Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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18. Dezember 2019


"Hannah Arendt hatte an einer akademischen Veranstaltung in Heidelberg teilgenommen und war beim Betreten der Aula durch ein Spalier grölender, aufgebracht tobender Studenten gegangen. Sie wolle sich mit ihren Panikempfindungen nicht aufspielen, sagte sie. Aber die Gesichter und die aufgerissenen Münder, die da ganz nahe an sie herangekommen seien, hätten sie an die SA-Bengels von damals erinnert."

Joachim Fest im Hannah Arendt-Kapitel seines Buchs "Begegnungen. Über nahe und ferne Freunde" (2004); wir befinden uns in der glorreichen Zeit der 1968er "Studentenbewegung"



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"Angesichts der gegenwärtigen Fluchtsucht (Schuster, Friedman) fragt man sich, warum sich nicht zur Abwechslung auch mal ein Moslem mit dieser Absicht meldet."
Leser ***


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Gerhard, quatsch: Peter Frey, ZDF-Chefredakteur, hat auf die Frage, ob Björn Höcke für das ZDF noch ein möglicher Talkshowgast wäre, mit "Nein" geantwortet und erklärend hinzugefügt: "Wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen."

Der Chef einer steuerfinanzierten TV-Anstalt erklärt seinen Auftrag. In einem Land, das seine Grenzen nicht schützt, fühlt sich immerhin ein Vogt für die Grenzen der demokratischen Gesinnung zuständig. Letztere gelten speziell für Menschen, die nach dem Schutz der Ersteren verlangen.

Warum mag das dem ZDF-Apparatschik gerade jetzt über die Lippen gehen? Immerhin hat der thüringische Schleppfuß sich seit Monaten nicht mehr inkriminierbar geäußert, im Gegenteil, er hat sogar Aussagen bedauert und seinen Rückzug ins zweite oder dritte Glied in Aussicht gestellt. Daran kann es nicht liegen. Woran also dann?

Als deutscher Ted Turner ohne Unternehmensfinanzhoheit und Markttauglichkeitszwang untersteht Frey letztlich dem Kanzleramt. Dort wurde längst beschlossen, der AfD den Regierungsschutz auf den Hals zu hetzen, und da hat ein Staatssender mitzuziehen. Der Bettvorleger aus Bayern hat folgsam angekündigt, er werde den "Flügel" und die "Junge Alternative" und damit praktisch auch Franz Josef Strauß künftig unter "Rechtsextremismus" rubrizieren lassen. Alle Inhaber des Flügel-Passes, der Flügel-Mitgliedsnummer und des Flügel-Tatoos gelten hiermit als praktisch vogelfrei. Mit einer einzigen Grenzwertsenkung ist die Zahl der Rechtsextremen in Kein-schöner-Land um ein Drittel gestiegen.

Das "kann nur der Anfang sein", tropft einer schönen Seele bei der Frankfurter Rundschau der Zahn. Die Nazi-Mentalität auf Nazisuche...


PS: Im Nachbarland ist die Brandmarkung eines Oppositionstrüppchens als angeblich extremistisch, scheint's, in die Hose gegangen; Sellner und die IB haben vor Gericht gegen ihre Verteufeler gesiegt. "Vorwürfen gegen Identitäre fehlt Grundlage" (hier, in öffentlichkeitskompatibler Lückenhaftigkeit hier).

PPS: Viele Monate bevor er Höcke zur Unperson erklärte, hat der Gevatter Frey mir vor vielhundertköpfigem Publikum versichert, so lange er ZDF-Chef sei, werde ich nimmermehr in eine der dortigen Plauschrunden eingeladen. Daraus kann ich zwei Schlüsse ziehen. Erstens: Ich gelte bei den Mainzelmännchen anscheinend als ein schlimmerer Schwefelbruder als der thüringische Meister Urian. Zweitens: Geht Frey, kommt Rat. Oder um meinen alten SED-Kumpel Hermann Kant, Präsident des DDR-Schriftstellerverbands, zu zitieren: Kommt Zeit, vergeht Unrat.

PPPS: Das (heutige) Schlusswort zum Lügen-TV soll Danisch sprechen.



