Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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19. Januar 2020


Der Linke hegt dem Schönen gegenüber ähnliche Empfindungen wie der Teufel gegenüber dem Paradies.


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Rassist


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Allmählich, scheint's, weht unserer ferngesteuerten Gretel aus Taka-tuka-Land samt ihrem veitstänzerischen Anhang ein bisschen Gegenwind in die verkniffene Gesichtchen. Nachdem die Umweltsau Dieter Nuhr nun schon seit Wochen und verblüffenderweise ungestraft Witze über die Klimaschisser machen kann, zieht jetzt der BR mannhaft wie ein Söder nach.

Der Spiegel erkundigte sich derweil im Interview mit dem Chef der chinesischen Video-App TikTok, ob Greta Thunberg auf TikTok willkommen wäre.
Antwort: "Wer?"


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Zwei Drittel aller Gewalttaten gegen Politiker, bilanzierte der Spiegel im August, galten AfD-Angehörigen (24 von 31 im zweiten Quartal 2019, also sogar überaus dreiviertelnahe zwei Drittel, doch das war eine Momentaufnahme). Ist es aber nicht etwas übertrieben, wenn die Welt von gestern (nicht "Die Welt von gestern") die Betroffenen nun fragt, was sie von Selbstbewaffnung halten? Soll sich die AfD wirklich mit Waffen gegen den linken Terror wehren? Würde eine Kampfhundestaffel nicht reichen?

GewaltggPolitiker

Gut, die Springer-Fatzkes erwähnen die AfD in ihrem Artikel gar nicht erst, aber man wird doch wohl noch fragen dürfen.


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Gehetzt wie ein Schwerverbrecher, von einer erstaunlichen Allianz aus internationalsozialistischer Linker und globalistischen Finanzinstituten: Erstaunlich, was einem gewaltlosen Oppositionellen so passieren kann.
Quo vadis, Europa? 


PS: "Es wäre mal interessant, ob Banken dieselbe Scheu bei Intensivtätern, Gefährdern, verurteilten Mördern und inhaftierten Terroristen haben."
(Leser ***)


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Dem liebens- und lesenswerten Buch "Die Wunderkammer der deutschen Sprache" (Verlag "Das kulturelle Gedächtnis", Berlin 2019) entnehme ich, dass ein "Team" des Theodor-Fontane-Archivs der Uni Potsdam eine Liste der 500 "längsten einzigartigen Substantive" aus der Feder des Dichters zusammengestellt hat. Es handelt sich ausschließlich um Worte, die Fontane nur einmal in seinen Romanen verwendet hat, um Kombinationen aus zwei und mehr Substantiven, wie sie für das Deutsche so typisch und zugleich singulär, aus der Sicht der Anderen sogar exotisch sind. Ein guter Teil der Aufstellung dürfte aus fontaneschen Neuschöpfungen bestehen, und sie sind so geistreich, dass ich ein paar zitieren möchte (in einigen wetterleuchtet schon unsere Gegenwart bzw. sie bezeugen eben eine irritierende nationalcharakterliche Konstanz):

Abstammungserwartung
Ähnlichkeitsbedürfnis
Behandlungssonderbarkeit
Broschenüberreichung
Coulissenconnaissance
Doktorkrickelkrakel
Durchschnittstrauermaß
Ermutigungspromenade
Fremdlandsenthusiasmus
Gemütlichkeitsrangliste
Generalweltanbrennung
Generalnivellierung
Gesandtschaftsattachéhaltung
Geschlechtsanschauung
Gespensterbedürfnis
Hussitenüberschwemmung
Kladderadatschfigur
Laternenansteckerstil
Menschheitsbeglückungsidee
Neuerungsenthusiast
Offiziositätsphrase
Probegeschwindschritt
Professorentochterdünkel
Schmetterlingsschlacht
Tafelaufhebungsrecht
Tempelritterkenntnis
Überzeugungsabhärtungsprinzip
Unterhaltungspräliminarien
Vorurteilsalbernheit
Wiederverheiratungsplan
Zeitungsleserstandpunkt
Zufriedenheitsepoche


Eine schöne Frage, die in dem Buch regelmäßig von Autoren oder Schriftkundigen beantwortet wird, ist die nach deren zehn deutschen Lieblingswörtern. Das erste, das mir einfiele, früge mich jemand, wäre Wortschatz

Selbstverständlich kommt das Werklein nicht ganz ohne Zeitgeisterei aus; drei Seiten beschäftigen sich mit sexistischem Sprachgebrauch, näherhin mit Alternativen zu diesem. Am besten, von wegen Gleichbehandlung und so, gefällt mir das Pärchen:

Sexistischer Sprachgebrauch                   Alternativen
Mann und Frau                                           Frau und Mann

Das scheint mir freilich etwas konservativ und eurozentrisch gedacht; was hier vorgeschlagen wird, ist ja die Rückkehr zu jener Reihenfolge, die von den alteuropäischen Manieren vorgeschrieben wird, als die Dame – ein übrigens nur im Westen bekanntes Phänomen – den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Rituals bildete und immer den Vortritt genoss. Der Asiate, der Mohr und der Orientale schütteln bekanntlich den Kopf über die europäische Bevorzugung der Frau, das tun sie seit Jahrhunderten und bis heute. Aber wie es aussieht, wird in ca. ein bis zwei Generation auch hierzulande endgültig Schluss damit sein.


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Ich habe hier schon oft die famose Webseite von Alexander Wendt gepriesen. Sein heutiger Text über die vom kulturellen Selbsthass befeuerte Zuneigung der westlichen und speziell deutschen Linken zu Diktatoren jeglichen Schlages, begleitet von hochnäsiger Ablehnung der dortigen Opposition, wie man es derzeit am Beispiel des Iran studieren kann, gehört in jede politische Anthologie des noch jungen Jahres:

"Wenn es je eine Schamsekunde im Leben dieser einfältigen Wichtigtuer gab, dann machten sie das mit sich selbst aus. Dass sie nach 1990 weiterschwatzten, als wäre nichts passiert, gehört in die Psychologie. Dass sie immer noch ein Publikum fanden – für dieses Mirakel ist die Soziologie zuständig, und ebenfalls die Psychologie.

Woher kam und kommt diese Anhimmlung von Stalin und Pol Pot bis zu Honecker und einem islamistischen Kriegsfürsten? Sicherlich von der Verachtung der westlichen Linken für den Westen, der einzigen Gesellschaftsform, in der sie selbst existieren können, sicherlich von ihrem provinziellen Exotismus, auch von einer Faszination für eine Brutalität, die man sich in Hamburg-Eppendorf nicht selbst zu exekutieren traut. Wahrscheinlich gibt es aber noch einen tieferen Grund. Selbst bei sehr wohlwollender Betrachtung lassen sich in Texten und Reden eines Sommer, Gaus oder Bremer nichts als mediokre Sätze finden und nirgends ein nur halbwegs funkelnder Gedanke, nirgends eine eigene Sprache, schon gar nicht Geist, kurzum, sie müssen instinktiv in den Funktionären wie Hockecker, Erich Mückenberger, Gustáv Husák und den vielen anderen der Ostblockelite 'ihr ganz natürlich Ebenbild' (Goethe) erkannt haben."