Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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18. April 2019


Aus der Sicht eines wirklich neutralen Beobachters gibt es zwischen den Aktionen von Greenpeace und denen der Identitären Bewegung keinen Unterschied.


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Aus der Sicht eines nicht unbedingt neutralen, aber halbwegs unvoreingenommenen Betrachters gibt es denn doch einen: Eine Zeitgeist-Baumschule und Tendenzvollstreckungs-Combo wie Greenpeace hat mit hoher Sicherheit keinen so integren, couragierten, innerlich geraden Mann in ihren Reihen wie Martin Sellner.


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Täglich werden in Frankreich drei Gotteshäuser Opfer von Vandalismus, berichtet der Paris-Korrespondent der FAZ. Die Rede ist von 875 Fällen von Kirchenschändung binnen eines Jahres. "Von der katholischen Kirche wurden die Vorfälle lange nicht an die große Glocke gehängt", heißt es weiter – wahrscheinlich fürchten die Gottesdiener Nachahmungstäter, oder sie sorgen sich, einer Kollektivverdachtserhebung geziehen und darob gezaust zu werden. Oder beides zugleich und kreuzweise. Ich habe dieselbe Auskunft von deutschen Kirchenvertretern erhalten, als ich – damals noch in Diensten von Focus – über das Thema berichten wollte.

Inzwischen aber hängen sich die Ereignisse sozusagen selber an die besagte große Glocke. Dieses Jahr wurden bereits zwei bedeutende Pariser Kirchen attackiert: In St. Sulpice brach am 17. März ein Brand aus, und St. Denis, die Kathedrale mit den Sarkophagen der französischen Könige, die inzwischen praktisch im Ausland oder der Diaspora der Banlieues liegt, wurde am 3. März verwüstet. Und nun brannte, eingangs der Karwoche, Notre Dame. Obwohl die angeblich ursächlichen Bauarbeiten noch gar nicht angefangen hatten. Obwohl es für einen Dachstuhl gar nicht so einfach ist, sich zu entzünden. 

Wir sind gehalten, an einen Zufall zu glauben. Und selbstredend daran, dass sich Einzelfälle nicht addieren. Außerdem gibt es kein Bekennerschreiben.

Ein Einzelfall ist oder wäre auch dieser gewesen: Sicherheitskräfte haben in Marokko einen mutmaßlichen Dschihadisten festgenommen, der während der weltbekannten Osterfeierlichkeiten im südspanischen Sevilla ein Selbstmordattentat geplant haben soll, meldet dpa. Nach der Inhaftierung sei die Wohnung des Verdächtigen in der andalusischen Metropole durchsucht worden. Bei dem 23-jährigen Marokkaner soll es sich um einen Studenten der Universität von Sevilla handeln.

Ich fand diese Meldung nur in der Neuen Zürcher und auf Vatican news.

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass auch in Europa Christen und christliche Einrichtungen immer häufiger angegriffen werden. Wie Hadmut Danisch zu sagen pflegt: Geliefert wie bestellt.

Oder in den abflugbereiten Worten von Bernd Zeller: "Seit es Kirchen gibt, werden sie in Brand gesteckt."


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Der Tagesspiegel wäre nicht das, was er ist, wenn er eine Gelegenheit, sich zu blamieren, ungenutzt verstreichen ließe.

"Die falsche Sehnsucht nach Beständigkeit" ist dortselbst ein opulenter "Essay" überschrieben, welcher anhebt mit orphischen Urfragen:

"In der Trauer um Notre-Dame spiegelt sich aber womöglich auch das Hadern mit der ewigen Veränderung, mit dem Progressiven. Der Brand am Montag wirft die Frage auf: Wie ewig ist die Kunst? Wie haltbar die Welt? Notre-Dame wirkte wie ein Gegenbild zum Fortschritt. Die monumentale Kathedrale, umspült vom Fluss, ist ein beinahe kitschiges Sinnbild für Beständigkeit."

Der Tagesspiegel, gegründet 1945, wirkt wie ein Gegenbild zum Fortschritt. Seine Abonnentendatei ist ein beinahe kitschiges Sinnbild für die falsche Sehnsucht nach Beständigkeit. Ein Feuerchen in der Redaktion, umspült vom Schaum der Löschzüge, könnte der ewigen Veränderung, dem Progressiven den Weg bahnen.



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"In Russland", schreibt mir ein Bekannter, "war es sehr angenehm. Lauter normale Menschen. Reiten auf einem Schimmel in die Bar und haben Sektkübel am Sattel." Dieses Gefühl, endlich unter normalen Menschen zu sein, haben immer mehr Deutsche im Ausland. Ein reizendes Beispiel öffentlicher Normalität kann, wer mag, hier bestaunen. (Wahrscheinlich stecken Putin und der KGB dahinter.)


