Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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31. Mai 2020


"Bald kommt die zweite Coronawelle – und die zweite Soforthilfe."
(Freund ***, Dirigent)


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Die Postscripta zu Ernst Jüngers "Burgunderszene", die an dieser Stelle standen, sind, mit weiteren Nachschriften versehen, unter den Text gewandert, zu dem sie gehören, hierhin.


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Die Rassenunruhen in Übersee nach der Tötung eines Schwarzen durch weiße Cops werfen einige Fragen auf, zunächst jene, wer da eigentlich zu randalieren begonnen hat:

Screenshot 2020 05 31 14.09.34


Ja, auch dort gibt es bekanntlich eine Neo- bzw. Antifa. (Das Video können Sie hier sehen.)

Der Süddeutsche Beobachter meldet:

Screenshot 2020 05 31 14.25.21

Minneapolis scheint eine Art amerikanisches Chemnitz zu werden, in dem ein Mord resp. Totschlag die Gemüter einheimischer "Deplorables" (in halbwegs ähnlichem Zusammenhang: H. Clinton) erhitzt, die von der Opposition unterstützt werden. Möglicherweise ging der hiesigen Qualitätspresse trotz aller Akribie das eine oder andere Highlight der inzwischen landesweiten Proteste durch die Lappen, etwa: "A man in St. Louis was dragged and killed by a FedEx truck early Saturday following hours of violent demonstrations that rocked the city" (hier).


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Leser *** sendet "eine interessante Tabelle vom Datenlieferanten statista, die zeigt, dass in den USA konstant deutlich mehr weiße Konstrukte von Polizisten erschossen werden als schwarze:

Screenshot 2020 05 31 14.20.55

Vermutlich würden die 'Qualitätsmedien' in diesem für sie ungünstigen Fall sofort einwenden, man müsse die Zahlen natürlich auf den Bevölkerungsanteil beziehen. Das ist ein Gedanke, den sie beim täglichen Trump-Bashing wegen Corona nicht einmal entfernt ins Spiel bringen, wie der Pandemie-Schnellüberblick aus dem Spiegel unten zeigt:

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Es wird beim Spiegel (wie auch bei der Tagesschau) nur mit absoluten Zahlen gearbeitet, weil diese Trump schlechter dastehen lassen. Nimmt man – wie es zum Vergleichen einzig vernünftig ist – die Zahlen pro Kopf, käme ein ganz anderes Bild zustande. Dann würden die USA bei den Infizierten auf Platz 11 hinter Ländern wie Luxemburg (5) und Spanien (9) liegen. Bei den Toten pro Kopf kämen sie sogar nur auf Platz 12; hinter Belgien, Spanien, UK, Italien, Frankreich, Schweden, Niederlande, Irland. Belgien hat sogar mehr als zweieinhalb mal so viele Tote pro Kopf wie die USA."


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Der Spiegel hatte früher die Eigenart, mit den politischen und gesellschaften Akteuren so hochnäsig umzugehen, dass bei seinen Lesern der Eindruck erweckt wurde, sie stünden mitsamt den Spiegel-Autoren hoch darüber. Das Blatt wurde von Herostraten gemacht, Idolatrie war verpönt, Regierungskritik obligatorisch. Fast alle Artikel erschienen ohne Autorennamen, aber die Hälfte der Verfasser erkannte man doch an ihrem Schreibstil. Im heutigen Spiegel haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Idolatrie und Staatsfrömmigkeit bilden die Tribüne, von welcher herab die Leserschaft permanent belehrt wird, und unter den einander wie ein Ei oder Eierkopf dem anderen gleichenden Artikeln stehen unterschiedliche Autorennamen, deren Herdenanonymität (nicht -immunität!) dennoch gesichert ist.

In der aktuellen Ausgabe stilisieren die Genossen Journalisten den Oberseuchenbekämpfer Christian Drosten sozusagen zum Robert Habeck unter den Virologen:

Drosten ikonografisch


"Ein Volk, ein Reich, ein Drosten", lästert lustvoll Leser ***. "Aber Respekt, daß der Spiegel sich traut, diese geradezu ikonographischen Fotos des Laborfuchses an der Virusfront, der voller Zuversicht in eine ungewisse Zukunft schaut, mit einem Zitat, dessen Wahrheitsgehalt jeder, ausnahmslos jeder, mit wenigen Mausklicks überprüfen kann, zu veröffentlichen. Würde die 4. Gewalt noch halbwegs funktionieren, anstatt regierungstreu den Lesern PR zu verkaufen, wäre Drostens Glaubwürdigkeit nun wohl endgültig ruiniert."
  
