Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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14. April 2017


Kehren wir nach den Aufwallungen der letzten Tage allmählich zur schönen Eckladen-Normalität zurück, auch wenn es einstweilen noch ein paar erregte Zeitgenossen, die normalerweise in Discountern und Großhandelsketten verkehren, hierher verschlägt, von denen wiederum ein exklusiver Kerntrupp meint, der Ladenbetreiber handele keineswegs auf eigene Rechnung, sondern im sinistren Dienste der Staatsmonopolisten.

In solchen Fällen ist jede Antwort falsch.

Die Mails, die in den vergangenen 24 Stunden direkt bei mir ankamen, darunter viele von (z.T. auch ehemaligen) AfD-Mitgliedern, die mit Bonnie und Clyde zu tun haben bzw. hatten, von ehemaligen Geschäftspartnern sowie entfernten Verwandten, lassen sich zusammenfassend in dem Satz verdichten: Sie waren noch viel zu zurückhaltend.

Bedenkenswert andererseits die zuweilen in den (a)sozialen Medien an meine Adresse vorgebrachte Frage, ob ich denn auch vom Leder gezogen haben würde, wenn ich absprachegemäß bezahlt worden wäre. 

Ja, das wüsste ich auch gern. Nur: Welche Rolle spielt das? Welche meiner Aussagen würde durch diese Erwägung falsch?

Ansonsten gilt bei dieser Frage nach dem Grad meiner Korrumpierbarkeit die treffliche Sentenz des Odo Marquard, die dem ersten Band meiner Acta diurna den Titel gab: "Legitimieren Sie sich!" – "Bitte nach Ihnen."


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"Niemand wird als Menschenfeind geboren", sagte ein Landtagsabgeordneter der sächsischen Linkspartei.
Und doch quälen bereits Kinder mit Wonne und neugieriger Begeisterung andere Kinder.
Unsere Gene haben sich im Kampf mit Krokodilen und Höhlenbären geformt. Wir sind allesamt Nachfahren von Räubern, Totschlägern und Vergewaltigern.
Es wird auch niemand als Menschenfreund geboren.


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Der Verfolger, der Typus Feind, der selber nichts ist, nichts vermag, nichts Eigenes vertritt, der ohne die von ihm angefeindete und verfolgte Person im Grunde gar nicht existiert, ist ein peinlicher Gegner, einer, gegen den man nicht punkten, auf den man sich nichts einbilden kann.


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Sollte Deutschland jemals ein islamischer Staat werden, kann man immerhin davon ausgehen, dass die Verfolgung von Nichtmuslimen durch deutsche Konvertiten mit besonderem Eifer und in aller Gründlichkeit stattfände.


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Was mich interessiert: Welche Länder werden in 30, 40 Jahren die europäischen Flüchtlinge aufnehmen? Und: Wenn endlich das ganze, wie Nicolaus Fest es treffend ausdrückt, "Gelichter" in Europa angesiedelt ist, wird der Orient dann vielleicht wieder lebenswert?         


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Der Vertreter eines großen Immobilienfonds wird durch Dresden chauffiert. "Wo sind denn in Ihrer Stadt die Problemviertel?“, erkundigt er sich beim Fahrer.
"Wir haben hier keine", bekommt er zur Antwort.
Aber die Altparteien arbeiten daran, auch in Dunkeldeutschland die anderswo längst geltenden Buntheitskriterien durchzusetzen.


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Heiko Maas ist ein Justizminister, um den uns unter anderem sogar die arabische Welt womöglich zu beneiden beginnt. Das "Netzwerksdurchsetzungsgesetz", mit dem Maas Unternehmen wie Facebook, YouTube oder Twitter dazu zwingen will, "offensichtlich" rechtswidrige Inhalte binnen 24 Stunden zu löschen – ansonsten drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro –, wird, gleich anderen rechtswidrigen Maßnahmen des Präsidialregimes Merkel, wie ein Zäpfchen durch das sog. Parlament flutschen. Die Leute lassen sich aufschwatzen, es ginge um strafrechtlich relevante Beleidigungen und nicht um politische Kontrolle. Aber das Internet war nie ein Ort, wo das Strafrecht nicht galt; tatsächlich will man uns bloß einreden, das Netz sei ein rechtsfreier Raum, damit es schrittweise in einen Unrechtsraum nach Maas'schem Sozialistengeschmack verwandelt werden kann. Da dies auf staatlichem Wege nicht ohne weiteres möglich ist, werden Unternehmen erpresst und zum präventiven Löschen genötigt. Gehen die Unternehmen dabei zu weit – und das werden sie zwanghaft tun –, kann unser Zensurvogt die Hände in Unschuld waschen und behaupten, das sei nicht seine Absicht gewesen. Und so etwas nennen regierungsfromme Zeitungen dann "Maas' Konzept der staatsfernen Selbstkontrolle der Anbieter".

Das wirklich Erstaunliche freilich ist, dass unsere angeblich so protestbeflissene und zu jeder Art #aufschrei bereite Zivilgesellschaft die faktische Abschaffung der Meinungsfreiheit fast ohne einen Mucks hinnimmt. Eben erst ist der libanesisch-deutsche Regisseur und Journalist Imad Karim wegen seiner islamkritischen Haltung bei Facebook dauerhaft gelöscht worden. Es gibt kein "J’accuse" im Land der Diederich Heßlings und Heribert Prantls.


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Wie heißt diese Sportart gleich, wo man auf den Bildschirm schaut und denkt: Die Zeitlupe dauert aber lange...? Ah, Frauenfußball!


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Gestern traf die druckfrische Ausgabe des dritten Teils meiner Narrenfest-Chronik ein (bestellbar hier oder hier).


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Seite 4 wendet sich speziell an meine Leser in Übersee:


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(Approximately: Dedicated to Donald Trump. The man who brings the petrified conditions to dance/who makes the petrified conditions dance.)