Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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20. Februar 2020


"Redet mit den Leuten nach Maßgabe ihres Verstandes!"
Mohammed (Muhammad)



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Den Kommentar zum Amoklauf in Hanau – der ersten Meldungen zufolge von einem Rechtsextremisten begangen wurde, wobei der Amokschütze womöglich einen schweren psychischen Schaden hatte, worauf auch einiges hindeutet –, den Kommentar jedenfalls zu allen vorausgegangenen bzw. folgenden Blutbädern, die von Personen ohne psychiatrisch relevante Störungen veranstaltet werden, hat der Harvard-Politologe Yascha Mounk am 20. Februar 2018 in den Tagessthemen formuliert, nämlich "dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es aber natürlich auch zu vielen Verwerfungen."

Viel mehr wäre zur aktuellen "Verwerfung" eigentlich nicht zu sagen (sofern der Täter kein "normaler" Irrer war). Außer vielleicht, dass es die Wirklichkeit nicht schert, was Gevatter Mounk, von seinem Logenplatz auf die Ebenen des sozialen Experimentierens herabschauend, hoffnungsfroh "glaubt". Multikulturalismus kann tödlich sein. Er kitzelt aus Menschen, die diesem verantwortungslosen Experiment ausgesetzt werden, einen der elementarsten Instinkte heraus: das Revierverhalten. Multikulti in Verwerfungsbestform ist der Bürgerkrieg zwischen ethnisch-kulturell auf einem Territorium zwangsvermischten Gruppen. Das ist der Grund, warum verantwortungsvolle Politker wie Helmut Schmidt immer wieder darauf insitiert haben, es mit der Aufnahme von Fremden nicht zu übertreiben, die Integrationskraft der Aufnahmegesellschaft nicht zu überfordern, den Menschen nicht ihre vertraute Umgebung und die damit verbundenen Sicherheiten zu nehmen.


PS: Ein FAZ-Herausgeber stößt sich, wie viele andere Pyromanen auch, an den Vorschlägen zum Brandschutz, während er munter ins Feuerchen bläst. Was ist los mit Ihnen, Kaube; die letzten Jahre keine Zeitungen gelesen? Die täglichen Messerstechereien, die "Gruppen", die in Innenstädten allabendlich ihr Mütchen kühlen, die Silvester-Kirmes zu Köln und andernorts, deren Wiederholung nur durch riesige Polizeiaufgebote verhindert werden konnte, überhaupt das raumgreifende, dräuende öffentliche Auftreten von Gruppen junger Männer mit dem existenzveredelnden Hintergrund: alles Reviermarkierungen, Revierkämpfe und vor allem Reviereroberungen, denn fast immer sind diejenigen, die noch nicht so lange hier leben, sowohl jünger als auch vitaler und natürlich in der Überzahl, auch in Hanau, etwa hier oder hier oder hier ("In Hanau kann es jeden treffen" schrieb die Welt) ...


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Ja, ich bin mit einer Ausländerin verheiratet. Ja, mein Bruder (und mein Pate) sind es auch. Ja, ich lebe inmitten von Ausländern, bei uns daheim sind ständig Ausländer zu Besuch, viele meiner Bekannten sind Ausländer. Darunter auch Muslime. Keiner von ihnen hat irgendwelche Gesinnungsprobleme mit mir (so was kenne ich nur von Deutschen). Keiner will mich missionieren, meine Lebensgewohnheiten oder den Charakter meines Viertels ändern, mir nicht die Hand geben oder mich überfallen. Keiner lebt auf meine Kosten. Mein Revier ist nicht von dieser Art Ausländer bedroht (eher von Deutschen mit ausgeprägter Inländerfeindschaft). Wahrscheinlich gehöre ich zu den "Anywheres", als geistiger Nomade jedenfalls. Aber ich kann von meiner kommoden Situation abstrahieren.


