Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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16. April 2017


Immer wieder erreichen mich Schreiben von christlichen Zeitgenossen, die in mir einen leider Gottes einstweilen noch ungläubigen Geistesverwandten erblicken. Das sei Ihnen, Brüder und Schwestern in Christo, unbenommen. Der eine oder andere Übereifrige freilich (es handelt sich ausschließlich um Herren) will mich missionieren. Dazu fällt mir zweierlei ein. Zunächst ein jüdischer Witz.

Itzig kommt von der Schule nach Hause. Sein Vater, ein liberaler Jude, fragt ihn, was er heute gelernt habe. Itzig berichtet, der Lehrer habe erzählt, dass Gott sich den Gläubigen in dreierlei Gestalt offenbare: als Vater, Sohn und heiliger Geist.
Darauf blickt ihm der Vater sehr ernst in die Augen und sagt: "Mein Junge, merk' dir bitte ein- für allemal: Es gibt nur einen Gott – und wir glauben nicht an ihn!"

Die zweite Anmerkung möge ein Aphorismus von Gómez Dávila sein: "Der Skeptizismus ist die asketische Nachtwache vor dem Kreuzzug."

(Es handelt sich um eine der stärksten Sentenzen, die er geschrieben hat; man möchte nur diesem grandiosen Bild zuliebe auf die Knie fallen. Aber die einzige Instanz, vor der ich freiwillig das Knie beugen würde, ist der König von Preußen.)

Ich wünsche den Lesern dieses Diariums ein frohes Osterfest.


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Späte Erkenntnis eines DDR-Erfahrenen: Im Westen war tatsächlich alles besser. Sogar die Gehirnwäsche.


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Man sollte einmal einen Menschen ausschließlich mit Bestsellern füttern, analog zur Erbsendiät von Büchners Woyzeck. Nach zehn Jahren darf dieser Mangelernährte eine Rede vor der Akademie halten, die dann allen Bestellerlisten als eine Art Beipackzettel angefügt wird.


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So bunt wie ein Nikab.


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Die Araber, hören wir immer wieder rühmen, haben während des finsteren europäischen Mittelalters die antiken Texte bewahrt. Die aus welchem Kontinent stammten?


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Der Rechte: In jeder Minute, die wir uns unterhalten, wird irgendwo in unserem Land eine Frau von einem Einwanderer sexuell belästigt, bezieht irgendwo ein Einheimischer Prügel von jugendlichen Migranten.

Der Linke:
In jeder Minute, in der wir uns unterhalten, wird ein Flüchtling von Einheimischen angepöbelt, gejagt oder geschlagen.

Der Rechte: Kann es sein, dass wir es mit einem Aktions-Reaktions-Schema zu tun haben?

Der Linke: Wollen Sie etwa behaupten, die Anschläge auf Asylbewerberheime seien gerechtfertigt?

Der Rechte: Nein, ich behaupte das nicht. Gott behauptet das. Die Natur behauptet das. Derjenige, der den Menschen seine Revierverteidigung- und Überlebensinstinkte eingab, behauptet das.

Der Linke: Das ist Biologismus. Der Mensch ist ein soziales Wesen und durchaus imstande, sich mit Fremden zu arrangieren und mit ihnen zu teilen.

Der Rechte: Was aber, wenn die Fremden nicht die Absicht haben, sich zu arrangieren, sondern ganz biologistisch auf Beute aus sind?

(Wird unendlich fortgesetzt.)


                        ***


Leser ***, Arzt aus ***, schreibt, hier stellvertretend für zwei Dutzend ähnlich lautender Zuschriften zitiert, zu meiner Erklärung über "Bonnie und Clyde":

"Sehr geehrter Herr Klonovsky,
offensichtlich gehört es zum Wesen dieser Ps. alle, die mit ihnen in Kontakt kamen, enttäuscht und angeekelt zurückzulassen. (…)
Herr P. ist ein Psychopath wie aus dem Lehrbuch. Er hat in mir schon bei der ersten Begegnung äußersten Abscheu erregt.
Psychopathen können ihr Spiel treiben, weil bei vielen Menschen die Antennen fehlen. Sie gehören offensichtlich (dies ist nicht als Vorwurf gemeint) zu den Antennenlosen, sonst wären sie niemals auf P. hereingefallen.
Bei Frauke P. ist es nicht ganz so offensichtlich. Bei meiner Arbeit im ***ausschuss der AFD wurde mir sehr schnell klar, dass die Agenda dieser Dame ausschließlich ihr persönliches Fortkommen ist.
Ebenso wie Herr P. war sie beim Eintritt in die AFD bankrott."


                       ***


Auf facebook schreibt AfD-Mitgründer Konrad Adam:

"Der Münchner Publizist Michael Klonovsky hat sich in dem für ihn typischen, sarkastischen Tonfall über das eigenwillige Geschäftsgebaren von Marcus Pretzell geäußert, dem Spitzenmann der AfD bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Er wirft ihm Falschspiel, Hochstapelei, Vertragsbruch und Ähnliches vor, wahrscheinlich zu Recht. Das letzte Wort hat hier wie immer die Justiz.

Weil aber auch Klonovsky in geschäftlichen Dingen nicht ganz unerfahren ist, muss er sich fragen lassen, warum er sich über die Bonität seines Partners denn nicht beizeiten kundig gemacht hat. Hätte er bei der Creditreform Pretzells Namen aufgerufen, wären ihm die Augen auf- oder übergegangen. Dort wird vor Geschäftsbeziehungen zu Pretzell und seiner Firma, der Maloony-Projektentwicklungs-GmbH, dringend gewarnt. 'Kredite werden abgelehnt, von einer Geschätsverbindung wir abgeraten' heißt es dort wörtlich; es bestehe ein nahezu hundertprozentiges Ausfallrisiko.

Wer eine Firma gründet, geht ein Risiko ein, er kann scheitern. Pretzell ist gescheitert, ist im amtlichen Schuldnerverzeichnis gelandet und hat die von ihm verlangte Vermögensauskunft, vulgo Offenbarungseid, zweimal verweigert. Aber er wusste sich zu helfen, denn er beschloss, Politiker zu werden, wurde es dann ja auch. Er ist Landesvorsitzender der AfD, Abgeordneter in Brüssel, Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Eheman von Frauke Petry und manches mehr.

Ein Mann mit einem Ruf wie Donnerhall. Ein Mann, der die Wähler vor die Entscheidung stellt, ob sie ihm das Vertrauen schenken wollen, um das er sie wie alle Kandidaten bitten wird. Ob sie einen Spieler wie ihn als Volksvertreter in den Landtag schicken wollen. Ob sie ihm zu einer Immunität verhelfen wollen, die er nicht verdient, und ihn vorm Zugriff des Gerichtsvollziehers bewahren wollen, den er sehr wohl verdient.

In geschäftlichen Dingen soll die Justiz das letzte Wort haben, in der Politik hat es der Wähler."


                        ***


Apropos Ostern: In Bochum kam es zum Wettbewerb zwischen bunt und bunt. Das buntere Deutschland gewann (hier).