Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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29. März 2017



"Die politische Hetze der letzten Jahre ist keineswegs als Wildwuchs im Internet entstanden; vielmehr ist sie eine genuine Leistung unserer Massenmedien." Also sprach Egon Flaig, Odinarius für Alte Geschichte an der Universität Rostock.


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Kinder beantworten die Frage nach dem Sinn des Lebens zwar nicht, aber verschieben sie auf unbestimmte Zeit.


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Der deutsch-französische Pianist und Komponist Henri Herz (1803-1888) komponierte acht Konzerte für Klavier und Orchester und eine großen Zahl von Soloklavierwerken. Auf seinen Konzerttourneen wurde er weltweit gefeiert. In USA hatte Henri einen Presseagenten namens Bernhard Ullmann. Um seinem Musiker in der amerikanischen Öffentlichkeit eine immer größere Popularität zu verschaffen, verfiel Ullmann auf immer ausgefallenere und exzentrische Ideen. So schlug er Herz ein "politisches Konzert" vor, in welchem eine "Hommage an Washington" für Solisten, Chor, fünf Orchester und 1800 Sänger gespielt werden sollte, außerdem ein "Grande marche triumphale" für 40 Klaviere. Herz komponierte bloß ein Stück für acht Klaviere. "Ihre Ablehnung meines Vorschlags zeigt", beschied ihm sein Agent, "dass Sie den amerikanischen Charakter nicht verstehen."


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Der Kampf um Mittelerde hat längst begonnen. Mit argwöhnischer Regelmäßigkeit streicht der Blick Saurons über das Widerstandsnest Dresden. Auch dieser Tage steigt wieder Rauch auf vom Schicksalsberg. Sowie vom Auto das Dresdner Politikwissenschaftlers Werner Patzelt – "Er stand für seine Pegida-Freundlichkeit in der Kritik", verlautbart das Spiegel online-Büro Barad-dûr –, das in der Nacht zum Dienstag wahrscheinlich von Uruks aus Isengart abgefackelt wurde. Ebenfalls "in der Kritik", zumindest in jener der Zeit, steht Susanne Dagen, die "Buchhändlerin des Dresdner Bürgertums" (Saruman zu Schlangenzunge). Doch seit man ihr nachsagt, "Pegida-nah" (Schlangenzunge zu Saruman) zu sein, "wenden sich viele ihrer Kunden ab", wispert es vergnügt aus Dol Guldur. Nazgûl wurden über der Weißen Stadt noch nicht gesehen.


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Im Mai 2015 richtete der CDU-Abgeordnete Christian Tischner im Thüringer Landtag eine Kleine Anfrage an das Ministerium für Bildung und Sport. Dieses Ministerium wird geführt von Genossin Birgit Klaubert, seit 1974 SED-Mitglied, nach einem Lehrerstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig Diplom-Lehrerin für Deutsch und Geschichte, heute Linkspartei. Der Frager wollte wissen, ob und in welchem Umfang Mittel aus dem Landesetat, sprich Steuergelder, zur Finanzierung der Ausflüge von Gegendemonstranten zu "rechten" Kundgebungen geflossen seien.

In der von Frau Klaubert unterzeichneten Antwort heißt es unter anderem: "Seit dem Jahr 2011 wurden in 46 Fällen die Organisation und die Fahrt zu Gegendemonstrationen gefördert." Dies sei ein "Beitrag zur Erreichung der interventionsorientierten Ziele und Strategien (...) des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit" (in dessen Namen womöglich schon mal der eine oder andere Schädel eingeschlagen wird).

Daraufhin richtete der AfD-Abgeordnete Jörg Henke erschütternd unbehelligt eine weitere Kleine Anfrage an die Landesregierung, in welcher er nach den konkreten Spesensummen der Toleranz-Touristen fragte. Die Antwort lautete, dass zwischen 2012 und dem Fragezeitpunkt mehr als 40.000 Euro geflossen seien. Auffallend gehäuft tauchte als Anlass dieser weltoffenen Klassenfahrten der Begriff "Demonstration Dresden" auf. Damit dürfte ziemlich sicher sein, dass speziell Pegida-Veranstaltungen das Interventionsziel der Gegendemokraten waren – neben den üblichen "Aufmärschen" der Falschen zum Gedenken an die Opfer des alliierten Erziehungsmassakers vom Februar 1945. Bei den staatlich teilalimentierten Protesten gegen wen-auch-immer unter dem Motto "Dresden nazifrei" am 13. und 18. Februar 2012 kam es übrigens zu Ausschreitungen in bzw. aus den Reihen des extrabreiten demokratischen Bündnisses, wobei sieben wahrscheinlich übereifrige Polizeibeamte, statt zu deeskalieren, Verletzungen davontrugen. Die Kosten für die Polizeieinsätze allein an diesen beiden Tagen sollen sich auf fünf Millionen Euro belaufen haben; 7500 Beamte waren im Einsatz. Und das alles wird spendiert von wem? Na von unseren führenden Genossen! Sie leben hoch! Hoch! Hoch!