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Sofern es sich bei dem Schützen um einen rechtsextremen Täter handelte, sollte die Kanzlerin diesmal ihren Fehler nach dem Lkw-Unglück vom Breitscheidplatz, als sie in spontaner Ergriffenheit tat, als sei nichts geschehen, keinesfalls wiederholen, sondern sich an der neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern ein Beispiel nehmen, die nach dem Anschlag in Christchurch mit einem Hijab die Angehörigen der Opfer besuchte. Frau Merkel sollte dann (unter dem Hijab) darauf hinweisen, dass jeder Mensch, der behauptet oder jemals behauptet hat, Multikulti sei gescheitert, ein rechter Hetzer sei und strafverfolgt gehöre, sofern der Mörder, wie gesagt, ein rechtsextremes Tatmotiv hatte; sonst eben ein andermal. Sie sollte ihre willkommenskulturell eingehegten Untertanen daran erinnern (sofern der Täter ein Rechter gewesen ist), dass sie ihnen seit den Tagen des freundlichen Gesichts ca. zwei Millionen Bereicherungsfälle zur Erlernung interkultureller Kompetenz und zur allgemeinen Erbschuldabtragung gnädig an die Hand gab. Sie sollte, zum Dritten, nicht mehr nur halbherzig auf die Rückgängigmachung falscher Wahlergebnisse drängen, aus denen potentielle rechte Gewalttäter folgern könnten, dass sich auf politischem Wege sowieso nichts ändern lässt, sondern ein sofortiges AfD-Verbot anregen, denn das Einschlagen auf den Seismografen nach dem Erdbeben gehört zu den symbolischen Amtspflichten einer internationalsozialistischen Anführerin und Nasendreherin.

Hoffen wir also auf ein angemessenes Tatmotiv!


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PS: Leser *** sendet mir einen Link zum (angeblichen) "Manifest" des (mutmaßlichen) Täters von Hanau. Textprobe:

"Daher sagte ich, dass folgende Völker komplett vernichtet werden müssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die Türkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen. Und dies wäre erst die Grob-Säuberung. Danach muss die Fein-Säuberung kommen, diese betrifft die restlichen afrikanischen Staaten, Süd- und Mittelamerika, die Karibik und natürlich das eigene Volk. Wobei ich anmerkte, dass nicht jeder der heute einen deutschen Pass besitzt reinrassig und wertvoll ist; eine Halbierung der Bevölkerungszahl kann ich mir vorstellen. Wenn ein Knopf zur Verfügung steht, dies Wirklichkeit werden zu lassen, würde ich diesen sofort drücken, so schnell das man gar nicht schauen könnte. Einzigste Voraussetzung für mich wäre, dass dies von einer Sekunde auf die nächste erfolgen muss, da ich nicht Schuld bzw. Interesse an einem Leid dieser Menschen habe, denn es ist denkbar, dass es in diesem Universum einen unendlichen Kreislauf des Lebens gibt, so dass ich in irgendeinem anderen Leben genau der Mensch bin, den ich heute vernichten will."


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Eine der ersten Maßnahmen der Regierung Johnson wird eine Änderung des Einwanderungsrechts  nach vernünftigen, d.h. rechtsradikalen Kriterien sein, meldet die Presse. Das gibt all jenen Hetzenden Recht, die den Hauptgrund des Brexit in Merkels angeblichem Sonderweg obergrenzenloser Masseneinwanderungsgewährung sahen (wozu auch der vernagelte Betreiber des kleinen Eckladens gehörte).


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In der Wahrheits- und Qualitätspresse wird bekanntlich stets penibel unterschieden zwischen rechts, rechtsradikal und rechtsextrem, um auch nur dem Hauch einer Generalverdächtigung beim hochdifferenzierten "Kampf gegen rechts" aus dem Wege zu gehen. Anders die AfD, in diesem Falle der nordrhein-westfälische Flügel der Flügelpartei. Die stellt "alle Heiratenden (sic!) aus der Türkei oder mit türkischen Wurzeln unter einen Generalverdacht", enthüllt Der Westen – und alle Badenden mit Migrationshintergrund obendrein. Und zwar unter dem perfiden Deckmantel der satirischen Übertreibung, eines künstlerischen Genres, das aber bereits vom WDR-"Umweltsau"-Kinderchor mit dem satirischen Generalverdacht gegen alle deutschen Omas voll und ganz abgedeckt wird.