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Zum sogenannten "Krieger-" oder MAO-A-Gen (Acta vom 13. Dezember und 31. Juli) haben mir mehrere Leser geschrieben; leider war bislang kein Genetiker oder Evolutionsbiologe unter ihnen, so dass sich die Zuschriften meist in Fragen erschöpfen, etwa:

Wenn dieses Gen bei Europäern seltener vorkommt als bei Arabern, warum haben Europäer in den vergangenen 500 Jahren so viele Kriege geführt? Wenn dieses Gen bei Chinesen kaum messbar sei, wie erkläre ich mir die vielen Grausamkeiten der jüngeren chinesischen Geschichte (Taiping-Aufstand, Bürgerkrieg, Kulturrevolution)? Leserin *** verweist auf die internationale Statistik der Tötungsraten, wo süd- und mittelamerikanische sowie schwarzafrikanische Länder die Spitzenplätze mit Werten belegen, neben denen die arabischen Länder geradezu friedfertig wirken. In Saudi-Arabien liege die Mordrate bei 1,5 pro 100.000 Einwohner, in Deutschland bei 1,2, das sei keine besonders erhebliche Differenz, wenn man sehe, dass sie in Russland 10,8 und in den USA 5,4 betrage. Wie vertrage sich das alles mit dem angeblichen "Krieger-Gen"? Könne ich das vielleicht erklären?

Ich kann’s ansatzweise versuchen, und wahrscheinlich werde ich mich noch mehr in den Fußangeln der bei Kollektiven geltenen Diffenzierungsverbote verheddern.

Der Begriff "Krieger-Gen" ist allzu plakativ gewählt, das ist gewissermaßen Boulevardpresse. Er führt mehr in die Irre, als dass er ein Phänomen erhellt. Es geht nicht um Kriegstauglichkeit oder -lüsternheit, sondern um Aggressivität und eingeschränkte Affektkontrolle. Ich hatte in meinem letzten Eintrag schon angedeutet, dass diese Eigenschaften die Eignung zum Krieger, zumindest in höher organisierten Truppen, wo Disziplin und taktische Kooperation die wichtigste Rolle spielen, eher behindern. Für moderne Kriege spielt dieses Gen keine Rolle (mehr); hier führt mangelnde Affektkontrolle zuverlässig ins Verderben. Man kann, seit es Fernwaffen gibt, Kriege bisweilen sogar relativ ruhigen Bluts führen. Die Organisiertheit in festen Kampfverbänden zwingt auch den völlig unaggressiven Soldaten ins Gefecht. Als Napoleons Infanteriekarrees 1798 in der Schlacht bei den Pyramiden die Mamlucken-Kavallerie des Murad Bey niedermachten, war dies ein Sieg der kalten Organisation (und Bewaffnung) über Verwegenheit und wilde Leidenschaft. Nie habe er todesmutigere Kämpfer gesehen als diese muslimischen Reiter, sagte ein französischer Augenzeuge nach der Schlacht, und doch lagen die Verluste bei 1 zu 1000. Ich wage die These, dass auch das MAO-A-Gen auf beiden Seiten sehr ungleich verteilt war.    

Mit einem Satz: Kriegsverursacherstatistiken sagen wenig bis nichts über die Aggressivität der verschiedenen Völker aus. Das gilt sogar für Völkermorde; man muss nur die "Endlösung" der Nazis, den Massenmord an den Armeniern und die Massaker der Hutu an den Tutsis in Relation zur dabei ausbrechenden bzw. in den Dienst genommenen individuellen Aggressivität setzen. Die Kriege der Zukunft werden, zumindest seitens der technisch fortgeschrittenen Länder, vollkommen frei von individuellen Aggressionen geführt.

Was wiederum die Gewaltkriminalitätsstatistiken betrifft, stehen wir vor der Frage, was sie zu unserem Thema überhaupt auszusagen vermögen (davon abgesehen, dass ich arabische Statistiken als ungefähr so verbindlich betrachte wie arabische "fünf Minuten"). Zunächst einmal gehen verschiedene Staaten oder Gesellschaften auf recht unterschiedliche Weise gegen Gewalttäter vor. Dass viele arabische bzw. islamische Länder nach wie vor brutale Körperstrafen für unverzichtbar halten, deutet zumindest auf eine gewisse Grundaggressivität ihrer Bewohner hin (übrigens auch seitens der Vollstrecker solcher Strafen), die bereits präventiv sanktioniert werden muss; man stelle sich nur vor, was in 'schland loswäre, wenn hier jemand öffentlich ausgepeitscht werden sollte (außer der Höcke natürlich, da kämen sie alle begeistert herbeigelaufen). Warum verstecken denn orientalische Gesellschaften ihre Frauen unter Nikab, Tschador und Burka? Um sie zu schützen natürlich. Wovor? Diese Lektion wird neuerdings auch auf nächtlichen deutschen Straßen gelehrt. Westliche Zeitgenossen, die in Afghanistan waren, haben versichert, sie verstünden jetzt, warum die Mädels sich dort vollverschleierten. Der Schutz der Frauen ist in diesen Weltgegenden die Sache der männlichen Verwandten. Gerät eine Frau in sexuelle Schwierigkeiten, bekommt der Vater oder der Bruder oder der Ehemann ein Problem, meistens eines, das mit Rache, Wiederherstellung der Ehre und Messern zu tun hat. Deshalb werden die Frauen daheim kaserniert, deshalb dürfen sie nicht allein in die Öffentlichkeit gehen und wenn, dann gut verpackt.

