Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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16. Januar 2017


Es gibt bekanntlich die nicht besonders geschätzte Küchenpsychologie; ich betreibe nun etwas Küchengeopolitik. Und lehne mich dabei ein bisschen aus dem Küchenfenster.

Trumps gestrige Ankündigungen leiten eine neue Epoche ein. Der frischgekürte US-Präsident hat erkannt, dass die Zukunft für die Staaten des Westens unter dem Motto steht: Rette sich, wer kann. Wovor? Vor einem Kolonialismus mit umgekehrtem Vorzeichen, getragen von schieren Menschenmassen, dessen fünfte Kolonnen schon überall in den Metropolen des Westens hausen und Forderungen stellen.

Mit seiner Ankündigung, Amerika zum Isolationismus zurückzuführen – es wird ohnehin nur ein eingeschränkter sein – und die Nato fürderhin für "obsolet" zu halten, macht Trump sich mächtige Feinde im eigenen Land, vom militärisch-industriellen Komplex über die kriegslüsternen Neocons bis hin zu den aggressiven Menschheitsbeglückern vom Schlage eines Soros. Schneid hat er, der Donald.

Für die Europäer bedeutet das: Man ist aus dem Vasallenverhältnis entlassen, künftig aber für sein Schicksal selbst verantwortlich. Niemand wird das härter treffen als die Deutschen, deren Eliten bekanntlich der Meinung sind, das Aufgehen ihrer Nation im europäischen, globalen, diversitären Großenganzen sei die einzige mögliche Zukunft. Daran werden sie nicht mehr lange glauben; die Frage ist nur, ob sie das Land bis dahin irreversibel wehrlos gemacht haben. Das lustige Schauspiel der düpierten deutschen Transatlantiker, denen nun ihr Herrchen und damit aller geliehene Mut abhandenkommt, ist der amüsanteste Kollateraleffekt der neuen Lage.

Die Nato ist als Defensivbündnis gegen den Kommunismus gegründet worden und nach dessen Zusammenbruch immer wieder von US-Regierungen für ihre aggressive Politik missbraucht worden. Als Folge des zweiten Golfkrieges ist der Islamische Staat entstanden, obendrein haben die USA Libyen (und die Ukraine) destabilisiert, und die Migrationswelle begann, als Vorbote der wirklich drohenden Völkerwanderung Europas holde Gestade zu kosen. Wenn die Amerikaner diese Politik, an welcher sich auch der Friedensnobelpreisträger und Weltheiland Obama die Hände blutig machte, nun also beenden, kann das ein Menschen- (nicht "Menschheits"-)freund nur begrüßen, zumal Trump Israel weiterhin unterstützen dürfte.

Interessant wird sein, wer – sofern Trump nicht ermordet wird – nach dem Rückzug der Amerikaner das Machtvakuum füllt. Angeblich steht Putin bereit, das Baltikum und Ukraine zu annektieren. Ich glaube nicht daran. Dass Putin die Krim besetzt bzw. eine Sezession der Krim von der Ukraine inszeniert hat, war geostrategisch "alternativlos"; weiteren Hunger nach Ländereien dichtet man ihm lediglich an. Russland ist angesichts seiner dramatischen demographischen Schrumpfung bereits mit seinem heutigen Territorium heillos überdehnt. Es hat die muslimische Südfront und damit hinreichend viele Probleme, um nicht noch obendrein eine Westfront aufzumachen.

Europa indes wird nach dem amerikanischen Rückzug verdammt nackt dastehen, mit einem derzeit noch moralisch großmäuligen Deutschland inmitten, das von einer übergeschnappten Kanzlerin geführt wird, aber tatsächlich unbewaffnet und verteidigungsunfähig ist und mit seinem Reichtum zu Landnahme und Raub einlädt. Deutschland wäre derzeit nicht in der Lage, auf den inneren Angriff von, sagen wir, 5000 gut organisierten Dschihadisten zu reagieren. Statt aufzurüsten, zahlt der Staat Milliardensummen Schutzgeld, um potentielle Feinde, Unruhestifter und Kriminelle im eigenen Land halbwegs ruhigzuhalten.

Der ideologische und durch die Blöcke eindeutig überschaubare Ost-West-Konflikt wird ersetzt durch einen ethnisch-kulturell-religiösen Nord-Süd-Konflikt, der sich durch die Masseneinwanderung von Orientalen sukzessive auch zur potentiellen inneren Front aufbaut. Jedenfalls ist die soziale Destablilisierung der westeuropäischen Länder (Frankreich, Schweden, Niederlanden, Belgien) dank der muslimischen Einwanderung im vollen Gange. Es handelt sich um eine diffuse Mischung aus demographischem und religiösem Druck, aus Völkerwanderung und Dschihad. Nur eine autoritäre Stabilisierung Nordafrikas kann Europa vor dem Schicksal Westroms bewahren. Russlands Unterstützung von Assad war dafür vorbildlich. Da Europa kaum über nennenswerte Truppen verfügt – England ist bekanntlich, wie so oft, draußen, wenngleich es das Problem längst importiert hat –, kann allenfalls deutsches Geld dafür eingesetzt werden. Amerika zieht die Zugbrücken hoch, China wird ebenso handeln, Australien ohnehin. Russland wird ein Gleiches tun und sich mit der Türkei, deren Führer ein osmanisches Reich, keine islamische Welt vorschwebt, als Vorburg verbünden. Osteuropa besitzt noch selbst die Kraft, sich zu schützen. Westeuropa wird entweder ebenfalls die Grenzen dichtmachen, massiv aufrüsten, die Geldströme aus Unterstützerländern des Dschhadismus wie Saudi-Arabien kappen, radikale Imame ausweisen, illegale Migranten in großem Stil abschieben und seine Vorstellungen des Zusammenlebens rustikal durchsetzen, oder es findet ein Ende als freier und rechtsstaatlicher christlich-abendländischer Kulturraum.

Nec spe nec metu.




Hier noch zwei Folgen aus unserer Vorabend-Serie Bessermenschenwatch.


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