Deutschland stehe derzeit bei  220 Infizierten/10 Toten auf 100.000 Einwohner. Weniger Infizierte/Tote pro Kopfzahl haben u.a. Norwegen, Österreich, Polen, Tschechien, die Türkei, der Iran, Israel, Argentinien, Uruguay und alle ostasiatischen Länder (Quelle). Aber schlauerweise lautet das Zitat "kein vergleichbares Land der Welt". Und solange 'schland Personal wie Merkel, Steinmeier, Claudia Kipping-Eckardt und eben Drosten hat, ist es unvergleichlich.


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"Ich habe immer noch kein Bild von Merkel mit Maske gesehen", schreibt Leser ***. "Sie?"

Ein Bild nicht – sie waren beide auf der Trauerfeier für Westerwelle, haben sich aber sonst wohl nie getroffen –, dafür aber das:

Screenshot 2020 05 31 12.54.55

Ernst beiseite: nein, habe ich nicht (dabei würde eine Maske sie durchaus kleiden). Quod licet Iovi, non licet bovi.


PS: "Jeder hat Merkel mit Maske gesehen. Sie trägt diese dauerhaft. Das wahre Gesicht würden uns erschrecken."
(Leser ***)


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Kleine Frage am bzw. vom Rande: Wer war damals eigentlich US-Präsident?

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Im Streit um den von Unverzeihlichen gewählten Radebeuler Kulturamtsleiter Jörg Bernig haben die üblichen Unterstützer mit einem Offenen Brief zugleich Öl ins Feuer und Wasser auf Mühlen gegossen, darunter Uwe Tellkamp, Uwe Steimle und Vera Lengsfeld. Der Dirigent Christian Thielemann indes sog praktisch noch während seiner Unterschrift
den Athem ein,
mit dem er widerrief:
so schnell war seine Kehr!
Eine Sprecherin erklärte, der Maestro sei "unzureichend informiert" gewesen. Es wird vermutet, dass diese unzureichende Informiertheit sich vor allem auf Anrufe bezieht, die zwischen der Bekanntgabe und der Rücknahme der Unterschrift bei Thielemann eingingen. Unbestätigten Verschwörungsgerüchten zufolge soll in der Multikulti-Thingstätte Bayreuth bereits der Tisch für den Kapellmeister abgedeckt worden sein; auch die "Villa Bärenfett" habe mit lebenslänglicher Littlebighornisierung samt Skalpwedelei durch einen leibhaftigen Nachkommen von Ite-o-Magazu gedroht (obwohl der Urahn doch auch, wie Bernig, eine Art von Migrationskritiker war, merkwürdig).


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"Er ist ein vorsichtiger Mutiger."
(Kamerad *** in anderem, aber ähnlichem Zusammenhang über einen anderen, aber idealtypisch identischen Fall)


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"Was soll der 'vorsichtig Mutige' den tun?" fragt Freund ***. "Dirigieren in der inneren Emigration? Die Bayerische Staatsoper hat er nicht bekommen, die Berliner Philharmoniker schon gar nicht. Das sind pc-Entscheidungen!"

Gott, dass ich ich so etwas schon nach dreißig Jahren wieder zu hören bekommen darf! (Aber dass die Dresdner den derzeit besten Dirigenten der Welt wegen einer Unterschrift für Jörg Bernig entlassen würden, mag ich dennoch nicht recht glauben...)


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Die amerikanische Journalistin Emily Eakin hat berichtet, Sie hätten sie, statt sich interviewen zu lassen, zum Geschlechtsverkehr überreden wollen.

HOUELLEBECQ: Ja, aber diese Dame war völlig neurotisch. Ich hatte ihr erzählt, daß ich in Swingerclubs gehe. Zuerst wollte sie mitgehen, dann wieder nicht.

Sie haben sich während des Interviews angetrunken und sind mittendrin eingeschlafen.

HOUELLEBECQ: Ja, diese Frau hat mich wirklich genervt.

Heute sind Sie ganz aufgeweckt...

HOUELLEBECQ: Nicht mehr lange.

... und Sie trinken nicht.

HOUELLEBECQ: Aber bald.

(aus: André Müller interviewt Michel Houellebecq, erschienen am 28. Februar 2002 in der Züricher Weltwoche)


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