Außerdem werden dergleichen Statistiken nach Ländern erhoben, nicht nach Ethnien. Was die Rate der Tötungsverbrechen in den USA betrifft muss man, um zu belastbaren Aussagen zu kommen, erst einmal unterscheiden, wie sich die Delikte auf die dort lebenden Ethnien verteilen – die amerikanischen Behörden tun es*–, und das wäre in Deutschland schon wieder: Hui Buh! In meinem Eintrag vom 31. Juli habe ich einen kurzen Passus zur Kriminalitätsstatistik in Vielvölkerstaaten zitiert, wo sich die ethnisch-kulturellen Differenzen auch in diesem Bereich niederschlagen.

Das erste europäische Land auf der Liste der Pro-Kopf-Tötungen befindet sich übrigens vorurteilsgemäß im Süden bzw. auf dem Balkan, Montenegro mit 4,5, weit vor Albanien (2,7). In Belgien als erstem westeuropäischen Land im Ranking beträgt die Mordrate 2,0. In Westeuropa verlieren solche Erhebungen freilich ihren Aussagewert, da die relative ethnische Homogenität dieser Länder täglich ein bisschen mehr schwindet. Man müsste also neben der Staatsbürgerschaft auch die ethnische Zugehörigkeit in die Kriminalitätsstatistik einfließen lassen, was speziell hierzulande kaum schwieriger sein dürfte, als wollte man in Saudi-Arabien Korankritik als reguläres Studienfach etablieren.

In China liegt die Tötungsrate übrigens bei 0,6 (die staatlichen Hinrichtungen werden wohl kaum mitgezählt), in Japan bei 0,3.

Der Traum der Progressisten ist die Eine Welt mit einer möglichst universell durchmischten Bevölkerung, also einer globalen Einheitsethnie mit Einheitskultur und Einheitssprache. Dann wären die verfluchten kollektiven Differenzen endlich verschwunden. Der kürzere, probatere Weg dorthin – "Doch guter Freund, die Zeit kommt auch heran/ Wo wir was Gut’s in Ruhe schmausen mögen" – führt über die Errichtung machtvoller Tabus, also das Beschweigen der Unterschiede. Wenn alle seit 2012 zu uns Hereingeschneiten die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten, wäre die Kriminalitätsstatistik endlich ein Dokument nach linksgrünem Gusto.

Doch zurück zu unserem Krieger- oder Aggressivitäts-Gen. So sehr ich darauf vertraue, dass die Genetik im Laufe der nächsten Jahre noch weit mehr Differenzen zwischen den menschlichen Großgruppen entdeckt und damit die so evidenten wie verpönten Erkenntnisse der Völkerpsychologie bestätigt – sofern man solche ketzerischen Forschungen nicht kurzerhand verbietet (dann führen die Asiaten sie allein weiter) –, genügt doch, wenn man sich auf seine Alltagserfahrungen verlässt. Oder sich die Exempel auf youtube anschaut. Da gibt es eben welche, die sofort ausrasten, wenn man ihnen die Vorfahrt nimmt, ihre Ehre verletzt, ihre Religion beleidigt oder die Treue ihrer Frau bezweifelt, und zu den vielfach bezeugten Eigentümlichkeiten dieses Ausrastens gehört, dass es so schnell kein Ende findet und durch drohende Konsequenzen nicht einzuhegen ist; Sie lesen darüber in den Medien jeden Tag unter "Vermischtes". Nein, das gilt keineswegs für alle Menschen dieses Schlages, lediglich für signifikant viele. Und wenn Sie mich fragen, gehört sogar das Weinverbot in diesen Kontext, denn der Prophet Mohammed, durch dessen Mund Allah es aussprach, war ein sehr pragmatischer Mann.

Auch die deutsche Justiz hat das Problem erkannt, indem sie bei solchen leidenschaftsferngesteuerten Räbchen regelmäßig größere Milde zeigt als beispielsweise bei deutschen Rechtsextremisten, die vorsätzlich, schuldhaft und keineswegs nur im Affekt Böses tun.


* "Hui Buh! In den USA weisen die Rassisten vom FBI tatsächlich Mörder und Mordopfer getrennt nach Rassen aus", schreibt Leser ***. "So waren 2018 38,7 % der Mörder 'Black or African American' und nur 29,9% 'White'. Da 29,5 % der Mörder 'Unknown' waren, ist davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte der Mordtaten von 'Black or African American' begangen wurden – und dies bei einem Anteil von nur 12,6% an der Gesamtbevölkerung (laut Volkszählung 2010). Das ist natürlich kein Zeichen höherer Aggressivität, sondern von mangelnder Integration,  Unterdrückung usw. (hier). Auf der anderen Seite waren auch mehr als die Hälfte der Mordopfer 'Black or African American' (hier). In den Fällen mit einzelnen Opfern und einzelnen Mördern wurden mehr als 90% der Opfer bei 'Black or African American' von Mördern der 'Black or African American' umgebracht (hier)."


