Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

Artikelsuche

Allerlei

Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


...mehr

 

 

5. Oktober 2019


Die Linke entstand ursprünglich dort, wo es Menschen sehr schlecht ging. Grüne Parteien entstehen überall dort, wo es Menschen zu gut geht.


                                    ***


"Warum diskutieren Sie auf Ihrer Webseite nicht detaillierter den menschengemachten Klimawandel?" – Weil ich meine, dass Glaubensfragen Privatangelegenheiten sind.            


                                    ***

 

 

"Migration ist per se etwas Wirtschaftliches. Menschen verlassen ihre Heimat und gehen in ein fremdes Land, um dort bessere Arbeitsbedingungen vorzufinden und so an Wohlstand zu gelangen, den zu erwirtschaften Zuhause nicht möglich ist. Daß sie in der neuen Heimat deren Spielregeln und das dort herrschende allgemeine So-Sein adaptieren, ist ein Nebenprodukt und selbstverständlich.

In Deutschland ist dieses simple Prinzip bis ins Krankhafte pervertiert. Menschen verlassen ihre Heimat und gehen in ein fremdes Land, um den Wohlstand der dortigen Einwohner mittels bekloppter Gesetze, einer künstlichen Büßermoral und mit Hilfe einer speziell für sie abgestellten Parasitenarmee für sich zu reklamieren."

Wo der kleine Akif recht hat, hat er eben recht.


                                     ***


Im Kiosk sah ich im Vorübergehen eine stern extra-Ausgabe mit dem Titel "Zeit für Helden" liegen. Auf dem Cover: Udo Lindenberg, die Kapitänin Rackete, Jesa Greta und der Basketballer Dirk Nowitzki.

Helden? Ich wähnte bislang, ein Held müsse für eine außergewöhnliche Tat Mut aufbringen, oder eine außergewöhnliche Lebensleistung vorzuweisen haben. Letzteres ist bei den Abkonterfeiten, außer Udo, dessen lebenslanger Alkohol- und Zigarettenkonsum womöglich ans Heroische grenzt,  auszuschließen. Für Mut steht auch keiner der Vier, weder die Schlepperkönigin, die den gesamten progressistischen Polit-, Medien-, Kirchen- und NGO-Klüngel inclusive deutscher Kanzlerin, Außenminister und Bundespräsident hinter sich weiß, noch die schwedische Weltklimaheiländin (wenn wir das Portiönchen Mut nicht mitrechnen, welches es braucht, um vor ein Publikum zu treten und abzulesen, was die erwachsenen Führungsoffiziere einem aufgeschrieben haben), der Udo sowieso nicht, und den Korbwerfer lassen wir mal außen vor.

Ich könnte jetzt sagen, ein Martin Sellner hat zehnmal mehr Mut als die abkonterfeierten phantastischen Vier, aber das wäre ja immer noch Null.


                                     ***


Warum, wundert sich Henryk M. Broder, bekommt die Bundeskanzlerin den Theodor-Herzl-Preis? Aber warum sollte diese bedeutende deutsche Antisemitenimport-Spediteurin nicht einen Preis bekommen, der nach einem Mann benannt ist, der wollte, dass möglichst viele Juden nach Israel auswandern?


                                     ***


"Niemand käme auf die Idee, sich von einem Teenie Börsentips geben zu lassen, Kaufempfehlungen für ein Auto oder auch nur Ratschläge zum Bohnenziehen im heimischen Garten. Aber wenn es um die Rettung des Planeten geht, ist das natürlich etwas ganz anderes." So Karlheinz Weißmann in seiner dieswöchigen "Gegenaufklärungs"-Kolumne, aus der jede Bemerkung zitabel wäre. Etwa auch:

"Die britische Regierung hat erklärt, daß sie kein Gesetz gegen den Verzehr von Hunden und Katzen erlassen werde. Auf eine entsprechende Nachfrage im Parlament antwortete ein Sprecher des Kabinetts, daß man Klagen wegen fehlender 'kultureller Sensibilität' fürchte; aus Ostasien eingewanderte Bevölkerungsgruppen könnten sich diskriminiert fühlen."


