Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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19. Mai 2017


Zwei Tage lang lief in den Staatsmedien von Tagesschau bis taz die Meldung rauf und runter, einer Studie des "Göttinger Institus für Demokratieforschung" zufolge breite sich im ohnehin zivilgesellschaftlich zurückgebliebenen Osten die Buntheitsverweigerung nunmehr endemisch aus. Immerhin die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hatte der erschüttert aufächzenden Öffentlichkeit zwar nicht gleich einen Generalplan Ost, aber immerhin eine Studie namens "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland" präsentiert, die, wie etwas genauere Leser derselben als die trendkonformen Huschelchen der Wahrheits- und Qualitätspresse feststellten, auf 40 Interviews aus zwei sächsischen Regionen fußte (hier). Nun, was ist denn gegen die Vierzig zu sagen? Vierzig lautet die Symbolzahl der Prüfung, vierzig Tage dauert im Alten Testament der Regen der Sintflut, vierzig Tage verhandelte Moses auf dem Berg Horeb mit Gott und versuchte vergeblich, ihm das sechste Gebot auszureden, vierzig Tage verweilte der von den Toten erstandene Jesus noch auf Erden, bevor er zum Himmel aufstieg, vierzig Jahre war Mohammed alt, als er die ersten Visionen empfing, vierzig ist das Mindestalter des Bundespräsidenten, vierzig Räuber rückten dem Ali Baba auf die Pelle, und nun zeugen vierzig Gerechte gegen Dunkeldeutschland, wobei sich unter den repräsentativen Vierzig auch einige grüne, linksparteiliche und asyllobbyistische Ausgewogenheitsgaranten befanden. Allerdings ist nach neueren Erkenntnissen die Symbolzahl gefährdet. ScienceFiles schreibt: "Auf der Liste der Personen, die vom Göttinger Institut für Demokratieforschung interviewt worden sein sollen, tauchen Namen von Personen in bestimmten Positionen auf, die es nicht gibt."

Na so was! Fake News, "Hetze" und "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" vom Allerfeinsten?



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"Jenseits ihrer Religion und ihrer SPD-Mitgliedschaft ist bei Frau Özoguz schlicht keine spezifische Kultur identifizierbar."
Alexander Wendt


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Deutschland wird täglich bunter. In Hessen spricht nach Angaben von Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) jeder zweite Gefangene kaum Deutsch. In der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden sind es sogar 75 Prozent, meldet Bild unter der Schlagzeile: "Deutsch wird im Knast zur Fremdsprache" (über das Kanzleramt würde die Gazette dergleichen nie berichten). Hinter Gittern herrscht also bereits jene noble Vielfalt, der sich die Sachsen und andere Pöbeldeutsche draußen noch dumpf verweigern. Nachdem die Bundeswehr als Schule der Nation ausgedient hat, treten die Justizvollzugsanstalten in die zugegeben klein gewordenen Fußstapfen der längst nur noch mit ihrer Vergangenheit kämpfenden Truppe.

Aber ein paar graue Mäuse in Hessen freuen sich nicht über so viel Weltoffenheit. "Es gibt ganz klar einen Zusammenhang zwischen fehlenden Deutschkenntnissen, Scheitern im Bildungs-System, Drogen und der Chance, früher oder später in Haft zu kommen. Diesen Cocktail des Scheiterns wollen wir durchbrechen", vertraute Kühne-Hörmann, wir raten mal nicht nach dem wievielten Cocktail, der Bild-Zeitung an.

Kann es sein, dass der eine oder andere im Bildungssystem welches Landes auch immer Gescheiterte die "Chance", hierzulande ins Gefängnis zu kommen, nur deshalb nutzen konnte, weil ihm zuvor die Chance, unrechtmäßig nach Deutschland zu kommen, nicht verwehrt wurde? Und zwar von jener Parteispitzenfreundin Kühne-Hörmanns, die man nach diesem Urteil des Hamburger Landgerichts inzwischen – wenn auch nur in überspitzter satirischer Absicht! – als "FDJ-Schlampe" bezeichnen darf? Aber einen Zusammenhang zwischen Masseneinwanderung und Gefängnis herzustellen, das geht zu weit, das sind Cocktails des Scheitans auf die zu durchbrechenden Mühlen der Rechtspopulisten!


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Inzwischen pfeifen es sogar Sozialdemokraten von den Dächern ihrer toskanischen Villen, dass die sogenannte Energiewende aber so was von gescheitert ist (wenn Sie diesen Brief nicht aufgezogen bekommen, klicken Sie hier):






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"Sehr geehrter Herr Klonovsky,

in den acta diurna erwähnen Sie ein Interview mit dem Stuttgarter Philosophen Weingarten und weisen, als süffisantes Detail, auf dessen Mitgliedschaft in der Partei Die Linke hin. Als ich seinerzeit noch in Stuttgart studierte, zierte eine interessante Viererreihe Weingartens Bürotür (s. Anhang). Diese Hierarchie der roten Geistesgrößen hing dort im Übrigen dauerhaft, war demnach also kein Scherz von Studentenseite, bzw. wenn, dann einer, den sich Weingarten gerne gefallen ließ. Das frappierte mich damals schon und ich überlegte mir, was wohl geschähe, hinge ein Geschichtsprofessor ein Bild von sich in trauter Runde mit einigen Massenmördern anderer Couleur an die Bürotür....
Nun ja, das alte Lied.

Es grüßt Sie herzlich,
***"