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Molekulargenetikerin



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Noch zum Vorigen: Die Zahl der Messerattacken in Deutschland ist seit den Tagen des freundlichen Gesichts der Kanzlerin immer weiter gestiegen, wird gemeldet. Die Gründe bleiben noch rätselhafter als jene für das freundliche Gesicht.


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Immer noch irgendwie zum Vorigen:

"Familien aus Osteuropa erhielten in Krefeld für rund 90 Kinder Kindergeld, die gar nicht in der Stadt lebten – und das möglicherweise jahrelang. Der Schaden geht in die Millionen", meldet Focus online


Die "Familien" stammen aus Rumänien und Bulgarien... Nennen Sie mir bitte ein Vorurteil, das nicht stimmt.


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Eine aus Donezk stammende junge Frau, Russin, erzählt – ich gebe das hier unkommentiert wieder –, dass vor dem Bürgerkrieg ukrainische Behörden Listen über den Besitz der im Donbas lebenden Russen erstellt hätten, woraufhin man in deren Häuser eingedrungen sei und gezielt Wertgegenstände, Bargeld und Wertpapiere beschlagnahmt habe; in ihrer eigenen Familie seien auf diese Weise zwei kleine selbständige Unternehmen in den Bankrott getrieben worden.


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„Lieber Herr Klonovsky, zu Ihren Bemerkungen zum Umgang mit dem großen Komponisten in heutiger Zeit und besonders durch deutsche Kulturstaatsminister*innen möchte ich Ihnen über ein Erlebnis berichten, das mich - es muss 2015 gewesen sein - mit meiner zweiten Heimat, der so geselligen und feierlustigen Stadt Mainz (ich bin dort auf's Gymnasium gegangen und habe später an der Johannes Gutenberg-Universität studiert) so unversöhnlich überwarf. 

Die neue Partei AfD hatte sich angesagt, man wollte sich auf dem Gutenberg-Platz vorstellen, also war ich angereist, um mir die mephistophelischen Damen und Herren mal aus der Nähe anzusehen und anzuhören. Ich muss zugeben, ich war gewarnt durch die Landesherrin Maloo Dreyer, die dazu aufgerufen hatte, die Veranstaltung von vorneherein zu unmöglich zu machen.

Bereits von weitem hörte ich das Geschrei und Gejohle der geschätzten mehreren 10.000 AntiFa-Schist*innen, die es unmöglich machten, auch nur sein eigenes Wort zu verstehen. Der Platz war runderherum von einer Hundertschaft Polizisten in Kampfanzug abgeriegelt, drumherum die von der Landesmutter herbeigerufene Meute der kreischenden, pfeifenden, brüllenden 'Aktivisten', so dass eine weitere Annäherung, geschweige denn ein Vernehmen der Reden der AfD-Leute zwecks demokratisch-legitimierter Informationsbeschaffung unmöglich geworden war. Plötzlich flogen mitten im ohrenbetäubenden Lärm die übergroßen Fenster des gegenüberliegenden Staatstheaters (man beachte 'Staats-'theaters) auf und ein lautsprecherverstärkter gemischter Chor aus Theaterbediensteten kreischte daraus hervor die Ode an die Freude von Beethoven, schrill, atonal - eine einzige Kakophonie der Boshaftigkeit, um die Reden der teuflischen Partei zu ersticken. Ungefähr so stellte ich mir die johlenden Meuten bei den Bücherverbrennungen während der Hitler-Zeit oder beim Zerschmeißen der Schaufensterscheiben in der Reichskristallnacht vor - mit vielleicht dem einzigen Unterschied, dass vormals einige Mitläufer in brauner Uniform oder Passanten zu den Machenschaften der Rädelsführer eher schamhafte Distanz hielten.

Angewidert entfernte ich mich von der unsäglich schamlosen, barbarischen Szenerie. Ich fragte mich, was wohl Beethoven dazu gesagt hätte. Seitdem ist Mainz nicht mehr mein Mainz. Die Leute, die mir früher so sympathisch waren, sie sind mir zutiefst suspekt geworden, ja, ich bin sie leid. Ich kann dort nicht mehr hinfahren, ohne wieder das kakophone Gejohle zu hören. Die aufgerissenen Mäuler in den gehässigen Fratzen der Meute. Heute wohne ich weit weg im Ausland und habe diesen Schritt fort von dort nie bereut."


PS: Es gibt sogar ein Theaterstück darüber, von Thomas Bernhard, "Heldenplatz".