Friede den Gemeinplätzen -- Krieg den Moden!

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Wer Selbstzweifel hegt, kennt die Wonnen des Sich-Benachteiligtfühlens noch nicht.

 

Die Zugehörigkeit zum intellektuellen Pöbel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unfähigkeit, die literarische Qualität eines Textes zu würdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist. 

 

Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.     

  


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2. Januar 2019


"Der Klugscheißer ist verhaßt; der Moralscheißer ist angesehen."
Johannes Groß



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Man muss wahrscheinlich Sozialdemokrat sein, um eine dermaßen zartfühlende Frage zu stellen.


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So verständnisvoll blickt übrigens die regionale Grünen-Kandidatin auf jene Racker, die sich durch Amberg schlägerten:

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Jeder sächsische Neonazi wird das unterschreiben (auch wenn die Familienangehörigen nicht tot, sondern bloß abgehauen oder Alkoholiker sein mögen)! Wenn ich mich recht entsinne, habe ich vorgestern geschrieben: "Sie können machen, was sie wollen, am Ende finden sich sogar noch ein paar Grüne, Linke, Anwälte und perverse Frauen, die sie in Schutz nehmen."


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Nach der Amokfahrt von Bottrop gab der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul, CDU, zu Protokoll, der Autofahrer habe mit der "klare(n) Absicht, Ausländer zu töten" gehandelt, und der Fall müsse "sehr ernst genommen werden". Angesichts der Häufung von Messerattacken in NRW – aber nicht nur dort! – war derselbe Herr Reul vor zehn Monaten durchaus noch zu einem gewissen Unernst aufgelegt. Damals sagte er: "Polizisten schützen wir dadurch, dass wir sie mit Schutzwesten ausstatten. Und Bürgerinnen und Bürger werden einfach sensibler sein müssen. Man muss nicht unbedingt Menschen nah an sich ranlassen" (hier).

Gut, dass Reul jetzt die Kurve gekriegt hat. Sonst hätte noch jemand denken können, die innere Sicherheit im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland läge in den Händen eines lupenreinen Kretins.


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Während sich die Wahrheits- und Qualitätsmedien und das Staatsfernsehen zu recht auf die Schreckenstat von Bottrop konzentrieren, kam es in der Silvesternacht noch zu einigen beklagenswerten, aber untypischen Vorfällen, die hier zusammengefasst sind; ich gestatte mir, einige der schrecklich übertriebenen Zeilen – jede einzelne rechtfertigte eine scharfe Rüge wegen versuchter Bevölkerungsverhetzung in Tateinheit mit versuchter Amokfahrt-Relativierung – zu zitieren:
"Cottbus: Ausländer rotten sich zusammen und prügeln auf Deutsche ein"; "Osnabrück: Sexuelle Übergriffe auf Frauen"; "Drei versuchte Tötungen in Frankfurt/M. – In der Silvesternacht sind in der Innenstadt von Frankfurt zwei Menschen durch Messerstiche schwer verletzt worden. Außerdem wurde ein junger Mann vor eine einfahrende S-Bahn gestoßen"; "Silvester in Cottbus: Ausländer sticht Deutschen nieder"; "Dortmund: Polizisten an der Möllerbrücke wurden aus einer 'Gruppe von 400 Menschen' mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen"; "Massenschlägerei in Köln: Polizei rückt mit Maschinengewehren an" (diese Pressepazifisten halten MPis für Maschinengewehre, ts ts ts...); "Hamburg: Afrikaner-Mob greift Retter der Feuerwehr an"; "Mannheim: 50köpfiger Mob prügelt auf Polizisten ein"... Ganz vergessen haben die eifrigen Kompilierer diesen Vorfall in Hamburg: "Sie kamen, um zu helfen – doch am Ende mussten mehrere Feuerwehr-Männer mit Maschinenpistolen geschützt werden. Dramatischer Einsatz für die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Hamburger Stadtteil Barmbek!" ... – Hallo Bottrop? Wir schalten wieder direkt an den Silvester-Tatort! Gibt es neue Erkenntnisse über die Hintermänner, die Herkunft und die Hautfarbe des Täters?