Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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2. September 2019


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Erkenntnisse aus den Landtagswahlen:

1. Es gibt Länder mit deutlichen bürgerlich-konservativen Mehrheiten wie Sachsen (oder etwa Bayern), und Länder mit deutlichen linken Mehrheiten wie Brandenburg (und beispielweise Berlin oder Bremen). Erstere darf man als bewohnbar betrachten (die anderen werden schon dafür sorgen, dass dieser Satz täglich plausibler klingt).

2. Es ist den gelenkten Medien und dem Druck aus dem Berliner Politbüro zu verdanken, dass die bürgerlich-konservative Mehrheit sich nicht verbindet. Aber das ist nur eine Momentaufnahme.

3. Der sich selbst mit dem Zertifikat "demokratisch" drapierende Block aus CDU-SPD-FDP-Grünen-Linken hat enorm Stimmen verloren. Die Wahlen waren ein Sieg der Konservativen.

4. In Sachsen wird eine deutliche rechte Mehrheit eine deutlich linkere Regierung bekommen als zuvor. Die Botschaft wird verstanden werden. Die CDU hat ihre Sollbruchstelle nach wie vor in Sachsen.

5. Da im Westen alles besser war, ist und sein wird, auch die Gehirnwäsche, wachsen die grünen Bäume im Osten vergleichsweise weniger in den Himmel.

6. Die Klage, dass in sämtlichen Landesparlamenten im Osten keine liberale resp. libertäre Partei sitzt, verkennt, dass eine solche Partei auch im Westen und im Bundestag nicht existiert.  

Erkenntnis des Abends: "Wer von anderen behauptet, dass er nicht bürgerlich ist, ist selber nicht bürgerlich." Also sprach Robert Habeck, unser Kanzler in statu nascendi, bei Anne Will. Wer künftig die NPD, die Antifa oder die grüne Jugend für unbürgerlich erklärt, sei hiermit gewarnt.
(Ein paar Lidschläge zuvor hatte Manuela Schwesig übrigens insinuiert: "Sie sind nicht bürgerlich, Herr Gauland.")


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"Nichts ist gut im Bürgertum."
(Protestantisch, apokryph, um 2019)


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Wie eine Moderatorin der Aktuellen Kamera sich im Gestrüpp von Glasnost verhedderte: hier
(Ich hatte mich schon gewundert...)


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Im Osten wurden besonders diejenigen Parteien, wie ein Premiumjounalist schreiben würde, "vom Wähler abgestraft", die es dorthin voraus bzw. zurück zieht, wohin außer Ochs und Esel alles läuft. Zumindest die älteren Ostdeutschen wissen halt noch, dass Landschaften mit lange angezogener Mietpreisbremse (= Vergesellschaftung von Wohneigentum) schon nach kurzer Zeit und dann beeindruckend lange so aussehen:

Berlin2 

Oder so:

Ausstellung Gorbitzer Plattenbauten als vergessener Schatz reference 2 1


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Heute früh hatte ich einen Tagtraum. Die AfD-Führung bestellte mich zu einem Gespräch ein, wo man mir mitteilte: Wir brauchen Ihre Dienste leider nicht mehr. Wir haben einen Experten, der die Sache weit besser erledigt als Sie und uns obendrein keinen Cent kostet.


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Dass es keine ethnisch homogenen Bevölkerungen gebe und bereits die Vorstellung verwerflich sei, behaupten merkwürdigerweise diejenigen, die eine solche Homogenität gern auf dem gesamten Globus herstellen möchten.


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Mit bemerkenswerter Offenheit wirbt ein Kommentator der Zeit für den Linksextremismus. Die erschütternd AfD-freundliche Arbeit der öffentlich-rechtlichen Moderatoren habe "wohl damit zu tun, dass der Rechtsextremismusdiskurs in Deutschland für die gefühlte journalistische Mitte jahrzehntelang als vernachlässigbar galt. Dabei könnte sich ein Senderverbund wie die ARD, wenn er den Sachverstand schon selbst nicht hat, diesen problemlos durch Expertinnen oder Lektüre antifaschistischer Infoblätter draufschaffen."

Das bedeutendste Hamburger Beamtenblatt bei der Lektüre-Empfehlung. Aber warum der Lärm? Weil der Faschismus am Wahlabend in die deutschen Wohnstuben Einzug hielt:

"Der dezentralisierte Verbund der ARD ist einst nach der Erfahrung der NS-Diktatur von den West-Alliierten geründet worden mit dem erklärten Ziel der 'reeducation', der journalistischen Mithilfe bei der Demokratisierung des nazistischen Deutschlands. Faschistische Propaganda sollte für die Zukunft verhindert werden. Ob die ARD diesen Auftrag heute noch lückenlos und kompetent erfüllt, dessen kann man sich nach einer Wahlberichterstattung wie der am Sonntag nicht mehr völlig sicher sein."

Der "Auftrag" der ARD ist also die lückenlose Verhinderung "faschistischer Propaganda" (inclusive der Mär von einer Reeducation?) – und der Auftrag der Zeit besteht künftig wohl in der Verbreitung von Antifa-Propaganda. Irgendwer muss schließlich klarstellen, was als faschistisch zu gelten hat.

Wir gehen großen Zeiten entgegen.


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Wenn sich hinreichend viele Zeloten zu ihr bekennen, wird auch die Demokratie totalitär.


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Die Marx-Statue in Trier verfärbt sich grün, meldet Bild. Dies sei eine natürliche Reaktion der Bronze auf Luftinhaltsstoffe. "Karl Marx vollzieht damit nach, was seine Jünger in den letzten Jahrzehnten schon vorgemacht haben", notiert Leser ***. "Die Statue – ein Geschenk der VR China – steht übrigens unmittelbar hinter der berühmten 'Porta Nigra' (zu deutsch: 'Rassistentor'); damit ergibt sich aktuell farblich ein Ensemble aus schwarz, rot und grün. Könnte nicht besser in den aktuellen Trend der Altparteienbündnisse passen."



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Das dritte Model war völlig überbucht:

mwd