Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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12. November 2020


"Die europäische Zivilisation wird am Mitgefühl zugrunde gehen."
Wassili Rosanow, 1912


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Einen erfolglosen Mann erkennt man daran, dass ihm niemand sexuelle Belästigung vorwirft.


PS: "Erfolgreich im meritokratischen Sinn waren die junger Männer auf der Kölner Domplatte ja nun nicht, denen ganz zu Recht sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde", moniert Leser ***. "Die meisten sexuellen Belästiger sind No-Names, egal ob Priester, Lehrer, Verwandte. Umgekehrt gilt allerdings: Es sind nur halbwegs Prominente, denen struktureller Sexismus resp. Rassismus vorgeworfen wird (ersteres z. B. bei Hubertus Knabe). Für eine Struktur verantwortlich gemacht zu werden ist ein Anzeichen einer gewissen Bedeutung."

Aber genau darauf spielt der Satz an – es geht um den Vorwurf (bzw. die Unterstellung). Wirklich vorgeworfen hat man den Domplattenmuschigrabschern ihre Spontanparty ja nicht. Keiner von ihnen erlangte irgendeine Form von Bekanntheit. Wo nichts zu holen ist, wird auch nicht moralisiert. 
 

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Vor ein paar Jahren hätte es noch als kühn gegolten, die Oper "Carmen" als Scheidung auf afghanisch zu inszenieren. Inzwischen wäre es trivial.


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Transgender: Wechsel von einem Konstrukt zum anderen.


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Merke: Allah hat nur zwei Geschlechter geschaffen, und er hat sie verschieden geschaffen.


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Inzwischen empfiehlt unsereins seinen Söhnen für die Universität dasselbe, was Abertausende Eltern in der DDR ihren Sprösslingen nahelegten: Schreibe, was verlangt wird, sonst schadest du dir, du musst ja das Zeug nicht glauben.
Problematisch wird es, wenn sie es doch glauben.


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Beim Streit, ob eine Kategorie namens Rasse "essentiell" ist, darf Entwarnung gegeben werden: erst und ausschließlich im Bürgerkriegsfall.


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Die tägliche Realsatire. Zuerst demolieren sie die Truppe, dann drohen sie mit den Resten.


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Pardon wird nicht gegeben!


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Wenn bald die "Hamburg" den Indopazifik pflügt, wird kein Chinese es mehr wagen, einen Deutschen scheel anzuschauen!


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(Netzfund)


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Die sächsische Regierung hat den Schock der Wiederaufnahme der Leipziger Protestdemonstrationen verwunden und Versammlungen mit über 1000 Teilnehmern einfach verboten. Das war bei den originalen Leipziger Montagsdemonstrationen bekanntlich auch nicht anders, da durften nicht mal tausend auf die Straße, und das macht ja erst den Reiz aus; no Staatsgewalt, no fun. Über die Veranstaltung der sogenannten "Querdenker" am Samstag wurde die Bevölkerung in den Medien verlässlich desinformiert. Das ZDF meldete frei erfundene 40 Angriffe auf Journalisten. Der Journalist Boris Reitschuster fragte bei der Leipziger Polizei nach und bekam zur Antwort, dass der Staatsschutz einzelnen Hinweisen aus sozialen Medien nachgehe, die auf solche Angriffe hinwiesen. Persönlich habe sich kein betroffener Journalist bei der Polizei gemeldet.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht twitterte: "Die Verhöhnung der Wissenschaft und die rechtsextreme Hetze, die wir gesehen haben, sind abscheulich. Die Polizei muss das staatliche Gewaltmonopol verteidigen und darf marodierenden Gewalttätern nicht das Feld überlassen."


Betrachten Sie die abscheulichen Marodeure bitte hier. Tatsächlich gingen in Leipzig etwa 45.000 Menschen fast ausschließlich friedlich auf die Straße. Es kam am Rande der Veranstaltung zu Ausschreitungen, wobei nicht klar ist, wer die Randalierer waren bzw. zu wem sie gehörten (zu den "Querdenkern" ja offenbar nicht). Die Randalen setzten sich fort bis in das Linkenviertel Connewitz.


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Die Polizei meldete 31 verletzte Beamte, die aber alle dienstfähig blieben, neun davon in Connewitz. Verglichen mit der üblichen linksextremen Folklore zu Leipzig und anderswo verlief die "Querdenker"-Sause praktisch gewaltlos. Der Spiegel sieht dennoch die Zeit gekommen, Schluss zu machen mit den Grundrechten für die Falschen.


