Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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11. Juli 2020


Die Presse-, Tages-, Medien- und Umschau. Mit einem Wort: der Überblick.

Der Zentralrat der Klimafühligen und Temperaturzärtlinge hatte bekanntlich beschlossen, dass der Sommer 2020 ein Horror und eine weitere Etappe auf dem Weg des Planeten in den Hitzetod zu sein habe. Nachdem sich die ergeilte Hitze partout nicht einstellen wollte und stattdessen Frieren im Freien angesagt war, ergötzten sich die Homeoffice-Hüpfer an einer vermeintlichen schlimmen und in ca. zehn Jahren jede Art Landwirtschaft unmöglich machenden Dürre; auch die ist inzwischen passé, es regnet ganz erklecklich, die Isar vor meiner Haustür etwa führt Mitte Juli erstaunlich viel Wasser, es gibt sogar ein Verbot, sie mit dem Schlauchboot zu befahren. Auf n-tv prognostiziert nun ein Meteorologe: "Der Hitzesommer fällt komplett aus."

"Was soll das heissen?" fragt Leser *** aus Galu Beach, Kenya. "Modelle für 3 Monate liegen um 4° daneben, aber auf 30 Jahre sind sie auf 0,2° korrekt?"


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Noch vor kurzem wurde nicht allein die SPD, sondern die gesamte Republik von veritablen Rassisten, wahrscheinlich auch leibhaftigen Nazis geführt.


Nazischröder

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Wie durch ein Wunder kriegten sowohl die Sozen als auch die "Republik" noch die Kurve in Richtung Entartung. Jetzt müssen sie nur noch den Sarrazin entsorgen.

Ins TV kommt der dissidente Sozi immerhin schon nicht mehr, denn wie ein Twitterer schrieb: Mit Sarrazin zu diskutieren ist so, als diskutiere man mit einer künstlichen Intelligenz. Was dabei herauskommt, weiß wohl am besten Garri Kasparow.


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Wie jedex Besucher_*In (m/w/d = deviant) im Stahlbad des Eckladenbesuchs gelernt hat, wird hier penibel differenziert zwischen Lügen-, Lücken- und Lumpenpresse. In besonderen Ausnahmeeinzelfällen überlasse ich die Entscheidung dem Leser:


Lückenpresselumpen  


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Gemein! Nazis lernen arabisch!

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Keine Atempause, Geschichte wird gemacht: Es geht voran!


Es geht voran


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Wie ein von allen Qualitätsmedien übernommener ADN-Bericht andeutet, will das Bundesamt für Staatssicherheit auf diesem Wege der Opposition einen letzten Vorschlag unterbreiten:


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Ob tatsächlich AfD-Mitglieder auf das Angebot reagierten, teilte das Amt naturgemäß nicht mit.


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"Neulich sagte ich zu dem gutaussehenden und versierten farbigen Herren, mit dem ich ein Haus und ein Bett teile: 'Weißt du, ich glaube, ich habe dieses Jahr genug von Schwarzen gehört. Können wir den Kanal wechseln?' Ich erschrak vor meinen eigenen Worten. Und ich erkannte in diesem Moment, welchen schrecklichen, irreparablen Schaden die Linke uns in diesem Jahr zugefügt hat.
Es ist fast unmöglich, die Folgen des Rassenkrieges zu übertreiben (...) Sie haben dies absichtlich getan, diese reichen weißen und (oder) jüdischen Progressiven, die verletzliche und leichtgläubige Schwarze als ihre unwissenden Instrumente verwenden, und die Folgen werden Freundschaften, Ehen und schließlich das Land auseinanderreißen. Diese tiefe Bosheit hat sogar mich schockiert, der ich bereits wusste, wer sie sind – und sie hat mich auch verändert.

Nie wieder werde ich jemandem in der politischen Linken einen Vertrauensvorschuss zugestehen. Sie sind Teufel, krank vor Sünde, die sich in Scham suhlen wie Schweine im Kot, voller Dünkel und moralischer Gleichgültigkeit. Sie verdienen die Hölle, auf die sie zusteuern. Ich werde jeden einzelnen von ihnen bis zu dem Tag hassen, an dem ich sterbe."

