Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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25. August 2019


"Da uns die Geschicklichkeit des Demokraten im Wahlkampf als Beweis der Intelligenz erscheint, erscheinen uns die Abgeschmacktheiten seiner öffentlichen Erklärungen als Berechnung.
Bis wir bestürzt entdecken, daß er an sie glaubt."
Nicolás Gómez Dávila


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Sobald jemandem auffällt, dass der Kaiser nackt ist, behaupten sie, Bekleidetsein sei ein soziales Konstrukt.


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"Wenn ein Politiker merkt, dass sich unter seinen Wählern Kannibalen befinden, dann würde er ihnen Missionare zum Abendessen versprechen."
Henry Louis Mencken


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In Dresden haben gestern zwischen 25.000 und 35.000 Menschen für "Buntheit", "Solidarität" und "Toleranz" demonstriert. Das sind ungefähr so viele Kartoffeln, wie – nach neuesten, offiziell abgesegneten Zahlen – von der Royal Airforce im Februar '45 in die Ewigen Hetzjagdgründe geschickt wurden (also gar nicht soo viele). Für Begabtenförderung, Landesverteidigung, Kernenergie, Steuersenkungen, Meinungsfreiheit, Manieren, mehr Französinnen, Verbesserung des gastronomischen Angebots in der Landeshauptstadt, bemannte Raumfahrt und besseres Deutsch demonstrierte mal wieder keiner.
/Schnitt/
Nachdem sich eine Piratenparteilerin im Februar 2014 mit der Liebesbotschaft "Thanks Bomber Harris" auf ihrem nackten Oberkörper zu Dresden öffentlich für die "harte, aber notwendige" (Maxim Biller) Bombardierung der Barocknazistadt bedankt hatte, "kam es unter dem Hashtag #Bombergate in sozialen Medien zu einer teilweise leidenschaftlich ausgetragenen Kontroverse" (Wikipedia), in welche sich Julia Schramm, damals ebenfalls Piratenparteimaid, heute Linkspartei, via Twitter mit dem launigen Vers "Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei", einschaltete, wobei sich der Terminus "Kartoffelbrei", wie ein Hermeneutiker der taz spekulierte, auf die in Dresden zu Brei gebombten Kartoffeln bezogen haben soll.

Wer jetzt irgendeine Verbindung zwischen diesen beiden unzusammengehörigen Absätzen herstellt, hat sich umgehend bei seinem Abschnittsbevollmächtigen zu melden.


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Jeden Menschen meiden, der etwas fordert, was ihm angeblich zusteht.


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"Klimaflüchtlinge" sind Überbevölkerungsflüchtlinge (hier).


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Zwei Drittel der Morde in der Ostmark werden von Ausländern begangen, meldet die Presse. Da hilft nur: Einbürgern, einbürgern, einbürgern (frei nach Dostojewski).


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Mit Blick voraus auf die sächsischen Landtagswahlen ein Blick zurück auf deren Prähistorie.

"Pegida ist 'Pack', aber im wesentlichen ostdeutsches 'Pack'", erklärte der Mainzer Professor (korrekt: Honorar-Professor) Gerd Mielke – man darf ihn nicht verwechseln mit Erich Müller – in einem SWR-Interview Anfang November 2015. "Vor allem im Osten darf sich nicht die Lesart 'Die wollen doch bloß spielen' gewohnheitsrechtlich einbürgern. Im Gegenteil, man sollte auf eine konsequente Einschüchterung des Packs durch eine konsequente Kriminalisierung setzen, eine Strategie, die zumindest die AfD und die Pegida von ihren autoritären Mitläufermassen trennen würde. These: Wenn sich die Mengen von rechtsaffinen Kleinbürgern in Dresden in einem dreistündigen Polizeikessel erst alle mal in die Hose gepinkelt haben und abschließend mit Wasserwerfern traktiert wurden, dann haben sie für eine geraume Weile genug vom Demonstrieren."

Das Interview ist von der Webseite des SWR verschwunden, offenbar haben irgendwelche Nazis den Mann wegen Volksverhetzung oder was auch immer angezeigt; man findet den Text aber hier (ab Seite 19). Die kritischen Fragen – also keinerlei Nachfrage, ob dieser Wunsch eines mutmaßlich versetzten Täters eventuell auf die Verletzung der Grundrechte der Einpinkler hinauslaufen könnte – stellte damals Thomas Leif, eine jener typischen sympathischen Journalisten, die den Menschen da draußen im Land die Wahrheitsmedien so unverzichtbar machen, ein leidenschaftlicher Korruptionsfahnder und durch eine minimale illegale Finanzspritze korrumpierter Gründer des nonkonformistischen "Netzwerks Recherche", auf dessen Webseite soeben ein couragierter Qualitätsjournalist ungeachtet drohender persönlicher Nachteile dem Rechtspopulisten Boris Johnson unter Zuhilfenahme des Phrasenhobels das dreckige Fell über die Ohren zieht.

Prof. Gerd Mielke wiederum, der wie sein renommierter Namensvetter in Tagträumen von Polizeikesseln ein spätes feuchtes Altersglück fand, war vor seiner Berufung zum Honorar-Bekenner unter den SPD-Ministerpräsidenten Rudolf Scharping und Kurt Beck Mitarbeiter in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz, u. a. Leiter der "Stabsstelle Grundsatzfragen".


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Gegen den Hass! AfD verrecke!


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Sebnitz ("Skinheads ertränken Kind"), Mügeln ("fremdenfeindliche Hetzjagd"), Bautzen ("Mob behindert Löscharbeiten"), Dresden ("der erste Pegida-Tote"), Chemnitz ("Nazis übernehmen die Macht"): Das anthropomorphe Archiv Alexander Wendt hat eine kleine, aber erhellende Chronik verfasst, wie beharrlich sich die Qualitätspresse um das Image der Ostdeutschen kümmert und vor allem bekümmert.


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"Die deutschen linken Intellektuellen, die zum Teil ihr eigenes Volk nicht lieben können und nicht leiden mögen, irren sich, wenn sie glauben, weil sie selbst auf die Nation verzichten können, sollten auch die übrigen 98 Prozent des deutschen Volkes darauf verzichten."

Also sprach der Paläopopulist Helmut Schmidt