört dieser Kommentar in die endlose Reihe der journalistischen Statements, die unter der Maxime verfasst werden: Wie kann ich mit einer peinlich feigen Aussage möglichst mutig wirken? (Siehe etwa auch diesen Kommentar der Süddeutschen; diese Habitats-Lakaien haben wahrscheinlich keine Ahnung, dass die indivduellen Freiheiten im Kaiserreich jene der späten Bundesrepublik durchaus überstiegen, obwohl Parlament und Regierung an der sukzessiven Abschaffung der Letzteren gerade erst zu arbeiten begonnen haben. Heinrich Mann hat den Typus Diederich Heßling als Karikatur erfunden, doch erst in der zweiten deutschen Republik wurde er mehrheitsfähig und konnte sich an die Spitze der Gesellschaft hinabschleimen.)


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Eigentlich will ich den Leser dieses schöngeistigen Diariums nicht mit "Einzelfällen" belästigen, doch es ist die Pflicht des gewissenhaften Chronisten, gerade anhand solcher Fälle zu demonstrieren, dass sich im Grunde nichts in Deutschland geändert hat, seit vom Balkon des Kanzleramts die Willkommensdiktatur ausgerufen wurde. So erstach etwa in der Oldenburger Innenstadt unter großem Hallo ein Syrer einen Landsmann, weil der – mitten im Ramadan! Stunden vor Sonnenuntergang! – ein Eis aß, und von rechts geht nun schon wieder die Hetze los. Dabei wird man in Deutschland seit praktisch jeher wegen weit geringfügiger Vergehen bis aufs mindestens Nasenblut attackiert, etwa wegen eines Schalke-Schals im Dortmund-Block oder umgekehrt, und das auch auch noch ganzjährig! Und seit wann haben die Rechten etwas dagegen, wenn ein Ausländer weniger in Deutschland lebt, he?  

Oder dieser Fall: In einem Therapie-Zentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken ist ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes von einem Syrer umgebracht worden. Der Flüchtling war mit dem Berater in Streit geraten und hatte ihn dann mit einem Messer niedergestochen. Der 30 Jahre alte Psychologe starb noch an seinem Arbeitsplatz. Aber er hatte immerhin einen! Über den Auslöser des Streits konnte die Polizei keine Auskunft erteilen, gewiss sei allerdings eines: "Terror ist überhaupt nicht im Spiel." Natürlich nicht. Nicht mal Islam! Nur andere Mentalität. Höchstens Psychoterror seitens des Vernehmers. Merke: "Du gehst zum Psychologen? Vergiss das Messer nicht!" Und mal unter uns: Wer hat nicht gelegentlich das brennende Verlangen verspürt, so einem Verständnis heuchelnden, klugscheißerischen Seelenklempner eins zwischen die Hörner zu geben? Nun hat sich endlich jemand getraut!

Berlin: Antänzer verletzen 75jährigen schwer (hier): Kann passieren! Verklemmter Deutscher halt.

Rottweil: Junge schlägt Mädchen krankenhausreif (hier): Irgendwas wird sie schon gemacht haben. Und jetzt weiß sie immerhin, dass sie so was künftig besser lässt.

Bonn: Mehrere "junge Männer" belästigen in der Umkleide eines Schwimmbades eine 46-jährige Frau und deren zwölfjährige Tochter. Den neunjährigen Sohn, der sich in der Herrenkabine umzog, soll die Bande mit einer Schusswaffe bedroht haben (hier). Vermutlich mit einer Spritzpistole. So was haben wir früher dauernd angestellt. 

Köln-Hürth: "Männergruppe" verfolgt und umzingelt 17jährige: "In Höhe der Freiherr-von-Stein-Straße wurde sie schließlich von den Männern eingeholt. Einer der Angreifer entriss ihr das Handy. Danach umringten die Männer die junge Frau, berührten sie unsittlich am ganzen Körper und verletzten sie im Gesicht" (hier). Na die soll erst mal aufs Oktoberfest gehen!

Essen: Am Mittwochvormittag hat ein Mann eine Seniorin, 78, im Lührmannwald überfallen. Er stach der Frau mit einem Messer in den Bauch und stahl ihre Handtasche. Nun hat die Polizei den Täter geschnappt. Einzige Angabe zur Person: Er wohnt im Stadtteil Margarethenhöhe (hier). Sicherlich schon seit Generationen.

Essen, da capo: Ein 37-jähriger Ghanaer hat einen Mann im Bus mit dem Nothammer attackiert, weil der andere ihn angestarrt hatte. Seinen Ausraster begründete er gegenüber der Bundespolizei damit, dass er wegen des Ramadan lange nichts mehr gegessen habe (hier). Kennt jeder aus seinem Fastenkurs.

Berlin: Fünf "junge Männer" schlagen eine 31jährige Frau und ihren Begleiter zusammen (hier). Das ist ja nun mal wirklich gelebte Gleichberechtigung!

Und noch mal Berlin: "Antänzer schlagen in Schöneberg auf Passanten ein" (hier). Antänzer hatten wir aber schon. "Wohlan! Noch ein Mal!" (Nietzsche). 


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Russische Hacker sind in den vergangenen Wochen in die Rolle der Weisen von Zion geschlüpft. Das FBI, CNN und Spiegel online (hier) machen die Geheimorganisation inzwischen sogar für den Katar-Konflikt verantwortlich. Vermutlich stecken aber auch hinter diesem Vorwurf russische Hacker.


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"Behörden haben geschlampt: Attentäter hätte längst integriert sein müssen" (Bernd Zeller).
"Plötzlich Schlossprinzessin: Manuela Schwesig, zuvor bei ABBA und Ministerin für Familiennachzug, Miss Groko" (derselbe). Hier!


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Nicolaus Fest über den Ersatzstaatsfeind Nr. 1: "Genießen Sie den Feinstaub!" (hier)


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Der sogenannte Frontmann einer Combo namens "Die toten Hosen", Campino geheißen, nimmt Anstoß daran, dass sich die Schlagersängerin Helene Fischer nicht politisch äußert, was er selber offenbar für des Künstlers, quatsch: des Komödianten – oder wohl doch eher: des Kaspers – dringlichste Aufgabe hält. Das sei zwar ihr gutes Recht, "und ich will das auch gar nicht bewerten", sagte der Herr Campino dem Kölner Express. "Aber was wäre, wenn sie sagen würde: 'Ich bin gegen die AfD und gegen die rechtsextreme Stimmung?'"

Dann, Gevatter, würde sie couragiert dasselbe tun, was alle etablierten Parteien mit Kanzlerin und Bundespräsidenten an der Tete tun, außerdem sämtliche Zeitungen und TV-Sender, alle Kirchen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organsiationen, Unternehmen, Vereine, Zentralräte, Theater, Schulen, Universitäten, die Antifa, ja sogar viele Kneipen ("Kein Bier für..."). Vielleicht ist das ein bisschen zuviel deutsche Volksgemeinschaft für eine Schnulzensängerin mit Migrationshintergrund? Und eher eine Aufgabe für eine wahrhaft rebellische Punkband?