Milo Yannopoulos



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Sie hören nicht auf, zu messern, die "Männer", "Jugendlichen" oder "Gruppen", unsere Matthiasse, Heikos und Michaels.


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Aber was heißt: gestohlen? Er holte sich nur zeitversetzt zurück, was der Kolonialismus ihm weggenommen hatte.


Aus dem Thüringischen meldet der Focus:


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Der Reporter berichtet:

"Ich sitze Jens T. gegenüber, Vertriebsingenieur im thüringischen Gera, 52 Jahre alt. Neben ihm Dirk R., Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs, 55 Jahre alt. Die beiden Männer sind bodenständige, beruflich erfolgreiche Leute, vernünftig, politisch interessiert, klar in der Sprache. Menschen, die einem in die Augen sehen, die zuhören können und ausreden lassen. (...)

An einem Samstagabend liefen der Sohn von Jens T. und seine Freundin durch die Innenstadt, ein 34 Jahre alter Freund begleitete sie, er ist Dozent an einer Fachhochschule. Auf einer zu dieser Zeit fast menschenleeren Geschäftsstraße kamen ihnen drei grölende, offensichtlich alkoholisierte Männer entgegen. Sie stammen aus Syrien und Afghanistan, der jüngste ist angeblich erst 15 Jahre alt. Obwohl der Sohn von Jens T. und seine Begleiter bewusst auswichen, um einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen, wurden sie von einem der Betrunkenen absichtlich angerempelt, erzählt Jens T. Auf die fragenden Blicke, was das solle, antwortete der Täter auf seine Weise: Gemeinsam mit seinen Kumpels griff er die Deutschen körperlich an. Dabei benutzte der 15-Jährige ein Teppichmesser. Er rammte die Klinge in die Gesichter der beiden Männer, stach Richtung Schulter und Hals.


Der 28-jährige Diplom-Ingenieur erlitt eine klaffende, mehrere Zentimeter tiefe Schnittwunde, die von der Oberlippe bis zum linken Ohr reichte. Wer die Fotos der Verletzungen sieht, kann kaum glauben, dass der Mann überlebt hat. Er wurde im Universitätsklinikum Jena operiert, in einer Spezialabteilung für Gesichtschirurgie. Sein 34-jähriger Freund musste wegen massiver Schnittverletzungen am Ohr ebenfalls operiert werden. Einer der Täter ging auch auf die 24-jährige Studentin los, die seinem Faustschlag gerade noch so ausweichen konnte.

Nur dem beherzten Eingreifen eines Anwohners ist es wohl zu verdanken, dass der 15-Jährige nicht noch weiter auf seine Opfer einstach. (..) 'Wahrscheinlich hat er unseren Kindern das Leben gerettet', sagt Jens T. 'Die Angreifer hätten weitergemacht bis zum bitteren Ende.'"

Doch seht! Die brave Polizei
Kommt, wie gewöhnlich, schnell herbei.
(Wilhelm Busch)
– und lässt die Täter wieder frei.

"Jens T., der Vater der 28-jährigen Opfers, nippt an seiner Kaffeetasse. Niemals habe er sich so etwas vorstellen können. Ein Messerangriff auf offener Straße. Grundlos. Ohne Hemmungen. In Deutschland. In Gera. Nun hat es seinen Sohn erwischt. Ausgerechnet ihn, möchte man sagen. Einen jungen Mann, der jedem Streit aus dem Weg geht, der als besonnen, ruhig und friedlich gilt. 'Das Schlimme ist', sagt sein Vater: 'Es hätte jeden von uns treffen können.'"

Alles andere wäre ja auch ungerecht. Wo willkommenskulturell gehobelt wird, fällt eben mal ein Span. Sie sind doch für Vielfalt, Toleranz und den Fortschritt, oder etwa nicht?

