Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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24. Dezember 2019

 

Aus Offenburg sendet mir Leser *** einen Bastelbogen, den er in der Auslage des katholischen Kindergartens vorfand, als er seine Tochter dort abholte.

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Die Bastelbögen stammen vom (katholischen) Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V. Aus dem Pappbogen kann man sich eine vorgestanzte Krippe basteln. Das dortselbst abkonterfeite "Kind" stammt übrigens keineswegs von jenem Gott, welcher x-fach betont, er habe keinen Sohn gezeugt, das (unchronologisch) erste Mal in Sure 2, Vers 116. Wie ging gleich dieser Hetzreim mit "tolerant" und "fremd im eignen Land"?



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Alle Jahre wieder und beinahe schon traditionell muss ich auf diesen Seiten ungebildete Wohlmeiner der Lächerlichkeit anheimstellen, die nicht in der Lage sind, zwischen Weihnachtsgeschichte (Lukas 2,1 - 20) und Flucht nach Ägypten (Matthäus 2,13 ff.) zu unterscheiden und uns die Geburt des Jesuskinds als die eines "Flüchtlingskinds" verkaufen wollen. Da mir Leser *** eine leicht aktualisierte Version der Weihnachtsgeschichte zugeschickt hat, muss ich mich heuer gottlob nicht wiederholen:

"Da ist ein Handwerksmeister aus Nazareth. Die Regierung hat beschlossen, neue Steuern zu erheben und diesmal auch wirklich niemanden durchs Netz gehen zu lassen. Darum hat man neue Steuerlisten angelegt. Aber in den Geburtsorten, nicht den Wohnorten. Da der Staat zu dumm oder zu bequem ist, die Steuerlisten hin und her zu schicken, müssen die Leute zu den Orten reisen, wo die faulen Staatsbeamten mit ihren Steuerlisten auf die Bürger warten.

So muss sich der arme Handwerksmeister aus Nazareth aufmachen, und es nützt ihm nichts, daß seine Frau hochschwanger ist. Sie müssen los nach Bethlehem, damit man sie danach besser finanziell ausnehmen kann. Nach einer beschwerlichen Reise kommen sie am Tag der Niederkunft dort an. Die Hotelbetten in Bethlehem sind alle belegt, es können nur noch einzelne Zimmer auf dem Schwarzmarkt zu Wucherpreisen erworben werden, was sich aber der arme Handwerksmeister nicht leisten kann. Also quartiert ihn ein Hotelier (gegen Cash) da ein, wo die Tiere der Gäste untergebracht sind – sozusagen der Vorläufer der Hotel-Tiefgarage. Dort muss die arme Frau dann ihr Kind bekommen. Kosten für heißes Wasser und Tücher berechnet der Hotelier extra."

Am Rande: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute geborener Heiland an Bord eines Schlepperbootes ginge und ertränke, bestünde durchaus, nämlich wenn die Eltern sich zu erkennen gäben und mitsamt Kind stracks über Bord geworfen würden.


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"So unangenehm der Gedanke auch sein mag: Hitler war Christ", schreibt Michel Onfray in seiner Universalgeschichte "Niedergang. Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur" (S. 502).

Doch der Führer mochte das Christentum nicht. Dagegen gefiel ihm der Islam:

"Hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt: Haben wir schon die jüdische Welt auf uns ge­nommen – das Christentum ist so etwas Fades –, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden."

Adolf Hitler am 28. August 1942; zitiert nach: Heinrich Heims/Werner Jochmann: Adolf Hitler. Monologe im Führerhauptquartier 1941–44, Hamburg 1980, S. 370.



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All denjenigen, die meinen, der deutsche Staat habe während der sogenannten Flüchtlingskrise "die Kontrolle verloren", widerspricht der achtbare André F. Lichtschlag

"Das Gegenteil ist richtig: Die Massenmigration ist eine direkte Folge starker und stärkster staatlicher Anreize. Die Migranten werden vom deutschen Steuerzahler vollversorgt mit Wohlstand, den sie selbst mit viel Arbeit im eigenen Land kaum gewinnen würden. Auch die Schlepperschiffe im Mittelmeer zum Beispiel sind sind direkt oder indirekt vom Staat geschützt, gesteuert und finanziert. Gegenüber durchaus arbeitswilligen und leistungsbereiten Migranten etwa aus China ist die staatliche Grenze auch nicht offen, sondern sehr effektiv geschlossen. Nirgendwo hat der Staat wirklich die Kontrolle verloren, leider. Im Gegenteil: Staat und Politik haben es 'wunderbar' geschafft, Millionen von denen einzuschleusen, die auch zielgerichtet eingeschleust werden sollten. Ist die Massenmigration politisch irgendwann nicht mehr erwünscht, wird sie von heute auf morgen staatlich unterbunden werden." 


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Ich habe etwas nachzutragen. Beim Umräumen fiel mir ein Brief in die Hände, den ich seit einiger Zeit vermisse. Günter Maschke teilte mir am 21. Januar 2018 mit – ich wollte ihn schon damals zitieren; nun ergibt sich die Gelegenheit –, dass es eine Legende sei, er habe die FAZ 1985 wegen einer Kontroverse mit Jürgen Habermas verlassen ("Nach einer publizistischen Kontroverse mit Jürgen Habermas schied Maschke 1985 aus der FAZ-Mitarbeit aus", liest man auf Wikipedia), denn:

"Es war nicht Habermas – meine zwei Polemiken gegen Habermas schrieb ich nach meiner Mitarbeit bei der FAZ –, sondern mein Nekrolog zum Tode von Carl Schmitt ('Positionen inmitten des Hasses', FAZ, 11. 4. 1985). Diesen Artikel hatte ich irgendwann, 2-3 Jahre zuvor, beim damaligen Chef des Feuilletons, Günther Rühle, eingereicht, – er akzeptierte ihn vollständig. Als er dann erschien, war der Teufel los, und in einer Zusammenrottung der Redakteure – bis hin zum Fußball-Fritzen – empörte sich der ehemalige Herausgeber – immer noch sehr einflußreich – Dolf* Sternberger und schrieb dann einen doppelt so langen Gegennachruf 'Irrtümer Carl Schmitts'. Wenn es um die Irrtümer, die endlosen Schlampereien, die wirklichen Fehler, argumentativen Tricks etc. bei CS geht, kommen Sie mit 900 Seiten nicht aus; – es gibt vermutlich keinen Gelehrten, der darin CS übertreffen könnte. (...) Ich hatte daraufhin die Faxen dicke und kündigte meine Mitarbeit als 'fester freier Mitarbeiter' – so hieß das tatsächlich damals –, ich hätte nie wieder die alte Position erreicht undundund. Zwar bemühten sich Joachim Fest, Günther Rühle u.a., mich bei der Stange zu halten, – aber ich hatte nach diesem wirklich massiven Tamtam genug."

 
* "Stellen Sie sich vor, der Führer hätte Michael oder Günter gehießen – dann wären Sie Ichael und ich Ünter geworden!"