Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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3. März 2020


"Die Toleranz wächst mit dem Abstand zum Problem."
Allerweltsweisheit


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Nachdem wochenlang keiner auf die eigentlich naheliegende Idee kam, dass auch das Coronavirus nur ein Konstrukt ist, erbarmt sich endlich der brave Hadmut Danisch:


"Man wird 4392 Dissertationen darüber schreiben, dass Viren nur durch Sprechakte von denselben bösen Biologen und Medizinern erfunden wurden, die auch schon Geschlecht erfunden haben und herausfinden, dass Erdbeben, Hochwasser und Gummistiefel Infizierte besonders benachteiligen. Anschließend wird man im Bundeshaushalt Gelder freimachen, um den Kampf gegen Gesund aufzunehmen und es SPD-Sympathisanten geben, die die AntiMed gegründet haben und die Autos von Chefärzten anzünden. Es wird Gefangenenbefreiungen aus Quarantänen geben. Die Tagesschau beklagt wöchentlich, dass Infizierte geringer bezahlt werden."



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Jemand sagte: "Diese Woche debattiert also der Bundestag über die Bekämpfung von Corona. Das heißt, es kommen 700 Menschen für mehrere Tage in einem Raum zusammen, die aus allen Ecken und Winkeln Deutschlands stammen, die in der vergangenen Woche mitsamt ihren Mitarbeitern überall im Lande unterwegs waren, Veranstaltungen abgehalten und Hände geschüttelt haben und am Wochenende wieder in alle Ecken und Winkel des Landes ausschwärmen werden. Wahrscheinlich debattiert das Parlament nicht nur über das Virus."     


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Auf das Auto des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ist ein Brandanschlag verübt worden, der Wagen stand auf dem Privatgrundstück des Kleinunternehmers, die Familie befand sich im Haus. Eine klitzekleine Auswahl von Kommentaren unter dem Artikel der Hamburger Zeit:


Humanistenpublikum1

Humanistenpublikum2


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"The BBC has a duty to be 'woke' in the way it tells stories, the broadcaster’s head of dramas has said – if the term means representing the diversity of contemporary Britain. Piers Wenger, Controller of BBC Drama, said it would be a 'dereliction of duty' not to insert prominent black and female characters into adaptations of literary classics" (weiter hier).

Ich bitte die Besucher des Kleinen Eckladens darum, sich diese Praline von Statement am Gaumen zergehen zu lassen: Es wäre eine Pflichtverletzung, wenn der Sender nicht nachträglich schwarze und weibliche Charaktere in literarische Klassiker einfügte. Also beispielsweise Jago als Frau auftreten lässt, Desdemona als female people of colour und Othello fairerweise als alten weißen Mann. Beziehungsweise Zeus, Achilles, Patroklos und Nestor als Schwarze, wie es die BBC ja schon längst vorexerziert hat. Natürlich können umgekehrt auch weiße Schauspieler bei der Verfilmung der großen Werke der afrikanischen Klassik Rollen spielen, die dort traditionell mit Schwarzen besetzt werden, wie zum Beispiel: …

Denn, so der BBC-Dramenkontrolleur: "'If it means quality being important and fair representation being important then yes, absolutely that’s important to me.' (...) The BBC will continue its policy of 'repurposing for a contemporary audience' books written 'a long time ago' because they 'need to speak to a contemporary world as well as being stories about our past.'"

Sie wollen Werke der europäischen Literatur nachträglich umschreiben, indem sie Geschlecht und Ethnie der Handelnden nach den Maßgaben des gerade geltenden Zeitgeistes ändern. Das heißt, das Umschreiben wird auf Permanenz gestellt, denn immer neue Gruppen werden ihr Recht aufs Mitgemeintsein anmelden. Wir haben es sozusagen mit der humanitären Version einer Bücherverbrennung zu tun; Story und Text bleiben halbwegs übrig, das Personal wird ausgetauscht. Die so etwas vorschlagen oder schon tun gehören zum selben Menschenschlag, der sich über "Blackfacing" mokiert, etwa wenn weiße Tenöre als Verdi-Otello leicht geschminkt werden, oder der Kindern verbieten will, sich beim Fasching als Indianer zu verkleiden. Replacement migration nun auch im TV und auf der Bühne, am besten möglichst weit rückwirkend, bis zur Umcodierung des kulturellen Gedächtnisses. Ozeanien war nie im Krieg mit Eurasien.


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Mit einem tollkühnen Selbstversuch stemmt sich der Fernsehjournalist, Autor und Schauspieler Jenke von Wilmsdorff gegen die Furien des Vergessenwerdens: "In der neuesten Folge von 'Das Jenke-Experiment' isst von Wilmsdorff zwei Wochen lang ein Kilogramm Billigfleisch pro Tag und tut seinem Körper Übles an." Er erlebt dabei "Nächte voller Schmerzen. Er fühlt sich immer träger.  ... 'Ich konnte vor Schmerzen nicht mehr schlafen, wusste nicht, wohin mit dem Arm.'" Am Ende des Selbstversuchs will er zum Vegetarier geworden sein.

Wie eindrucksvoll. Allerdings würde dasselbe Experiment auch funktionieren, wenn der Proband jeden Tag exakt dieselbe Menge Kobe-Rindfleisch zum Freundschaftspreis von 800 Euro pro Kilogramm verputzt hätte. Ich habe einen vergleichbaren Selbstversuch in reduzierter Frist einmal selber absolviert; für eine Focus-Titelgeschichte fraß ich mich drei Tage lang durch Dry-aged-beef-Feinschmeckerrestaurants, und obwohl ich kräftig mit Wein nachspülte (und aufgrund meiner regelmäßigen Exzesse auf dem Ergometer exzellente Blutharnsäurewerte habe), schmerzten mir am dritten Tag die Fingergelenke. "Nichts ist schwerer zu ertragen/als eine Reihe von guten Tagen", befand unser auch bei Tische bewährter Olympier. Letztlich entscheidet die Dosis. Man kann sich auch mit Château Petrus vergiften. Es ist halt nur vergnüglicher.


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Die künftigen Koalitionspartner der CDU bei der Arbeit. Die dreizehnte Fee, die am Ende den Wunsch der bösen Dornröschen-Mörderin zu 100 Jahren Zwangsarbeit abmildert, ist übrigens der Fraktionsvorsitzende Bernd Riexinger.


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Ohne Worte:                   

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