In einer Ausmal-Broschüre hat die Schwefelpartei rassistische Bilder veröffentlicht. Auf einem ist, wie der Westen schreibt, ein "Autokorso, möglicherweise nach einer türkischen Hochzeit" zu sehen, "alle Männer tragen Waffen, schießen damit um sich" und "die einzige Frau auf dem Bild ist verschleiert". Damit wird der besagte Generalverdacht erweckt, denn nur ein sehr kleiner Bruchteil unserer ausländischen Mitbürger nimmt an solchen folkloristischen Korsos teil, und kaum jemand von denen schießt dabei um sich. Auf einem weiteren Bild des "Hetz-Malbuchs" fliehen Menschen vor anderen, offenbar noch nicht lange hier Badenden – "einer versucht, nach einer Frau zu greifen" – aus einem Schwimmbad. Wieder wird ein Generalverdacht vorstellig, obwohl im vergangenen Sommer nur in seltenen Ausnahmen öffentliche Schwimmbäder nach Vorfällen mit Fachbürgern, die wegen der menschengemachten Erderwärmung überhitzt waren, geräumt werden mussten. Niemals würden sich Schaffende der Qualitätsmedien zu solchen General- oder wenigstens Majorverdächtigungen etwa gegen Ossis oder Sachsen hinreißen lassen! Nicht mal satirisch!

Das schlimmste Generalverdachtsbild aber ist diese Anspielung auf ein an NRW grenzendes Besiedlungsgebiet (hier ein paar Hintergrundinformationen zu Macrons Feldzugsmotiven):

Rückeroberung

Und nicht mal zum Ausmalen! Hier können wirklich nur Verbote und harte Strafen helfen. Also nicht in den Bädern und gegen die lustigen Korsos, sondern gegen solche Generalverdachtsverbreiter.


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Einen guten Vorschlag dafür unterbreitet der kanzleramtsnahe Tagesspiegel: "In den Gegenden, wo populistische Parteien und Positionen grassieren, wird die Internetverbreitung verlangsamt oder gar gestoppt – und Peng, ist das Problem mit der AfD gelöst." Diese sogenannte Partei ist ja ein reines Netzphänomen. In der DDR etwa gab es kein Internet, und wo war da die AfD? Eben. "Die Nutzung von Online-Medien, sagen die Forscher, kommt den populistischen Parteien entgegen, da sie dort ihren Kommunikationsstil der direkten Ansprache mit einfachen Botschaften pflegen könnten", notiert das Qualitätsmedium. Zum Beispiel Botschaften wie "Wir schaffen das!" oder "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" oder "Wir wollen kein CO2 mehr!" oder "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch, und ich freu mich drauf". Netzklappe zu, Populistenaffe to(b)t!


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Der Täter von Hanau, wird gemeldet, sei ein Bankkaufmann gewesen. Alle Bankkaufleute sind jetzt aufgerufen, einem Generalverdacht entgegenzutreten.


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Gefunden bei Alexander Wendt:

KGE1

KGE2

Ich las gerade von einem neuen Gesetz, das "Hasskriminalität" im Netz und die Verunglimpfung von Politikern mit hohen Gefängnisstrafen sanktioniert. Sie tun gut daran.

(Wobei ich mitunter glaube, das alles könnte intendiert, inszeniert und orchestriert sein, die ständige Hetze gegen angebliche Hetzer, das permanente Mit-zweierlei-Maß-Messen, die Verhöhnung des Augenscheinlichen und Normalen – allein diese Journalistenpreise fallen entweder unter Holzhammersatire oder unter Aufstachelung zum Hass –, die Hervorkitzelung von Wut durch die Verleugnung des jedermann Sichtbaren: Wahrscheinlich hoffen sie darauf, dass hinreichend viele Leute durchdrehen, um dereinst die Verfolgung der Opposition legitimieren zu können.)


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Aus einem Grab in Rott am Inn murmelte es folgende Kommentare zur Thüringen-Wahl und zum FDP-Abwracker Christian, genannt der Beherzte:

Straussfdp

Insonderheit der Begriff "Wurmfortsatz" behagt mir als Bezeichnung einer Partei, deren Vorsitzender sich so gekonnt im Staub zu krümmen versteht, dass man ihn kaum noch sieht. Nur mit dem zuverlässigen Selbsterhaltungstrieb lag unser Untoter wahrscheinlich falsch.