Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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21. Februar 2017


Zu meiner dem allgemeinen Erlahmen des Vogelgesangs geschuldeten Sottise, ein nie geschriebenes, niemals zu schreibendes Ruhmesblatt in der Geschichte der Energiewende werde die Halbierung der Singvogelpopulation gewesen sein, bemerkt Leser ***: "Gefährdet und Opfer der Windmühlen sind eher die Großvögel. Der Singvogelzug findet weitgehend unterhalb der windaktiven Querschnitte statt. Ich habe zwar schon Seeadler gefunden, bislang aber kaum Singvögel.  Die immer größeren Anlagen, man ist schon bei Rotordurchmesser 140 Meter, unteres Ende der bestrichenen Fläche bei 90 m, bringen zwar eine höhere Randdrehgeschwindigkeit mit sich, die gefährlichen Momente verringern sich aber, weil die Drehzahl sinkt.
(...) Die Singvögel leiden unter Katzen, Invasoren (Waschbären) und der Keulenchemie in der Landwirtschaft, die von den grünen Forschrittsverhinderern gepäppelt wird, anstatt die intelligente Chemie (iChemei = Gentechnik) voranzubringen. Liegt natürlich viel Kapital in der Begiftungstechnologie!"
 
Alexander Wendt, in der hiesigen Publizistik der wohl beste Kenner der Energiewende, bestätigt diesen Befund. Allerdings kämen auch zahlreiche Fledermäuse durch die Rotoren um. Zwar seien die Flugsäuger dank ihrer Ultraschallnavigation imstande, den Rotorflügeln auszuweichen, doch der dahinter herrschende Unterdruck zerstöre ihre Lungen.

In seinem Buch „Der grüne Blackout“ (hier oder hier) beruft sich Wendt auf die Beobachtungen eines Mitarbeiters der staatlichen Vogelwarte im brandenburgischen Buckow. Aus dessen Zahlen lasse sich lesen, dass es unter den Vögeln den Roten Milan und unter den Flugsäugern den Großen Abendsegler besonders häufig erwischt. Nach einer Studie im Auftrag des brandenburgischen Landesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2013 haben Rotorflügel allein in dem östlichen Bundesland etwa 300 Rotmilane erschlagen.

Wendt zitiert Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut, der zu den wenigen Wissenschaftlern gehört, die Daten über die von Windrädern getöteten Vögel errechnen. Hötker geht von durchschnittlich 6,9 geschredderten Vögeln und 13, 3 getöteten Fledermäusen pro Windrad und Jahr aus. "Bei insgesamt rund 24.000 Windrädern summiert sich die Tötung auf jährlich 165.600 Vögel und 319.200 Fledermäuse“, rechnet Wendt hoch. "Die Verluste dürften in Zukunft stark zunehmen: Denn neben dem Bau neuer Windkraftanlagen fördert der Staat das so genannte Repowering, das Ersetzen kleinerer Windräder durch große. Die 200-Meter-Giganten stoßen in die Zugrouten großer Greifvögel vor, und sie erzeugen mit großer Effizienz den Unterdruck, der die Lungen von Fledermäusen platzen lässt."

Unter dem Gesamtsegen ohnehinniger Umweltfreundlichkeit – bei Verdienstmöglichkeiten von 40.000 bis 100.000 Euro pro Jahr und Windrad für den Verpächter des Grundes sowie gesicherten Subventionen für all die anderen Nutznießer der Energiewende – ist ein solcher Kollateralschaden aber spielend verkraftbar.


                                                    ***

"Beim Schwund der Singvögel (Zaunkönig bis Schwarzdrossel) sind eine weitere Ursache die 'neuen' Singvögel, wie Elster, Krähen zu nennen", erläutert Leserin ***. "Diese dürfen als sog. Singvögel nicht mehr geschossen werden und sind fleißige Nesträuber. Wer für die Einstufung dieser Rabenvögel hin zu Singvögeln verantwortlich ist, weiß ich nicht, am schönen Gesang der Rabenvögel wird es nicht gelegen haben."