Der einzige Politiker, der sich nach dem Vorfall bei den Opfern meldete und sich tückisch nach ihrem Befinden erkundigte, war Stephan Brandner von der Schwefelpartei. "Nicht der parteilose Oberbürgermeister hat angerufen, kein Linker, kein Grüner, kein SPD-Mann, kein CDU-Politiker." Wer reinen Herzens ist, schweigt selig.

Freilich hat Jens T. Herrn Brandner gebeten, "den Sachverhalt nicht für seine Arbeit auszunutzen". Er wolle nicht, dass der Angriff instrumentalisiert werde. "Mir ist egal, wer dieses Verbrechen verübt hat, es ist geschehen."

Die Lektion hat anscheinend immer noch nicht genügt. Die blutrünstigen Figuren aus Tausendundeiner Nacht werden ja nicht nur nicht abgeschoben, sie erhalten täglich Verstärkung. Bessere Untertanen als diese duldsamen thüringischen Ursachenleugner kann sich keine Fremdenführerin wünschen.


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Man soll sagen: In einigen vernachlässigenswerten Einzelfällen hatte das freundliche Gesicht der Kanzlerin zerschnittene und zerfetzte einheimische Gesichter zur Nebenfolge.


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Zum Vorigen.

Ich habe den Focus so ausführlich zitiert, weil die beiden Männer, mit denen der Journalist spricht, genau jenen Typus darstellen, der dieses Land und im Übrigen die gesamte westliche Gesellschaft zusammenhält, aber von dieser Gesellschaft nichts mehr erwarten darf außer Beschimpfungen, immer neue Steuererhöhungen und Benachteiligung vor Gericht. Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein Brief eines in Südafrika lebenden Danisch-Lesers ein, den ich hier vor einem knappen Jahr eingestellt habe (scrollen) und dessen Tenor auf diese beiden allzu zahmen Thüringer passt:

"Die verfolgte Mehrheit – meinereiner, da Hetero & Mann – ist mit einem gewissen Anspruch an sich selbst angetreten. Diesem Anspruch wird ein Großteil von uns nicht gerecht; ich kenne nur noch Wenige, Superopportunisten, die noch ganz oben auf der Welle schwimmen. Das sind in den allermeisten Fällen widerliche Zeitgenossen, völlig rückgratlos. Der Rest begnügt sich mit dem Erreichen des Minimalziels, in der Hoffnung, in Ruhe gelassen zu werden.

Ganz langsam merken aber viele in meiner Generation (= 30 Jahre, also die im Alter zwischen 25 und 55) – und es werden täglich mehr –, dass sie trotz aller Anstrengung keine reelle Chance haben. Es wird von – ja, von wem eigentlich? – wissentlich und willentlich verhindert, daß diese Kaste von mittelalten weißen Männern im Bezug auf das, was sie sich vorgenommen, reüssiert (...)

Man fühlt sich von vorn bis hinten verarscht. Wenn dahinter auch noch System steckt, und das tut es, wandelt sich die Energie, die man sonst voll und ganz auf das eigene Fortkommen und Erhalt der Familie richten würde, in Frust und Wut auf die Verhinderer. Das ist nur eine Frage der Zeit, bis das hochgeht. Deswegen reagiert das System so panisch auf die AfD in Thüringen.

Jordan Peterson, der ganz leicht halbseidene, hellsichtige Glitzerschamane, sieht das m. A. nach richtig voraus: Er fürchtet den Backlash einer gut ausgebildeten, kriegserprobten, bis an die Zähne bewaffneten, unterprivilegierten weißen Mehrheit, die bei der nächsten Depression nichts mehr zu verlieren haben. Das schwappt auch auf Europa über. Meine Prognose über den Ausgang: Sezession in Amerika; Untergang der EU; Auflösung der NATO; Wiedererstarken Russlands in Europa; Jahrelanger Bürgerkrieg.

Macht Euch auf etwas gefaßt."



