Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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8. Februar 2019


Gute Partygesprächseröffnungsfragen, nächste Folge: "Und welchen Wohlstand haben Sie geschaffen?"


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Das Mutterland der identity politics ist Ruanda.

                               

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Das Leben hat mich gelehrt, den Begriff Aufklärung nur mit ironischem Unterton zu gebrauchen – heute las ich, der Regensburger Philosophiehistoriker Karlfriedrich Herb habe über Kants Vernunftbegriff das (übrigens lupenrein rassistische) Geschmacksurteil gefällt, jener sei „zu weiß, um rein zu sein“; die postweiße Aufklärung wird nicht mehr vom hohen Ross, sondern direkt vom Baum verkündet –, doch angesichts der neoreligiösen Erweckungshysteriker, welche dieses Land in zunehmender Frequenz und immer schriller durchkreischen, bin ich geneigt, das Wort völlig außer Gebrauch zu stellen. Wenn eine 16jährige offenbar seelisch labile Schulschwänzerin zum Nachwuchsheiland deklariert und von einer seelisch ebenfalls noch nicht ganz gefestigten Grünen-Abgeordneten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird – warum eigentlich nicht gleich für den Physiknobelpreis? –, sind wir den kollektiven Wahnvorstellungen des Mittelalters erfreulich nahe.                 


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Dass der Libertäre Hans-Hermann Hoppe, der die Parteiendemokratie für einen "Wettbewerb der Gauner" hält (so der Titel seines letzten Buches), ein Schüler von Jürgen Habermas war – oder ist, irgendwie bleibt man's ja –, dass er jedenfalls vom führenden deutschen Transzendentaldemokraten promoviert wurde, verwundert zunächst jeden, der in beider Werk auch nur geblättert hat. Bei näherer Betrachtung allerdings erschließt sich eine logische Konsequenz. Hoppe verlegt die Diskurstheorie des Gevatters Habermas, dessen Aberglaube an die Moderation aller Konflikte durch den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments", in die einzige mögliche Sphäre, wo ein zwangloser Zwang gesamtgesellschaftlich seine Wirkung zu entfalten vermöchte: den Markt. Der Ansatz von Habermas ist unmöglich, weil er der menschlichen Natur zuwiderläuft; die Nicht-Geltung kann jeder an sich selber studieren – wer lässt sich schon gegen seine Interessen von einem Argument überzeugen? –, und wem das nicht genügt, der mag sich an Günter Maschkes treffliche Bemerkung halten, dass die Habermas'sche Theorie schnell, bequem und täglich durch die Abendnachrichten erledigt wird. Doch wenn man aus der Kommunikationstheologie einen zwanglosen Zwang der besseren Ware resp. der besseren Dienstleistung destilliert, gewinnt die Sache auf einmal Plausibilität. Nicht der Kommunismus ist die große Utopie, nein, der freie Markt ist es.

Aber die Kartelle hie und der Wettbewerb der Gauner dort werden auch diese Utopie verhindern.


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"Erwärmen wir Menschen jetzt etwa schon das gesamte Sonnensystem? Bekanntlich bzw. nachweislich schmelzen selbst auf dem Mars schon die Polkappen und selbst vor dem am weitesten entfernen Pluto macht die Universalerwärmung keinen Halt, 2°C Plus in den letzten 14 Jahren! Und das alles in einer 1A Umweltzone, ohne Verkehr, Feinstaub und Diesel! Ich plädiere dringend dafür, den Kuipergürtel enger zu schnallen! Lasst uns hier alles runterfahren, dafür aber das Universum retten!" (Leser***)


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Netzfund:

Burka Feme
     

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"Er wäre nicht jammernd durch die Straßen gezogen, sich klammernd an die Deutschlandfahne, um jedem Syrer einzubleuen: Das hier ist unser Land. Nein, er hätte die Fahne genommen, wäre nach Syrien gegangen und hätte gesagt: Das ist unser Land. Nazis haben keine Angst vor der Islamisierung des Abendlands, Nazis fordern die Arisierung des Morgenlands."
(Lisa Eckardt)