                                     ***


Ich bin dafür, dass Deutschland islamischer wird. Frauen sollen Kinder bekommen und nicht arbeiten. Gender-Lehrstühle sollen abgeschafft werden. Gender ist gegen Allah. 
Wer will mich jetzt wegen "Hassrede" drankriegen?


                                     ***


Ist es nicht erstaunlich, dass eine so widerwärtige, krumme Kreatur wie der Mensch so schöne Dinge schaffen kann wie das Negligé, die Kathedrale, das Ölgemälde, das Cembalo, die Récamiere, den Jaguar E-Type, den Eisenbahn-Salonwagen, das Dry-Aged-Tomahawk-Steak, das Schachspiel, den Cabernet-Sauvignon, den Tiger II und die Mondrakete?


                                     ***


"Wenn sich der Mensch nur zurücklehnen und über sein bevorstehendes Ende oder seine erschreckende Bedeutungslosigkeit und Einsamkeit im Kosmos nachgrübeln würde, so würde er mit Sicherheit den Verstand verlieren oder dem lähmenden Gefühl seiner Nichtigkeit erliegen. Wozu, so könnte er sich fragen, wozu soll er sich abmühen, eine große Symphonie zu komponieren oder auch nur seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder auch einen anderen Menschen zu lieben, wenn er doch nur für einen Augenblick das Leben einer Mikrobe auf einem Staubkorn fristen darf, das durch die unvorstellbaren Weiten des Raums wirbelt?"
Also frug Stanley Kubrick anno '68 in einem Interview mit ausgerechnet dem Playboy, also einem Magazin, dass sich wie kein anderes an der Beantwortung seiner Frage abarbeitete.

Pascal rät bekanntlich, der Mensch möge sich unbedingt zerstreuen, damit ihn genau solche Gedanken nicht beschleichen. St. Martin empfiehlt, sich am Wunder aller Wunder zu erbauen, nämlich dass überhaupt Seiendes ist, und wir dieses Wunder immerhin und womöglich als einzige Gegenseite wahrzunehmen vermögen. Die meisten Menschen trösten sich mit religiösen Verheißungen, die ihnen eine persönliche Unsterblichkeit versprechen, über die vergleichsweise beschissene Gesamtgattungssituation hinweg, am drolligsten jene frommen Wüstensöhne, deren Paradies exakt so beschaffen ist wie ein gut klimatisiertes westliches Bordell außerhalb der westlichen Gesetzgebung (Jungfrauen!), wobei sie dasselbe Etablissement um der Frömmigkeit willen hinieden auszuräuchern gehalten wären bzw. sind. Das Menschenbild der Alten mit ihrem untrüglichen Gespür für die Tragik der Existenz ist mir ungleich sympathischer, wenn ich auch den Gedanken nicht teilen mag, dass es für den Menschen das Beste wäre, gar nicht erst geboren zu werden, wie der weise Silenus zu König Midas sprach (wir wissen alle nicht, wie qualvoll und jämmerlich es endet; erst dann erfährt jeder die Antwort, ob es tatsächlich besser gewesen wäre, oder ob das Leben sich gelohnt hat).

Mich persönlich deprimiert diese humanoide Nichtigkeit null. Ich finde sie amüsant, sogar ein bisschen entlastend. Zur Tragik gehört ja die Komik. Die Friedhöfe der Welt sind voll von Menschen, die sich für unentbehrlich hielten (Clemenceau). Ich mache bekanntlich gern Witze, und ich muss neidisch akzeptieren, dass meine gesamte Existenz Bestandteil des umfassendsten und vor allem besten Witzes ist, der sich überhaupt denken lässt. Allein die Kapriolen, die Menschen anstellen, um sich ihre Rolle in diesem Großen Jokus nicht einzugestehen! Das groteske Schauspiel ihrer Bedeutungshuberei! Ich finde, man sollte dankbar sein, einen Logenplatz erwischt zu haben, wenn man nicht gerade selber auftreten muss. Der Augenblick ist die Ewigkeit. Was gibt's zu essen?