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Merke(l): "Das grundlegende Problem hinter der Straftat eines Migranten ist die politische Verantwortung dafür."
(Hans-Georg Maaßen)


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Es müssen keineswegs Messer sein. Wer gescheit anklopft, dem wird auch für andere Stechwerkzeuge aufgetan:


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Oder eben: "Ein gefundenes Fressen für rassistische Hetzer ereignete sich vergangene Nacht in T." (hier).


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Wo aber Gefahr ist, naht das Rettende auch:


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Auch der Libertäre Stefan Molyneux hat seinen youtube-Kanal verloren (900.000 Abonnenten). Wegen Hassrede. Ein besonders schlimmes Exempel:

"Slavery was a universal human institution, finally recognized as immoral and banished throughout most of the world in the 19th century. The same applies to the state. People calling themselves the 'gouvernment' claim the moral right to initiate force against others. They do not possess this right, any more than slave owners had the right to own other human beings.

A moral society is a stateless society, just as a moral society is a slave-less society."
 
Niemand hat die Absicht, die Grundrechte abzuschaffen. Deswegen erpressen der höchst reale Staat und der (nicht existierende) Deep State mit horrenden Strafandrohungen und inszenierten Werbeboykotten ja Unternehmen wie Google und Facebook*, damit die es erledigen müssen und man die ganze Sache als freie Entscheidung eines am Markt orientierten Anbieters verkaufen kann.

* "Google und Facebook gehören zum Deep State."
(Leser ***)


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"Die eigentliche Kraftquelle der heutigen Linken, wenn nicht sogar ihr Ursprung, ist unsere eigene Heuchelei. Verhaltenstherapie als Konfrontationstherapie hieße konkret: Die Ablehnung des fordernden und eindringenden Anderen als solchem (ReFUCKgees OFF), die harte und egoistische Behauptung des eigenen Raumes und der eigenen materiellen Güter und die fundamentale Ablehnung der Infragestellung durch den Anderen, weil dieser überhaupt kein Recht dazu hat, von mir irgendeine Rechtfertigung zu fordern. Angebliche 'weiße Privilegien' sind gut, weil es meine Privilegien sind – das muss reichen. Statt wie bisher ohne Erfolg Gralsritter vorgeblich ewiger Werte zu sein, muss man Türsteher seines eigenen Lebens und seines eigenen Landes werden."
(Weiter hier.)
       

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Kommen wir zum Katechon.

Working Class Hero

(Netzfund)


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"Politiker und Medien schreiben uns immer mehr vor, wie wir zu leben haben, und seit einigen Jahren werden uns durch Exekutive und Legislative immer mehr Freiheiten und Rechte genommen: Das Recht, über die Verwendung unserer Steuermittel mitzubestimmen (Eurorettung durch EZB), die Freiheit, in sozialen Medien unsere Meinung zu äußern (NetzDG), das Recht, darüber zu bestimmen, wer unser Land betritt (Grenzöffnung) und neuerdings zahlreiche bürgerliche Freiheiten und Rechte (Covid-Maßnahmen). Der Prozess begann schleichend, doch sind wir den Weg in die Knechtschaft nun schon ein gutes Stück gegangen, was man sofort sieht, wenn man einen Bahnhof oder ein Geschäft betritt: Ohne jeglichen medizinischen Grund müssen wir dort alle Masken tragen, die uns unser menschliches Antlitz, ohne das wir als soziale Wesen nicht funktionieren, nehmen."
Also schreibt der treffliche N.N. unter dem Aliasnamen Johannes Eisleben auf achgut.


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 "Wie Sie wissen", schreibt Leser ***, "ist Deutschland ein Hotspot des Rassismus. Und dennoch gibt es da die ewigen Abwiegler und Beschöniger, die die düsteren Realitäten nicht sehen wollen. Sogar im sonst so fortschrittlichen Kulturbetrieb. Zum Beispiel in diesem Interview:
 
'Frage: Hat es Sie... überrascht, dass es hier in Deutschland rassistische Vorurteile gibt?
Antwort: Naja, ich hatte natürlich von den Ereignissen in Deutschland während der Nazizeit gehört... Aber ich muss sagen... Die Deutschen haben mich wirklich wie eine von ihnen aufgenommen, so dass ich klar sagen muss, dass es eigentlich nichts gibt, worüber ich mich beschweren müsste. Ich habe es immer sehr genossen, in Deutschland zu sein, hier zu singen, ich habe viele deutsche Freunde und Bewunderer.'
 