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Überhaupt, wer meint, die kleinzukriegen: Viel Vergnügen!


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"Gerade las und sah ich Ihre letzten Eintraege und Videos über 'die Russen'. Aehnliches kann ich auch aus dem Mittleren Westen der USA berichten – wunderbar altmodischer Patriotismus, beginnend mit dem 'Pledge of Allegiance' in jeder oeffentlichen Sitzung eines Dorfgemeinderates. Oder Veranstaltungen zu Ehren der 'Veterans'. Oder der 'thank you for your services' Gruss, den man Soldaten hier gibt.

Seit knapp 10 Jahren lebe ich hier und sehe immer mehr aus Deutschland und anderen europaeischen Laendern stammende Immigranten hier ankommen.

Mit herzlichen Gruessen aus dem laendlichen Mittleren Westen der USA

***"




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Auch die Idioten
Fordern jetzt Quoten.


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Eine karfreitagseinleitende Durchsage an die Jusos unter meinen Lesern: Wenn Sie sich informieren wollen, was bei einer Abtreibung genau stattfindet – Sie können sich die Größe der aus dem Mutterleib gerissenen Einzelteile des Fötus ja auf den 6. oder 8. Monat hochrechnen – klicken Sie bitte hier und hier. Keine Sorge, nur Schwächlingen wird schlecht...

PS: "Es ist schon klar, dass Leute, die gegen Abtreibungen sind, besonders grausame Abtreibungstechniken zeigen, um ihren Standpunkt zu untermauern", schreibt Leserin ***. "Ich möchte aber darauf hinweisen, dass das NICHT die einzige Möglichkeit ist. Ich habe vor ein paar Monaten meine Frauenärztin gefragt, wie denn so eine Abtreibung in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft abläuft. Sie sagte, man würde zuerst eine Kochsalzlösung in das Kind spritzen, wodurch es im Mutterleib stirbt. Dann leitet man die Geburt ein – mit wehenauslösenden Medikamenten, wie auch bei normalen (nicht in Gang kommenden) Geburten.

Natürlich ist auch diese Technik mit Risiken verbunden, wie jede Abtreibung. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied zu einem Verfahren, in dem ein lebendiges Wesen im Mutterleib zerfleddert wird."

Ich könnte jetzt zynisch kommentieren: Kochsalz-Injektion, das sei natürlich etwas gaaanz anderes, und die Risken trage ja vor allem der Fötus. Doch ich will es mir bei diesem Thema nicht leicht machen. Ich stehe, wie ich bisweilen hier ausführte, weder auf der Seite der Lebensschützer noch auf der Seite der "Mein Bauch gehört mir"-Fraktion. Bei einer derart existentiellen Frage kann es keine eindeutige Antwort geben. Aber ein Gewissen soll man sich daraus machen.


PPS: "Da hat Ihnen Ihre Leserin medizinisches Halbwissen serviert", wendet Dr. *** ein. "Es wird bei Abbrüchen nicht Natriumchlorid (also normales Kochsalz), sondern Kaliumchlorid injiziert, was – je nach Injektionsort und -geschwindigkeit – zu schweren Muskelzuckungen und Krämpfen führen kann.
Kaliumchlorid wird bei der in einigen Ländern praktizierten Exekution von Menschen in aller Tegel und oft auch bei der aktiven Sterbehilfe deshalb erst als drittes Medikament nach Verabreichen eines Narkosemittels (z. B. Natriumpentothal) und eines Muskelrelaxations-Medikaments (z. B. Pancuroniumbromid) injiziert. 

Wer Frauen bei der Geburt ihrer toten bzw. abgetöteten Kinder ärztlich oder auch als Hebamme begleitet hat und dieses psycho-physische Martyrium auch nur ansatzweise mit einer 'normalen' Geburt vergleicht, ist mit seinem Gesundheitsverständnis mindestens im 17. Jahrhundert bei Descartes stehengeblieben. Nicht wenige der seelischen Belastungen durch ein solches Erlebnis füllen die Psychotherapiepraxen wegen einer daraus resultieren Traumafolgestörung."


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Die Holzwürmer tickern, dass die Agentur Jung von Matt gleich nach dem Aufkommen des Skandals bei Claas Relotius vorstellig wurde und ihm eine Beschäftigung angeboten hat. Der wolle sich die Offerte allerdings erst einmal überlegen. Vielleicht gibt es ja noch Lukrativeres?