Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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20. Mai 2017


Apropos Fremdenfeindlichkeit in Sachsen: Das "dunkelste Bundesland" (stern) wehrt sich vergebens gegen die Buntwerdung, wie die folgenden, höchst unvollständigen, aber die Studie des "Göttinger Instituts für Demokratieforschung" an Repräsentativität wohl noch übertreffenden Meldungen illustrieren.

Eins. "Aggression unter Asylbewerbern steigt dramatisch", meldet Bild unter Berufung auf Zahlen des Innenminsteriums. "Beispiel Syrer: Im Jahr 2013 gab es sachsenweit 23 syrische Täter, die Körperverletzungen begingen. Im vergangenen Jahr waren es 678 Syrer!" In Chemnitz stieg die Zahl der Körperverletzungen in der vergangenen Dekade um fast 50 Prozent. Allerdings belegten die Zahlen, klagt das Blatt, dass Asylbewerber Täter und Opfer würden, also, typisch, die Ausländer gewissermaßen den Skinheads die Arbeit wegnehmen. Aber dass zwischen Tätern und Opfern eine hohe Reziprozität, ja Austauschbarkeit besteht, dass "wir alle" nicht nur Opfer, sondern auch Täter werden können bzw. es sind, steht ja seit Jahren in der wöchentlichen Hamburger Faktensammlung Die Zeit, die speziell im Osten mehr Leser verdiente. "Als Ursachen für die hohe Gewalt unter Flüchtlingen sehen Experten das hohe Frustpotenzial und die Perspektivlosigkeit unter den vielen jungen Männern, die oft räumliche Enge – und Alkoholmissbrauch", meldet wiederum Bild. Deswegen beginnen sie in Hamburg jetzt mit der Beschlagnahmung von privaten Wohnraum (hier), um die vielen jungen Männer (= Synonym für "Flüchtlinge"?) voneinander zu trennen. Dort wird es mit der Perspektive für den durchschnittlichen z.B. syrischen Sekundäranalphabeten zwar auch nicht besser, aber die Palette der Aggressionsmülleimer für die Frustriertesten unter ihnen erweitert sich ins nahezu Abwechslungsreiche.

Zwei. Auf dem Sonnenstein in Pirna ist ein Afghane mit dem Messer auf einen Pirnaer losgegangen. Der Eingeborene hatte den Neumitbürger kulturunsensibel zur Rede gestellt, weil dieser den vierjährigen Stiefsohn des schon länger hier Lebenden berührt haben soll. In seiner Ehre gekränkt, griff der Afghane dorthin, wohin man als echter Kerl eben greift, wenn es um die Ehre geht (mehr hier). Der Sachse konnte die Messerattacke abwehren, der Einwanderer wurde verhaftet, aber rasch wieder auf freien Fuß gesetzt, denn Sachsens Gefängnisse sind mit dem Gold aus den Schiffen ohnehin zunehmend überfordert (hier). Immerhin: Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung, bestätigte ein Polizeisprecher. Den Pirnaer wird's erleichtern.

Drei. "Die beiden Männer, die einen 40-Jährigen in Dresden vor einen herannahenden Zug auf die Gleise gestoßen hatten, sind nun doch wegen eines versuchten Tötungsdelikts verhaftet worden. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft ein Tötungsdelikt verneint. Das hatte eine Welle der Empörung ausgelöst. Nun teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit, den 23 und 27 Jahre alten Männern werde laut Haftbefehl versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen. Sie sollten noch im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Männer hatten den 40-Jährigen auf einem S-Bahnhof im Streit samt Fahrrad auf die Gleise gestoßen und daran gehindert, zurück auf den Bahnsteig zu gelangen. Der Fahrer der herannahenden S-Bahn hatte den Vorfall bemerkt und mit einer Schnellbremsung Schlimmeres verhindert" (hier).
Mal sehen, wie schnell auch diese armen Menschen wieder auf freiem Fuß sind.

Vier. Wo Chemnitz, Dresden und Pirna sich hervortun, will der neue Bundesliga-Vizeprimus Leipzig nicht abseits stehen. (Goethe nannte die Stadt bekanntlich sein "Klein-Paris"; er ahnte gar nicht, wie recht er eines – heute aber noch entzückend fernen – Tages damit haben könnte.) "Eskalation vor Döner-Laden – Menschenmenge geht auf Polizei los" (hier). Immer bilden sich diese mysteriösen "Menschenmengen", wenn ein gruppenbezogener Einzelfall stattfindet! Und endlich auch in Sachsen!

Noch freilich stehen sie im Ei-verbibbsch-Land am Anfang; wie es ausschaut, wenn die Buntheit auf die Zielgerade einbiegt (um mal eine kanzlerinnenamtstaugliche Metapher zu machen) und die Jüngsten erreicht, können sich die Düsterdeutschen hier anschauen.


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Zur Erinnerung an große Zeiten:



Die Kopie bzw. das Sartyrspiel fand bekanntlich vergangenes Jahr statt: "Künstler und Intellektuelle unterstützen Merkels Flüchtlingspolitik" (hier), wird aber täglich munter fortgesetzt. Überall reckt der subventionierte Opportunismus der Kulturschaffenden, bebend vor Kühnheit, sein meutenmutiges Haupt gegen Staatsfeinde, Boykotthetzer und anderes feindlich-negative Gesindel: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!"