Diese in bedauerlicher Weise politisch fehlgeleitete Person, die offenbar blind durch den Rassistenpfuhl Deutschland gelaufen ist, heisst Grace Bumbry; das Interview erschien im 'Online Musik Magazin' vom Juli 2005 ('Grace Bumbry – I still love challenges').  
 
Leider ist das kein Einzelfall. Der nächste treibt es sogar so weit, offen Sexismus zu verharmlosen. Beispiel:
'Frage: Sie sind immer ein Womanizer geblieben. Würden Sie sagen, dass Sie heute ein zeitgemässes Frauenbild vertreten?
Antwort: Das kommt darauf an, was Sie darunter verstehen. Ein Kompliment ist keine Belästigung und schon gar kein Sexismus. Dass das heute so angesehen wird, halte ich für absurd. Und es ist nicht so, dass nur die Männer die Schlimmen sind... Also hören Sie mir auf damit...
Frage: Wie haben Sie die Deutschen damals erlebt?
Antwort: .... Ich habe dieses Land geliebt, und man hat mich so genommen, wie ich war... Ich habe nie Ressentiments erlebt. Ich wurde oft von Journalisten danach gefragt, und die waren enttäuscht, dass man mich nie diskriminiert hat. Wegen meiner Herkunft wurde ich nur einmal angepöbelt: im Auto auf den Pariser Champs-Elysées wegen meines Wiesbadener Kennzeichens.'
 
Ist das zu fassen? Da lebt der schwarze Schlager-Star Roberto Blanco jahrzehntelang bei uns und kriegt nichts von Rassismus mit. (Das Interview ist im 'Stern' vom 30.12.2017 erschienen). 
 
Natürlich erscheinen solche Fälle niemals in den Talkshows des Fernsehens. Sie würden ja nicht das gewünschte Ergebnis zeigen. Statt dessen kapriziert man sich auf Fussballer, bei denen es ohnehin gang und gäbe ist, dass sie von gegnerischen Fans wüst beschimpft werden – allerdings auch solche gleicher Hautfarbe, wenn sie einem 'feindlichen' Verein angehören. Fans, die typischerweise nicht eben aus den obersten gesellschaftlichen Etagen kommen. Das macht das ganze für den wahrheitsliebenden Journalisten ja so praktisch: Man kann immer Beschimpfungen finden, auch rassistische. 
 
Und wie war das früher? Machen wir einen Sprung zurück in das Deutschland der 20iger Jahre. 
'Berlin, das ist schon toll. Ein Triumphzug. Man trägt mich auf Händen.'  Wo immer sie erschien, jubelten ihr die Menschen zu.... In Berlin fühlte die Tänzerin sich sogar so wohl, dass sie kurz überlegt, ganz dort zu bleiben.' So 'Der Spiegel' am 13.1.2016 über Josephine Baker. Nicht verschwiegen werden soll, dass es später – vor allem in der Provinz – auch rassistische Proteste gegen ihre Auftritte gab. Aber das ist eben nur eine Seite, nicht die ganze Geschichte. 
 
Die Liste von amerikanischen Jazzmusikern, die dauerhaft oder zeitweise Europa als Domizil wählten, weil es hier weitaus weniger Diskriminierung gab als in den USA, ist ellenlang. Sie reicht von Sidney Bechet über Coleman Hawkins, Hazel Scott, Nina Simone und Don Byas unter den älteren bis zu zahllosen modernen, in der Nachkriegszeit. Man müsste sich als Journalist nur die Mühe machen, einmal in Biographien und Interviews nachzusehen, was diese Leute an Europa fanden. Wenn man denn an der Realität interessiert wäre. Aber wer ist das heute noch?"