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Falls Sie sich das strebsame Bübchen anschauen wollen, das dergleichen fordert: Auf seinem twitter-Account hat es ein Konterfei veröffentlicht. Beim Spiegel schreibt Lehmann seit zwei Jahren ein trendkonformes Textlein nach dem anderen. Ich habe unlängst hier die Sentenz zitiert, dass man mit niemandem reden soll, der nur Echo fremder Ansichten ist, aber über das Phänomen dieser kollektiven Echos kann man ein Wort verlieren. Ich begann vor dreißig Jahren, den Spiegel regelmäßig zu lesen (spätestens als Aust das Blatt verließ, sank mein Interesse freilich wieder); damals wurden die meisten Texte noch ohne Autorenzeile veröffentlicht – das war eine sympathische Marotte des Magazins –, doch der Leser erkannte seine Lieblingsschreiber auch so. Heute stehen unter den Artikeln verschiedene, zum Teil durchaus pittoreske Namen, aber die Texte klingen alle gleich, von der deprimierenden Verarmung in puncto Wortschatz, Sprachwitz und Formulierungseros zu schweigen. Der Spiegel war immer ein politisches Tendenzblatt, das heißt, die Trennung von Meldung und Kommentar war aufgehoben, aber erstens nicht in jenem Maße wie heute, wo in jedem zweiten Satz und mit jedem dritten Adjektiv kommentiert wird, zweitens nicht dermaßen einseitig und regierungsfromm – das Magazin verstand sich weiland als grundsätzlich regierungskritisch –, und drittens existierte ein gewisser Binnenpluralismus, so dass immer wieder Artikel erscheinen konnten, die der Blattlinie zuwiderliefen. Heute schreiben sie alle dasselbe und vertreten alle dieselbe politische Meinung. Ich führe diese Uniformität der juvenilen Nachrücker, deren Namen sich niemand je merken wird, auf die Journalismusbaumschulen zurück, in denen sie gepflanzt und mit demselben ideolgischen Dünger versorgt wurden. Da sie keine eigene Meinung haben und nur Echos von Doktrinen sind, müssen sie irgendetwas Extremes fordern oder formulieren, um wenigstens einen Tag lang aus der Gruppe hervorzustechen.

Wie gesagt, es ist erstaunlich, aber auch typisch für den Strukturwandel in den Medien, wie viele junge Leute heute die Gazetten bevölkern und für ein Gehalt, für das ich damals morgens nicht aufgestanden wäre, uniforme Texte fabrizieren, die demnächst wahrscheinlich noch billiger von Bots produziert werden. Man darf einen Teil dieser Schreibkulis durchaus bemitleiden, es sind arme Würstchen, die wohl oft aus Angst um ihre berufliche Zukunft das Gewünschte abliefern. Andererseits ist dort auch der Typus des ewigen Hitlerjungen omnipräsent, des denunziationseifrigen Mitläufers, der sich in seiner Ein-Zimmer-Buchte für einen typischen Anywhere hält. Dieser Lehmann sieht ja nicht zufällig aus wie der Hitlerjunge Quex. Vor ein paar Tagen wurde gemeldet, eine Umfrage unter 86 ARD-Volontären habe ergeben, dass  über 90 Prozent von ihnen grün (57 Prozent) oder rot wählen; die AfD bekäme nicht eine Stimme. Heil Vielfalt!

Solche juvenilen Fatzkes sind es wohl meistens auch, die in den Gazetten immer wieder über die sturen, dummen Alten schreiben, die angeblich die Welt nicht mehr verstünden, von den Entwicklungen überfordert seien, an lauter unbegründeten Ängsten litten und aus Motiven der Komplexitätsreduzierung rechts wählten. Tatsächlich ist es andersherum: Jung ist fast immer gleich dumm (die Frühvollendeten, die Hofmannsthals, Weinigers, Rimbauds et al., scheinen ausgestorben zu sein), die Jugend bildet mit ihrer Naivität, ihrem Idealismus, ihrer Vitalität, ihrem Eifer, ihrer Unbildung und ihrer Herden-Seligkeit einen idealen Lehm zum manipulativen Zurechtgeknetetwerden, während die Älteren mit ihrer Lebenserfahrung halt vieles ein bisschen besser wissen (ich will den Verknöcherten und Verkalkten hier aber kein Fest machen). Das lässt sich auch in der Geschichte studieren. Immer hat sich die Jugend verführen lassen, ist in Kriege gezogen, hat sich für Ideale geopfert; die Nazis waren eine Jugendbewegung, die roten Garden Maos bestanden aus jungen Leuten, immer wenn der Stachdeldraht ausgerollt wurde, waren die, die es taten, jünger als diejenigen, die dahinter eingesperrt wurden; auch der radikale Islam ist eine Jugendbewegung, der IS ebenso. Die 68er waren eine, und die närrischen Fridays for Future-Hüpfer sind es auch. Merkt euch das, Rotzlöffel: Jung und dumm ist fast immer dasselbe. Jung und dumm. Keine Regierung und kein Regime kann sich willigere Trottel wünschen als die Jungen. Jung und dumm. Auch links und dumm. Dumm, dumm, dumm. Ist das endlich verstanden worden?


PS: Von der Hamburger Relotiusspitze verlautbart, dass der Spiegel von seinen 13 Etagen vier "abmieten" will. Mediensterben von seiner schönsten Seite.



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Das wiederum ist kein Zeugnis von jugendlicher Dummheit, sondern von einer unglaublichen Niedertracht desjenigen, der die Niederschrift dieses beschämenden Wischs angeordnet hat:


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"Sehr geehrter Herr Klonovsky, ein Freund hat mich darauf hingewiesen, daß Sie sich am 11.10. in Ihren Acta diurna auf mein Buch 'Theoria Politica Generalis' (Bad Schussenried, 2018) bezogen haben. Ich möchte die Stellungnahme Ihres Lesers zum Buch kurz präzisieren.

 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit' ist die in sich selbst widersprüchliche Parole einer epochalen politischen Tendenz, welche die Gegenwart aufgrund ihrer inneren Defizite auf Destruktivität festlegt. Denn Freiheit und Gleichheit sind Gegensätze, aber die Brüderlichkeit, die zum Überspielen dieser Gegensätzlichkeit dienen soll, ist eine ihrerseits auf Gleichheit orientierte Relation. Infolge dieses Ungleichgewichtes wird die Freiheit beständig in Schach gehalten, instrumentalisiert – als Propagandamittel – oder suggeriert – im Rahmen peinlicher Paradoxien, die alle vermitteln wollen, daß implementierte Unfreiheit Freiheit sei. So wird ein politischer Egalitarismus etabliert, dessen Zielvorstellung, die Gleichheit, allerdings auf den harten Gegner einer ungleichen Realität trifft und deshalb immer aufs Neue bestätigt werden muß. Dafür ist eine eo ipso ungleiche Kaste von 'Gleichheitswärtern', Bürokraten des Egalitarismus, erforderlich, welche auf die Unterstützung durch ebenfalls ungleiche Massenunterhalter, Unternehmer des Egalitarismus, nicht verzichten können. Massenunterhalter fallen allerdings unter die Gleichgemachten zurück, wenn sie 'nicht mehr angesagt' sind, sie tragen also ein persönliches unternehmerisches Risiko; bei den Gleichheitswärtern dagegen geht es persönlich 'vorwärts immer, rückwärts nimmer'.

Daneben gibt es die ungleiche soziale Fraktion der Leistungsträger, die übrigens weder reich noch rechts sein müssen. Aber sie sind aufgrund ihrer Leistung (als Arzt, Lehrer, Friseur, Mutter, Krankenschwester etc.) ungleich, und das wird im Egalitarismus zum Problem. Denn dessen Bürokraten bestätigen fortlaufend die Gleichheit aller derer, die weder Gleichheitswärter noch Massenunterhalter sind und auf solche Weise eine dem Egalitarismus förderliche politische Funktion versehen.

Die Egalisierung der Leistungsträger folgt also einer im Egalitarismus angelegten langfristigen Zeittendenz. Nur erhält sich natürlich kein Gemeinwesen ohne Leistungsträger! So arbeitet jeder politische Egalitarismus quasi automatisch der eigenen Implosion zu. Radikaler Egalitarismus ('real existierender Sozialismus' vor 1989) erreicht dieses, sein selbstgegebenes Ende schneller als gemäßigter Egalitarismus ('westliche Massendemokratie', ein weiteres Kind von 1789), welcher, wie wir gerade erleben, in diesen Jahren der eigenen Implosion in unerwarteter Geschwindigkeit näher kommt.

Diese evidenten Verhältnisse dürfen nicht weiter auffallen, weil der politische Egalitarismus seine Herrschaft am effektivsten aufrechterhalten kann, indem er seine Aktivitäten als Unterstützung eines potentiellen Aufstiegs der Gleichgemachten in einer überkommenen konstruktiven Hierarchie tarnt, die indessen längst eben dieser Herrschaft zum Opfer gefallen ist. Deshalb ist die aktuelle soziale Situation ja so 'undurchlässig', wie oft beklagt wird. Wogegen natürlich nur desto konsequenter verfolgter Egalitarismus helfen darf!

Dies zum Egalitarismus – nun zur Urteilskraft. Maßstäbe in meinem Sinne haben nicht nur die Leistungsträger, sondern sie sind allgemeine Handlungsvoraussetzung und sie werden kulturell gestützt vermittelt. Maßstäbe sind die entscheidende Voraussetzung für die Urteilskraft, deren 'kollektiven Mangel' Hannah Arendt als Folge der schon von ihr wahrgenommenen gesellschaftlichen Destruktion beklagt. Urteilskraft ist keineswegs identisch mit Intelligenz! Der Gegenwartsmensch hat weniger ein Intelligenz- als ein Urteilskraftsproblem, weil ihm ohne stützende, orientierende Kultur alle Möglichkeiten, ein pragmatisch haltbares Maßstabsgerüst aufzubauen, genommen sind.

Hochachtungsvoll,

Ihr Ulrich Hintze"



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"Gleichheitswärter" sind das eine. Es gibt aber noch die Reinheitswärter, die sadistischen Bestrafer, die versetzten Täter, und denen muss so kräftig man auf die Finger hauen, dass sie aufjaulen:


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Angesichts solcher Phantasien begreift man erst den heiligen Sinn des privaten Schusswaffenbesitzes. Waffen, Eigentum, Bargeld – das bedeutet Freiheit.


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Sehr geehrter Herr Karsten B., probieren Sie doch mal den. Den verputzte ich gestern mit Vergnügen, und er ist etwas "für den kleinen Geldbeutel".


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